Weißes Haus
| colspan="2" style="background:#CEDAF2; color:#Vorlage:Standardfarbe;" | Weißes Haus White House | |
|---|---|
| Außenansichten des Weißen Hauses (Mittelbau; Nordansicht (oben) und Südansicht (unten)) Außenansichten des Weißen Hauses | |
| colspan="2" style="background:#CEDAF2; color:#Vorlage:Standardfarbe;" | Daten | |
| Ort | Washington, D.C., Datei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten
<mapframe text="Standort auf interaktiver Karte" zoom="13" width="220" height="165" latitude="38.897594" longitude="-77.036572" align="left"> { "type": "Feature",
"geometry": { "type": "Point", "coordinates": [-77.036572, 38.897594] },
"properties": {
"title": "Weißes Haus",
"marker-color": "228b22",
"marker-size": "medium",
"marker-symbol": "landmark"
}
} </mapframe> |
| Baumeister | James Hoban |
| Baujahr | 1800/1817 |
| Höhe | 21,33 m |
| Grundfläche | 5.100 m² |
| colspan="2" style="background:#CEDAF2; color:#Vorlage:Standardfarbe;" | Besonderheiten | |
| Amts- und Regierungssitz des Präsidenten der Vereinigten Staaten, National Historic Landmark | |
Das Weiße Haus ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) in Washington, D.C. ist Amts- und offizieller Regierungssitz des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Als Metonym ist es namensgebend für den Mitarbeiterstab des US-Präsidenten, das Executive Office of the President of the United States, ebenfalls meist als „Weißes Haus“ bezeichnet. Mitunter ist auch die ganze US-Regierung gemeint, vergleichbar den Begriffen 10 Downing Street, dem Ballhausplatz oder historisch der Wilhelmstraße.<ref>Lothar Heinke: Berlin-Mitte: Ein Viertel als Schaufenster der Demokratie. In: Der Tagesspiegel. 23. September 2017, abgerufen am 14. Oktober 2021.</ref>
Das Weiße Haus liegt an der Pennsylvania Avenue und hat die Hausnummer 1600. Seinen Namen erhielt es offiziell 1901 von Theodore Roosevelt wegen seines weißen Außenanstrichs; es wurde vermutlich schon zuvor umgangssprachlich so bezeichnet.<ref>Redaktion: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Erste Adresse in den USA. ( vom 26. Februar 2014 im Internet Archive) In: derStandard.at. 29. Februar 2008, abgerufen am 14. Oktober 2021.</ref> Die oft in den Medien gezeigte weiße Villa ist nur der mittlere Teil des Gebäudekomplexes White House Complex: Eine Galerie (englisch collonade) verbindet Haupthaus und Westflügel West Wing, eine weitere Galerie Haupthaus und den bis Oktober 2025 bestehenden Ostflügel East Wing. Westlich vom Westflügel liegt das Eisenhower Executive Office Building; dazwischen verläuft die West Executive Avenue.
Geschichte
Die Lage des Weißen Hauses wurde von Präsident George Washington und dem Stadtplaner Pierre L’Enfant ausgesucht. Der irische Architekt James Hoban nahm sich das Leinster House (1745–1748) in Dublin, seit 1922 Sitz des irischen Parlaments, zum Vorbild. Der Grundstein für den Erstbau wurde am 13. Oktober 1792 gelegt. Der Bau wurde aus bräunlichem bis hellgrauem Aquia Creek sandstone errichtet, der in einem 45 Meilen entfernten Steinbruch gebrochen wurde.<ref>Betsy Klein: The Stone that built the White House, vom 29. Dezember 2017, auf edition.cnn.com. Abgerufen am 29. Dezember 2017</ref>
Der Bau dauerte acht Jahre und kostete $232.371 (in heutiger Kaufkraft rund $5,98 Millionen).
Am 1. November 1800 bezog US-Präsident John Adams das Weiße Haus, obwohl noch kein einziges Zimmer komplett baufertig war.<ref>Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Routledge, Oxon 2015, ISBN 0-7656-8046-7 (E-Book), S. 85.</ref> Der erste offizielle Empfang im Weißen Haus fand zum Neujahr 1801 statt.<ref>Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Routledge, Oxon 2015, ISBN 0-7656-8046-7 (E-Book), S. 87.</ref> Adams’ Amtszeit endete am 4. März 1801. Adams Vizepräsident Thomas Jefferson wurde sein Nachfolger.<ref>Ronald D. Gerste: Duelle ums Weiße Haus: Amerikanische Präsidentschaftswahlen von George Washington bis 2008. Brill Deutschland GmbH, 2008, ISBN 978-3-657-76539-3, S. 39–44 (brill.com).</ref>
Beim französischen Château de Rastignac (1811–1817) in La Bachellerie stritten sich Historiker darüber, ob es als Vorbild spätere Umbauten am Weißen Haus inspirierte oder andersherum.<ref>Michael Johnson: A chateau fit for a president, New York Times, 15. September 2006.</ref> Ein Indiz für ersteres könnte sein, dass Thomas Jefferson, der den Bau des Weißen Hauses fortführte, einige Zeit amerikanischer Botschafter in Frankreich war und sich seither bei seinen Bauvorhaben von dem französischen Architekten Clérisseau beraten ließ.
Während des Kriegs von 1812 wurde das Gebäude 1814 beim Brand von Washington von britischen Soldaten in Brand gesteckt. Der Wiederaufbau im klassizistischen Stil wurde erneut von James Hoban geleitet. Rauchschäden wurden weiß übertüncht. Im Spätherbst 1818 bezog Präsident James Monroe das wiedererrichtete Weiße Haus,<ref>Lyle Emerson Nelson: American Presidents: Year by Year. Volumes 1–3: 1732–2000. Routledge, Oxon 2015, ISBN 0-7656-8046-7 (E-Book), S. 142.</ref> das in Teilen noch eine Baustelle war.<ref>Claire Whitcomb, John Whitcomb: Real Life at the White House: 200 Years of Daily Life at America's Most Famous Residence. Routledge, London 2000, ISBN 978-0-415-92320-0, S. 39.</ref> Als provisorischer Amtssitz diente zunächst das Octagon House ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)); nach etwa einem Jahr bezog James Madison Quartier im Häuserblock Pennsylvania Avenue und 19. Straße.<ref>Claire Whitcomb, John Whitcomb: Real Life at the White House: 200 Years of Daily Life at America's Most Famous Residence. Routledge, London 2000, ISBN 978-0-415-92320-0, S. 33f.</ref> 1824 wurde der Südportikus und 1829 der Nordportikus des Bauwerks umgestaltet und mit freistehenden Säulen aus Seneca sandstone aus Maryland neu gestaltet.<ref>Architecture: 1790s-1840s, auf whitehousehistory.org. Abgerufen am 4. März 2019</ref> Theodore Roosevelt gab dem Gebäude offiziell den Namen „Weißes Haus“, ließ es 1901 sanieren und den Westflügel mit Bürotrakt anbauen. Das präsidiale Arbeitszimmer Oval Office entstand 1909 auf Initiative von Roosevelts Nachfolger Taft. Am 24. Dezember 1929 beschädigte ein Feuer den Westflügel.<ref>The Christmas Eve West Wing Fire of 1929, auf whitehousehistory.org</ref>
Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Weiße Haus in einem schlechten Zustand. Es war jahrelang mangelhaft unterhalten worden und hatte erhebliche Schäden. Ein Teil der Fundamente wurde 1948 als unterdimensioniert bewertet. Unter Präsident Harry S. Truman wurde es von 1949 bis 1952 kernsaniert (Truman reconstruction<ref>in englischen Sprachraum auch als White House Reconstruction bekannt.</ref>). Es wurde vollständig entkernt; danach wurde die Innenstruktur (nunmehr in Stahlbeton) neu errichtet. Während der Bauarbeiten befand sich der Arbeitssitz der Regierung im Blair House; am 27. März 1952 wurde er in das Weiße Haus zurückverlegt.
Im Weißen Haus hat, bis auf George Washington, jeder US-Präsident gewohnt. Am 2. Juni 1886 heiratete als erster und bisher einziger Präsident Grover Cleveland seine 28 Jahre jüngere Frau Frances Folsom im Weißen Haus. Zwischen 1812 und 1994 wurden insgesamt 17 Ehen dort geschlossen, oftmals von Töchtern amtierender Präsidenten, unter anderem Tricia Nixon Cox, Lynda Johnson Robb und Alice Roosevelt Longworth.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />How many wedding ceremonies have been held at the White House? ( vom 27. März 2009 im Internet Archive), auf whitehousehistory.org</ref>
Die zweite Tochter der Clevelands, Esther (1893–1980), ist das einzige bislang im Weißen Haus zur Welt gekommene Kind.
Seit dem 19. Dezember 1960 ist es ein National Historic Landmark.<ref>Listing of National Historic Landmarks by State: District of Columbia. National Park Service, abgerufen am 19. Juli 2019.</ref>
Der 47. Präsident Donald Trump initiierte ab 2025 gemäß seiner Vorstellungen bauliche Veränderungen. Im Juni 2025 wurde der gelegentlich für Veranstaltungen genutzte Rasen des am Westflügel gelegenen Rosengartens entfernt und vollständig durch Pflastersteine ersetzt.<ref>Weißes Haus: East Wing für Trumps Ballsaal abgerissen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 24. Oktober 2025, abgerufen am 25. Oktober 2025.</ref> Trump begründete dies damit, dass das Gras „immer nass“ sei und für Frauen mit High Heels „unangenehm“. Darüber hinaus wurden zwei zirka 30 Meter hohe Fahnenmasten (auf dem North bzw. South Lawn) aufgestellt, an denen riesige US-Flaggen gehisst werden. Traditionell gab es sonst nur eine Flagge am Dachmast des Hauptgebäudes.<ref>A look back at the White House Rose Garden as Trump's paved makeover nears completion. 25. Juli 2025, abgerufen am 31. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Juli 2025 kündigte Trump den Bau eines neuen großen Ballsaals an, der im Zuge einer umfangreichen Umgestaltung des Ostflügels (East Wing) während seiner zweiten Amtszeit zügig entstehen solle. Der White House State Ballroom soll Platz für bis zu 650 Menschen bieten und damit deutlich größer als der bisherige East Room im Hauptgebäude (Executive Mansion) sein. Die Baukosten würden rund 200 Millionen US-Dollar betragen, der Beginn der Bauarbeiten sei für den Herbst 2025 vorgesehen.<ref>Trump plans $200M overhaul of East Wing in significant change to White House. In: The Washington Post. 31. Juli 2025, ISSN 0190-8286 (washingtonpost.com [abgerufen am 31. Juli 2025]).</ref>
Der Abbruch des East Wing begann im Oktober 2025<ref>Donald Trump lässt Melanias Bürogebäude abreißen. Abgerufen am 20. Oktober 2025.</ref><ref>Arbeiten für Ballsaal beginnen: Trump lässt Teil von Ostflügel des Weißen Hauses abreißen. In: Stern. 21. Oktober 2025, abgerufen am 21. Oktober 2025.</ref> und erfolgte zügig.
Später nannte Trump eine Kapazität von 1000 Menschen und 400 Millionen USD Baukosten. Der National Trust for Historic Preservation erhob Klage. Am 31. März 2026 ordnete ein US-Bundesrichter einen Baustopp an. Für das Projekt fehle die Zustimmung des US-Kongresses und Trump sei „nicht der Eigentümer“ des Weißen Hauses.<ref>orf.at 1. April 2026.</ref>
Die Historikerin Katherine A. S. Sibley nannte den Abriss des Ostflügels eine Entwertung der Arbeit der First Ladies. Eleanor Roosevelt hatte hier 1933 Büros für die Mitarbeitenden der von ihr professionalisierten Arbeit als First Lady einrichten lassen. Sie empfing dort u. a. Pfadfinderinnen und Vertreterinnen der Women’s Trade Union League (WTUL) und gab Pressekonferenzen, darunter ihre erste Pressekonferenz mit 35 ausschließlich weiblichen Medienschaffenden. Betty Ford setzte sich für eine bessere Vergütung der im Ostflügel tätigen Mitarbeitenden ein. Rosalynn Carter richtete 1977 als erste First Lady auch ihr eigenes Büro im Ostflügel ein. Laura Bush und Michelle Obama nutzten die Räume ebenfalls.<ref>Errin Haines, Amanda Becker: First ladies made history in the East Wing. It was razed for Trump’s ballroom. In: Government & Politics. Alaska Beacon*, 24. Oktober 2025, abgerufen am 28. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Das Weiße Haus bis 2025
Das Anwesen hatte 2025 132 Räume, 35 Badezimmer, 412 Türen, 147 Fenster, 8 Treppenhäuser, 3 Aufzüge,<ref>The White House Building. In: The White House. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. April 2024; abgerufen am 25. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> einen Swimmingpool, einen Tennisplatz, einen Kinosaal sowie eine unter Präsident Richard Nixon eingerichtete Bowlingbahn. Barack Obama ließ ein Basketballfeld errichten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., Financial Times Deutschland, 21. Januar 2009, abgerufen am 25. Januar 2009.</ref>
Zum Anwesen des Weißen Hauses gehören heute die sogenannte Executive Mansion (Hauptgebäude) sowie der West Wing (Westflügel), der optisch unauffällig an die weiße Villa angebaut wurde. Die Executive Mansion beherbergt in der ersten Etage die repräsentativen Staatsräume. Weithin bekannt ist der East Room, größter Saal im Weißen Haus, wo beispielsweise Empfänge, Pressekonferenzen, Konzerte und Bälle stattfinden. Staatsbanketts werden zumeist im State Dining Room veranstaltet. Die Privatwohnung der Präsidentenfamilie befindet sich im zweiten Stock. In den angebauten Nebengebäuden befinden sich die Büros des Präsidenten, der First Lady und ihrer Mitarbeiter.
-
White House Complex (vor Oktober 2025)
-
Erdgeschoss
-
Erste Etage (Staatsräume)
-
Zweite Etage (Wohnbereich)
Das Weiße Haus wird beziehungsweise wurde von mehreren Gärten umgeben, darunter:
- Der Nordrasen des Weißen Hauses auf der Nordseite
- Der Südrasen des Weißen Hauses auf der Südseite
- Der White House Rose Garden
- Der Jacqueline Kennedy Garden
Seit 1923 wird jährlich in der Adventszeit am Weißen Haus der National Christmas Tree (Nationaler Weihnachtsbaum der USA) festlich geschmückt. Die Arbeiten, die unter der Leitung der jeweiligen First Lady stehen, werden von einer monatelangen Festlichkeit begleitet, dem sogenannten Pageant of Peace (etwa: Schaulaufen des Friedens). Das Einschalten der Beleuchtung wird vom Fernsehen übertragen. Kleinere Weihnachtsbäume in der Nähe und andere Dekorationen, die zum National Christmas Tree hinführen, werden als Pathway to Peace (Pfad zum Frieden) bezeichnet.
Architektur
Die Nordfront des Weißen Hauses hat drei Etagen. Das Erdgeschoss ist durch den höheren Boden und eine Brüstung verborgen. Vor den zentralen drei Fenstern befindet sich ein Portikus als Vorhalle, welcher um 1830 zusätzlich angebaut wurde. Die Fenster der ersten Etage haben abwechselnd spitze und halbrunde Fensterverdachung. Der Haupteingang in der Mitte der Säulenhalle verfügt über ein Kämpferfenster. Die Wandfläche darüber ist mit einem Girlandenrelief geschmückt. Die Dachlinie ist durch die den moderneren dritten Stock umgebende Balustrade verdeckt.
Die Südfassade ist eine Kombination aus Palladianismus und Neoklassizismus. Hier sind alle drei Etagen der Fassade sichtbar. Das Mauerwerk im Erdgeschoss ist rustiziert. In der Mitte der Fassade befindet sich eine neoklassizistische Rotunde mit Säulen, Galerie und drei Fenstern. Die Rotunde wird von fünf Fenstern flankiert, die in der ersten Etage wie die der Nordfassade abwechselnd halbrunde und spitze Fensterverdachungen haben. Vom Erdgeschoss des Bogens führen zwei Treppen zu einer ionischen Säulenloggia mit dem Truman Balcony in der zweiten Etage.
Städtebau
Das Weiße Haus ist neben dem Kapitol einer der wichtigsten Blickpunkte diagonal verlaufender Avenuen und großer Grünflächen, die Washington als Sichtachsen durchziehen. Das städtebauliche Konzept für diese Anordnung beruht auf dem 1792 veröffentlichten Plan of the City of Washington des Stadtplaners Pierre L’Enfant. Als eine Inspirationsquelle für diese städtebauliche Planung gilt der Fächergrundriss der Stadt Karlsruhe.
Räume (Auswahl)
Executive Residence (Villa)
- Wohnräume des Präsidenten und seiner Familie
- East Room, der größte repräsentative Saal des Präsidentensitzes. Er wird für verschiedenste Veranstaltungen genutzt, so beispielsweise für Pressekonferenzen, Empfänge, Bälle oder große Staatsessen. Der East Room ist, neben dem Oval Office, der aus Fernsehen und Medien wohl bekannteste Raum im Weißen Haus. Im East Room hängt eine Kopie des Lansdowne Portrait, welches den ersten Präsidenten der USA, George Washington, zeigt. Der Raum befindet sich – wie der Name bereits sagt – auf der Ostseite des sogenannten State Floor im ersten Obergeschoss, in welchem sich die repräsentativen Staatsräume befinden. Der East Room war in seiner Geschichte Schauplatz privater und hoch offizieller Ereignisse. So fanden beispielsweise schon Hochzeiten von Kindern der Präsidentenfamilien hier statt. Präsident Gerald Ford wurde hier 1974 nach dem Rücktritt Richard Nixons als Präsident vereidigt. Alle im Amt verstorbenen Präsidenten, wie beispielsweise Abraham Lincoln 1865 und John F. Kennedy 1963, wurden hier aufgebahrt.<ref>Das Weiße Haus: Die wichtigsten Fakten. In: Kabel Eins Doku. ProSieben Sat.1 Media SE, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 24. Oktober 2020. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
- State Dining Room
- Porzellanzimmer im Untergeschoss, in dem die Porzellansammlung des Weißen Hauses aufbewahrt und ausgestellt wird. Der Raum wurde unter der damaligen First Lady Edith Wilson eingerichtet und soll Porzellan enthalten, das bis in die Zeit des ersten US-Präsidenten George Washington zurückreicht.
West Wing
- Oval Office, das offizielle Arbeitszimmer des US-Präsidenten
- Cabinet Room, Konferenzsaal des Kabinetts
- White House Situation Room, auf verschlüsselte Kommunikation ausgelegter Raum
- Roosevelt Room, Konferenzsaal für verschiedene Zwecke, der von Richard Nixon 1969 sowohl nach Theodore, als auch nach Franklin Roosevelt benannt wurde
- Büro des Vizepräsidenten
- Büro des Stabschefs des Weißen Hauses
- Kegelbahn im Untergeschoss, die unter Harry S. Truman eingebaut wurde
- Navy Mess, von der US Navy betriebenes Restaurant für bis zu 50 Personen. Das Restaurant ist nicht öffentlich zugänglich.<ref>Mark Abadi, Taylor Borden: 15 Unbekannte Räume im Weißen Haus. In: Businnes Insider. 23. August 2020, abgerufen am 24. Oktober 2020.</ref>
East Wing
Bevor er im Oktober 2025 abgerissen wurde, waren im East Wing folgende Räume untergebracht:
- Büros der First Lady und ihrer Mitarbeiter
- Büros der White House Social Secretary
- White House Graphics and Calligraphy Office, hier wurden beispielsweise offizielle Einladungen und Grußkarten handschriftlich angefertigt
- Räume der Postabteilung
- Kino
- Besuchereingang des Weißen Hauses<ref>Rundgang durchs Weiße Haus. In: RP Online. Abgerufen am 24. Oktober 2020.</ref>
Öffentlicher Zugang
Wie die englischen und irischen Landhäuser, denen es nachempfunden ist, war das Weiße Haus von Beginn an bis Anfang des 20. Jahrhunderts für die Öffentlichkeit zugänglich. Bei seiner zweiten Amtseinführung 1805 hielt Präsident Thomas Jefferson einen Tag der offenen Tür ab, und viele Menschen folgten ihm nach seiner Vereidigung im Kapitol nach Hause, wo er sie im „Blue Room“ begrüßte. Diese Praxis des „offenen Hauses“ war jedoch gelegentlich Anlass zu Rowdytum: 1829 musste Präsident Andrew Jackson in ein Hotel ausweichen, als rund 20.000 Bürger seine Amtseinführung im Weißen Haus feierten. Seine Helfer mussten den Mob schließlich mit Waschbottichen nach draußen locken, die mit einem hochprozentigen Cocktail aus Orangensaft und Whisky gefüllt waren.<ref>Elizabeth B. Greene: Buildings and Landmarks of 19th-Century America: American Society Revealed. In: ABC-CLIO. 2017, abgerufen am 10. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Praxis setzte sich bis 1885 fort, als der neu gewählte Grover Cleveland anstelle des traditionellen Open House einen Präsidentenbesuch der Truppen von einer Tribüne vor dem Weißen Haus ausrichtete. Inspiriert von Washingtons offenen Häusern in New York und Philadelphia, begann John Adams die Tradition des Neujahrsempfangs im Weißen Haus.<ref>Margaret Strolle: The New Years Day White House Reception – A Bygone Chance to Shake the President`s Hand. In: White House Historical Association, Issuu. 6. November 2020, abgerufen am 10. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Jefferson erlaubte öffentliche Führungen durch sein Haus, die seither – außer in Kriegszeiten – fortgesetzt werden, und begann die Tradition eines jährlichen Empfangs am Nationalfeiertag (4. Juli). Diese Empfänge endeten Anfang der 1930er Jahre während der Weltwirtschaftskrise. Präsident Bill Clinton belebte in seiner ersten Amtszeit (1993–1997) kurzzeitig den Neujahrsempfang wieder.
Der Bürgersteig der Pennsylvania Avenue ist eine beliebte Demonstrationszone, zumal die Straße für den öffentlichen Verkehr, mit Ausnahme von Dienstfahrzeugen, gesperrt ist. Er dient auch als Wartebereich für die täglichen öffentlichen Führungen durch das Weiße Haus. Diese wurden nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eingestellt. Im September 2003 wurden sie für Gruppen, die zuvor über ihre Kongressvertreter oder Botschaften in Washington Vorkehrungen für ausländische Staatsbürger getroffen hatten und sich Hintergrundüberprüfungen unterziehen mussten, wieder aufgenommen. Das Gebäude blieb aber für die Öffentlichkeit geschlossen. Besichtigungstouren durch das Weiße Haus wurden wegen Haushaltszwängen im größten Teil des Jahres 2013 ausgesetzt und im November 2013 wieder begonnen.
Sicherheitsvorkehrungen
Das Weiße Haus und das umliegende Gelände ist eine Hochsicherheitszone, die mit den modernsten Sicherheitsanlagen ausgestattet ist. Folgende Maßnahmen bzw. Einrichtungen schützen das Weiße Haus:
- Überflugverbot: Kein Flugzeug darf in den Luftraum über dem Weißen Haus ohne Genehmigung eindringen. Diese Zone erstreckt sich über das Kapitol und das Lincoln Memorial. Jedes Flugzeug, das sich der Verbotszone nähert, wird vom Radar des National Airport erfasst und beobachtet. Im Notfall werden Abfang-Jets gestartet, um das Flugzeug abzufangen. Die Nationalgarde hält vor Ort zusätzlich Flugabwehrraketen bereit.
- Schutzbunker: Unter dem Ostflügel befindet sich ein Luftschutzbunker, der inzwischen zum Presidential Emergency Operations Center (PEOC) umgestaltet wurde. Er ermöglicht dem Präsidenten und seinem Stab Aufenthalt und Steuerung des Landes in Sondersituationen. Bei den Terroranschlägen am 11. September 2001 wurde das Weiße Haus zum ersten Mal in seiner Geschichte evakuiert. Der anwesende Vizepräsident Dick Cheney zog sich mit weiteren Personen, darunter die damalige Nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice, in den Luftschutzbunker zurück.
- Scharfschützen: Auf dem Dach beobachten Agenten die Umgebung mit Ferngläsern.
- Kameras und Sensoren: Auf dem ganzen Gelände befinden sich Überwachungskameras und Sensoren.
- Sicherheitskräfte: Der Secret Service und die Park Police bewachen das Anwesen.
Höchstwahrscheinlich gibt es noch weitere Sicherheitsvorkehrungen, diese sind aber nicht öffentlich bekannt.
Sonstiges
- Die Farbe des Weißen Hauses ist ein Creme-Weiß namens Whisper White.<ref>What color is the White House? 31. Juli 2017, abgerufen am 4. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die für den aus Silikatfarbe bestehenden Anstrich verwendete Farbe stammt aus der Produktion der in Diedorf bei Augsburg ansässigen Firma Keimfarben.<ref>Charlotte Simonyi: Die Weißheit kommt aus Bayern. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 6. Oktober 2016, S. 17.</ref>
- Ein Bild des Weißen Hauses ist auf der Rückseite der amerikanischen 20-Dollar-Note zu sehen.
- Mit der Amtsübernahme Barack Obamas wurden die whitehouse.gov-Inhalte unter eine Creative-Commons-Lizenz gestellt, soweit sie nicht ohnehin als Werke von US-Beamten gemeinfrei waren.<ref>Barack Obama setzt auf Creative Commons. In: golem.de, 22. Januar 2009.</ref> Vor der Amtsübernahme durch Donald Trump wurden die Webseiten als obamawhitehouse.archives.gov archiviert.<ref>Barack Obama e.a.: Yes, we did. Yes, we can. In: ObamaWhiteHouse. NARA, 20. Januar 2017, abgerufen am 26. Januar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), historical material “frozen in time”).</ref>
- In Anlehnung an das Weiße Haus werden in einigen Fällen die in Privatbesitz des jeweiligen Präsidenten der USA befindlichen Residenzen, die ähnlich wie Camp David gelegentlich bei Staatsbesuchen Verwendung finden, als Western White House, Summer White House (z. B. im Falle von Kennedys Familienanwesen in Hyannis Port) oder Winter White House (z. B. im Falle von Trumps Residenz Mar-a-Lago in Florida) bezeichnet: So verbrachte z. B. Ronald Reagan viel Zeit der Präsidentschaft auf seiner Rancho del Cielo.<ref>Around the Nation; REAGAN DESIGNATES RANCH A 'WESTERN WHITE HOUSE'. 5. Februar 1981 (nytimes.com [abgerufen am 24. Oktober 2025]).</ref>
- Im sechsten Teil der Videospiel-Reihe Splinter Cell spielen die letzten Kapitel in Washington, D.C. In den beiden finalen Missionen kämpft sich der fiktive Protagonist Agent Sam Fisher durch die Parkanlage des Weißen Hauses, um im Showdown in den von Verschwörern besetzten Räumlichkeiten des Weißen Hauses (u. a. auch im Oval Office) die in diesem Videospiel-Teil ebenfalls fiktive US-Präsidentin Patricia Caldwell vor Ermordung zu schützen.<ref>Spieledurchgänge dieser Missionen, in denen das Weiße Haus architektonisch sehr realitätsgetreu umgesetzt wurde, finden sich auf YouTube hier und hier, abgerufen am 2. April 2023.</ref>
Literatur
- Frank Freidel, William Pencak (Hrsg.): The White House. The First Two Hundred Years. University Press, Boston/Mass. 1994, ISBN 1-55553-170-9.
- Barry H. Landau: The president’s table. 200 years of dining and diplomacy. HarperCollins, New York 2007, ISBN 0-06-089910-7.
- John Newton Pearce: The Creation of the President’s House. In: Records of the Columbia Historical Society, Washington, D.C. Vol. 63/65, 1963/1965, ISSN 0897-9049, S. 32–48.
- William Seale: The president’s house. A history. University Press, Baltimore, Md. 2008, ISBN 0-8018-8597-3 (2 Bände.).
- Margaret Truman: The President’s House: 1800 to the Present The Secrets and History of the World’s Most Famous Home. Ballantine Books, New York City 2005, ISBN 0-345-47248-9.
Weblinks
- The White House. In: whitehouse.gov. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- The White House Historical Association. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- Das Weiße Haus als 3D-Modell im 3D Warehouse von SketchUp
- Als das Weiße Haus nur ein Torso mit einem Atombunker war
Einzelnachweise
<references />
National Preserves
Aniakchak National Monument and Preserve |
Bering Land Bridge National Preserve |
Big Cypress National Preserve |
Big Thicket National Preserve |
Craters of the Moon |
Denali |
Gates of the Arctic |
Glacier Bay |
Great Sand Dunes |
Katmai |
Noatak National Preserve |
Tallgrass Prairie National Preserve |
Timucuan Ecological and Historic Preserve |
Wrangell St.Elias |
Yukon-Charley Rivers National Preserve
National Reserves
City of Rocks National Reserve |
Ebey’s Landing National Historic Reserve
Other Designations
Catoctin Mountain Park |
Constitution Gardens |
Fort Washington Park |
Greenbelt Park |
National Capital Parks |
National Mall |
Piscataway Park |
Prince William Forest Park |
Rock Creek Park |
Weißes Haus |
Wolf Trap Farm Park for the Performing Arts
Koordinaten: 38° 53′ 51,3″ N, 77° 2′ 11,7″ W
{{#coordinates:38,897594|−77,036572|primary
|dim=
|globe=
|name=
|region=US-DC
|type=landmark
}}
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Webarchiv
- Wikipedia:Weblink offline
- Weißes Haus
- Föderale Exekutive (Vereinigte Staaten)
- National Historic Landmark (District of Columbia)
- Erbaut 1800
- Rekonstruiertes Bauwerk in den Vereinigten Staaten
- Standort der Exekutive in Washington, D.C.
- Bauwerk in Washington, D.C.
- Regierungszentrale
- Amtssitz eines Staatspräsidenten