Zum Inhalt springen

U-Bahnhof Spichernstraße

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:U-Bahnhof Spichernstraße 20150918 2.jpg
Bahnhofseingang an der Bundesallee

Der U-Bahnhof Spichernstraße ist eine Umsteigestation der Berliner U-Bahn-Linien U9 und U3 im Ortsteil Wilmersdorf des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf. Sie wurde für die Linie U3 am 2. Juni 1959 und für die Linie U9 am 28. August 1961 eröffnet.

Im Bahnhofsverzeichnis der Berliner Verkehrsbetriebe trägt der Bahnhof die Bezeichnungen Sno (U3/oben) und Snu (U9/unten).

Lage

Der Bahnsteig der Linie U9 befindet sich unter der Bundesallee, die beiden Seitenbahnsteige der Linie U3 unter der Spichernstraße.

Seit September 2020 sind alle Bahnsteige des U-Bahnhofs barrierefrei zugänglich.<ref name="bvg-2020-09-30">Eins, zwei, barrierefrei. Berliner Verkehrsbetriebe, 30. September 2020, abgerufen am 5. Dezember 2020.</ref> Bereits 2009 kündigte die BVG an, dass sowohl der Bahnsteig der U3 als auch der der U9 im Zeitraum von 2011 bis 2013 einen Aufzug erhalten sollten.<ref>Aufzugsprogramms des Berliner Senats, Prioritätenliste von 2009 (PDF; 89 kB), Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 9. Juni 2009</ref> Tatsächlich ging der erste Aufzug vom U3-Bahnsteig (Fahrtrichtung Wittenbergplatz) zur Oberfläche erst im Frühjahr 2020 in Betrieb.<ref>Erster Aufzug auf U-Bhf Spichernstraße. In: BVG plus. Nr. 6, 2020, S. 4.</ref> Der zweite Aufzug, der den anderen U3-Bahnsteig (Fahrtrichtung Krumme Lanke), den Bahnsteig der U9 und die Straßenebene miteinander verbindet, folgte im September des gleichen Jahres. Die Kosten beliefen sich auf ca. 4,5 Millionen Euro. Weiterhin erhielten alle Bahnsteige ein Blindenleitsystem, die Bahnsteige der U3 außerdem einen neuen Asphaltboden und der der U9 einen hellen Granitbelag. Voraussichtlich ab dem Frühjahr 2021 soll die Grundinstandsetzung der Station fortgesetzt werden, dann erfolgen umfangreiche Treppen- und Vorhallensanierungen.<ref name="bvg-2020-09-30" />

Namensgebung

Der U-Bahnhof ist nach der hier anliegenden Spichernstraße benannt, die wiederum nach den Spicherer Höhen, einem Höhenzug des mittleren Saartales südlich von Saarbrücken beim lothringischen Dorf Spichern, benannt ist, deren Erstürmung am 6. August 1870 durch Truppen des Norddeutschen Bundes bei der Schlacht bei Spichern den Weg nach Metz im Deutsch-Französischen Krieg freimachte und mit dem Sieg über Frankreich letztendlich die Deutsche Reichsgründung ermöglichte.

Bahnhof der U9

Datei:U-Bahnhof Spichernstraße Ebene U9 (1) Juli 2021.jpg
Bahnsteig der Linie U9

Der Bahnhof der Linie U9 – eröffnet als Spichernstraße (Bundesallee)<ref name="berliner-untergrundbahn.de1"/> – besitzt wie alle Stationen der ehemaligen Linie G einen 8,85 Meter breiten Mittelbahnsteig.<ref name="berliner-untergrundbahn.de1"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Beschreibung des U-Bahnhofs Spichernstraße der U9 bei berliner-untergrundbahn.de (Memento des Vorlage:IconExternal vom 11. Juni 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berliner-untergrundbahn.de</ref> An beiden Bahnsteigenden befinden sich Zugänge: Einer auf die Joachimsthaler Straße, der südliche führt über ein Vorhallen- und Gängesystem auch zu den beiden Seitenbahnsteigen der U3. Die Wände waren zum Eröffnungszeitpunkt hellblau gehalten, die sechseckigen Stützen dunkelblau bemalt.<ref name="berliner-untergrundbahn.de1"/> In den Vorhallen wurden graue Fliesen und Kleinmosaik in den Farben Rosa und Weiß sowie dunkelblaue Stützen verwendet. Der von Bruno Grimmek entworfene Bahnhof ist somit ein Standardbahnhof der damaligen Linie G.

Von 1961 bis 1971 war diese Station ein Endbahnhof, besaß allerdings keine Kehrgleise. Daher endeten die Züge damals am Bahnsteig. Um dies zu ermöglichen, war vor dem Bahnhof ein doppelter Gleiswechsel vorhanden, der bei der Gleiserneuerung in den 1980er Jahren entfernt wurde.<ref name="berliner-untergrundbahn.de1"/>

Datei:Klangpartitur.U-Bahnhof.Spichernstrasse.jpg
Klangpartitur an der Bahnhofswand

In den Jahren 1986/1987 wurden neue Wandfliesen montiert. Nach den Plänen von Gabriele Stirl wurden weiße Fliesen mit farbigen Mustern installiert, die die Partitur eines Musikstücks bilden und damit einen Hinweis auf das nahe dem Bahnhof gelegene Joachimsthalsche Gymnasium geben sollen, das weitgehend vom Fachbereich Musik der Universität der Künste genutzt wird.

Laut Informationen der Senatsverwaltung für Verkehr aus dem Januar 2026 plant die BVG eine Grundinstandsetzung des U-Bahnhofes der U9 ab voraussichtlich 2026.<ref>Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Kristian Ronneburg (LINKE) vom 5. Januar 2026 zum Thema: Sanierungsbedarf des Berliner U-Bahnnetzes (III). (PDF) Drucksache 19 / 24 703. In: Parlament-Berlin.de. Abgeordnetenhaus Berlin, 30. Januar 2026, abgerufen am 12. Februar 2026.</ref>

Bahnhof der U3

Datei:U-Bahnhof Spichernstraße Ebene U3 Juli 2021.jpg
Seitenbahnsteige der Linie U3
Datei:Berlin-U-Bahnhof-Spichernstraße-Verbindungsgang-zur-U3.jpg
Historische Bilder im Verbindungstunnel zur Linie U3

Um das Umsteigen von den damaligen Linien AII/BII (heute: U3) zu der damals neugebauten Linie G (heute: U9) zu ermöglichen, wurden zwei Seitenbahnsteige errichtet. Da der damalige U-Bahnhof Nürnberger Platz sehr nahe gelegen war, wurde dieser am 2. Juni 1959 geschlossen und als Ersatz der U-Bahnhof Augsburger Straße neu gebaut.<ref name="berliner-untergrundbahn.de2"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Beschreibung des U-Bahnhofs Spichernstraße der U3 bei berliner-untergrundbahn.de (Memento des Vorlage:IconExternal vom 13. April 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berliner-untergrundbahn.de</ref> Der Bau war relativ einfach zu realisieren, da sich im Bereich des heutigen Bahnhofs zuvor eine zweigleisige Kehrgleisanlage befand, die zum Bahnhof Nürnberger Platz gehörte. So wurde der Zugverkehr über die Kehrgleise geführt, die alten Streckengleise wurden entfernt und an ihrer Stelle zwei Seitenbahnsteige errichtet.<ref name="berliner-untergrundbahn.de2"/>

Der Bahnhof erhielt Zugänge an beiden Bahnsteigenden. Der südliche Bereich wurde umfangreicher gestaltet, da dort der Übergang zur Linie U9 miterrichtet wurde. Um auch den Fahrgästen des östlichen Seitenbahnsteigs ein unterirdisches Umsteigen zu ermöglichen, wurde ein Fußgängertunnel unter den Gleisen angelegt, der die Seitenbahnsteige miteinander verbindet.

Anbindung

Linie Verlauf
Datei:Berlin U3.svg Warschauer Straße – Schlesisches Tor – Görlitzer Bahnhof – Kottbusser Tor – Prinzenstraße – Hallesches Tor – Möckernbrücke – Gleisdreieck – Kurfürstenstraße – Nollendorfplatz – Wittenbergplatz – Augsburger Straße – Spichernstraße – Hohenzollernplatz – Fehrbelliner Platz – Heidelberger Platz – Rüdesheimer Platz – Breitenbachplatz – Podbielskiallee – Dahlem-Dorf – Freie Universität (Thielplatz) – Oskar-Helene-Heim – Onkel Toms Hütte – Krumme Lanke
Datei:Berlin U9.svg Osloer Straße – Nauener Platz – Leopoldplatz – Amrumer Straße – Westhafen – Birkenstraße – Turmstraße – Hansaplatz – Zoologischer Garten – Kurfürstendamm – Spichernstraße – Güntzelstraße – Berliner Straße – Bundesplatz – Friedrich-Wilhelm-Platz – Walther-Schreiber-Platz – Schloßstraße – Rathaus Steglitz

Am U-Bahnhof bestehen Umsteigemöglichkeiten zwischen den Linien U3 und U9 sowie zur Omnibuslinie 204 der BVG.

Weblinks

Commons: U-Bahnhof Spichernstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 29′ 47″ N, 13° 19′ 50,5″ O

 {{#coordinates:52,4964|13,3307|primary
   |dim=
   |globe=
   |name=
   |region=DE-BE
   |type=landmark
  }}