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William Dudley Pelley

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William Dudley Pelley

William Dudley Pelley (* 12. März 1890 in Lynn, Massachusetts; † 30. Juni 1965 in Noblesville, Hamilton County, Indiana) war ein amerikanischer Antisemit und Gründer der antisemitischen Bewegung Silver Shirts.

Leben und Wirken

Als Sohn eines britischen Methodisten wurde Pelley von dessen Stolz auf seine „reine“ englische Herkunft geprägt. Während des Ersten Weltkriegs reiste er durch Europa und Asien. In dieser Zeit begann er, Zeichen jüdischer Verschwörungen zu vermuten. Als solche deutete er etwa die Oktoberrevolution.<ref name="Ferjencik 623">Deborah Ferjencik: Pelley, William Dudley. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart. Band 2: Personen. De Gruyter Saur, Berlin 2009, ISBN 978-3-598-44159-2, S. 623.</ref>

In der Zeit nach dem Krieg arbeitete Pelley zunächst als Journalist. In den 1920er Jahren war er in Hollywood als Autor aktiv und lieferte literarische Vorlagen und Drehbücher für verschiedene Filme wie The Light in the Dark (1922), The Shock (1923) und Der Held des grünen Rasens (1927). 1929 wandte er sich von der Filmbranche ab, die er als „jüdisch“ denunzierte.<ref name="Ferjencik 623"/> Nach einem mystischen Erlebnis, das Thema seines Artikels Seven Minutes in Eternity (erschienen 1929 in The American Magazine) verarbeitete, beschäftigte er sich hauptsächlich mit übernatürlichen und spirituellen Themen. Doch auch in dieser Zeit äußerte er sich immer wieder antisemitisch. In den Jahren der Great Depression politisierte er sich, veröffentlichte Aufsätze und trat bei Massenkundgebungen auf, wo er antikommunistische, nationalistische rassistische und antisemitische Reden hielt.<ref name="Ferjencik 623"/>

1932 zog Pelley nach Asheville (North Carolina), um dort eine Universität zu gründen. Die Schwerpunkte der Universität lagen auf christlicher Volkswirtschaftslehre. Nebenher betrieb er einen Verlag, der die wöchentlich erscheinende Zeitung Liberation herausgab. In dieser verbreitete er seine antisemitischen Weltansichten. Als am 30. Januar 1933 die Nationalsozialisten im Deutschen Reich an die Macht kam, gründete Pelley einen Tag später die paramilitärischen Silver Shirts, eine der radikalsten antisemitischen Organisationen, die es je in den USA gab. Er selbst nannte sich den „Hitler Amerikas“.<ref>Richard E. Frankel: Silver Shirts (USA). In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus, Band 5: Organisationen, Institutionen, Bewegungen. De Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-027878-1, S. 565.</ref> 1936 gründete er dazu die Christian Party, deren Ziel es unter anderem war, Juden den Erwerb von Grund und Boden in den Vereinigten Staaten zu untersagen. Im selben Jahr trat er als Kandidat dieser Partei bei der Präsidentschaftswahl an. Bundesweit erzielte er nur 1598 Stimmen.<ref>ourcampaigns.com: US President National Vote, 1936</ref> Pelley verbreitete, er habe Botschaften von Jesus Christus, von verschiedenen Engeln und von Mary Baker Eddy, der Gründerin der Christlichen Wissenschaft empfangen, die Juden und Kommunisten als die wichtigsten Akteure einer kosmischen Verschwörung benannten. In einem eschatologischen Endkampf würden diese Mächte am 17. September 2001 besiegt und vernichtet werden.<ref>Markku Ruotsila: Silver Shirts. In: Peter Knight (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History. An Encyclopedia. ABC Clio, Santa Barbara / Denver/London 2003, Band 2, ISBN 1-57607-812-4, S. 654.</ref> 1938 schlug Pelley eine weltweite Ausrottung aller Juden durch Sterilisation vor.<ref>Richard Steigmann-Gall: Fascism and Antisemitism in 1930s America. The Genocidal Vision of the Silver Shirts. In: Gavriel D. Rosenfeld, Janet Ward (Hrsg.): Fascism in America. Past and Present. Cambridge University Press, Cambridge / New York 2023, S. 198–217, hier S. 206 f.</ref>

1942 wurde er wegen Volksverhetzung zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Nach acht Jahren Haft wurde er 1950 auf Bewährung entlassen, durfte sich aber politisch nicht mehr öffentlich äußern.<ref>Michael Barkun: A Culture of Conspiracy. Apocalyptic Visions in Contemporary America. University of California Press, Berkeley 2013, ISBN 978-0-520-27682-6, S. 154.</ref>

In seinen späteren Jahren lebte Pelley in Noblesville (Indiana) und veröffentlichte zu spirituellen Themen. Er gab eine eigene Zeitschrift namens Valor heraus, in der er auch Rassentrennung propagierte und antisemitische Forderungen erhob. Dabei wandte er sich der Ufologie zu, die er ebenfalls antisemitisch auflud. Sein Buch Star Guests enthielt angeblich Botschaften von Geistwesen, die Pelley seit den 1920er Jahren via Channeln empfangen haben wollte. Darin wurde eine alternative Stammesgeschichte des Menschen auf prä-astronautischer Grundlage erzählt: Pelley behauptete, der Mensch stamme von Außerirdischen aus der Nähe des Sirius ab, doch hätten halbintelligente Geister, die vor 17 Millionen Jahren auf der Erde gelandet seien, sich genetisch mit deren damals noch affenähnlichen Bewohner vermischt. Diese Rassenmischung sei die Wurzel aller Probleme, werde aber durch weitere Außerirdischer, die „Christ People“, behoben werden. Die aktuelle Erdbevölkerung bestehe zu einem Drittel aus Nachfahren der vorgeschichtlichen „Affen-Mütter“, zu einem weiteren Drittel aus reinkarnierten Geistwesen vom Sirius, das übrige Drittel seien Mitglieder der „Goodley Company of the Avatar“, die versuchen würden, den moralischen Schaden zu beheben, der vor langer Zeit geschehen sei. Trotz der „Christ People“ sei die Erde weiterhin in Gefahr, denn böse Geister aus anderen Gegenden des Universums hätten ihre Invasion bereits begonnen: Zunächst hätten sie sich in Napoleon inkarniert, dann in den Führern der Sowjetunion. Würden sie nicht gestoppt, werde „eine Koalition östlicher Nationen, von denen Russland der Anführer ist, den Globus unterjochen und seine weißen und christlichen Völker in die Knechtschaft führen.“<ref>Michael Barkun: A Culture of Conspiracy. Apocalyptic Visions in Contemporary America. University of California Press, Berkeley 2013, S. 142 und 154 f.</ref>

1965 starb Pelley in Noblesville. Die New York Times nannte ihn in ihrem Nachruf einen „Agitator ohne nennenswerte Gefolgschaft“.<ref>Joel Burgess: Who was Asheville man who led national '30s fascist movement? The Asheville Citizen Times, 22. Dezember 2022.</ref>

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Deborah Ferjencik: Pelley, William Dudley. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart. Band 2: Personen. De Gruyter Saur, Berlin 2009, ISBN 978-3-598-44159-2, S. 623 f.

Weblinks

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