Weinsfeld (Hilpoltstein)
Weinsfeld Stadt Hilpoltstein
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(314)&title=Weinsfeld 49° 9′ N, 11° 16′ O
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| Höhe: | 422 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 4,79 km²<ref name="Gemarkung" /> | |||||
| Einwohner: | 314 (31. Dez. 2021)<ref>Nahverkehrsplan Landkreis Roth. (PDF; 9,8 MB) Verkehrsverbund Großraum Nürnberg GmbH, S. 66, abgerufen am 25. September 2024.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 66 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1972 | |||||
| Eingemeindet nach: | Meckenhausen | |||||
| Postleitzahl: | 91161 | |||||
| Vorwahl: | 09179 | |||||
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Weinsfeld ist ein Gemeindeteil der Stadt Hilpoltstein im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Sindersdorf hat eine Fläche von 4,791 km². Sie ist in 552 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 8678,57 m² haben.<ref name="Gemarkung">Gemarkung Weinsfeld (093915). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 11. Oktober 2024.</ref><ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 11. Oktober 2024.</ref>
Lage
Das Pfarrdorf liegt im Vorland der Mittleren Frankenalb,<ref>Franz Tichy: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 163 Nürnberg. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1973. → Online-Karte (PDF; 4 MB)</ref> östlich von Eysölden und südöstlich des Gemeindesitzes, nördlich des 556 Meter hohen Eichelberges.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 11. Oktober 2024 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Zum ersten Mal wurde Weinsfeld um das Jahr 1434 im Urbar des Burggrafschaft Nürnberg erwähnt. Der Ort war bis 1480 eine Filiale der Urpfarrei Eysölden.<ref>Wiessner, S. 11, 157</ref> Im Zuge der Reformation im Jahr 1542 durch die Reichsstadt Nürnberg, die das pfalz-neuburgische Amt Hilpoltstein für 36 Jahre vom verschuldeten Pfalzgraf Ottheinrich als Pfand erworben hatte, wurde Weinsfeld 1548 evangelisch und aus Mindof aus- und in die evangelische Pfarrei Jahrsdorf eingepfarrt.<ref>Wiessner, S. 177 f.; Buchner II, S. 747</ref>
1544 ließ Nürnberg ein Salbuch anlegen; darin sind 33 „Höfe, Güter und Mannschaften“ zu Weinsfeld aufgeführt, die zehn verschiedenen Grundherren gehörten. Bis auf zwölf nürnbergische Höfe unterstanden alle Höfe der Herrschaft (Hilpolt-)Stein hoch- sowie niedergerichtlich.<ref>Carl Siegert: Geschichte der Herrschaft, Burg und Stadt Hilpoltstein, ihrer Herrscher und Bewohner. In: Verhandlungen des historischen Vereines von Oberpfalz und Regensburg 20 (1861), S. 227; Wiessner, S. 238</ref> Das dort erwähnte Pfründthaus für den Frühmessner wurde 1583 in ein Schulhaus verwandelt.<ref name=":1">Buchner II, S. 747</ref> 1604 sind ein „Weynsvelder“ Gemeindeholz und ein „Weinßvelder“ Weiher genannt; für diese Zeit sind 32 Höfe erwähnt, zwölf davon dem pfalz-neuburgischen Amt Hilpoltstein unterstehend.<ref>Günter Frank und Georg Paulus: Edition von Christoph Vogels Beschreibungen pfalz-neuburgischer Ämter (1598–1604), Teil 18: Pflegamt Hilpoltstein, S. 16, 18, 31, 38, siehe [1]</ref> Mit der Gegenreformation im Jahr 1627 durch das zum alten Glauben zurückgekehrte Pfalz-Neuburg wurde der Ort wieder katholisch, blieb aber für Jahrhunderte Filiale von Jahrsdorf.<ref name=":1" />
Gegen Ende des Alten Reiches, gegen 1800, bestand Weinsfeld aus nunmehr 36 Untertanen-Anwesen, die sich zwölf Grundherrschaften teilten:
- 16 Untertanen unterstanden dem pfalz-neuburgischen, zuletzt kurbaierischen Rentamt Hilpoltstein.
- 4 Untertanen gehörten der Kirche Weinsfeld,
- je 3 Untertanen unterstanden dem kurbaierischen Amt Pyrbaum (ehemals wolffsteinsche Untertanen), dem Freiherrn von Griesbeck zu Pilsach und dem Freiherrn von Böheim zu Nürnberg,
- 2 Güter waren frei eigen und
- je 1 Untertan gehörten der Chorstiftsverwaltung Hilpoltstein, dem Freiherrn Haller von Hallerstein zu Nürnberg, dem bischöflich-eichstättischen Pfleg- und Kastenamt Obermässing, dem Grafen Vieregg zu München und dem Johann Gerngroß in Lay.
Außerdem gab es neben der Kirche ein Schulhaus und ein gemeindliches Hirtenhaus.<ref>Wiessner, S. 238</ref>
Im neuen Königreich Bayern (1806) bildete Weinsfeld einen Steuerdistrikt und eine Ruralgemeinde, die um 1820 aus 37 Höfen bestand, in denen 210 Personen lebten.<ref name=":2">Wiessner, S. 258</ref>
1804 hatte Kurfürst Max Joseph die Errichtung einer eigenen Seelsorgestelle und eines eigenen Friedhofs in Weinsfeld genehmigt; bis dahin waren die Toten in Mindorf bestattet worden. 1827 wurde Weinsfeld zur katholischen Expositur, 1843 zur Pfarrkuratie erhoben. Zu dieser Zeit befanden sich zwei Schulen am Ort, eine mit einer männlichen, die andere mit einer weiblichen Lehrkraft. Eingeschult waren Lay und Tandl. 1852 wurde der Friedhof erweitert. 1875 wohnten in Weinsfeld in 39 Wohngebäuden 195 Katholiken und ein Protestant. Eine Krankenpflege-Schwester wohnte um 1937 im sog. Stiftungshaus, das der 1917 verstorbene Pfarrer Ulrich Hunner gestiftet hatte.<ref>Buchner II, S. 748 f.; Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Sp. 892</ref>
Über der Viehbestand des Dorfes gibt es seit dem 19. Jahrhundert amtliche Zählungen. So wurden 1875 15 Pferde, 236 Stück Rindvieh, 14 Schafe, 56 Schweine und drei Ziegen gezählt.<ref>Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Sp. 892</ref> 1904 gab es im Ort 14 Pferde, 293 Stück Rindvieh, 188 Schweine und zwei Ziegen; auch in anderen Orten nahm die Schweinehaltung innerhalb dieser circa 25 Jahre stark zu.<ref>Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern mit alphabetischem Ortsregister, München 1904, Sp. 1222</ref>
In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl vorübergehend durch Flüchtlinge und Vertriebene stark an.
Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Weinsfeld in die Gemeinde Meckenhausen eingegliedert,<ref name="Volkert"></ref> die ihrerseits 1976 nach Hilpoltstein eingegliedert wurde.<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982"></ref>
1993 errang Weinsfeld im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden beim bayerischen Landesentscheid die Silbermedaille.
Bevölkerungsentwicklung
| Jahr | Gebäude | Einwohner |
|---|---|---|
| 16. Jahrhundert | 33<ref name=":0">Wiessner, S. 40</ref> | |
| 18. Jahrhundert | 36<ref name=":0" /> | |
| 1820 | 37 | 210<ref name=":2" /> |
| 1861 | 213<ref>J. Heyberger und andere: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. München 1867, Spalte 716</ref> | |
| 1900 | 38 | 186<ref>Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern mit alphabetischem Ortsregister, München 1904, Sp. 1222</ref> |
| 1910 | 208<ref>M. W. Ehrenreich (Zusammensteller): Regierungsbezirk Mittelfranken: Bezirksamt Hilpoltstein. In: Gemeindeverzeichnis 1900. U. Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. März 2014; abgerufen am 10. Januar 2026 (Einwohner Dezember 1910).</ref> | |
| 1933 | 215 | |
| 1938 | 217<ref>Buchner II, S. 748</ref> | |
| 1950 | 48 | 301<ref name=":2" /> |
| 1961 | 56 | 258<ref>Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 798</ref> |
| 1970 | 263<ref name=":2" /> | |
| 1987 | 75 | 280<ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 348 (Digitalisat).</ref> |
Katholische Pfarrkirche St. Michael
Die Kirche St. Michael ist eine gotische Chorturmkirche, vermutlich aus dem frühen 15. Jahrhundert stammend.<ref>Mader, S. 317</ref> 1758 wurde sie nach Westen verlängert und der baufällige Kirchturm repariert und erhöht.<ref>Buchner II, S. 747</ref> Die Flachdecke weist Bandwerstukkaturen von 1730/1750 auf. Der zweisäulige Hauptaltar entstand um 1680, hat aber Rokokozutaten, die beiden ebenfalls zweisäuligen Seitenaltäre wurden Mitte des 17. Jahrhunderts geschaffen, die Altarblätter sind jüngeren Datums. Die Kanzel mit Pelikan auf dem Schalldeckel wurde 1760 geschaffen, zwei Engel ein Jahr später. Um diese Zeit wurde auch das Ölbild mit dem hl. Nepomuk gemalt. Aus gotischer Zeit stammt ein Kruzifix (1460–1470). 1921 wurde die Sakristei vergrößert, 1922 an die Ostseite des Turmes eine Kriegergedächtniskapelle errichtet. 1935 kam eine Bittner-Orgel mit sieben Registern in die Kirche. Um 1938 hingen drei Glocken in Turm, eine aus dem 15. Jahrhundert, die beiden anderen von 1566 und 1567. 1843 wurde eine Herz-Mariä-Bruderschaft ins Leben gerufen. An der Westseite der Kirche befindet sich eine Lourdeskapelle. Der Ort wird heute von der Pfarrei Hilpoltstein mitversorgt.<ref>Buchner II, S. 748 f.; Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bayern I: Franken. 2., durchgesehene und ergänzte Auflage, München: Deutscher Kunstverlag 1999, S. 1092; Mader, S. 317 f.; Gemeinsam unterwegs. Kirchen und Pfarreien im Landkreis Roth und in der Stadt Schwabach, Schwabach/Roth o. J. [2000], S. 108 f.</ref>
Baudenkmäler
Außer der Pfarrkirche gelten als Baudenkmäler:
- ein Wohnstallhaus mit Fachwerkgiebel aus dem 19. Jahrhundert (Weinsfeld B 19),
- ein ehemaliges Gasthaus aus dem 17./18. Jahrhundert (Weinsfeld C 3), und der
- ehemalige Pfarrhof, ein zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
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Vereine
Mit dem seit 1970 bestehenden DJK Weinsfeld gibt es einen Sportverein, der eine Fußball-, eine Tischtennis-, eine Turn- und eine Tennissparte unterhält. Seit 1953 gibt es auch den Schützenverein Enzian Weinsfeld.
Verkehr
Weinsfeld liegt nur ca. 500 m westlich der Autobahn A 9, die nächste Auffahrt befindet sich 2,5 km weiter nördlich. Die Staatsstraße St 2391 verläuft nach Offenbau bzw. zur Staatsstraße St 2238, die nach Hilpoltstein bzw. nach Sindersdorf führt. Die Kreisstraße RH 26 führt nach Lay zur Staatsstraße 2388 bzw. zur Kreisstraße RH 24 bei Eysölden.
Literatur
- Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt, II. Band: Eichstätt 1938
- Johann Kaspar Bundschuh: Weinsfeld. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 133 (Digitalisat).
- Vorlage:Mader Bezirksamt Hilpoltstein
- Wolfgang Wiessner: Hilpoltstein (= Kommission für Bayerische Landesgeschichte [Hrsg.]: Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 24). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1978, ISBN 3-7696-9908-4 (Digitalisat).
Weblinks
- Weinsfeld. In: hilpoltstein.de. Abgerufen am 11. Oktober 2024.
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Weinsfeld in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Weinsfeld im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
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