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Tungnaá

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Vorlage:Infobox Fluss Die Tungnaá ist ein Fluss im Süden von Island.

Flussverlauf

Sie entspringt an den Kerlingar bzw. am Tungnaárjökull unweit Bárðarbunga und Hamarinn an der Westseite des Eisschilds Vatnajökull und ist gleichzeitig ein Quell- und ein Gletscherfluss. Die größte Wassermenge stammt nämlich nicht vom Gletscher, sondern aus Quellen in dem Gebiet der Veiðivötn.<ref name="Ísl">T. Einarsson, H. Magnússon (Hrsg.): Íslandshandbókin. Náttúra, saga og sérkenni. 2. bindi. Örn og Örlygur, Reykjavík 1989, S. 908f.</ref>

Dort befindet sich Tungnaá in geringer Entfernung von Landmannalaugar.

Anschließend verläuft der Flusslauf nach Südwesten. Bei den Kratern der Vestur-Bjalla wendet er sich nach Nordwesten. Dort liegen auch zwei Kraftwerke, für die der Fluss zu Seen gestaut wurde: Hrauneyjafossvirkjun und Sigölduvirkjun.<ref name="Ísl"/> Die Tungnaá strömt schließlich westlich des Búðarháls ins Tal und mündet in den Stausee Sultartangalón der Þjórsá.<ref name="Veg"/>

Wasserstand und weitere Daten

Wegen plötzlich auftretender Flutwellen aufgrund von (z. B. vulkanisch bedingter) Gletscherschmelze gilt der Fluss als ziemlich gefährlich. Die durchschnittliche Wassermenge am Hrauneyjarfoss beträgt zwischen 120 und 180 m³/s im Sommer und zwischen 100 und 160 m³/s im Winter.<ref name="Ísl"/>

Der Einzugsbereich des wasserreichen Flusses umfasst 3.040 km², wovon 170 km² auf Gletschern liegen.<ref name="Ísl"/>

Die Länge der Tungnaá beträgt 129 km.<ref name="Ísl"/>

Verkehr

Die Gegend konnte früher wegen der nicht ungefährlichen Furten nur mit hochrädrigen Geländefahrzeugen befahren werden. Aufgrund der Kraftwerksprojekte wurden zahlreiche Straßen im Hochland ausgebaut. Heute gibt es teilweise Brücken.<ref name="Ísl"/>

Die Hochlandpiste Sprengisandsleið Vorlage:RSIGN überquert den Fluss beim Kraftwerk Hrauneyjar.<ref name="Veg">vgl. Ferðakort (Hrsg.): Ísland Vegaatlas. Reykjavík 2006, S. 4.</ref>

Kraftwerke

Am Rande des Hochlands Richtung Hrauneyjar liegen zwei Kraftwerke, für die der Fluss zu Seen gestaut wurde: Hrauneyjafossvirkjun<ref>Vorlage:Toter Link abgerufen am 5. September 2012</ref> und Sigölduvirkjun.<ref>Vorlage:Webarchiv abgerufen am 5. September 2012.</ref> Hierbei produziert das Sultartanga-Kraftwerk 120 MW.<ref>Landmælingar Íslands (Hrsg.): Vegahandbókin. 2006, S. 529f.</ref>

Der Bau der Kraftwerke hat die Landschaft stark verändert, u. a. sind die Wasserfälle Hrauneyjarfoss und Ármótafoss mehr oder weniger unter den Kraftwerken bzw. den Stauseen verschwunden oder haben nur mehr sehr wenig Wasser.<ref name="Ísl"/> So sieht man z. B. den Sigöldufoss nur noch richtig, wenn Wasser aus den flussaufwärts gelegenen Stauseen abgelassen wird.<ref>Sigöldufoss sést á ný á fullu afli. In: Vísir. 19. Juli 2009, abgerufen am 5. September 2012.</ref>

Siehe auch

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references/>