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Val d’Orcia

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Val d’Orcia
UNESCO-Welterbe Datei:Welterbe.svg


[[Datei:
Datei:Siena Hills - Montalcino, Siena, Italy - june 23, 2018.jpg
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Blick auf das Val d’Orcia
Vertragsstaat(en): ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien
Typ: Kultur
Kriterien: (iv), (vi)
Referenz-Nr.: 1026

UNESCO-Region: Europa und Nordamerika
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 2004  (Sitzung 28)

Die Landschaft des Val d’Orcia (Orciatal) liegt im südlichen Teil der Provinz Siena in der Toskana, Italien. Der Name ist vom Fluss Orcia abgeleitet. Seit 2004 gehört das Val d’Orcia zum Weltkulturerbe der UNESCO.<ref name="Unesco" />

Beschreibung

Das Tal ist Teil des landwirtschaftlichen Hinterlandes von Siena, welches bei seiner Besiedlung durch den Stadtstaat im 14. und 15. Jahrhundert umgestaltet und entwickelt wurde, um das idealisierte Modell einer guten Regierung widerzuspiegeln und ein ästhetisch ansprechendes Landschaftsbild zu erzeugen.

Die auffällige Ästhetik der Landschaft mit ihren flachen Ebenen, aus denen sich fast schon kegelförmige Hügel erheben, inspirierte viele Künstler. In der Renaissance lieferte die Gegend insbesondere den Künstlern der Schule von Siena zahlreiche Motive für ihre Landschaftsbilder. Ihre Gemälde befassen sich mit der Schönheit landwirtschaftlich bewirtschafteter Gegenden und der Harmonie von Mensch und Natur.

Die Landschaft ähnelt den Crete Senesi, auch hier dominieren Biancane (weiße Gesteinsart) und Calanchi (Erosionsrinnen)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Webseite des Parco Artistico Naturale e Culturale della Val d’Orcia zum Territorium (Memento des Vorlage:IconExternal vom 15. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.parcodellavaldorcia.com, abgerufen am 19. April 2013 (italienisch)</ref>.

Geografie

Datei:Vineyards Val D'Orcia.jpg
Weinanbau im Val d’Orcia, Monte Amiata im Hintergrund

Das Val d’Orcia setzt sich aus den fünf Gemeinden Castiglione d’Orcia, Montalcino, Pienza, Radicofani und San Quirico d’Orcia zusammen<ref name="intoscana">Webseite intoscana.it zum Parco Artistico Naturale e Culturale della Val d’Orcia, abgerufen am 19. April 2013 (italienisch)</ref> und liegt an den nördlichen Ausläufern des Berges Monte Amiata. Im Talgebiet fließen unter anderem die Flüsse Asso, Formone, Orcia, Vellora und Vivo. Das Gebiet hat eine Fläche von 61.188 Hektar.<ref name="Unesco">Unesco</ref> Die Gegend wird durchquert von der historischen Via Francigena und der römischen Via Cassia, die teilweise streckengleich sind. Im Nordwesten grenzt die Landschaft an die Crete Senesi, im Nordosten an das Chianatal (Val di Chiana, auch Valdichiana).

Geschichte

Datei:Radicofani-Skyline-2012.JPG
Radicofani im Val d’Orcia

Großen Einfluss auf das Gebiet hatte bis zum frühen Spätmittelalter die Familie der Aldobrandeschi, die in Rocca d’Orcia bis zum Jahr 1250 Statthalter hatten. Danach übernahmen zunehmend Familien aus Siena die Kontrolle über das Tal, wie zuerst die Salimbeni, die in der Gegend um Castiglione d’Orcia und Radicofani stärker wurden. Nach deren Niederlage gegen die Republik Siena 1418<ref>Alessandra Carniani: I Salimbeni. Quasi una signoria. Protagon Editori, Siena 1995, ISBN 88-8024-090-0</ref> übernahmen dann weitere Familien aus Siena die Herrschaft über das Territorium, wobei die Familie der Piccolomini und besonders deren berühmtester Papst, Pius II., hervorragten. Unter ihm und seinem Architekten Bernardo Rossellino wurde aus dem kleinen Ort Corsignano die heutige Gemeinde Pienza und die Konkathedrale Santa Maria Assunta entstand. Weitere Bauprojekte, wie der Staudamm am Fluss Orcia zur Versorgung von Pienza, scheiterten am Tod Pius II. im Jahr 1464. Im Konflikt zwischen Siena und dem Florenz der Medici spielte Montalcino eine wichtige Rolle, als die Regierung von Siena nach der Belagerung der Stadt von 1555 bis 1559 in Montalcino residierte, dann aber nach dem Frieden von Cateau-Cambrésis aufgab.<ref>Langton Douglas: A History of Siena. Betti Editrice, Siena 2000 (Org. London 1902), ISBN 88-86417-61-6, S. 264</ref> Danach wurde das Val d’Orcia Teil des Großherzogtum Toskana, und erlebte unter den Medici Verbesserungen der Infrastruktur an der Via Francigena / Via Cassia.

Im Zweiten Weltkrieg hatte das Orciatal eine strategische Position als Vorposten der Gotenstellung, bei der mehrere Kriegsverbrechen begangen wurden. Literarisch wurde diese Epoche von Iris Origo in ihrem Buch Toskanisches Tagebuch 1943/44: Kriegsjahre im Val d’Orcia<ref>Iris Origo: Toskanisches Tagebuch 1943/44: Kriegsjahre im Val d’Orcia. Verlag C. H. Beck, München 1991</ref><ref>Iris Origo: Toskanisches Tagebuch 1943/44: Kriegsjahre im Val d’Orcia. Eintrag im dnb Deutsche Nationalbibliothek</ref> festgehalten.

Weitere Orte und Sehenswürdigkeiten

Datei:Abbazia di Sant'Antimo - 01.jpg
Die Abtei Sant’Antimo im Val d’Orcia

Literatur

Weblinks

Commons: Val d'Orcia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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Historische Stadtzentren:
Assisi (mit Basilika, Sacro Convento und Gedenkstätten des Hl. Franziskus) (2000) | Florenz (1982) | Mantua und Sabbioneta (2008) | Bedeutende Kurstädte Europas: Montecatini Terme (2021) | Neapel (1995) | Pienza (1996) | Rom (1980) | San Gimignano (1990) | Siena (1995) | Urbino (1998) | Verona (2000) | Vicenza (mit den Villen Palladios in Venetien) (1994)

Bauwerke:
Arabisch-normannisches Palermo und die Kathedralen von Cefalù und Monreale (2015) | Arkadengänge von Bologna (2021) | Botanischer Garten von Padua (1997) | Castel del Monte (1995) | Crespi d’Adda (1995) | Frühchristliche Baudenkmäler von Ravenna (1996) | Kathedrale von Modena, Glockenturm und Piazza Grande (1997) | Strade Nuove und Palazzi dei Rolli in Genua (2006) | Ivrea, Industriestadt des 20. Jahrhunderts (2018) | Machtzentren der Langobarden (2011) | Paduas Freskenzyklen aus dem 14. Jahrhundert (2021) | Palast des 18.Jahrhunderts von Caserta mit Park, dem Vanvitelli-Aquädukt und San Leucio (1997) | Piazza del Duomo in Pisa (1987) | Residenzen des Königshauses Savoyen (1997) | Sacri Monti in Piemont und der Lombardei (2003) | Santa Maria delle Grazie mit Leonardo da Vincis „Abendmahl“ in Mailand (1980) | Die Sassi und der Park der Felsenkirchen von Matera (1993) | Trulli von Alberobello (1996) | Villa d’Este in Tivoli (2001) | Villen und Gärten der Medici in der Toskana (2013) | Venezianisches Verteidigungssystem des 16. bis 17. Jahrhunderts (2017)

Archäologische Stätten:
Agrigent (1997) | Aquileia (mit Basilika des Patriarchen) (1998) | Etruskische Nekropolen von Cerveteri und Tarquinia (2004) | Felsbilder der Valcamonica (1979) | Pompeji, Herculaneum und Torre Annunziata (1997) | Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen (2011) | Su Nuraxi di Barumini (1997) | Syrakus und die Felsnekropolis von Pantalica (2005) | Via Appia. Regina Viarum (2024) | Villa Adriana (1999) | Villa Romana del Casale (1997)

Kultur- und Naturlandschaften:
Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas (2017, N) | Amalfiküste (1997, K) | Äolische Inseln (2000, N) | Ätna (2013, N) | Cilento und Vallo di Diano mit Elea, Paestum und der Kartause von Padula (1997, K) | Dolomiten (2009, N) | Ferrara und das Po-Delta (1995, K) | Monte San Giorgio (2010, N) | Portovenere und Cinque Terre mit den Inseln Palmaria, Tino und Tinetto (1997, K) | Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina (2008, K) | Spätbarocke Städte des Val di Noto (2002, K) | Val d’Orcia (2004, K) | Venedig und seine Lagune (1987, K) | Weinbaugebiete im Piemont: Langhe, Roero und Monferrato (2014, K)

Vorlage:Klappleiste/Ende Koordinaten: 43° 4′ 0″ N, 11° 33′ 0″ O

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