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Tiegelventil

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Als Tiegelventil beschreibt man eine Punktionsnadel, welche mit einem Rückschlagventil verbunden ist. Es findet in der notfallmedizinischen Therapie des lebensbedrohlichen Spannungspneumothorax Anwendung, bevor in der Klinik eine Thoraxdrainage (etwa eine Bülau-Drainage oder Monaldi-Drainage) gelegt wird.

Die Anlage erfolgt meist durch Punktion in der typischen Position einer Monaldi-Drainage.

Im engeren Sinne versteht man unter einem Tiegelventil die vom deutschen Chirurgen Max Tiegel (1877–1952) beschriebene provisorische Verwendung einer Punktionsnadel mit einem aufgesetzten geschlitzten Fingerling. Obwohl ähnliche Provisorien noch heute Anwendung finden, steht vor allem im Rettungsdienst eine Reihe vorgefertigter Tiegelventile zur Verfügung.

Literatur

  • M. Tiegel: Ein einfaches Verfahren zur Bekämpfung des Mediastinalemphysems. In: Zentralblatt für Chirurgie. 1911.
  • Peter Sefrin: Notfall-Therapie des Pneumothorax mit Hilfe des Tiegel-Ventils. In: Fortschritte der Medizin. Band 100, Nr. 27–28, Juli 1982, S. 1323–1325.
  • E. Meissner, H. Fabe: Atemnotanfälle im Rettungsdienst; Notfall & Rettungsmedizin. Springer, 2000.

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