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Viktor Heideloff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Porträt von Viktor Heideloff von Unbekannt, 2.jpg
Viktor Heideloff.

Viktor Wilhelm Peter Heideloff (getauft 29. Juni 1757 in Stuttgart; † 11. Mai 1817 in Stuttgart) war ein deutscher Maler. Unter dem württembergischen Herzog Carl Eugen arbeitete er vor allem als Dekorationsmaler für Theater und Hoffeste und als Maler von Wand- und Deckengemälden für die herzoglichen Schlösser. Außerdem war er Professor für Malerei an der Hohen Karlsschule. Der Nachwelt bekannt wurde Heideloff vor allem durch über 50 Einzelansichten des ehemaligen Englischen Dorfs in Hohenheim in Stuttgart.

Leben

Viktor Heideloff wurde am 29. Juni 1757 in Stuttgart als eines von acht Kindern des württembergischen Hofvergolders Carl Heideloff und der Tanzmeistertochter Theresia Malterre getauft. Sein Großvater war der Bildhauer Franz Joseph Ignatz Anton Heideloff.

Viktor Heideloff besuchte ab 1771 bis 1780 die Hohe Karlsschule in Stuttgart. Zu seinen Lehrern gehörten Nicolas Guibal, Adolf Friedrich Harper und der Theatermaler Giosuè Scotti. Zu seinen Mitschülern gehörten Friedrich Schiller, der Bildhauer Johann Heinrich Dannecker, der Offizier Georg Friedrich Scharffenstein sowie die Maler Philipp Friedrich von Hetsch, Philipp Jakob Scheffauer und Jakob Christian Schlotterbeck. In den Jahren 1776 bis 1780 erhielt Heideloff insgesamt 5 Wettbewerbspreise der Karlsschule. Nach Abschluss der Schule wurde er zum Hofmaler ernannt. Auf Heideloffs Gesuch genehmigte Herzog Carl Eugen ihm in der Zeit von Ende 1782 bis 1785 Studienaufenthalte in Paris, Lyon, Marseille und Italien, unter Fortzahlung seiner jährlichen Besoldung von 400 Gulden.<ref>#Wagner 1856, S. 462.</ref>

Von 1786 bis 1793 war Heideloff Mitglied der Residenzbaudeputation. 1788 wurde er mit 600 Gulden Gehalt als Theatermaler angestellt. 1789 wurde er zum Professor für Malerei und Zeichnungskunst an der Karlsschule ernannt, wo er bis zu deren Auflösung 1794 mit einem Gehalt von 800 Gulden angestellt war. Seit 1804 war Heideloff teilweise erblindet.<ref>#Wagner 1856, S. 462, #Nagler 1838.</ref> Er verlor seine Pension und musste zuletzt sein Leben in ärmlichen Verhältnissen fristen. Viktor Heideloff starb am 11. Mai 1817 in Stuttgart im Alter von fast 60 Jahren.

Werk

Viktor Heideloffs Tätigkeit erstreckte sich vorzugsweise auf Dekorationsmalereien für das Theater und die Hoffeste sowie Wand- und Deckengemälde für Herzog Carl Eugens Schlösser. Der Nachwelt bekannt wurde Heideloff vor allem durch über 50 Einzelansichten des Englischen Dorfs und die Zeichnung „Schiller liest fünf Mitschülern aus ‚Die Räuber’ vor“.

Ansichten des Englischen Dorfs

Als Englisches Dorf wurde der Park auf dem Gelände des heutigen Exotischen Gartens in Hohenheim bezeichnet, der mit seinen 60 Kleinarchitekturen eine ländliche Kolonie inmitten der Ruinen einer römischen Stadt darstellen sollte. Zwischen 1790 und 1797 schuf Viktor Heideloff Einzelansichten des Englischen Dorfs, vereinzelt auch andere Hohenheim-Ansichten, zum Beispiel von Schloss Hohenheim. 1790 erstellte er noch zu Lebzeiten von Herzog Carl Eugen 50 farbige Gouachen, die in einem der Gebäude im Englischen Dorf, dem „Boudoir“ aufgehängt wurden und sich heute in der Sammlung der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg im Schloss Ludwigsburg befinden. Nach Carl Eugens Tod veröffentlichte Heideloff 1795 mit Genehmigung von dessen Nachfolger ein Sammelalbum mit 38 kolorierten Kupferstichen.<ref>#Heideloff 1795.</ref> 1797 lieferte er drei Hefte aus mit je zwei „inneren Ansichten der Gebäude und Gartenpartien in Hohenheim“.<ref>#Heideloff 1795.</ref> Von 1795 bis 1799 veröffentlichte Gottlob Heinrich Rapp in dem „Taschenkalender für Natur- und Gartenfreunde“ in 5 Fortsetzungen eine „Beschreibung des Gartens in Hohenheim“ mit 45 Schwarzweißreproduktionen von Stichen nach Heideloffs Zeichnungen.

  • 50 Gouachen mit Ansichten des Englischen Dorfs in Hohenheim, 1790, mit Goldrahmen, meist rund oder oval.
  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}}Viktor Heideloff: Ansichten des herzoglich-würtembergischen Landsizes Hohenheim / nach der Natur gezeichnet von V. Heideloff und durch kurze Beschreibungen erlaeutert. Frauenholz, Nürnberg 1795–1800 (Digitalisat).
  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}}Viktor Heideloff: Merkwürdigste innere Ansichten der Gebäude und Gartenpartien in Hohenheim, Heft 1–3. Frauenholz, Nürnberg 1797<ref>#Peschel 2016, S. 111.</ref> (Digitalisat).
  • Viktor Heideloff: Grund-Riss der englischen Anlage von Hohenheim. Frauenholz, Nürnberg 1795 (Digitalisat).
  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}}Gottlob Heinrich Rapp: Beschreibung des Gartens in Hohenheim. In: Taschenkalender auf das Jahr … für Natur- und Gartenfreunde. Mit Abbildungen von Hohenheim und andern Kupfern. Tübingen : Cotta, 1794–1798, Nachdruck Stuttgart : Lithos-Verlag, 1992–1998. – Mit 45 Kupferstichen verschiedener Stecher nach Heideloffs Zeichnungen.

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Andere Werke

Datei:Viktor Heideloff, Schiller, 1778 im Bopserwald seinen Freunden die Räuber vorlesend.jpg
  • 1778: Schiller liest fünf Mitschülern aus „Die Räuber“ vor, Zeichnung.
  • 1780: „Le soir suspend tous les travaux“, rundes Deckengemälde nach einem Entwurf von Nicolas Guibal, Stuttgart, Neues Schloss.<ref>#Rathgeb 2009, S. 353–354, Abbildung 19, 20.</ref>
  • 1781: Bühnenvorhang des Komödienhauses in Ulm.
  • 1782: Festjagen am Bärensee am 24. September 1782.
  • 1785: Herzog Carl Eugen beim Bau von Schloss Hohenheim 1785.
  • 1790: „Apoll unter den Hirten“, Deckengemälde, Stuttgart, Neues Schloss, 1790, im Zweiten Weltkrieg zerstört.<ref>#Rathgeb 2009, S. 366.</ref>
  • 1790: Vier Jahreszeiten, Wand- oder Deckengemälde, Stuttgart, Neues Schloss.<ref>#AKL.</ref>
  • 1792: „Der hl. Valentin segnet die Kinder“, Ölbild, Rottweil, Heiligkreuzkirche, 2. Kapelle an der Nordseite.<ref>#Thieme-Becker, Viktor Heideloff.</ref>
  • 1841: Wasserfarbenmalerei von Joseph Neher<ref>Bernhard Carl Joseph von Neher der Jüngere (1806–1886), siehe Deutsche Biographie.</ref> mit Heideloffschen Ansichten des Englischen Dorfs an den Wänden des Spielhauses im Exotischen Garten, Restaurierung 1976.<ref>Universität Hohenheim, Historischer Rundweg.</ref>

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Familie

Datei:Nicolas Guibal, Porträt des herzoglich-württembergischen Hofvergolders Carl Heideloff d. Ä.jpg
Heideloffs Vater Carl Heideloff.

Der Stammvater der Künstlerfamilie Heideloff war der Bildhauer Franz Joseph Ignatz Anton Heideloff (1676–1772). Einer seiner Söhne war Viktor Heideloffs Vater, der Stuttgarter Hofvergolder Carl Heideloff (1737–1803). Seine Mutter war Theresia Malterre (1731–1779), eine Tochter von Peter Heinrich Malterre (oder Malter), der als Tanzmeister an der Karlsschule angestellt war. Unter den 8 Kindern des Ehepaars waren die Söhne Viktor Heideloff, der Kupferstecher Nikolaus Heideloff, der Bildhauer und Maler Heinrich Heideloff, der Maler Carl Heideloff (1770–1816) und der Maler und Vergolder Jean Heideloff.

Viktor Heideloff heiratete 1788 Maria Nanetta Keim (* 1766) aus Ludwigsburg. Sie war die Tochter des Baumeisters und Theatermaschinisten Johann Christian Keim (oder Keym) und von Maria Juliana Pellhammer aus Regensburg. Aus der Ehe gingen zwischen 1789 und 1800 fünf Kinder hervor, darunter der Architekt Carl Alexander Heideloff und der Maler und Kupferstecher Manfred Heideloff (1793–1850).<ref>#Gebhardt 2014.</ref>

Literatur

Leben

  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} {{ #if:|{{{5}}}: |}}{{ #if:|{{{4}}}|Viktor Heideloff }}. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). {{ #if:71|{{#if:{{#iferror:{{#ifexpr:{{#switch:

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|Nachtrag 1=2005, ISBN 3-598-22861-9 |Nachtrag 2=2007, ISBN 978-3-598-22862-9 |Nachtrag 3=2008, ISBN 978-3-598-22863-6 |Nachtrag 4=2010, ISBN 978-3-598-22864-3 |Nachtrag 5=2013, ISBN 978-3-11-025443-3 |Nachtrag 6=[?] |Nachtrag 7=[?] |Nachtrag 8=[?] |Nachtrag 9=[?]

| #default = [?] }}|Saur, München 1992 ff}}{{#if:119|, S. 119{{ #if: | {{ #ifexpr: 119 != | {{ #ifexpr: = {{ #expr: 119 + 1 }} |  f | –{{{3}}} }} |}} |}} |}}.

  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} Johann Georg Meusel: Teutsches Künstlerlexikon oder Verzeichniss der jetztlebenden teutschen Künstler: nebst einem Verzeichniss sehenswürdiger Bibliotheken, Kunst-, Münz- und Naturalienkabinette in Teutschland und in der Schweiz, Band 1. Lemgo : Meyer, 1808, S. 372–373 (books.google.de).
  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten von dem Leben und den Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen, Zeichner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter, etc. Band 6: Haspel–Keym. Fleischmann, München 1838, S. 53.
  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} Elisabeth Nau: Hohenheim : Schloß und Gärten. Mit einem Beitrag von Claudius Coulin. Sigmaringen : Thorbecke, 1978. – Zahlreiche, überwiegend schwarzweiße Abbildungen von Heideloffs Gouachen und von Ansichten aus #Heideloff 1795.
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  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} Heinrich Wagner: Geschichte der Hohen Carls-Schule. Band 1: Die Carls-Schüler nach archivalischen Quellen. Etlinger, Würzburg 1856, S. 462–463, 679–681.

Werk

  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} Werner Gebhardt: Die Schüler der Hohen Karlsschule : ein biographisches Lexikon. Kohlhammer, Stuttgart 2014, S. 281.
  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} Viktor Heideloff; Klaus Herrmann (Hrsg.): Zwischen Aufklärung und Romantik: Schloß Hohenheim. Ohne Ort, 1986. – 14 Farbabbildungen aus #Heideloff 1795.
  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} Patricia Peschel, Nadine Kröhn (Redaktion): Zeugnisse eines Gartentraums : die Hohenheim-Gouachen aus dem Besitz Herzog Carl Eugens von Württemberg. Regensburg : Schnell + Steiner, 2016. – Mit vielen Farbabbildungen der Gouachen und der Ansichten aus #Heideloff 1795.
  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} Sabine Rathgeb: Studio & Vigilantia : die Kunstakademie an der Hohen Karlsschule in Stuttgart und ihre Vorgängerin Académie des Arts. Hohenheim-Verlag, Stuttgart 2009, S. 350, 353–354, 366, 372–373, 379–380, 512–514, 527, 550–551, 553.
  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} Max Schefold: Alte Ansichten aus Württemberg. Band 1: Abbildungen. Kohlhammer, Stuttgart 1956. – Siehe Künstlerverzeichnis, S. 144.
  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} Max Schefold: Alte Ansichten aus Württemberg. Band 2: Katalogteil. Kohlhammer, Stuttgart 1957. – Werke zu Hohenheim: Nummer 3176–3291, 3300–3339, andere Werke: siehe Künstlerverzeichnis, S. 888.
  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} Max Schefold: Alte Ansichten aus Württemberg. Band 3: Nachtragsband zum Katalog. Kohlhammer, Stuttgart 1974. – Siehe Künstlerverzeichnis, S. 415.
  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}}H ans Schumann: Hohenheim : Bilder und Gestalten. Ulmer, Stuttgart 1981. – Mit vielen Farbabbildungen aus #Heideloff 1795 und #Heideloff 1797.

Archive

  • Stuttgart, Archiv der Universität Hohenheim, Signatur S3: Viktor Heideloff, Ansichten von Hohenheim / Englischer Garten, etwa 80 Originale von Heideloff, 10 Originale nach Heideloff, etwa 150 Repros.

Weblinks

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Fußnoten

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