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Thomas Welz

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Datei:Thomas Welz 2012 (f).jpg
Thomas Welz 2012

Thomas Welz (geboren als Thomas Berndt am 2. Januar 1957 in Bad Berka) ist ein deutscher Bürgerrechtler und Publizist. Seit Ende der 1970er-Jahre engagierte er sich in der kirchlichen Friedens- und Oppositionsbewegung der DDR. Als Mitglied des Friedenskreises der Berliner Samariterkirche leitete er den „Arbeitskreis Information“ und war an der Herausgabe mehrerer Samisdat-Publikationen beteiligt.<ref>Robert-Havemann-Gesellschaft (Hrsg.): Samisdat in der DDR – Findbuch. Archiv der DDR-Opposition, Berlin (laufend aktualisiert).</ref>

1989 gehörte er zu den Mitbegründern der Bürgerbewegung Demokratischer Aufbruch.<ref>Ehrhart Neubert: Unsere Revolution. Die Geschichte der Jahre 1989/90. Piper, München/Zürich 2008.</ref> Nach der deutschen Wiedervereinigung war Welz kommunalpolitisch tätig und engagierte sich in der Aufarbeitung der Geschichte des DDR-Militärgefängnisses Schwedt.<ref>Rüdiger Wenzke: Ab nach Schwedt! Militärstrafvollzug in der DDR. Ch. Links Verlag, Berlin 2011.</ref>

Leben

Thomas Welz, geborener Berndt, wurde 1957 in Bad Berka geboren und wuchs in Berlin-Altglienicke auf.<ref>Bundesarchiv/BStU (Hg.): DDR im Blick – Stasi-Berichte zur Lage in der DDR 1983. Mit Kurzbiografie zu Thomas Welz.</ref>

Wehrdienst und Haft in Schwedt

Während seines Wehrdienstes in der Nationalen Volksarmee (NVA) wurde Welz 1978/79 für mehrere Monate im Militärgefängnis Schwedt inhaftiert.<ref>Bundesarchiv/BStU (Hg.): DDR im Blick – Stasi-Berichte zur Lage in der DDR 1983. Kurzbiografie zu Thomas Welz.</ref> Das Gefängnis gilt in der Forschung als zentrales Instrument der Militärjustiz in der DDR und Symbol der politischen Disziplinierung von Wehrpflichtigen.<ref>Rüdiger Wenzke: Ab nach Schwedt! Militärstrafvollzug in der DDR. Ch. Links Verlag, Berlin 2011.</ref><ref>Arno Polzin: Mythos Schwedt. DDR-Militärstrafvollzug und NVA-Disziplinareinheit aus dem Blick der Staatssicherheit. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2018.</ref>

Friedens- und Oppositionsarbeit in der Samaritergemeinde

Nach seiner Entlassung aus der Haft engagierte sich Welz im Friedenskreis der evangelischen Samariterkirche in Berlin-Friedrichshain. Dort entstand eines der wichtigsten Zentren der kirchlich verankerten DDR-Opposition.<ref>Ehrhart Neubert: Geschichte der Opposition in der DDR 1949–1989. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1997.</ref> Welz leitete den „Arbeitskreis Information“, der oppositionelle Texte sammelte, Informationen aus Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsgruppen weitergab und mehrere Samisdat-Publikationen herausgab.<ref>Robert-Havemann-Gesellschaft (Hrsg.): Samisdat in der DDR – Findbuch. Archiv der DDR-Opposition, Berlin.</ref>

Zu den von Welz – zunächst unter seinem Geburtsnamen Thomas Berndt – mit herausgegebenen und verfassten Publikationen gehörten unter anderem die Untergrundzeitschriften Schalom, Wegzehrung und Wendezeit.<ref>Jugendopposition.de: Schalom – Informationsblatt des Friedenskreises der Samaritergemeinde Berlin (ab 1984).</ref> Diese Blätter griffen Themen wie Frieden, Militarisierung, Bürgerrechte und Demokratiefragen auf und zählten zu den zentralen Kommunikationsmedien der unabhängigen Friedens- und Bürgerrechtsbewegung in der DDR.<ref>Robert-Havemann-Gesellschaft (Hrsg.): Samisdat in der DDR – Findbuch. Archiv der DDR-Opposition, Berlin.</ref>

Als Autor veröffentlichte Welz zahlreiche Beiträge zu kirchlichen und gesellschaftlichen Themen, unter anderem im Informationsblatt aktuell der Friedens- und Oppositionsgruppen.<ref>Robert-Havemann-Gesellschaft: Findbuch zum Bestand „Evangelische Samaritergemeinde Berlin“, Archiv der DDR-Opposition.</ref> Dazu gehören Texte zum Kirchentag 1986,<ref>Archiv der DDR-Opposition, Robert-Havemann-Gesellschaft, Bestand „aktuell“, PS 002/07, 26. Januar 1987.</ref> zur Friedenswerkstatt 1987<ref>Archiv der DDR-Opposition, Robert-Havemann-Gesellschaft, Bestand „aktuell“, PS 002/09, 6. Februar 1987.</ref> und zur Atomenergie nach Tschernobyl.<ref>Archiv der DDR-Opposition, Robert-Havemann-Gesellschaft, Bestand „aktuell“, PS 002/05, 13. Juni 1986.</ref>

In zeitgenössischen Berichten – darunter Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit – und in der späteren Forschungsliteratur wird Welz als Bürgerrechtler beschrieben, der als Autor, Herausgeber und Organisator innerhalb des Friedenskreises und später bei der Gründung der Partei Demokratischer Aufbruch eine wichtige Rolle spielte.<ref>Bundesarchiv/BStU (Hg.): DDR im Blick – Stasi-Berichte zur Lage in der DDR 1983.</ref><ref>Ehrhart Neubert: Geschichte der Opposition in der DDR 1949–1989. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1997.</ref>

Unterlagen des Friedenskreises der Samariterkirche und persönliche Dokumente von Thomas Welz wurden dem Archiv der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur übergeben und dort erschlossen.<ref>Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur: Stiftungsarchiv – Bestände zu Oppositions- und Friedensgruppen.</ref>

Gründung des Demokratischen Aufbruchs 1989

Im Sommer 1989 gehörte Welz zu den Initiatoren des neu gegründeten Demokratischen Aufbruchs – sozial, ökologisch, der aus dem Umfeld kirchlicher und bürgerrechtlicher Opposition entstand.<ref>Ehrhart Neubert: Unsere Revolution. Die Geschichte der Jahre 1989/90. Piper, München/Zürich 2008.</ref><ref>Rainer Eppelmann: Fremd im eigenen Haus. Mein Leben im anderen Deutschland. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2003.</ref> Er verließ die Partei nach der Verabschiedung des Leipziger Programms Mitte Dezember 1989 neben anderen Gründungsmitgliedern wie Friedrich Schorlemmer und Daniela Dahn.

Nach der deutschen Wiedervereinigung

Nach 1990 engagierte sich Welz kommunalpolitisch in Berlin. Zunächst war er für die SPD, später für die Unabhängige Bürgerfraktion Friedrichshain (UBF) Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Friedrichshain. Er arbeitete als Geschäftsführer und Bildungsreferent des „Märkischen Arbeitnehmer Bildungs- und Beratungswerkes“ in Potsdam.<ref name="ZeitzeugeWelz">Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (Hrsg.): Thomas Welz – Zeitzeuge. Zeitzeugenbüro. Online-Biografie. Abgerufen am 7. Januar 2026, https://www.zeitzeugenbuero.de/zeitzeugensuche/zeitzeuge/welz-thomas</ref><ref name="BLPB">Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Das erste Jahrzehnt der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung. Potsdam o. J., S. 34 f.</ref>

Welz war zudem als Zeitzeuge aktiv. Er wirkte unter anderem im Zeitzeugenportal der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit<ref>Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur: Zeitzeugenportal, Eintrag Thomas Welz.</ref> und trat in Rundfunkbeiträgen zum Militärgefängnis Schwedt als Gesprächspartner auf.<ref>Deutschlandfunk: Beiträge zum Militärgefängnis Schwedt unter Mitwirkung von Thomas Welz.</ref> Gemeinsam mit ehemaligen Häftlingen gründete er den Verein „DDR-Militärgefängnis Schwedt e. V.“ und war dort als stellvertretender Vorsitzender aktiv.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref>Verein DDR-Militärgefängnis Schwedt e. V.: militaergefaengnisschwedt.de.</ref>

Einzelnachweise

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