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Turkish-Airlines-Flug 1951

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Turkish Airlines Flug 1951
Datei:Turkish Airlines B738 TC-JGE.jpg

Die Unfallmaschine im August 2006 auf dem Flughafen Stuttgart

Unfallzusammenfassung
Unfallart Kontrollverlust durch Strömungsabriss beim Landeanflug
Ort etwa 1,5 km nördlich des Flughafens Schiphol (18R/36L), unweit des Autobahnkreuzes Rottepolderplein der A9 mit der A200 westlich von Zwanenburg
Datum 25. Februar 2009
Todesopfer 9
Überlebende 126
Verletzte 120
Luftfahrzeug
Luftfahrzeugtyp Vereinigte Staaten[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Boeing 737-8F2(WL)
Betreiber Turkei[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Turkish Airlines
Kennzeichen Turkei[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: TC-JGE
Name Tekirdağ
Abflughafen Turkei[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Flughafen Istanbul-Atatürk
Zielflughafen Niederlande[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Flughafen Amsterdam Schiphol
Passagiere 128
Besatzung 7
Listen von Luftfahrt-Zwischenfällen

Am 25. Februar 2009 verunglückte eine Boeing 737-800 auf dem Turkish-Airlines-Flug 1951 im Landeanflug auf den Flughafen Schiphol. Die Unfallstelle liegt etwa 1500 Meter nördlich des Aufsetzpunktes der Landebahn 18R, westlich von Zwanenburg unweit des Autobahnkreuzes Rottepolderplein, der Verbindung der A9 mit der A5.<ref name="CNN article" /><ref name="bbc">Turkey plane crashes in Amsterdam BBC, 25. Februar 2009</ref> Das Flugzeug zerbrach in drei Teile, fing aber kein Feuer. Der Unfall forderte 9 Tote und 120 Verletzte<ref name="report">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Crashed during approach, Boeing 737-800, near Amsterdam Schiphol Airport, 25 February 2009 (s. am Anfang des Teiles “Consideration” und Appendix E).] Untersuchungsrat für Sicherheit (Niederlande), , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 28. März 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> (in den ersten Berichten wurden 86 Verletzte gemeldet<ref name="focus">Amsterdam: Neun Menschen sterben bei Flugzeugabsturz. Focus Online, 25. Februar 2009, abgerufen am 25. Februar 2009.</ref><ref name="spiegel">Türkische Passagiermaschine in Amsterdam zerschellt Spiegel Online, 25. Februar 2009</ref><ref name="focus black">Black Box nach Bruchlandung ausgewertet: 86 Verletzte, Focus Online, 26. Februar 2009</ref>). Da die Bahn 18R/36L den Namen Polderbaan trägt, erlangte der Unfall den Beinamen Poldercrash.<ref>SYSTEM FAILURE CASE STUDIES April 2012 Volume 6 Issue 4 – The Poldercrash. In: sma.nasa.gov. NASA, abgerufen am 5. Dezember 2017.</ref>

Flugverlauf

Die Boeing 737-800 war um 8:22 Uhr Ortszeit (6:22 Uhr UTC) vom Atatürk-Flughafen in Istanbul gestartet. Die Landung war gegen 10:40 Uhr Ortszeit (9:40 Uhr UTC) auf dem niederländischen Flughafen Schiphol bei Amsterdam geplant. Während des Landeanflugs bei normalen Wetterverhältnissen<ref>Absturz in Amsterdam gibt Rätsel auf „Wetterverhältnisse waren unproblematisch“, stern.de, 26. Februar 2009</ref> stürzte die Boeing mit 135 Menschen an Bord auf einen Acker bei Haarlemmermeer. Die Absturzstelle liegt 150 Meter vor der Autobahn Rijksweg 9, 1500 Meter von der Landebahn 18R entfernt.

Flugzeug

Die Boeing 737-8F2 (Kennzeichen: TC-JGE, Fabriknummer: 29789) absolvierte am 24. Januar 2002 ihren Erstflug und war mit zwei Triebwerken vom Typ CFM56-7B26 ausgestattet. Die Maschine hatte erst wenige Tage zuvor, am 19. Februar 2009, ihren letzten A-Check durchlaufen. Im Oktober 2008 war der letzte C-Check mit einer detaillierten Inspektion aller Systeme und der Flugzeugstruktur erfolgt.<ref>Turkish Airlines – Medienberichte über technische Defekte schon vor Absturz, auf austrianwings.info</ref> Das Flugzeug trug den Namen Tekirdağ.

Rettungsmaßnahmen

Datei:Crash Turkish Airlines TK 1951.jpg
Rettungseinheiten am Wrack
Datei:Location crash Turkish Airlines TK 1951.svg
Lage der Landebahnen in Schiphol und Absturzort (mit markiert)

Die Maschine zerbrach nach dem Aufsetzen auf dem Acker in drei Teile, fing jedoch kein Feuer. Dieser Umstand erleichterte erheblich die Rettungs- und Bergungsmaßnahmen. Nur wenige Minuten nach dem Unfall trafen die von Augenzeugen alarmierten Rettungskräfte am Unfallort ein. Mittels Spezialgerätschaften wurden die Menschen aus den Trümmern gerettet. Neun Menschen (fünf türkische und vier US-amerikanische Staatsbürger) überlebten den Unfall jedoch nicht, darunter auch die drei Piloten – der Flugkapitän, der Erste Offizier und ein Pilot in Ausbildung, die von der Instrumententafel erschlagen wurden.<ref>Piloten von Instrumententafel erschlagen Spiegel Online, 26. Februar 2009</ref> Die verletzten Menschen wurden in die umliegenden Krankenhäuser in Amsterdam, Hoofddorp und Haarlem gebracht,<ref name="spiegel" /> elf davon in kritischem Zustand.<ref name="report" />

Die Autobahn 9 wurde zwischen Amstelveen und Alkmaar in beide Richtungen gesperrt. Der Flugbetrieb auf dem Flughafen Schiphol wurde vorübergehend eingestellt, ankommende Flugzeuge wurden unter anderem zum Flughafen Rotterdam umgeleitet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Neun Tote bei Flugzeugunglück in Amsterdam (Memento vom 28. Februar 2009 im Internet Archive) Reuters, 25. Februar 2009</ref>

Unfallursache

Der Abschlussbericht der Untersuchungskommission stellte fest, dass ein defekter Funkhöhenmesser der Auslöser für den Unfall war.<ref>Turkish Airlines, neergestort tijdens nadering, Boeing 737-800, 25 februari 2009. Onderzoeksraad voor Veiligheid, abgerufen am 16. Februar 2026.</ref> Einer der Funkhöhenmesser zeigte im Landeanflug eine Höhe von −8 Fuß (−2,5 Meter) an, obwohl sich die Maschine in einer Höhe von etwa 2000 Fuß (600 Meter) befand. Das System für die automatische Flugregelung (Autoflight System) ging daher davon aus, dass das Aufsetzen auf der Landebahn unmittelbar bevorstehe, und reduzierte die Triebwerksleistung. Die Piloten wussten von der fehlerhaften Anzeige, waren sich der Auswirkung auf die automatische Schubregelung (Autothrottle) und den Autopiloten aber offensichtlich nicht bewusst. Der reduzierte Triebwerksschub führte zu einer zu niedrigen Geschwindigkeit. Da sich das Flugzeug für einen ILS-Anflug zu hoch befand, war es ohnehin notwendig, schnell an Höhe zu verlieren; daher bemerkten die Piloten erst 100 Sekunden später, dass sie zu viel Geschwindigkeit verloren hatten und mit Vollgas reagieren mussten. Allerdings wurden weder die automatische Schubregelung noch der Autopilot deaktiviert, sodass die Schubregelung das Gas daraufhin wieder zurück auf Leerlauf (Idle) nahm. Diesen Fehler bemerkten die Piloten 6 Sekunden später und gaben erneut Vollschub – diesmal mit korrekt ausgeschaltetem Autopiloten/Autothrottle – allerdings zu spät.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 5. März 2009 im Internet Archive)</ref> Es kam zum Strömungsabriss (stall), d. h. das Flugzeug fiel wie ein Stein herunter.

Verfilmung

Ähnlicher Zwischenfall

Auf dem Indian-Airlines-Flug 605 vom 14. Februar 1990 sank ein Airbus A320-200 der Indian Airlines wegen einer Fehlangabe durch den Autopiloten im Leerlauf vor der Landebahn des HAL Bangalore Airport zu tief herab. Auf diesem Flug wurde die Maschine ins Gelände gesteuert, da die Piloten die gefährliche Situation zu spät erkannten und den Aufprall zu diesem Zeitpunkt nicht mehr abwenden konnten.

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="CNN article">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, CNN, 25. Februar 2009 (englisch).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> </references>

Koordinaten: 52° 22′ 39″ N, 4° 42′ 50″ O

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