Waldeser (Adelsgeschlecht)
Die Herren von Waldeser waren eine anhaltinische Ministerialenfamilie des hohen und späten Mittelalters.
Stammsitz der Familie war die Burg Waldeser in der Nähe der Stadt Dessau, die 1212 erstmals urkundlich erwähnt wurde.<ref name="Waldersee"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Chronik von Dessau-Waldersee ( des Vorlage:IconExternal vom 1. April 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Ein Mitglied der Familie (hier unzutreffend als Graf tituliert), sowie seine Tochter Adelheid, werden in der Sage „Die irrende Jungfrau im Waldersee“ erwähnt.<ref name="Jungfrau">Die irrende Jungfrau im Waldersee. In: Friedrich Stahmann, Ludwig Züllich (Hrsg.): Anhalt's Sagen, Märchen und Legenden. Gröning, 1844, S. 180 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Wie weit die Besitzungen der Ritter von Waldeser, die diese als Lehen von den Askaniern erhalten hatten, reichten, ist nicht bekannt.<ref name="Lindner">Heinrich Lindner: Geschichte und Beschreibung des Landes Anhalt. Ackermann, 1833, S. 258 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
1368 urkundet Otto von Waldeser auf der Heinrichsburg.<ref>Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Z 1, Nr. 998.</ref>
Anfang des 15. Jahrhunderts ist das Adelsgeschlecht erloschen, war jedoch schon länger nicht mehr im Besitz des Stammsitzes.<ref name="Heese" /> Eine Angehörige der Familie von Waldeser war mit Otto von Schlichting, aus dem Ministerialgeschlecht der von Schlichting, das im 12. Jahrhundert die Burg Roßlau errichtete, verheiratet. Dieser erklärte die Auflassung aller empfangenen Lehen gegenüber seinen Herren, den Fürsten von Anhalt.<ref>Torsten Vollert – Förderverein "Burg Roßlau" Der Ring von Roßlau In: Roßlauer Schifferlatein, Roßlau, 2006</ref> Damit fielen die Besitzungen des Geschlechtes an die Fürsten von Anhalt zurück.
Der Titel der Herren oder Freiherren von Waldeser und Radegast wurde 1671 nochmals wiederbelebt, als ihn Fürst Georg Aribert von Anhalt-Dessau an seine aus morganitischer Ehe stammenden Kinder verlieh. Das daraus hervorgegangene Geschlecht starb jedoch bereits 1677 mit dem Tode des Grafen Christian Ariberts aus.<ref> v. Plotho, Die Waldeser, in: Der deutsche Herold, Bd. 53, 1922, S. 6 f.</ref>
Am 15. Oktober 1786 wurde der illegitime Sohn Franz von Herzog Leopold III. Friedrich Franz in den preußischen Adelsstand erhoben und erhielt, in Anlehnung an das alte Adelsgeschlecht, den Titel Graf von Waldersee.<ref name="Heese" />
Das Wappen derer von Waldeser bestand aus sechs Feldern in rot und gelb, sechs Fahnen, sowie drei Büscheln und Wedeln.<ref>Herbert Papendieck: Die Wappen der Landkreise und kreisfreien Städte des Landes Sachsen-Anhalt. Ziethen, 1996, 54</ref> Es wurde in abgewandelter Form mit vier Feldern von Fürst Joachim Ernst in das Wappen der Fürsten von Anhalt integriert.<ref name="Lindner" />
Familienmitglieder
- Johann von Waldeser, Komtur des Deutschen Ordens<ref>Fritz Buenger, Gottfried Wentz: Das Bistum Brandenburg, Teil 2. Walter de Gruyter, 1963, ISBN 3-11-001287-1, S. 511 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
- Dietrich von Waldeser
- Heinrich von Waldeser<ref>Otto von Heinemann: Codex diplomaticus Anhaltinus. 1875, S. 570</ref>
- Conrad von Waldeser<ref>Das Haus zu Pfuhle Mitteilungen des Vereins für Anhaltische Geschichte und Altertumskunde, Neunter Band, Dessau 1904, 503 – 519 (PDF; 189 kB)</ref>
- Hermann von Waldeser<ref name="Heese">Bernhard Heese: Die Grafen von Waldersee und die Burg Waldeser. In: Die Neue Folge der Dessauer Chronik, Walter Schwalbe (Ed. H. de Roth), Dessau 1926/29, 105-7</ref>
Einzelnachweise
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