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Umschrift nach Wylie

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Die Umschrift nach Wylie ist eine Methode zur (buchstabengetreuen) Transkription der tibetischen Schrift, bei der nur die Zeichen auf einer normalen englischen Tastatur (d. h. ohne Umlaute und Sonderzeichen) verwendet werden. Diese Methode ist nach Turrell Wylie benannt, der diese Transkription nach geringfügiger Verbesserung schon bestehender Systeme im Jahr 1959 veröffentlichte.<ref>Turrell Wylie: A Standard System of Tibetan Transcription. In: Harvard Journal of Asiatic Studies, vol. XXII, 1959, S. 261–267</ref> Da sich aus der Umschrift nach Wylie der ursprüngliche Text in tibetischer Schrift rekonstruieren lässt, liegt auch ein wichtiges Merkmal einer Transliteration vor. Die Umschrift nach Wylie wurde in den USA zur Standardumschrift des Tibetischen und ist in der Tibetologie weltweit verbreitet.

Konsonanten

Datei:Wylie Consonants.png
Konsonanten

Bei der Transkription nach Wylie werden die Konsonanten folgendermaßen wiedergegeben:

Vorlage:Tibt   k Vorlage:Tibt   kh Vorlage:Tibt   g Vorlage:Tibt   ng
Vorlage:Tibt   c Vorlage:Tibt   ch Vorlage:Tibt   j Vorlage:Tibt   ny
Vorlage:Tibt   t Vorlage:Tibt   th Vorlage:Tibt   d Vorlage:Tibt   n
Vorlage:Tibt   p Vorlage:Tibt   ph Vorlage:Tibt   b Vorlage:Tibt   m
Vorlage:Tibt   ts Vorlage:Tibt   tsh Vorlage:Tibt   dz
Vorlage:Tibt   w Vorlage:Tibt   zh Vorlage:Tibt   z Vorlage:Tibt   '
Vorlage:Tibt   y Vorlage:Tibt   r Vorlage:Tibt   l
Vorlage:Tibt   sh Vorlage:Tibt   s Vorlage:Tibt   h

Der letzte Buchstabe des tibetischen Alphabets {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), der „Nullkonsonant“, wird nicht wiedergegeben, da er durch eine Silbe mit Anlautvokal dargestellt wird.

Die Konsonantencluster der tibetischen Schrift werden entweder durch vor- oder nachgestellte Buchstaben beziehungsweise durch hoch- oder tiefgestellte Buchstaben wiedergegeben. Die Wylie-Umschrift unterscheidet diese nicht, da in der Praxis durch die tibetische Rechtschreibung keine Ambiguitäten auftreten können. Einzige Ausnahme hiervon ist die Buchstabenfolge gy-, welche entweder durch ein dem y vorgestelltes g oder ein tiefgestelltes y geschrieben werden kann. In der Wylie-Umschrift werden diese Schreibungen unterschieden, indem dem vorgestellten g ein Punkt folgt (g.y-), bei tiefgestelltem y jedoch nicht (gy-), z. B. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) gyang (Mauer), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) g.yang (Abgrund).

Vokale

Datei:Wylie Vowels.png
Vokale

Die vier Vokalzeichen werden folgendermaßen wiedergegeben:

Vorlage:Tibt i Vorlage:Tibt u Vorlage:Tibt e Vorlage:Tibt o

(Hinweis: Die Vokalzeichen stehen über (e, i, o) oder unter (u) dem Konsonanten. Falls sie hier nach rechts verschoben erscheinen, ist das ein technisches Versagen der installierten Schriftart oder des Browsers.)

Ist eine Silbe ohne Vokalzeichen, wird der Buchstabe a eingefügt, um den inhärenten Vokal a anzuzeigen (z. B. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) = a).

Großschreibung

In früheren Umschriftsystemen des Tibetischen wurden Großbuchstaben verwendet, um die Wurzelbuchstaben kenntlich zu machen. Nach diesen Wurzelbuchstaben konnten Wörter im Lexikon nachgeschlagen werden. Diese Methode wurde jedoch nicht konsequent angewendet. Deshalb wird bei der Transkription nach Wylie nur der erste Buchstabe eines Wortes in Großbuchstaben geschrieben. Die buddhistische Schule Kagyü wird deshalb mit Bka’ rgyud und nicht mit bKa’ rgyud wiedergegeben.

Weiterentwicklung: Extended Wylie

Fukuda Yōichi ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) beschreibt eine erweiterte Version der Wylie-Transkription. Dabei werden u. a. Großbuchstaben für die Transliteration von den in Sanskrit-Wörtern vorkommenden retroflexen Konsonanten Ta, THa, Da, Na und SHa (im Tibetischen werden diese log yig genannt) sowie für die Wiedergabe des Anusvara (auslautendes, nasalierendes „M“) zu verwenden.<ref>Fukuda Yoichi: Extended Wylie Method of the Transcription of Tibetan Characters and the Database Project of Asian Languages: Toyo Bunko. In: Helmut Krasser et al. (editors): Tibetan Studies Proceedings of the 7th Seminar of the International Association of Tibetan Studies, Graz 1995, vol. I. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, S. 293–297. vgl. Yoichi Fukuda: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Extended Wylie Method of the transcription of Tibetan characters. (Memento vom 10. Februar 2003 im Internet Archive), Tōyō Bunko.</ref> Nathaniel Garson und David Germano veröffentlichten ein noch ausführlicheres System.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />