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Wilhelm Achtermann

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Datei:Porträt Wilhelm Achtermann, gezeichnet von Caspar Goerke, Rom 1853.jpg
Wilhelm Achtermann, 1853 gezeichnet von seinem Künstlerfreund Caspar Görke in Rom
Datei:Wilhelmachtermann.jpg
Wilhelm Achtermann
Datei:Achtermann Kreuzabnahme Münster 1904JS.jpg
Wilhelm Achtermann, Kreuzabnahme im Dom zu Münster, zerstört im Zweiten Weltkrieg
Datei:AchtermannPietaStCorneliusDuelken 155644.jpg
Achtermann-Pietà in St. Cornelius, Dülken; Marmorkopie der zerstörten Münsteraner Pietà
Datei:Wilhelm Achtermannː Pašijový oltář.jpg
Passionsaltar, 1873, Dom zu Prag, St. Andreaskapelle
Datei:Achtermann.jpg
Grab auf dem Campo Santo Teutonico, Rom

Wilhelm Theodor Achtermann (* 15. August 1799 in Münster; † 26. Mai 1884 in Rom, ± Campo Santo Teutonico) war ein deutscher Bildhauer und Ehrenbürger der Stadt Münster. Er gilt als einer der Hauptvertreter der Nazarener unter den Bildhauern.

Leben und Werk

Der Sohn eines Schreinermeisters war bis zum Alter von 28 Jahren<ref>nach Weiland; Müller spricht vom 30. Lebensjahr</ref> auf dem Bauernhof seiner Tante als Knecht tätig. Nebenher übte er sich im Holzschnitzen. Seine Arbeiten wurden wegen ihrer Feinheit bewundert und führten dazu, dass der westfälische Oberpräsident Ludwig von Vincke ihm deswegen ein Stipendium an der Akademie der Künste in Berlin vermittelte.

Auf eine Bitte Ernst Rietschels, wurde er ins Atelier von Christian Daniel Rauch aufgenommen. Später arbeitete er als Schüler der Akademie unter Christian Friedrich Tieck und Johann Gottfried Schadow. 1837 erneuerte er die Reliefszenen von Georg Franz Ebenhech am Portikus der Sankt-Hedwigs-Kathedrale und schuf ein Modell für das Giebelrelief mit der Darstellung der Anbetung der Könige, das jedoch erst 1897 in neobarocken Formen von Nikolaus Geiger ausgeführt wurde. Durch Verkauf kleiner Arbeiten verschaffte sich Achtermann endlich die Mittel zu einer Reise nach Italien. Mit 41 Jahren ließ er sich gegen 1839 bei den Deutschrömern in Rom für den Rest seines Lebens nieder.

In Rom verfertigte er 1849 eine Pietà, die sich im St.-Paulus-Dom von Münster befand und in kleineren Nachbildungen anderer Bildhauer verbreitet ist, von der er aber auch selbst Kopien anfertigte. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört, wie auch sein umfangreichstes Werk, eine aus fünf überlebensgroßen Figuren bestehende Kreuzabnahme aus Carrara-Marmor, die 1858 im Dom zu Münster aufgestellt wurde. Fragmente beider Werke, im Wesentlichen die Köpfe, sind heute im Obergeschoss der Domkammer ausgestellt. Eine Nachbildung der Pietà steht in der nördlichen Turmkapelle des Doms. Die letzte von ihm selbst 1875 in Marmor angefertigte Kopie der Pietà befindet sich in einer eigens dafür errichteten Marienkapelle in Lenhausen (Gemeinde Finnentrop, Sauerland).<ref>Greitemann, Alfons: Lenhausen. Mein Heimatdorf in Vergangenheit und Gegenwart. Lenhausen 1968 S. 100 ff.</ref>

Am 29. September 1842 trat Wilhelm Achtermann in die römisch-deutsche Campo-Santo-Bruderschaft ein.<ref>Friedrich Noack: Das Deutschtum in Rom seit dem Ausgang des Mittelalters. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1927, Band 2, S. 54</ref> Zeitweise wirkte er dort als Vorstandsmitglied. Im Jahre 1857 stiftete er ein Bronzekreuz für die Mitte ihres Friedhofs sowie eine Kopie seiner Pietà aus Gips. Sie wurde vom Maler August Wilhelm Julius Ahlborn für den Mutter-Gottes-Altar der Campo-Santo Kirche verziert, stand jedoch von 1884 bis zur Entfernung in den 1970er-Jahren auf dem Hochaltar. Die Schaffung einer Marmorvariante hatte Achtermann wegen seines hohen Alters abgelehnt. 1879 verkaufte er der Erzbruderschaft vom Campo Santo mit erheblichem Rabatt ein Auferstehungsrelief, das in der Schweizer-Kapelle der Kirche aufgestellt wurde.<ref>Zum Achtermann Relief in der Schweizer-Kapelle des Campo Santo</ref> Zudem schuf er 1859 auf dem deutschen Vatikanfriedhof den Grabstein für Michael Knegten, ehemals Hauslehrer des Staatsmannes Franz von Thun und Hohenstein.<ref>Weiland, S. 441 f.</ref>

Seine letzte größere Arbeit war ein gotischer Altar mit drei Reliefs aus dem Leben Christi für den Dom zu Prag, (1873 aufgestellt).

Wilhelm Achtermann starb am 26. Mai 1884 und wurde am 28. Mai 1884 auf dem Campo Santo Teutonico zu Rom beigesetzt. Die Inschrift der Grabplatte hatte er selbst entworfen.

Die westfälische Schriftstellerin Ferdinande von Brackel aus Welda verewigte Wilhelm Achtermanns Leben 1887 in der Novelle „Der Spinnlehrer von Carrara“.

Literatur

|1=Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage. Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1 |2=Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8 |3=Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2 |4=Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7 |5=Herzberg 1993, ISBN 3-88309-043-3 |6=Herzberg 1993, ISBN 3-88309-044-1 |7=Herzberg 1994, ISBN 3-88309-048-4 |8=Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0 |9=Herzberg 1995, ISBN 3-88309-058-1 |10=Herzberg 1995, ISBN 3-88309-062-X |11=Herzberg 1996, ISBN 3-88309-064-6 |12=Herzberg 1997, ISBN 3-88309-068-9 |13=Herzberg 1998, ISBN 3-88309-072-7 |14=Herzberg 1998, ISBN 3-88309-073-5 |15=Herzberg 1999, ISBN 3-88309-077-8 |16=Herzberg 1999, ISBN 3-88309-079-4 |17=Herzberg 2000, ISBN 3-88309-080-8 |18=Herzberg 2001, ISBN 3-88309-086-7 |19=Nordhausen 2001, ISBN 3-88309-089-1 |20=Nordhausen 2002, ISBN 3-88309-091-3 |21=Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-110-3 |22=Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-133-2 |23=Nordhausen 2004, ISBN 3-88309-155-3 |24=Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-247-9 |25=Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-332-7 |26=Nordhausen 2006, ISBN 3-88309-354-8 |27=Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-393-2 |28=Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-413-7 |29=Nordhausen 2008, ISBN 978-3-88309-452-6 |30=Nordhausen 2009, ISBN 978-3-88309-478-6 |31=Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-544-8 |32=Nordhausen 2011, ISBN 978-3-88309-615-5 |33=Nordhausen 2012, ISBN 978-3-88309-690-2 |34=Nordhausen 2013, ISBN 978-3-88309-766-4 |35=Nordhausen 2014, ISBN 978-3-88309-882-1 |36=Nordhausen 2015, ISBN 978-3-88309-920-0 |37=Nordhausen 2016, ISBN 978-3-95948-142-7 |38=Nordhausen 2017, ISBN 978-3-95948-259-2 |39=Nordhausen 2018, ISBN 978-3-95948-350-6 |40=Nordhausen 2019, ISBN 978-3-95948-426-8 |41=Nordhausen 2020, ISBN 978-3-95948-474-9 |42=Nordhausen 2021, ISBN 978-3-95948-505-0 |43=Nordhausen 2021, ISBN 978-3-95948-536-4 |44=Nordhausen 2022, ISBN 978-3-95948-556-2 |45=Nordhausen 2023, ISBN 978-3-95948-584-5 |46=Nordhausen 2023, ISBN 978-3-95948-590-6 |47=Nordhausen 2024, ISBN 978-3-689-11006-2 |48=Nordhausen 2025, ISBN 978-3-689-11017-8 }}{{#if:19|, Sp. 19}}{{#if:|, Sp. {{#iferror:{{#expr:{{{spalten}}}}}|{{{spalten}}}|{{#expr:1*{{{spalten}}}*0}}–{{#expr:-(0*{{{spalten}}}*1)}}}}}}}}{{#if:|}}{{#if:https://web.archive.org/web/20070630024743/http://www.bautz.de/bbkl/a/achtermann_w.shtml%7C}}.{{#if: 1 | |{{#ifeq:||}}}}

Weiterführende Literatur

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  • Johann Hertkens: Wilhelm Achtermann, Westfälisches Künstlerleben. Trier, Paulinus-Dr., 1895.
  • Dagmar Kaiser-Strohmann: Theodor Wilhelm Achtermann (1799–1884) und Carl Johann Steinhäuser (1813–1879), ein Beitrag zu Problemen des Nazarenischen in der deutschen Skulptur des 19. Jahrhunderts. Frankfurt a. M., Peter Lang, 1985. ISBN 3-8204-8184-2.
  • Innocenz. M. Strunk: Wilhelm Achtermann, ein westfälisches Künstlerleben. Vechta i.O., Albertus-Magnus-Verl., 1931.
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • Erika Wicher: Wilhelm Achtermann, 1799–1884 : ein nazarenischer Bildhauer Westfalens. Münster, Regensberg, 1993. ISBN 3-7923-0649-2.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

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