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Verschraubung

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Datei:Verschraubung 4072.jpg
Eine metallisch dichtende Verschraubung aus Messing oder Rotguss zur Wasser- und Heizungsinstallation. Ein umlaufender, flacher Flansch auf dem linken Stutzen dient als Anschlag für die Überwurfmutter. Die Mutter wird von links über den linken Stutzen geschoben und mit dem Gewinde des rechten Stutzens verschraubt. Neben dem Anschlag der Überwurfmutter befindet sich die konvexe Dichtfläche, die einen gewissen Winkelversatz zwischen den zu verbindenden Teilen zulässt. Sie wird beim Verschrauben an die konische Dichtfläche des rechten Stutzens gepresst. Zwischen der äußeren Kugelfläche und dem inneren Konus ergibt sich ein zunächst ein (kreis)linienförmiger Kontakt. Durch die plastische Verformung des Materials verbreitert sich die Kontaktfläche beim Anziehen der Verschraubung, bis eine metallische Abdichtung erreicht ist.

Eine Verschraubung dient dem Verbinden von Einzelteilen mit Innen- und Außengewinde. Im einfachsten Fall handelt es sich um eine Verbindung einer Schraube mit einer Mutter.

Sanitär-, Heizungs- und Kälteinstallation

In der Sanitär-, Heizungs- und Kältetechnik bezeichnet Verschraubung eine lösbare Verbindung in einer Schlauch- oder Rohrleitung. Die Verschraubung erlaubt es, die Rohrleitung zur Wartung oder zum Umbau zerstörungsfrei aufzutrennen.

Bei Verwendung einer elastischen Dichteinlage kann die Verschraubung auch einen gewissen Winkelversatz der angeschlossenen Rohrleitungen ausgleichen.

Typen

Anschlussverschraubungen

Anschluss- oder Halbe Verschraubungen bestehen in der Regel aus

  • einem Stutzen mit einem abgesetzten Rand (ein Kragen bzw. niedriger Flansch) und
  • einer Überwurfmutter, die sich am Kragen abstützt und die Dichtfläche des Stutzens an ein größeres Gegenstück presst, etwa eine Armatur oder eine Pumpe.

Eigenständige Verschraubungen

Demgegenüber besteht eine eigenständige Verschraubung aus

Nachdem die Überwurfmutter über den Stutzen mit Kragen geschoben wurde, wird sie auf den Stutzen mit Außengewinde geschraubt, so dass sie beim Anspannen beide Stutzen mit den Stirnseiten aufeinander presst. Die Stutzen werden rückseitig jeweils mit einer Schlauch- oder Rohrleitung verschraubt, verlötet, verpresst, verklemmt oder verschweißt.

Übergangsverschraubung

Eine Übergangsverschraubung verbindet Rohrleitungen aus unterschiedlichen Materialien miteinander.

Durchgangsverschraubung

Eine Durchgangsverschraubung

  • setzt die Leitung fort, an der sie angeschlossen wird, indem sie beispielsweise einerseits ein Rohr-Außengewinde aufnimmt (d. h. selbst ein Innengewinde aufweist) und auf der anderen Seite selber in einem Rohr-Außengewinde des gleichen Durchmessers endet oder
  • leitet den Gas- oder Flüssigkeitsstrom durch eine Wand oder ein Schott;<ref>Beschreibung einer Durchgangsverschraubung, die beispielsweise als Tankverschraubung dient. In: MCM-Systeme.de. Abgerufen im September 2020</ref> in diesem Fall dient die Verschraubung in erster Linie der Abdichtung gegenüber der Wandung und ermöglicht oft zusätzlich, die Rohrleitung auch zu trennen.

Dichtung

Flachdichtende Verschraubungen

Bei flachdichtenden Verschraubungen wird ein Dichtring zwischen den planebenen Stirnseiten der Stutzen eingelegt, siehe auch Flachdichtung.

Seltener werden die Stirnseiten der Rohrleitungen plan geschliffen, um selbst als Dichtfläche zu dienen. Die Stutzen werden dann vollständig auf die mit einem Außengewinde versehene Rohrleitung geschraubt, und die Dichtscheibe liegt zwischen den Stirnseiten der Rohrleitungen.

Konische oder metallisch dichtende Verschraubungen

Alternativ können die Enden der Stutzen konisch oder konvex/konkav ausgebildet sein. Bei ausreichend guter Passung der zwei konischen oder leicht gewölbten Dichtflächen und ausreichend kräftiger Pressung kommen diese ohne zusätzliches Dichtmittel aus.

Insbesondere bei Verschraubungen in Heizkreisläufen werden auch konvex geformte Konen eingesetzt, die mit dem kegelförmigen Gegenpart zunächst nur linienförmigen Kontakt haben; dieser vergrößert sich beim Anziehen der Verschraubung zu einer streifenförmigen Kontaktfläche mit wachsender Breite (s. Abbildung). Diese können auch eine gewisse Winkelabweichung der angeschlossenen Rohrleitungen ausgleichen.

Im Heizungsbau setzt sich vermehrt der Eurokonus nach EN 16313 durch, der aus einer kegelförmigen metallischen Dichtfläche mit zusätzlichem O-Ring besteht.<ref>DIN EN 16313:2011-08 - Entwurf - Anschlüsse für Heiz- und Kühlsysteme - Lösbare Verbindung mit Rohraußengewinde G 3/4 A und Innenkonus</ref>

Gelegentlich wird bei eigentlich metallisch dichtenden Verschraubungen zusätzlich Dichtpaste oder Dichthanf verwendet, z. B. wenn die Verbindung aufgrund starker Belastung und wechselnder Spannungen in der Rohrleitung ohne Dichtmittel undicht wurde.

Anwendungen

Bei Rohrleitungsverbindungen sind Verschraubungen bis zur Nennweite DN 40 (1 1/2 Zoll)<ref>DIN EN 10226: Rohrgewinde für im Gewinde dichtende Verbindungen.</ref><ref>DIN EN ISO 228: Rohrgewinde für nicht im Gewinde dichtende Verbindungen.</ref> und Nenndrücken bis zu mehreren hundert bar einsetzbar. Bei größeren Dimensionen werden Flanschverbindungen bevorzugt, da diese von mehreren Gewindebolzen zusammengehalten werden, die einfacher zu lösen sind als die große Überwurfmutter einer Verschraubung. Demgegenüber sind bei kleinen Rohr-Nennweiten Verschraubungen materialsparender und einfacher herzustellen.

Bei Wasserinstallationen werden je nach Rohrwerkstoff und Ausführung alternativ auch Klemmring-, Quetsch- oder Holländerverschraubungen eingesetzt.

Im Lebensmittelbereich werden Rohrverschraubungen mit „Milchrohrgewinde“ nach DIN 11851<ref>DIN 11851: Armaturen aus nichtrostendem Stahl für Lebensmittel und Chemie – Rohrverschraubungen zum Einwalzen und Stumpfschweißen.</ref> eingesetzt. Bei diesen Gewinden handelt es sich um einfach zu reinigende Rundgewinde nach DIN 405.<ref>DIN 405: Rundgewinde allgemeiner Anwendung – Gewindeprofile, Nennmaße.</ref>

In der Kältetechnik werden aufgebördelte Metallrohre mit stumpfen Konus verschraubt.

Werkstoffe

In der Sanitärtechnik bestehen Rohrleitungsverschraubungen überwiegend aus Messing oder Rotguss. Seit der neuen Trinkwasserverordnung werden auch häufiger Edelstahl­verschraubungen montiert, zuvor auch verzinkte Tempergussfittinge.

Im Heizungsbau werden auch unverzinkte schwarze Fittinge aus Temperguss eingesetzt.

Hydraulik

In der Hydraulik werden in Europa heute größtenteils Schneidringverschraubungen mit Mutter und Schneidring eingesetzt.

Bedingt durch den vermehrten Einsatz amerikanischer und japanischer Baumaschinen setzen sich in Europa jedoch auch Verschraubungen ohne „Schneidring“ durch, bei denen die Gewindeanschlüsse zöllig sind (British Standard Pipe (BSP) oder JIC) und mit einem Dichtkonus versehen (60° bei BSP oder 74° bei JIC).

Elektroinstallation

In der Elektroinstallation werden Verschraubungen eingesetzt, um Kabel zugentlastet und wasserdicht in Abzweigdosen, Verteiler o. ä. einzuführen (Kabelverschraubung). Bis 2004 besaßen solche Verschraubungen das PG-Gewinde,<ref>DIN 40430 (zurückgezogen): Panzergewinde.</ref> heutzutage werden sie mit metrischem Gewinde<ref>DIN EN 60423: Elektroinstallationsrohrsysteme für elektrische Energie und für Informationen - Außendurchmesser von Elektroinstallationsrohren und Gewinde für Elektroinstallationsrohre und deren Zubehör.</ref> gefertigt.

Siehe auch

Portal: Technik{{#switch:1

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Weblinks

Einzelnachweise

<references />