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Wolfsblut (1991)

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Wolfsblut (Originaltitel: White Fang) ist ein US-amerikanischer Abenteuerfilm von Randal Kleiser und The Walt Disney Company aus dem Jahr 1991. Das Drehbuch von David Fallon, Jeanne Rosenberg und Nick Thiel beruht auf dem gleichnamigen Roman von Jack London.

Handlung

1898, in der Zeit des Goldrausches, reist der junge, unerfahrene Jack Conroy in die Wildnis Alaskas, um den Claim seines verstorbenen Vaters aufzusuchen und dessen Arbeit fortzuführen. Schon bei der Ankunft in Skagway wird er von dem Ganoven Beauty Smith und seinen zwei Kumpanen bestohlen. Er macht den Goldsucher Alex Larson ausfindig, der Jacks Vater gekannt hat und bereit ist, ihn zu dem Claim zu führen, zusammen mit seinem Partner Skunker.

Zwischendurch gibt es immer wieder unkommentierte Szenenwechsel zu einem in einer Höhle wild lebenden Wolf-Hund-Welpen, der von seiner Mutter, ebenfalls Mischling, versorgt wird.

Als das Lager der drei Männer nachts von einem Rudel hungriger Wölfe belagert wird, geht einer ihrer Hunde verloren. Skunker läuft ihm nach und kommt nicht zurück; Alex geht davon aus, dass er von den Wölfen getötet wurde. Dabei wurde die Mutter des Mischlingswelpen angeschossen und verendet vor ihrer Wohnhöhle. Der Welpe trauert um sie und macht sich dann allein auf den Weg in die Wildnis, ist aber noch zu jung, um zu jagen. Er wird an einer Wasserstelle von Jack gesehen, tappt später in eine von Hän aufgestellte Lebendfalle und wird von ihnen zum Schlittenhund abgerichtet. Sie geben ihm den Namen Wolfsblut.

Alex ist mit den Hän befreundet, sie rasten dort und reparieren ihr Boot. Dabei trifft Jack auf den nun ausgewachsenen Wolfsblut. Bei einem Spaziergang um das Dorf wird Jack von einem Bären angegriffen und kann sich notdürftig in Sicherheit bringen. Wolfsblut kommt dazu und vertreibt den Bären.

Bei einem Aufenthalt in der Stadt wird Wolfsblut dem Häuptling der Hän durch einen Trick von Beauty Smith gestohlen, der von seiner Kampfstärke beeindruckt ist, ihn zum Kampfhund abrichtet und großen Erfolg hat. Als Jack später zufällig in der Stadt ist, rettet er Wolfsblut vor einer überlegenen Bulldogge und nimmt ihn mit zum Claim. Alex hat keine Hoffnung für den scharfgemachten Hund, aber Jack gelingt es, Wolfsbluts Vertrauen zu gewinnen.

Kurz darauf wird Jack im Stollen verschüttet und von Wolfsblut ausgegraben. Nach dieser Rettung finden sie Goldstaub an Wolfsbluts Pfoten – der Einsturz hat eine Goldader offengelegt.

Jack lässt die Nuggets in der Stadt prüfen, die Qualität ist gut, sie sind reich. Dabei wird er von Beauty Smith beobachtet. Die drei Ganoven folgen ihm zum Claim und überfallen die zwei Goldsucher. Durch Wolfsbluts Hilfe kann der Überfall abgewehrt werden, die drei Männer kommen zur allgemeinen Erleichterung ins Gefängnis.

Schließlich wollen Jack und Alex sich nach San Francisco aufmachen, um von ihrem Vermögen zu leben. Jack ist klar, dass er Wolfsblut in Alaska lassen muss, und jagt ihn gewaltsam von sich fort, um ihm die Freiheit zu schenken. Doch im Hafen entscheidet er sich zum Bleiben und kehrt allein zum Claim zurück. Als er die beim Überfall beschädigte Hütte repariert, erscheint Wolfsblut und schließt sich ihm wieder an.

Hintergrund

Der Film wurde in Alaska gedreht.<ref>Drehorte für White Fang</ref> Er spielte in den Kinos der USA etwa 34,8 Millionen US-Dollar ein.<ref>Business Data for White Fang</ref>

Im Jahr 1994 wurde eine Fortsetzung mit dem Titel Wolfsblut 2 – Das Geheimnis des weißen Wolfes inszeniert, die Regie übernahm Ken Olin.

Ein weiterer Film gleichen Namens und Vorlage war bereits 1973 mit Franco Nero in der Hauptrolle des Jason Scott unter Lucio Fulci als Regisseur unter dem italienischen Titel Zanna Bianca gedreht worden. Die Fortsetzung dieses Filmes erschien unter dem Titel Wolfsblut kehrt zurück.

Kritiken

Rita Kempley schrieb in der Washington Post vom 19. Januar 1991, der Film habe ein langsames Tempo und sei übermäßig lang („slow and overlong“). Er müsste vor allem die Jungen im präpubertären Alter ansprechen („boys who still think girls are yucky“).<ref>Kritik von Rita Kempley</ref>

Das Lexikon des internationalen Films urteilt: „Disney-Produktion, die Jack Londons Roman auf die Dimension eines Kinderfilms vor pseudorealistischem Hintergrund reduziert. Auch von der Machart reicht es nur zu einem mäßig fesselnden Abenteuer vor imposanter Naturkulisse.“<ref>Wolfsblut. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.</ref>

Auszeichnungen

Der Film gewann im Jahr 1993 als Bester Familienfilm den Genesis Award.

Literatur

  • Jack London: Wolfsblut. Roman (Originaltitel: White Fang). Deutsch von Marie Laue. Ungekürzte Taschenbuchausgabe. List, Berlin 2009, ISBN 978-3-548-60914-0.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />