Vessel Monitoring System
Das Vessel Monitoring System (VMS) ist ein automatisches satellitengestütztes Überwachungssystem für Fischereifahrzeuge. Auf den Schiffen wird dazu eine Blue Box installiert. Diese sendet automatisch die Daten via Satellit an das Überwachungszentrum.
Die Überwachungsbehörden können auf diese Weise jeweils prüfen, ob sich das Fischereifahrzeug in einem ihm zugewiesenen Fanggebiet aufhält. Auch die meldepflichtigen Hafenaufenthalte des Schiffes können so ausgewertet werden.
Die Position bestimmt das Schiff aus dem Empfang von GNSS-Signalen. Je nach System überträgt die Blue Box die Daten an ein geostationäres Satellitensystem wie Inmarsat-C. Es unterscheidet sich vom Automatic Identification System, das als Kollisionsschutz und Überwachungssystem in Küstennähe konzipiert ist.
Seit 1998 sind Fischereifahrzeuge mit einer Länge von mehr als 24 Metern mit einem Vessel Monitoring System ausgerüstet.
Für EU-Schiffe über 15 Meter Länge ist das VMS vorgeschrieben – seit dem 1. Januar 2012 für Schiffe ab 12 Meter Länge, nach zuvor 15 Metern. Schiffe ähnlicher Größe aus Nicht-EU-Ländern müssen ein funktionsfähiges Satellitenortungsgerät an Bord installieren, wenn sie in Gemeinschaftsgewässern fahren.<ref>Europäische Kommission: Das EU-System für Fischereikontrollen, abgerufen am 1. Februar 2021.</ref>
Thailand
Vorlage:Hinweisbaustein Ein VMS System unter dem Namen VMS Thailand wurde 2015 auf Druck der EU eingeführt. Die EU hatte Thailand mit Sanktionen auf Hochseeprodukte gedroht, wenn Thailand keine Maßnahmen ergreifen würde gegen Überfischung durch seine Fangflotte vorzugehen. Das thailändische System arbeitet hauptsächlich mit Satelliten der Inmarsat Organisation. Ausrüstungspflichtig sind Fischereiboote mit einer Mindestgrösse von 30 Bruttoregistertonnen. Die Regierung kann aber Ausnahmen für bestimmte Netztypen erlassen. In diesem Fall müssen auch kleinere Fahrzege mit einem VMS System ausgerüstet werden. Ein VMS System besteht aus einer rundstrahlenden Antenne, einer GPS Antenne + Empfänger und einem Sende - Empfangsmodul für den Satelliten. Ein VMS System muss über eine Batterie verfügen welche Aussendungen über 30 Tage ermöglichen, ohne das Bordnetz in Anspruch zu nehmen. Das System arbeitet im L-Band. 1626,5 MHz – 1660,5 MHz für Verbindungen Fahrzeug - Satellit. Die Satelliten senden auf den Frequenzen zwischen 1525,0 MHz – 1559,0 MHz. Modulation: Binary Phase Shift Keying (kurz BPSK) Geschwindigkeit: 1200 Baud. Es wird ein Time Division Multiple Access (kurz TDMA) Verfahren eingesetzt, welches dem Boot klar vorgibt, wann die nächste Aussendung erfolgen muss. Die Daten werden im Gegensatz zu AIS verschlüsselt übertragen. Ein Mithören wie bei AIS mit billigen Empfängern ist also nicht möglich. Fischereiboote wollen ihre Position nicht freigeben, um Konkurrenten nicht auf ihre Position aufmerksam zu machen. Thailändische Fischerboote sind verpflichtet ein mal pro Stunde ihre Position via VMS zu melden. Liegt kein gültiger Eintrag in der Datenbank der Fischereibehörden in Bangkok vor, kann die Genehmigung zum Auslaufen und Einlaufen verweigert werden. Thailändische Behörden können auch eine aktuelle Standortanfrage stellen. In diesem Fall wird das VMS des Boots aufgefordert seinen Standort sofort zu melden. Das Auslaufen und Einlaufen ohne gültigen Eintrag in der VMS Thailand Datenbank ist verboten. Es dürfen nur Satellitengeräte verwendet werden, welche von der thailändischen Fernmeldebehörde geprüft und einzelzugelassen sind.<ref>VMS Thailand</ref> Die thailändische Fischereibehörde verfügt über keinen eigenen Zugang zum Satellitennetzwerk. Stattdessen fragt die Behörde die Bodenstationen in Amsterdam und Sydney über eine API ab und speichert die Nachrichten der Fischerboote in einer eigenen Datenbank in Bangkok ab. Die Datenbank kann via Browser und APP von brerechtigten Behörden abgefragt werden. Auch Bootsbesitzer können diese Daten abfragen. Auf den Booten wird meistens ein Orbcomm-ST-6100-Terminal betrieben. Das Terminal erfüllt alle Veraussetzungen der thailändischen Fischereibehörde und wird normallerweise über der Brücke installiert. Es gibt mehrere Dienstleister, welche solche Terminals installieren und für den Besitzer registrieren können. Der Preis beträgt zirka 30.000 Baht einschließlich Installation und Stromversorgung. Wird einmal pro Stunde der Standort, Geschwindigkeit und Richtung übertragen, fallen zirka 600 Baht Verbindungsgebühren im Monat an. Im Gegensatz zu anderen VMS-Systemen ist der Betreiber des Bootes nicht verpflichtet, Fangergebnisse via VMS zu melden. Die meisten Boote sind nicht verpflichtet, AIS- und VHF-Funk zu betreiben. Die meisten sind mit Kurzwellenfunkgeräten ausgerüstet, primär im 27-MHz-Bereich.
Siehe auch
Einzelnachweise
<references responsive />