Whoonga
Whoonga, auch Nyaope genannt, ist ein in Südafrika verbreitetes Rauschmittel. Gehandelt wird es als weißes Pulver, das als Rauchmischung mit Tabak oder Marihuana geraucht wird. Whoonga wird ein hohes Suchtpotential zugeschrieben.<ref name="aljazeera1">New drug sweeping South Africa. - Al Jazeera English Report (Video, 2:15 min)</ref><ref name="aljazeera2">Jonathan Hull: Whoonga is the cruelest high. Al Jazeera English (reporter's notebook), 3. November 2010</ref> Die Bezeichnung Whoonga wird sowohl für das Pulver als auch für fertige Rauchmischungen verwendet.
Eigenschaften
Vermutlich ist Heroin die (wenn unter Umständen auch nur in geringen Mengen beigefügte) Grundlage von Whoonga.<ref name="Boomgaard">Masood Boomgaard: Whoonga Whammy. Independent Online, 28. November 2010</ref><ref name=":1">The Novel Psychoactive Substance Nyaope Brings Unique Challenges to Mental Health Services in South Africa | OMICS International. Abgerufen am 24. April 2019.</ref><ref name=":0">Whoonga - Informationsbroschüre. (PDF) Health Department Province of Kwazulu-Natal, abgerufen am 24. April 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Wirkung hält wenige Stunden an. Bei Nachlassen der Wirkung ruft es schwere körperliche Entzugserscheinungen hervor. Ansonsten existieren unterschiedliche Berichte über Beimischungen von beispielsweise Rattengift,<ref name=":0" /><ref name=":12">David J. Grelotti, Elizabeth F. Closson, Jennifer A. Smit, Zonke Mabude, Lynn T. Matthews: Whoonga: Potential recreational use of HIV antiretroviral medication in South Africa. In: AIDS and behavior. Band 18, Nr. 3, März 2014, ISSN 1090-7165, S. 511–518, doi:10.1007/s10461-013-0575-0, PMID 23955659, PMC 3926908 (freier Volltext).</ref> Waschpulver,<ref name="aljazeera1" /> Kokain,<ref>Glen P. Davis, Hilary L. Surratt, Frances R. Levin, Carlos Blanco: Antiretroviral medication: An emerging category of prescription drug misuse. In: The American Journal on Addictions. Band 23, Nr. 6, 2014, ISSN 1521-0391, S. 519–525, doi:10.1111/j.1521-0391.2013.12107.x, PMID 24102874, PMC 3956727 (freier Volltext).</ref> Morphium<ref name=":12" /> und Opiaten im Allgemeinen, Benzodiazepinen, MDA, Hustenstiller (Ephedrin), Koffein, Antibiotika<ref name=":1" /> oder Crystal Meth.<ref name="Boomgaard" /> Auch existieren einige Medienberichte, die davon sprechen, dass zu Pulver zerkleinerte Aids-Virostatika wie Stocrin den Whoonga-Mischungen hinzugefügt<ref name="Boomgaard" /><ref name="NZZ2">"Südafrikas Modedroge Nyaope" Neue Zürcher Zeitung, 30. Januar 2016</ref> und dass diese Medikamente durch Käufe von oder Überfälle auf Patienten erlangt werden würden.<ref name="aljazeera1" /><ref name="Bryson1">Donna Bryson: AIDS drugs stolen in South Africa for 'whoonga' . Associated Press, 28. November 2010</ref> Nach Polizeiangaben entspricht Whoonga bis auf die Hinzugabe der Aids-Virostatika weitgehend älteren heroinbasierten Drogen wie sogenannten Sugars. So stammt auch das Wort Whoonga vermutlich aus Tansania, wo es für heroinbasierte Drogen wie Sugars verwendet wurde. Whoonga wäre demnach einfach ein neuer Name, um in Südafrika neue Konsumenten für heroinbasierte Drogen zu erschließen.<ref name="Boomgaard" />
Whoonga trat erstmals zwischen 2007 und 2009 in Südafrika auf und hat sich dort 2010 verstärkt unter der armen Bevölkerung in den Townships verbreitet. Whoonga wird zu einem Straßenpreis von etwa 20 Rand (Stand 2010, circa 1,50 Euro) pro Dosis vertrieben. Aufgrund der hohen Suchtgefahr der Droge führt sie zu einer verstärkten Beschaffungskriminalität. Der Besitz von Whoonga in Südafrika ist illegal.
Weblinks
- welt.de - Nyaope (5. Januar 2016)
- Anders Kelto: Heroin's Handmaiden. Dispatches, on CBC Radio One, 24. Februar 2011 (audio, englisch, 14:51 Min)
Einzelnachweise
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