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Wolfshügelturm

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Datei:Dresden, Sachsen - Aussichtsturm Wolfshügel; König-Albert-Park (Zeno Ansichtskarten).jpg
Wolfshügelturm (1911 bis 1945)
Datei:Wolfshügel in Dresdner Heide 1.JPG
Sockel des Wolfshügelturms vor der Enttrümmerung
Datei:Wolfshügel in Dresdner Heide 2.JPG
Trümmer des Wolfshügelturms vor der Enttrümmerung
Datei:2025 02 28 Wolfshuegelturm © David Nuglisch 010 web.jpg
Blick durch den beräumten Sockel auf das abendliche Dresden.
Datei:Blick zum Wolfshügelturm.jpg
Blick von der Waldschlößchenbrücke Richtung Wolfshügel, im Wald über dem ehem. Wasserwerk der Sockel des Wolfshügelturmes
Datei:1 IMG 20250207 115218.jpg
Enttrümmerung der Ruine des Wolfshügelturms durch die Firma Pulwer Erdbau aus Königstein im Auftrag des Vereins „Wiederaufbau Wolfshügelturm e.V.“
Datei:2025 02 28 Wolfshuegelturm © David Nuglisch 001 web.jpg
Sockel des Wolfshügelturms nach der Enttrümmerung am 1. März 2025
Datei:2025 03 01 Wolfshuegelturm © David Nuglisch 014 web.jpg
Fragment des alten Geländers der Aussichtsplattform

Der Wolfshügelturm war ein Aussichtsturm auf dem 211 m hohen Wolfshügel am Ostrand des Albertparks in der Dresdner Heide. Der 25 Meter hohe Stahlbeton-Turm wurde einst vom Stadtbaurat Hans Erlwein erschaffen. Am 8. Mai 1945 wurde der Turm von der SS gesprengt<ref>Aussichtsturm auf dem Wolfshügel. Abgerufen am 5. März 2025.</ref>. Eine Bürgerinitiative aus Dresden möchte an der Stelle wieder einen Aussichtsturm errichten. Ob in historischer oder in moderner Form, hängt von der Möglichkeit der Finanzierbarkeit ab, es wird jedoch ein Wiederaufbau nach historischem Vorbild angestrebt. Das Projekt wird ehrenamtlich organisiert und aus Spendengeldern finanziert.<ref>Andreas Weller: Bekommt Dresden diesen Turm zurück? In: Sächsische Zeitung online. 26. Juni 2019, abgerufen am 28. Juni 2019.</ref>

Geschichte

Nach Plänen von Hans Erlwein konnte 1911 ein seit 1886 bestehendes, hölzernes Aussichtsgerüst durch einen 25 Meter hohen, steinernen Turm ersetzt werden, der einen weiten Ausblick über die Stadt Dresden bot. Während des Zweiten Weltkrieges diente der Wolfshügelturm zusammen mit der Bunkeranlage an der Mordgrundbrücke einer Fernmeldeeinheit der SS als Funkturm. Im Mai 1945, vor Kriegsende, sprengte ihn die Wehrmacht, vermutlich um die Sendetechnik nicht der nahenden Roten Armee zu überlassen. Seit 1945 liegt der Turm in Trümmern und wurde über die Jahre nur notdürftig gesichert. Der Sockel des Turms ist weitestgehend erhalten geblieben, wurde jedoch mit Trümmern verfüllt und war bis zum 1. März 2025 nicht zugänglich. Der erhaltene Sockel ist denkmalgeschützt. Eine ausführliche Beschreibung der Geschichte des Wolfshügelturmes findet sich unter wolfshuegelturm.de.<ref>Aussichtsturm auf dem Wolfshügel. Abgerufen am 5. März 2025.</ref>

Architektur

Über einem Unterbau (Sockel) erhob sich der Turm mit zwölf Säulen und Bogenfenstern. Im Inneren führten zwei ineinander liegende spiralförmige Treppen zum Aussichtsrondell unter der kupfernen Turmhaube. Einst war der 25 Meter hohe Turm auf dem Wolfshügel einer der beliebtesten Aussichtspunkte Dresdens.<ref name="Bild 27. September 2018">Jürgen Helfricht: Der Wolfshügelturm in der Dresdner Heide: Aussicht auf Wiederaufbau. In: Bild.de. 17. September 2018, abgerufen am 10. Oktober 2018.</ref><ref>Dirk Hein: Wolfshügelturm! Dresden soll ein neues Ausflugsziel bekommen. In: Dresdner Morgenpost/tag24.de. 8. Oktober 2018, abgerufen am 10. Oktober 2018.</ref>

Der Turm wurde unmittelbar auf Felsen gegründet, der an der Baustelle schon in 80 cm Tiefe gefunden wurde. Die Fundamente sind in Stampfbeton hergestellt, die Umfassungswände des achteckigen Unterbaus dagegen in Eisenbetonkonstruktion mit Hohlräumen. Die Decke des Unterbaus ist als Eisenbetondecke mit Unterzügen durchgebildet und dient der unteren Plattform als Fußboden. Der Zugang zu dieser Terrasse wird durch zwei dem Unterbau angelegten Treppenläufen gebildet. Die Treppen- und Terrassenbrüstung ist ebenfalls in Eisenbeton hergestellt, wie auch die Säulenschäfte und Füllungen des an der unteren Terrasse beginnenden runden Turmbaus und die zwei einseitig gefassten, an ihren freien Enden mit einer 10 cm starken Brüstung versehenen Treppenläufe. Ein zwölfeckiger, etwas zurückgesetzter Aufbau mit Kupferbedachung bildet den oberen Abschluss des Turmes. Alle sichtbaren Flächen sind mit Muschelkalkvorsatzbeton versehen, nur die Oberfläche der Plattform und Treppenstufen sind in Granitgrusvorsatzbeton ausgeführt, der fein gestockt ist, während der Muschelkalkbeton steinmetzgerecht scharriert ist. Die gesamte Einschalung wurde ohne Zuhilfenahme von Gipsformen nur in Holznegativen ausgeführt, die runden Teile der Simse wurden aus dem Vollen werkgerecht herausgearbeitet. Die Baukosten beliefen sich 1912 auf 42.000 Mark. (Dies entspricht nach Baupreisindex 2019 circa 650.000 €.)

Wiederaufbau

Im Jahr 2018 haben Dresdner Bürger den Verein „Wiederaufbau Wolfshügelturm e.v.“ gegründet<ref>Andreas Weller: Verein will Wolfshügelturm wieder aufbauen. In: Sächsische Zeitung online. 25. September 2018, abgerufen am 10. Oktober 2018.</ref> zu dessen Vorsitzenden der ehemalige Dresdner Finanzbürgermeister Peter Lames gewählt wurde.<ref name="Bild 27. September 2018" /> Zusammen mit Kristin Sturm (stellv. Vorsitzende) und Henning Heuer (Finanzen) sind sie die treibende Kraft hinter dem Projekt. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, den historischem Turm wieder entstehen zu lassen. Der Erfolg des Projektes hängt jedoch von der Finanzierbarkeit ab. Das Projekt wird ehrenamtlich organisiert und wird ausschließlich aus Spendengeldern realisiert.<ref>Andreas Weller: Wiederaufbau des Wolfshügelturms. In: Sächsische Zeitung online. 8. Oktober 2018, abgerufen am 10. Oktober 2018.</ref> Der Wiederaufbau soll in vier Phasen durchgeführt werden.<ref>[1]</ref><ref>[2]</ref>

Weblinks

Commons: Wolfshügelturm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 51° 4′ 11,4″ N, 13° 48′ 18,2″ O

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