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Wolf-Eberhard von Lewinski

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wolf-Eberhard Georg Felix von Lewinski (* 2. Juni 1927 in Berlin; † 23. März 2003 in Calw) war ein deutscher Musikschriftsteller, Musik- und Theaterkritiker.

Leben

Jugend und Studium

Geboren als Sohn von Hildegard von Lewinski, geborener Miesitscheck von Wischkau, und des Juristen und Bankdirektors Ernst-Alfred von Lewinski († 1970), zog sich Wolf-Eberhard von Lewinski nach der Schulzeit 1944 als Luftwaffenhelfer eine Herzerkrankung zu, die zur Zurückstellung vom Wehrdienst führte. Deswegen konnte er im Herbst 1944 ein Musikstudium – Schwerpunkt Violine – aufnehmen, das er nach dem Zweiten Weltkrieg um eine Dirigentenausbildung als Kapellmeister bei Walther Meyer-Giesow, Hermann Abendroth und Joseph Keilberth in Dresden sowie ein Studium der Theater-, Literatur- und Kunstgeschichte (bei R. Lindemann) erweiterte.

Dirigent und Intendant

Von 1946 war von Lewinski Gastdirigent in Dresden und Eisenach. 1948 trat er das erste Mal als Dirigent öffentlich auf und dirigierte in der Folge u. a. das Philharmonische Orchester Eisenach und die Dresdner Philharmoniker. Gegen Ende seiner beruflichen Laufbahn wurde Lewinski zum Intendanten der rheinland-pfälzischen Staatsphilharmonie in Ludwigshafen berufen.

Musikkritiker und Autor

Bedeutender als seine nur kurze musikalische Tätigkeit wurde nach 1949 jedoch von Lewinskis 1947 in Dresden und Berlin begonnene Arbeit als Musikkritiker. Nach seiner Übersiedlung nach Darmstadt im Jahre 1951 schrieb er zunächst hauptsächlich für das Darmstädter Tagblatt, später auch für Die Welt, die Süddeutsche Zeitung, die Wochenzeitung Rheinischer Merkur, Christ und Welt sowie Fono Forum, Opernwelt und Westermanns Monatshefte und verfasste Hörfunk-Beiträge für verschiedene Rundfunkanstalten. Auch für das Fernsehen war Lewinski tätig. Seit 1971 hat er Lewinski für das ZDF in Mainz und den Saarländischen Rundfunk gearbeitet. Im Rahmen seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Peter Rocholl, dem SR-Musikchef und langjährigen Musikkoordinator der ARD, entstanden viel beachtete Fernsehporträts über die Pianisten Claudio Arrau, Andor Foldes und Wilhelm Kempff sowie über die Gesangssolisten Viorica Ursuleac, Elisabeth Schwarzkopf, Dietrich Fischer-Dieskau, Peter Schreier und Hans Hotter. 1978 übernahm von Lewinski die Position eines Chefmusikkritikers bei der Verlagsgruppe Rhein Main, zu der die Mainzer Allgemeine Zeitung Mainz sowie das Darmstädter Tagblatt und das Wiesbadener Tagblatt gehörten.

Lehrtätigkeit

Im Jahr 1979 nahm von Lewinski eine Lehrtätigkeit an der Musikhochschule Köln (zusammen mit Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt am Main) als Leiter des Seminars Musikkritik und Vergleichende Interpretationskunde auf. Er gab Kurse in Hannover, München (1984) und bei den „Herbsttagen Iserlohn“ sowie bei den „Tagen Alter Musik“ in Innsbruck.

Familie

Wolf-Eberhard von Lewinski war evangelisch, verheiratet ab 1954 mit der promovierten Schriftstellerin<ref>Vgl. etwa Ursula Risse: Verwehter Sommer. Erzählungen. Trüjen, Bremen 1948.</ref> Ursula von Lewinski, geborene Risse (* 15. März 1926 in Bochum), und hatte drei Töchter (Claudia, Silke und Viola), die teilweise ebenfalls einen musischen Beruf ergriffen haben.

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • Goldenes Verdienstzeichen des Landes Salzburg (1981)
  • Mitglied der Deutschen Phono-Akademie
  • Mitglied des Landesmusikrates Rheinland-Pfalz
  • Vorstandsmitglied des Vereins Frankfurter Bachkonzerte

Buchveröffentlichungen

  • Dietrich Fischer-Dieskau. Rembrandt, Berlin 1966 (Mitautor).
  • Ludwig Hoelscher. Hans Schneider, Tutzing 1967.
  • Musik – wieder gefragt. Claassen, Düsseldorf 1967,
  • Artur Rubinstein. Rembrandt, Berlin 1967.
  • Anneliese Rothenberger. Friedrich, Velber 1968.
  • Joseph Keilberth. Rembrandt, Berlin 1968.
  • Andor Foldes. Rembrandt, Berlin 1970.
  • Gideon Kremer. Goldmann, München / Schott, Mainz 1982.
  • Dietrich Fischer-Dieskau. Piper, München / Schott, Mainz 1988.
  • Peter Schreier. (Serie Musik) Piper, München / Schott, Mainz 1992.
  • Brigitte Fassbaender. (Serie Musik). Atlantis, Zürich, und Schott, Mainz, 1999.

Literatur

  • Rita Wilhelm: Gedanken zur Musikkritik. Festschrift zum 75. Geburtstag von Wolf-Eberhard von Lewinski. IKS Garamond, Jena 2002, ISBN 3-934601-57-X.
  • Lewinski, von, Wolf-Eberhard. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 760–761.

Weblinks

Einzelnachweise

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