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Tienshan-Johannisbeere

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Tienshan-Johannisbeere
Datei:Ribes diacanthum 109100907.jpg

Tienshan-Johannisbeere (Ribes diacanthum)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)
Gattung: Johannisbeeren (Ribes)
Art: Tienshan-Johannisbeere
Wissenschaftlicher Name
Ribes diacanthum
Pall.

Die Tienshan-Johannisbeere<ref name=deutsch/> (Ribes diacanthum) ist ein etwa 2 Meter hoher Strauch mit kleinen, scharlachroten Früchten aus der Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art liegt in Asien. Die Art wird nur selten kultiviert.

Beschreibung

Die Tienshan-Johannisbeere ist ein 1 bis 2 selten bis 3 Meter hoher, aufrechter Strauch mit kahlen Zweigen, die an den Knoten je zwei 3 bis 5 Millimeter lange, feine Stacheln bilden. Die Internodien sind stachellos oder zeigen verstreut kleinere Stacheln. Die Knospen sind bräunlich, eiförmig, 3 bis 5 Millimeter lang, kahl und spitz. Die Laubblätter haben einen 1 bis 2 Zentimeter langen, kahlen oder selten locker behaarten Blattstiel. Die Blattspreite ist einfach, dreilappig, verkehrt eiförmig bis rhombisch verkehrt-eiförmig, 1,5 bis 3,5 Zentimeter lang und 1 bis 3 Zentimeter breit, kahl, mit keilförmiger Basis. Die Lappen sind tief gesägt und haben spitze oder stumpfe Enden.<ref name=FoC/><ref name=FdG/>

Die Blüten sind zweihäusig verteilt. Die männlichen Blütenstände sind 3 bis 6 Zentimeter lange, nickende Trauben aus 10 bis 20 Blüten. Die weiblichen Blütenstände sind 1 bis 2,5 Zentimeter lang und bestehen aus 10 bis 15 Blüten. Die Blütenstandsspindeln sind locker mit kurzen Drüsenhaaren besetzt. Die Tragblätter sind 4 bis 6 Millimeter lang, kahl, lanzettlich bis zungenförmig und einadrig. Die Blütenstiele sind locker und kurz drüsig behaart und 2 bis 4 Millimeter lang. Der Blütenbecher ist gelblich grün und kahl, 1 bis 1,5 Millimeter lang, mit aufrecht stehenden, eiförmigen bis selten ovalen, 1,5 bis 2 Millimeter langen Zipfeln. Die Kronblätter sind grünlich gelb, keilförmig-rundlich und 0,5 bis 1 Millimeter lang. Die Staubblätter sind etwa gleich lang oder etwas kürzer als die Kronblätter. Der Fruchtknoten ist rundlich und kahl. Der Griffel ist an der Spitze zweigeteilt. Die Früchte sind scharlachrot, rundlich bis eiförmig-rundlich, kahl mit Durchmesser von 5 bis 9 Millimeter.

Die Tienshan-Johannisbeere blüht von Mai bis Juni, die Früchte reifen von August bis September.<ref name=FoC/><ref name=FoNA/><ref name=FdG/>

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.<ref name="IPCN" />

Vorkommen und Standortansprüche

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in der Republik Burjatien und der Region Transbaikalien in Sibirien, Russland, im Nordosten der Mongolei, in den chinesischen Provinzen Heilongjiang, Jilin und in der Inneren Mongolei und im Norden der Koreanischen Halbinsel.<ref name=GRIN/> In Manitoba ist die Art verwildert.<ref name=FoNA/> Die Tienshan-Johannisbeere wächst in Auen und Flussufern unter 1500 Metern Höhe auf mäßig trockenen, frischen bis feuchten, neutralen bis alkalischen, sandig-kiesigen und sehr nährstoffreichen Böden an halbschattigen, kühlen bis kalten Standorten. Die Art ist frosthart.<ref name=FoC/><ref name=FdG/>

Systematik

Die Tienshan-Johannisbeere (Ribes diacanthum) ist eine Art aus der Gattung der Johannisbeeren (Ribes) in der Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae). Sie wird in der Untergattung Berisia der Sektion Diacantha zugeordnet.<ref name=GRIN/> Die Art wurde 1776 von Peter Simon von Pallas erstmals wissenschaftlich beschrieben.<ref name=GRIN/> Der Gattungsname Ribes leitet sich vom arabischen Namen einer Art der Rhabarber ab. Der Name wurde im Mittelalter wegen des säuerlichen Geschmacks der Beeren, der an den Geschmack des Rhabarbers erinnert, für die Johannisbeeren übernommen.<ref name=Gen_Gat/>

Verwendung

Die Tienshan-Johannisbeere wird nur selten kultiviert.<ref name=FdG/>

Nachweise

Literatur

  • Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. Mit einem Winterschlüssel von Bernd Schulz. 3., korrigierte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 538.
  • Jost Fitschen: Gehölzflora. 12., überarbeitete und ergänzte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2007, ISBN 3-494-01422-1, S. 730.
  • Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7 (Nachdruck von 1996).

Einzelnachweise

<references> <ref name=deutsch> Deutscher Name nach Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 538 und nach Fitschen: Gehölzflora , S. 730</ref> <ref name=FdG> Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 538</ref> <ref name=FoC> Lu Lingdi, Crinan Alexander: Ribes diacanthum, in:</ref> <ref name=FoNA> Nancy R. Morin: Ribes diacanthum, in:</ref> <ref name=GRIN> Ribes diacanthum. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 5. Mai 2012 (englisch).</ref> <ref name=Gen_Gat> Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 538–539</ref> <ref name="IPCN">Ribes diacanthum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> </references>

Weblinks

Commons: Ribes diacanthum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien