Zum Inhalt springen

Vanadium(V)-oxidtrichlorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Datei:Vanadyl chloride.svg
Allgemeines
Name Vanadium(V)-oxidtrichlorid
Andere Namen
  • Vanadinoxyoxychlorid
  • Vanadinoxytrichlorid
  • Vanadin(V)-oxidtrichlorid
  • Vanadiumoxytrichlorid
  • Vanadyltrichlorid
Summenformel VOCl3
Kurzbeschreibung

gelbe hygroskopische Flüssigkeit<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 231-780-2
ECHA-InfoCard 100.028.892
PubChem 24410
ChemSpider 10613097
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 173,30 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,83 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

−77 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

126,7 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck

8,1 hPa (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit
  • heftige Zersetzung in Wasser<ref name="GESTIS" />
  • Löslich in Ethanol, Ether und Eisessig<ref name="brauer" />
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​314
EUH: 014
P: 280​‐​303+361+353​‐​304+340+310​‐​305+351+338​‐​363​‐​405<ref name="GESTIS" />
MAK

0,005 mg/m³<ref name="GESTIS" />

Toxikologische Daten

140 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref>Datenblatt Vorlage:Linktext-Check (PDF) bei StremVorlage:Abrufdatum</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Vanadium(V)-oxidtrichlorid ist eine chemische Verbindung, die in Form einer gelben hygroskopischen Flüssigkeit vorliegt, welche schnell hydrolysiert.

Gewinnung und Darstellung

Vanadium(V)-oxidtrichlorid wird durch die Chlorierung von Vanadium(V)-oxid oder Vanadium(III)-oxid synthetisiert.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.) u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band III, Ferdinand Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1417.</ref>

<math>\mathrm{6 \ Cl_2 + 2 \ V_2O_5 \longrightarrow 4 \ VOCl_3 + 3 \ O_2}</math>
<math>\mathrm{3 \ SOCl_2 + V_2O_5 \longrightarrow 2 \ VOCl_3 + 3 \ SO_2}</math>
<math>\mathrm{6 \ Cl_2 + 2 \ V_2O_3 \longrightarrow 4 \ VOCl_3 + O_2}</math>
<chem>V2O5 + 2 AlCl3 -> 2 VOCl3 + Al2O3</chem><ref name="IS6"></ref>

Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Erhitzen von Vanadium(III)-chlorid im Sauerstoffstrom.<ref name="brauer" />

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Vanadium(V)-oxidtrichlorid ist diamagnetisch und hat eine tetragonale Struktur mit einem O–V–Cl Bindungswinkel von 111° und einem Cl–V–Cl Bindungswinkel von 108°. Die V–O- und V–Cl-Bindungslängen betragen 1,57 Å und 2,14 Å.

Chemische Eigenschaften

Vanadium(V)-oxidtrichlorid ist chemisch Phosphoroxychlorid POCl3 ähnlich, im Gegensatz dazu aber ein starkes Oxidationsmittel. Es ist eine Lewis-Säure und hydrolysiert schnell zu Vanadiumpentoxid und Salzsäure.

Vanadium(V)-oxidtrichlorid wird auch zur Synthese von Vanadiumoxiddichlorid und Vanadiumdioxidmonochlorid eingesetzt.

<math>\mathrm{V_2O_5 + 3 \ VCl_3 + VOCl_3 \longrightarrow 6 \ VOCl_2}</math>
<math>\mathrm{VOCl_3 + Cl_2O \longrightarrow VO_2Cl + 2 \ Cl_2}</math>

Verwendung

Datei:Vanadium oxytrichloride.jpg
Vanadium(V)-oxidtrichlorid

Vanadium(V)-oxidtrichlorid wird als Katalysator für Olefin-Polymerisationen (z. B. EPDM) und als Oxidationsmittel zur Synthese von Organovanadiumverbindungen und Kupplungsreaktionen von Phenolen verwendet.

Sicherheitshinweise

Vanadium(V)-oxidtrichlorid ist als krebserzeugend (Kategorie 4) eingestuft. Liegt ein MAK-Wert vor, ist bei dessen Einhaltung kein nennenswerter Beitrag zum Krebsrisiko für den Menschen zu erwarten.<ref name="GESTIS" />

Einzelnachweise

<references />