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Wollblütiger Nachtschatten

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Wollblütiger Nachtschatten
Datei:Solanum mauritianum (Flower).jpg

Wollblütiger Nachtschatten (Solanum mauritianum) – Blüte

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Nachtschatten (Solanum)
Art: Wollblütiger Nachtschatten
Wissenschaftlicher Name
Solanum mauritianum
Scop.

Der Wollblütige Nachtschatten (Solanum mauritianum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Nachtschatten (Solanum) innerhalb der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). In weiten Gebieten der Tropen gilt diese Art als invasiv. Alle Pflanzenteile sind für den Menschen giftig.

Beschreibung

Datei:Solanum mauritianum 50D 2677.jpg
Habitus
Datei:Solanum mauritianum (16030800779).jpg
Laubblätter und Blütenstand mit Blüten
Datei:Woollynightshade.jpg
Laubblätter und Fruchtstand mit Beeren

Vegetative Merkmale

Der Wollblütige Nachtschatten ist ein vielfach verzweigter Strauch oder kleiner Baum und erreicht Wuchshöhen von 2 und 4 Metern. Er verströmt einen starken Geruch.

Die Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist 3 bis 9 Zentimeter lang. Die einfache, ganzrandige Blattspreite bei einer Länge von bis zu 40 Zentimetern sowie einer Breite von bis zu 30 Zentimetern eiförmig-elliptisch mit keilförmiger Basis und zugespitztem oberen Ende. Sie sind dicht, filzig mit gelblichen, langstieligen, sternförmigen Trichomen behaart.

Generative Merkmale

Die Blütenstandsschäfte sind etwa 15 Zentimeter lang. Der trugdoldige Blütenstand enthält viele Blüten.

Die zwittrige Blüte ist radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchblätter sind zu einer 2 bis 3 Millimeter langen Kelchröhre verwachsen und die Kelchlappen sind 1 bis 2 Millimeter lang. Die violette Krone ist bei einem Durchmesser von 1,5 bis 2,5 Zentimetern sternförmig. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblätter vorhanden. Der Staubfaden ist etwa Millimeter lang. Die Staubbeutel sind bei einer Länge von 2 bis 3,5 Millimetern eiförmig.

Die bei einem Durchmesser von bis zu 2 Zentimetern kugelförmige, und bei Reife gelben Beeren enthalten zahlreiche Samen. Die abgeflachten Samen sind 1,5 bis 2 Millimeter lang.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.<ref name="IPCN" />

Vorkommen

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Solanum mauritianum liegt in Uruguay, im nordöstlichen Argentinien und im südöstlichen Brasilien.<ref name="POWO" /> In fast allen tropischen Regionen der Welt, insbesondere auf pazifischen Inseln, in Australien, Neuseeland, auf Reunion, Rarotonga, den Cookinseln, in Bhutan, auf Tonga, im zentralen und südlichen Afrika, auf Madagaskar, Hawaii und den atlantischen Inseln ist Solanum mauritianum ein Neophyt; kleinere Vorkommen wurden auch in Taiwan gefunden.

In vielen dieser Gebiete, wie auf den Azoren, gilt Solanum mauritianum als invasiv. In Südafrika wird mit Mitteln der biologischen Schädlingsbekämpfung gegen Solanum mauritianum vorgegangen.

Solanum mauritianum gedeiht vor allem auf besonders exponierten Standorten an Straßen und in der Nähe von Siedlungen in Höhenlagen bis zu 700 Metern.

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Solanum mauritianum erfolgte 1788 durch Giovanni Antonio Scopoli in Deliciae Florae et Faunae Insubricae, Band 3, Seite 16, Tafel 8.

Giftigkeit

Alle Teile von Solanum mauritianum, insbesondere die Beeren, sind für den Menschen giftig. Die wichtigsten giftigen Bestandteile sind Glycoalkaloide und Solasodin. Der höchste Anteil dieser Inhaltsstoffe ist in den unreifen Beeren enthalten (2 % bis 3,5 % der Trockenmasse).<ref></ref>

Quellen

Literatur

  • Andreas Stieglitz: Azorenflora. Die Pflanzenwelt der Azoren. Books on Demand, Norderstedt, ISBN 3-8334-0888-X, S. 74.
  • Erik Sjögren: Plants and Flowers of the Azores. Os Montanheiros, Velas 2001, S. 170.

Einzelnachweise

<references> <ref name="IPCN"> Solanum mauritianum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="POWO"> Solanum mauritianum. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> </references>

Weblinks