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Venlo

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Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden

Venlo [[[:Vorlage:IPA]]]<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> ist eine niederländische Stadt und Gemeinde der Provinz Limburg. Am Vorlage:EWD hatte die Gemeinde Vorlage:EWZ Einwohner. Durch Venlo fließt die Maas. Venlo liegt an der Grenze zu Deutschland, an den deutschen Kreisen Kleve und Viersen.

Datei:Venlo-topografie.jpg
Topografische Karte von Venlo, 2010–2011

Gemeinde und Einwohner

Gemeindegebiet und Stadtteile

Die Gemeinde Venlo (Vorlage:NlS) besteht aus fünf Gemeindebezirken: Venlo (41.810 Einwohner, Stand 1. Januar 2024), Belfeld (5.575 Einwohner), Blerick (27.985 Einwohner), Tegelen (18.835 Einwohner) sowie Arcen, Lomm und Velden (9.575 Einwohner). Das links der Maas gelegene Blerick wurde 1940 eingemeindet, die im Süden gelegenen Gemeinden Belfeld und Tegelen 2001. Die nördliche Nachbargemeinde Arcen en Velden wurde am 1. Januar 2010 eingemeindet. Venlos Fläche vergrößerte sich um rund die Hälfte. Venlo hat mit gut 100.000 Einwohnern den Status einer Großstadt erreicht.

Die Stadtbezirke untergliedern sich in zahlreiche Stadtteile und Nachbarschaften. Zum Stadtbezirk Tegelen gehört das bekannte Klosterdorf Steyl.

Datei:2018-01-21 Venlo Stadhuis.jpg
Das historische Rathaus von Venlo

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden der Gemeinde Venlo sind:

Bevölkerungsentwicklung

Datei:Venlo Bevölkerungsentwicklung.png
Bevölkerungsstatistik von Venlo
Jahr Einwohner
1880 14.398
1890 17.869
1900 23.713
1910 30.804
1920 37.114
1930 45.116
1940 53.812
1950 63.313
1960 74.707
Jahr Einwohner
1970 85.163
1980 85.363
1990 88.175
2000 89.598
2005 92.263
2006 92.048
2010 100.328Vorlage:0
2013 100.158Vorlage:0
2016 100.373Vorlage:0

Nationalitäten

Am 1. Januar 2022 waren unter den 102136 Einwohnern 91701 Niederländer und 10435 (10,2 %) Ausländer darunter 3448 Polen und 1629 Deutsche. Am selben Tag hatten 30731 (30,1 %) Einwohner einen Migrationshintergrund, darunter Deutschland 6578, Polen 4089, Türkei 4047, Marokko 3096 und Indonesien 1806.<ref>CBS Statline: Bevolking; migratieachtergrond, generatie, lft, regio, 1 jan; 2010-2022</ref><ref>CBS Statline: Bevolking;geslacht,leeftijd,nationaliteit,regio,1 januari;1995-2022</ref>

Politik

Kollegium von Bürgermeister und Beigeordneten

Das Kollegium besteht seit 2022 neben Bürgermeister Antoin Scholten (VVD) aus Beigeordneten der Koalitionsparteien EENLokaal (lokale Gruppierung), CDA, PvdA und GroenLinks.<ref>Gemeinde Venlo: Nieuw college van B&W (1. Juni 2022)</ref>

Sitzverteilung im Gemeinderat

Vorlage:Wahldiagramm Der Gemeinderat wird seit 1982 folgendermaßen gebildet:

Partei Sitze<ref name="wahl" />Vorlage:FN
1982 1986 1990 1994 1998 2000Vorlage:FN 2006 2009Vorlage:FN 2014 2018 2022
EENLokaalVorlage:FN 7 8
CDA 18 15 16 10 10 12 7 8 7 7 7
PvdA 5 10 8 4 5 3 8 5 6 4 5
GroenLinksVorlage:FN 2 4 5 5 6 3 2 3 4
VVD 8 6 5 5 7 7 7 12 8 6 4
Venlose Senioren Partij 4
D66 1 2 3 1 1 0 2 2 1 3
PVV 4 2
FvD 1
DENK 1
50PLUS 3 0
SP 0 0 1 2 2 4 4
Lokale DemocratenVorlage:FNVorlage:FN 5
VenLokaalVorlage:FNVorlage:FN 5
Blerickse DemocratenVorlage:FN 2 2
Tegelse DemocratenVorlage:FN 3 2 2
Belfeldse DemokratenVorlage:FN 2 2 2
Realisten ’82 1 1 1
SAMENVorlage:FN 6 3 3 2
O en M B 1
Progressief AkkoordVorlage:FN 1
PPR 1 0
PSP
Gesamt 33 33 33 33 33 37 37 39 39 39 39

Vorlage:Sitzverteilung

Anmerkungen

Vorlage:FNZ Vorlage:FNZ Vorlage:FNZ Vorlage:FNZ Vorlage:FNZ Vorlage:FNZ Vorlage:FNZ Vorlage:FNZ

Flagge und Wappen

Die Venloer Flagge besteht aus zwei horizontalen Streifen, der obere ist rot, der untere blau.

Das Venloer Wappen zeigt den Gelderschen Löwen in den Gelderner Farben Blau und Gold sowie einen Anker für die Stadt an der Maas. Der Wappenspruch lautet: „Festina lente, cauta fac omnia mente“ („Eile mit Weile, tue alles mit Verstand“).

Der Ursprung des Ortsnamens ist unsicher. Eine Theorie besagt, dass die Silbe „Ven-“ auf feuchtes Gebiet hinweise (Venn/Fenn, „Morast“). Zusammen mit der Silbe „lo“, die für Wald steht (vgl. auch z. B. Gütersloh oder Hohenlohe), bedeute Venlo also „Wald im Morast“.

Geschichte

Römische Siedlung

Im Jahr 2010 wurden großflächige Ausgrabungen im Zuge der Trassenuntersuchung des Maasboulevards abgeschlossen. Die Grabungsarbeiten hatten zweieinhalb Jahre gedauert. Seitdem wird vermutet, dass der Ort ein 2000 Jahre alter Logistikstandort der Römer war, der etwa im Jahre 19 v. Chr. entstand und damit etwa genauso alt wie Nijmegen sein soll. Der römische Ursprung der Gemeinde war bereits bekannt; die Auswertung der Funde brachte aber neue Erkenntnisse und Theorien zur Siedlungsgeschichte seit der Römerzeit, insbesondere zu Größe, Straßen- und Häuserplänen und Funktion als militärischer, logistischer und ökonomischer Standort und Stützpunkt einiger hundert Legionäre. Dabei soll es sich nach Ansicht einiger regionaler Historiker und Archäologen um das antike Sablones handeln. Diesen Ursprung beansprucht allerdings auch das auf deutscher Seite angrenzende Kaldenkirchen.

Die Untersuchungen förderten Mauerreste und Ziegel sowie römische Brunnen und Latrinen zutage, außerdem Keramik, Fragmente eines Coolus (Bronzehelm aus der Zeit des Augustus), Glasperlen und 170 römische Münzen, darunter keltische Avaucia-Münzen, die das Alter Venlos genau bestimmen lassen. Die Transportkeramik (insgesamt 37.176 Keramikfragmente aus der Römerzeit mit einem Gewicht von 7.372 Kilogramm) machte den größten Anteil aus. Gefunden wurden auch bedeutsame Objekte aus dem Mittelalter.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Mittelalter bis 19. Jahrhundert

Venlo wurde am Anfang des 11. Jahrhunderts zum ersten Mal urkundlich erwähnt und war eine Hansestadt. 1343 wurde Venlo das Stadtrecht verliehen. Im Krieg zwischen Karl von Egmond, Herzog von Geldern, und Kaiser Maximilian wurde Venlo 1511 von Truppen von Margarete von Österreich, Statthalterin der habsburgischen Niederlande, drei Monate lang vergeblich belagert.<ref>Friedrich Nettesheim: Geschichte der Stadt und des Amtes Geldern mit Berücksichtigung der Landesgeschichte, Bd. 1: Äußere Geschichte von der ältesten bis auf die neueste Zeit. Kühler, Krefeld 1863, S. 215.</ref>

Venlo gehörte lange Zeit zum Herzogtum Geldern, während Tegelen der nordwestlichste Teil des Herzogtums Jülich war. Venlo und Tegelen waren daher füreinander jahrhundertelang – nicht selten feindliches – Ausland. Bis heute ist der Dialekt in Tegelen deutlich verschieden von dem in Venlo; das Tegels wird von der Sprachwissenschaft zu den limburgischen Dialekten gezählt und das Venloos zu den kleverländischen. 1997 hatte die niederländische Politik zur Minderung lokaler Rivalitäten alle in der Provinz Limburg gesprochenen Dialekte generell zu Limburgs erklärt. Bis heute existieren, gerade aufgrund der Sprachunterschiede, rivalisierende Gefühle zwischen einem Teil der Venloer und Tegeler sowie Belfelder, sodass die Eingemeindung 2001 nach Venlo in Tegelen und Belfeld wenig populär war.

Nach dem Ende des Herzogtums Geldern wurde Venlo Teil der Spanischen Niederlande, schloss sich 1579 aber der Utrechter Union an. Die Geschichte Venlos im späten 16. und 17. Jahrhundert stand im Zeichen des Konflikts zwischen Habsburg-Spanien und der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande, insbesondere des Achtzigjährigen Kriegs und des Spanischen Erbfolgekriegs. Die Kontrolle über Venlo wechselte in dieser Zeit mehrfach, bevor die Stadt im Frieden von Utrecht 1713 den Niederlanden zugesprochen wurde. Die 1734 gegründete Briefumschlagfabrik Bontamps bestand bis 1935.

Venlo zur Zeit der Belgischen Revolution und des Deutschen Bundes

Datei:RivierenkaartVenlo.jpg
Karte von Venlo um 1850

1830 erhoben sich die überwiegend katholischen Südprovinzen des Vereinigten Königreichs der Niederlande gegen den „protestantischen Norden“ und die holländische Vorherrschaft. Auch die Stadt Venlo schloss sich der Belgischen Revolution an. Diese wurde vor allem durch das wallonische Bürgertum und katholisch gesinnte Flamen getragen. So erhoben die südlichen Provinzen Anspruch auf das gesamte niederländischsprachige Limburg einschließlich der dialektal ripuarischsprachigen Stadt Kerkrade, die damals offiziell zweisprachig war und gleichberechtigt Niederländisch und Deutsch verwendete, aber seit der Franzosenzeit daneben auch das Französische als „Bürgersprache“. Neun Jahre später (1839) erkannte das niederländische Königshaus die Unabhängigkeit der nun belgischen Provinzen an und Limburg wurde entlang der Maas geteilt. Die Gebiete rechts des Flusses wurden niederländisch, die Gebiete links des Flusses belgisch. Die ehemals südgelderschen Gebietsteile Limburgs, zu denen auch die Stadt Venlo gehörte, blieben von dieser Grenzziehung unberührt. Die Festungsstadt Maastricht wurde den Niederlanden zugeschlagen, obwohl ihre damalige Bevölkerung die Zugehörigkeit zu Belgien wünschte. Mit der Unabhängigkeit Belgiens wurde das vom niederländischen König in Personalunion regierte Luxemburg 1839 auf der Londoner Konferenz geteilt und seine wallonischen West- und Nordwestregionen Belgien zugesprochen, woraus die neue belgische Provinz Luxemburg entstand. Auch die niederländische Provinz Limburg wurde aufgrund der Abspaltung von Belgien 1839 auf der Londoner Konferenz geteilt. Da Luxemburg Gliedstaat des Deutschen Bundes war und durch die Teilung 1839 verkleinert wurde, verlor der niederländische König an Stimmgewicht im Bundestag. Dieser Verlust wurde verwaltungstechnisch dadurch ausgeglichen, indem die Provinz Limburg als Gliedstaat „Herzogtum Limburg“ dem Deutschen Bund zugeordnet wurde. Deshalb waren zwischen 1839 und 1867 die drei Festungen Venlo, Roermond und Maastricht „Bundesfestungen“ des Deutschen Bundes.<ref>Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder. Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 3., verbesserte, um ein Register erweiterte Auflage. C.H. Beck, München 1990, ISBN 3-406-34838-6, S. 301.</ref><ref>N. J. G. Pounds: Historische und Politische Geographie von Europa, Georg Westermann Verlag 1950, ohne ISBN, S. 245ff</ref>

Erster Weltkrieg und Zwischenkriegszeit

Vorlage:Hauptartikel Die Niederlande waren im Ersten Weltkrieg neutral und unbesetzt (→ Geschichte der Niederlande#Erster Weltkrieg).<ref>Willem Kurstjens: VENLO IN DE EERSTE WERELDOORLOG, 2014 (Verlags-Site)</ref>

Im Zweiten Weltkrieg

Das NS-Regime begann am 1. September 1939 den Zweiten Weltkrieg mit dem Überfall auf Polen. Am 9. November 1939 wurden vor einem Grenzcafé unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze bei Venlo zwei britische Geheimdienstoffiziere von einem deutschen Geheimdienstkommando in eine Falle gelockt und entführt. Die Briten befanden sich in Begleitung eines niederländischen Geheimdienstoffiziers, der bei der Entführung erschossen wurde. Der „Venlo-Zwischenfall“ lieferte dem damaligen NS-Regime unter Adolf Hitler einen Vorwand für den Einmarsch in die neutralen Niederlande; dieser begann am Morgen des 10. Mai 1940.<ref>Peter Koblank: Der Venlo-Zwischenfall, Online-Edition Mythos Elser 2006</ref> Am 10. Mai marschierte die Wehrmacht auf breiter Front in den Niederlanden, in Belgien und in Luxemburg ein; es war der Beginn des Westfeldzuges. Am gleichen Tag sprengten niederländische Soldaten die Maasbrücke bei Venlo.<ref>S. 120 (pdf, 13 MB)</ref> Die niederländische Regierung kapitulierte am 14./15. Mai (mit Ausnahme der Provinz Zeeland). Leopold III., der König von Belgien, kapitulierte mit seinen Truppen am 28. Mai.

Während des Kriegs spielte der Fliegerhorst Venlo-Herongen eine erhebliche Rolle in der deutschen Luftverteidigung. Venlo erlitt zwischen Oktober 1944 und März 1945 große Kriegsschäden. Viele Bürger der Stadt wurden in diesem Winter (siehe auch Hungerwinter in den Niederlanden) von der deutschen Wehrmacht zwangsweise evakuiert.<ref>Website Historie Venlo (niederländisch)</ref> Der erste alliierte Luftangriff traf Venlo am 13. Oktober 1944; zwölf weitere folgten. Sie hatten das Ziel, die Maasbrücke zu zerstören, um den Nachschub der Deutschen zu unterbrechen. Alle Angriffe misslangen. Am 25. November 1944, als die Westalliierten westlich der Maas vorrückten, sprengten Wehrmacht-Soldaten die Brücke. Durch die Luftangriffe starben 506 Menschen, die Häuser von etwa 800 Familien wurden zerstört.

Der Stadtteil Blerick am Westufer der Maas wurde Anfang Dezember 1944 befreit. Zuvor gingen 30.000 Granaten auf Blerick nieder. Auch die Martinuskirche wurde zerstört.<ref>rp.-online.de (Rheinische Post) 22. August 2012: Wie Venlo in Trümmer fiel</ref>

Venlo wurde am 1. März 1945 von Truppen der 9. US-Armee während der Operation Grenade befreit. Am 2. März wurden gefangene Deutsche durch die Straßen geführt; die Flagge der Niederlande wurde gehisst; am gleichen Tag stießen Panzer des 784. Panzer-Bataillons (35. US-Division) von Venlo nach Straelen vor.<ref>www.archive.nrw.de</ref>

Wirtschaft und Tourismus

Handelsstandort

Datei:De Parade, Venlo (Limburg, NL)IMG 4869.JPG
Einkaufsstraße Parade in Venlo
Datei:Venlo, Brüder beeld van Arno Coenen op rotonde bij Goltziusstraat positie2 foto1 2016-03-26 11.40.jpg
Skulptur „Die 2 Brüder von Venlo“ (von Arno Coenen, 2013)

Die Grenznähe macht Venlo zu einem beliebten Einkaufsort für Deutsche, aber auch für Besucher aus dem nahen Belgien. Vor Abbau der Zoll- und Währungsschranken in der Europäischen Union gab es erhebliche Preisvorteile bei Waren mit besonderen Steuersätzen wie Dieselkraftstoff und Kaffee. Vor allem an deutschen Feiertagen gab es regelmäßig lange Schlangen an den Grenzen.

Es gibt in Venlo einen vielfältigen Einzelhandel.

Coffeeshops

Im Jahr 2009 besuchten auch täglich 5.900 Cannabiskonsumenten sogenannte Coffeeshops in Venlo, darunter 66 Prozent Ausländer überwiegend aus Deutschland. Zuvor hatte die Stadt 2001 im Rahmen des Projekts Hektor etwa 200 illegale Läden geschlossen und zwei lizenzierte Läden mit Autobahnanbindung unmittelbar an die deutsche Grenze verlegt, so dass in der Innenstadt seitdem nur noch drei Coffeeshops geduldet werden.<ref>Vorlage:Webarchiv Dezember 2009, abgerufen am 1. September 2018 (niederländisch)</ref> Seit dem 1. Mai 2012 wurden Cannabisprodukte vorübergehend auch in diesen Coffeeshops nur noch an Inhaber eines Berechtigungsnachweises (sog. Wietpass) verkauft, der einen Wohnsitz in den Niederlanden und eine behördliche Registrierung voraussetzt.<ref>Manfred Meis: Nettetal: Grenz-Coffeeshops schließen In: rp-online.de vom 26. April 2012.</ref> In der Folge schlossen die beiden direkt an der deutschen Grenze gelegenen Coffeeshops. Seit 2013 wird auf Beschluss des Gemeinderates in den verbliebenen drei Coffeeshops der Verkauf von Haschisch und Marihuana bis zu einer Höchstmenge von fünf Gramm pro Tag und Person auch wieder ohne Wietpass geduldet.

Bekannte Unternehmen

Verkehr

Schienenverkehr

Venlo war schon früh eine wichtige Stadt für den europäischen Schienenverkehr. Um 1874 wurde die Hamburg-Venloer Bahn gebaut, weshalb in Hamburg ein Bahnhof nach der Stadt benannt wurde, der Venloer Bahnhof. Später wurde die Strecke sogar als Hamburg-Pariser-Bahn nach Paris weitergeführt, wodurch Venlo verkehrstechnisch günstig ans europäische Schienennetz angebunden war. Der westliche Teil der Hamburg-Venloer Bahn (die Bahnstrecke Haltern–Venlo) blieb aber stets defizitär und diente nur bis zum Ersten Weltkrieg in beschränktem Maße dem Fernverkehr. Danach sank sie zu einer Regionalstrecke herab und wurde schließlich weitgehend stillgelegt. Heute fährt man von Haltern via Krefeld und Viersen nach Venlo.

Datei:Train station Venlo (Netherlands) 2023.jpg
Bahnhof Venlo (Niederlande) mit Bahnhofsvorplatz 2023

Heute ist der Bahnhof Venlo nicht nur für den europäischen Personenverkehr, sondern auch für den Güterverkehr allgemein eine wichtige Station, nicht zuletzt wegen der zentralen Lage zwischen der niederländischen Randstad und dem deutschen Ruhrgebiet, vor allem aber als Umspannbahnhof für Güterlokomotiven zwischen den verschiedenen Stromnetzen in den Niederlanden und in Deutschland.

Im Personenverkehr gibt es Intercity-Verbindungen der Nederlandse Spoorwegen Richtung Eindhoven Centraal, Utrecht und Schiphol. Ferner bietet die DB-Tochter Arriva Regionalzugverbindungen nach Nijmegen und Roermond. Des Weiteren betreibt die Eurobahn mit dem Maas-Wupper-Express (RE 13) den Grenzverkehr zwischen Venlo und Deutschland (ViersenMönchengladbachNeussDüsseldorfWuppertalHagenHamm).

Radwege

Die niederländische Provinz Limburg inklusive der Stadt Venlo verfügen über ein übersichtliches Fahrradwegenetz, über das man die Städte Roermond, Weert, Helmond, Eindhoven, Horst und Venray erreichen kann. Weiterhin erreicht man auch die deutsche Grenzregion über die Fietsallee am Nordkanal. Der LF 13 verbindet Venlo mit der Stadt Duisburg.

Straßenverkehr

Insgesamt führen fünf Autobahnen nach oder durch Venlo:

Schiffsverkehr

Datei:Venlo, Passantenhaven (5).jpg
Passantenhafen am Maasboulevard

Der alte Stadthafen wurde 2011 zu einem Passantenhafen umgebaut. Dort finden bis zu 30 Boote eine Box, Übernachten ist kostenpflichtig erlaubt. Der Hafen ist in der Mitte von einer Brücke überspannt, hat einen Tiefgang von 1,5 m und wird von einem Hafenmeister betreut. Es gibt Strom, aber kein WC bzw. kein Wasser oder Duschgelegenheit. Die zulässige Bootslänge wird mit 15 m angegeben.

Der Handelshafen (Venlo Trade Port) befindet sich ca. 2 km maasabwärts, auf der anderen Maasseite, im Stadtteil Blerick und ist Teil eines weitläufigen Industriegebietes. Nahbei ein weiterer Yachthafen (Watersportvereniging De Maas), der auch den Hafenmeister für den Stadthafen stellt.

Bauwerke

Datei:Venlo.JPG
St. Martin in Venlo
Datei:Venlo LimburgsMuseum01.jpg
Das Limburgische Museum in Venlo

Kultur

  • Museum van Bommel van Dam (Museum für moderne Kunst)
  • Het Limburgs Museum (Museum für Geschichte und Kultur)
  • De Maaspoort (Theater und Kongresszentrum)
  • Theater De Doolhof (Theater unter freiem Himmel)
  • Amateurtheater De Garage
  • Botanischer Garten Jochum-Hof
  • Zomerparkfeest (multikulturelles Festival mit Musik, Straßentheater, Film und Kunst)
  • Marcato Mondial (multikultureller Jahrmarkt)
  • Bluesrockfestival
  • Venloos Symfonie Orkest (VSO), Laien-Sinfonie-Orchester

Venlo war 2012 Gastgeber der ehemaligen Weltgartenbauausstellung Floriade.

Medien

Sport

Bildung

Persönlichkeiten

Partnerstädte

Ehemalige Partnerstädte

Die Partnerschaft mit Gorizia bestand ab 1965, die mit Klagenfurt seit 1961. Beide wurden im März 2010 aufgelöst, nachdem der Austausch sowohl auf kultureller als auch auf sozialer oder sportlicher Ebene immer weniger wurde beziehungsweise gar nicht mehr stattfand.

Literatur

  • Frans Hermans: Historische atlas van Venlo. Twintig eeuwen wonen aan de Maas. Vantilt, Nijmegen 2018, ISBN 978-94-6004-403-8.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Gemeinden der Provinz Limburg (Niederlande)

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