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Wunibald

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{{#if: behandelt den Heiligen. Siehe auch: Wunibald (Vorname).

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}} Der Heilige Wunibald (auch Wynnebald, Winnebald) (* 701 in Wessex; † 18. Dezember 761 in Heidenheim) war Gründer und erster Abt des Klosters Heidenheim am Hahnenkamm.

Datei:Wunibald Pontifikale Gundekarianum 11. Jahrhundert.jpg
Der Mönch Wunibald, dargestellt im Pontifikale Gundekarianum des 11. Jahrhunderts
Datei:Wunibals Grab (Kloster Heidenheim).jpg
Wunibals Grab im Kloster Heidenheim
Datei:Wunibald Gedenkstein (Kloster Heidenheim).jpg
Gedenkstein bei der Kirche des Klosters Heidenheim
Datei:Wunibald Gedenkstein an der Wunibaldquelle (Aufkirchen am Hesselberg).jpg
Gedenkstein an der Wunibaldquelle
Datei:Wunibaldquelle bei Aufkirchen.jpg
Wunibaldquelle bei Aufkirchen

Leben

Abstammung, Werdegang, Romaufenthalte

Wunibald war einer von vier Söhnen eines begüterten Angelsachsen in Südengland, der ab dem 12. Jahrhundert als heiliger Richard verehrt wurde. Der Name der Mutter ist unbekannt; sie wird ab dem Mittelalter als heilige Wuna verehrt. Die Mutter hat er früh verloren; von seiner Stiefmutter ist der Name ebenfalls nicht überliefert. Von seinen mindestens fünf (Stief-)Geschwistern, darunter zwei Schwestern, sind nur sein Bruder Willibald (* 700) und seine Schwester Walburga (* um 710) namentlich bekannt. Die Familie war wahrscheinlich mit Winfried-Bonifatius verwandt. Während Willibald mit fünf Jahren ins Kloster Waldheim gebracht wurde, blieb Wunibald zu Hause.

720/21 unternahm Wunibald unter Verzicht „auf das väterliche Erbe“ (Vita) mit Willibald und dem Vater eine Pilgerreise nach Rom. Nach dem Tod des Vaters in Lucca und dem Aufbruch des Bruders im Frühjahr 723 nach Palästina absolvierte Wunibald in Rom eine theologische Ausbildung und erhielt die Tonsur.

Ab 727 hielt er sich in England auf, um Landsleute anzuwerben. 730 kehrte er mit einem jüngeren Bruder nach Rom zurück, wo er bis 738 verblieb.

Missionstätigkeit in Germanien

Um 738 wurde er von Bonifatius während dessen dritter Romreise zur Missionsarbeit nach Bayern und Thüringen gerufen. Bonifatius weihte ihn dann im darauffolgenden Jahr im thüringischen Sülzenbrücken zum Priester und setzte ihn als Verwalter eines Sprengels von sieben Kirchen, darunter Sülzenbrücken, ein.

744 weilte er beim bayerischen Herzog Odilo von Bayern, der ihm Güter vermachte. Von ca. 744 bis 747 hielt er sich als Missionar an der Nordfiluse (in der heutigen Oberpfalz) auf. Anschließend war er bis 751 Prediger in Mainz.

Bei Aufkirchen am Hesselberg befindet sich die sogenannte Wunibaldsquelle. Der Überlieferung nach taufte Wunibald hier die lokale Bevölkerung.<ref>https://www.hesselberger-kirchen.de/Kirchen-der-Region/Weiltingen/St-Peter.html (abgerufen am 18. März 2026)</ref><ref>https://www.gerolfingen.de/doku.php/kultur:geschichte_ortsteile (abgerufen 18 März 2026)</ref>

Klosterabt in Heidenheim

Im Frühjahr 752 gründete er nach Grunderwerb mit Willibald, seit 741 Klosterbischof in Eichstätt, das Eigenkloster Heidenheim im Sualagau und stand ihm als Abt vor.

Kurz vor seinem Tode reiste Wunibald, der zeitlebens an einer schweren rheumatischen Krankheit litt, nach Würzburg und Fulda. 761 entschloss er sich zum Eintritt in das Kloster Montecassino, an dessen Wiederaufbau Willibald von 729 bis 739 maßgeblich beteiligt war, verwirklichte aber auf Abraten seiner Verwandten diesen Entschluss nicht. Er starb am 18. Dezember 761 im Kloster Heidenheim im Beisein von Willibald. Nach seinem Tod ging die Leitung der zu einem Doppelkloster erweiterten Abtei Heidenheim nach fränkischem Lehensgesetz an Walburga über; doch bereits um 790 besetzte Bischof Gerhoh Heidenheim mit Säkularkanonikern.

Heiligsprechung, Lebensbeschreibung und Verehrung

Die Elevation und Translation der Gebeine Wunibalds durch Willibald in die Krypta des Neubaus der Klosterkirche am Tage des zweiten Äquinoktiums am 24. September 777 sowie die Weihe der Kirche am Jahrestag der Überführung am 24. September 778 kamen einer ortsgebundenen Kanonisation Wunibalds gleich.<ref>https://www.bistum-eichstaett.de/news-details/news/wie-willibald-seinen-bruder-wunibald-zum-heiligen-machte/ (abgerufen: 23. März 2026; 11:15)</ref> Im September 879 wurden die Gebeine abermals erhoben und – zusammen mit den Reliquien der hl. Walburga – nach Eichstätt überführt, jedoch nach drei Tagen wieder zurückgebracht. 889 schenkte König Arnulf der Eichstätter Kirche den bislang nicht lokalisierbaren Ort Sezzi, den Bonifatius, Willibald, Sola und auch Wunibald oft besucht haben sollen. Gundekar II., von 1057 bis 1075 Bischof von Eichstätt, setzte als Gedenktag Wunibalds den 18. Dezember fest und nahm ihn in seinem Pontifikale, dem Gundekarianum, unter die zwölf Bistumspatrone auf. In der Folgezeit erhielten mehrere Kirchen das Wunibald-Patrozinium und wurde Wunibald in mehreren Kalendarien außerhalb der Diözese der Verehrung anheimgestellt. Allerdings war seine Verehrung niemals so weit verbreitet wie die des hl. Willibald und vor allem die der hl. Walburga.

Von 1152 bis 1555 wurde das Benediktinerkloster Heidenheim wiedererrichtet. Zwischen 1182 und 1196 erfolgte die Translation der Reliquien durch Bischof Otto in die neue Klosterkirche. 1256 waren die Wunibald-Reliquien noch einmal für kurze Zeit in Eichstätt. 1363 wurden sie im neuen Chor der Heidenheimer Kirche bestattet. Ob sie jemals in die 1483/84 am Aufgang zum Hochaltar errichtete spätgotische Tumba umgebettet wurden, ist fraglich; bei einer Öffnung der Tumba im Jahr 1969 fand sich in ihr nur Erde. Nachgewiesen ist, dass 1606 die Markgrafen Christian und Joachim-Ernst von Ansbach das Haupt des Heiligen nach Scheer (Württemberg) an Truchsess Christoph von Waldburg abgaben; dort wird es noch heute in einem kostbaren Reliquiar verehrt.<ref>Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt, 32. Jg. (1969), Nr. 24, S. 7.</ref> Nachdem 1529 der letzte Heidenheimer Abt resigniert und geheiratet hatte, wurde 1533 der evangelische Gottesdienst eingeführt und 1537 das Kloster aufgelöst.

Nach 778 zeichnete die Heidenheimer Nonne Hugeburc aufgrund von Berichten Walburgas und Willibalds die Lebensbeschreibung ihres Verwandten Wunibald auf und fasste sie mit derjenigen Willibalds zu einer Doppelvita zusammen. Ihre „Vita Wynnebaldi“ vermittelt einen guten Einblick in das Denken und Wirken eines englischen Wandermissionars zur Gründungszeit der mitteldeutschen Bistümer, auch wenn man genaue Daten und Schilderungen nicht erwarten darf.

Tumba im Kloster Heidenheim

Wunibald trägt einen Abtsstab sowie ein Kirchenmodell, das ihn als Klostergründer ausweist. An seinem Kopf ist der Nimbus zu erkennen. Der Blick Wunibalds ist zum Chor nach Osten gerichtet. Da Wunibald der Überlieferung nach aus dem englischen Königshaus stammte, wurden ihm die drei Löwen (Leoparden) Englands als Wappen zugeschrieben. Das Wappen befindet sich am Fußende der Tumba.<ref>https://hdbg.eu/kloster/index.php/detail/geschichte?id=KS0134 (abgerufenen: 11. März 2026; 10:18)</ref><ref>Rainer Alexander Gimmel: Münster St. Wunibald. Heidenheim, Schnell & Steiner, Regensburg, 2025, S. 23</ref> Die Tumba wurde 1483 geschaffen. Bereits im 17. Jahrhundert stellte man fest, dass die Gebeine Wunibalds sich nicht mehr in der Tumba befinden.<ref>https://www.bistum-eichstaett.de/news-details/news/wie-willibald-seinen-bruder-wunibald-zum-heiligen-machte/ (abgerufen am 23. März 2026; 11:29)</ref> Erhalten blieb lediglich die Hirnschale die zunächst im Besitz der Markgrafen von Ansbach war und an das Haus Waldburg überging. Heute befindet sich die Reliquie in Scheer. Jährlich findet eine Maiprozession statt.<ref>https://www.drs.de/ansicht/artikel/frau-mit-macht-in-der-kirche.html (abgerufen am 23. März 2026; 11:38)</ref>

Datei:Drei Löwen Wappen, Tumba des Wunibald im Kloster Heidenheim.jpg
Englisches drei Löwen Wappen an der Tumba

Gedenktag

Der Gedenktag des heiligen Wunibald in der katholischen, evangelischen und der griechisch-orthodoxen Kirche ist der 18. Dezember.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} Frieder Schulz: Das Gedächtnis der Zeugen – Vorgeschichte, Gestaltung und Bedeutung des Evangelischen Namenkalenders, Göttingen 1975, S. 104.</ref> Im Bistum Eichstätt wird das Fest am 15. Dezember gefeiert.<ref>Bistum Eichstätt, Kalendarium: HL. WUNIBALD, Gründerabt von Heidenheim</ref>

Für den Gedenktag des Heiligen gelten folgende Bauernregeln:

  • Um den Tag des Wunibald, da wird es meistens richtig kalt.

St. Wunibald Kirchen

Literatur

  • Andreas Bauch: Rätsel um das Wunibald-Grab. In: Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt. 32. Jg. (1969), Nr. 24 vom 15. Juni 1969, S. 7.
  • Andreas Bauch: Quellen zur Geschichte der Diözese Eichstätt. Band I. Biographien der Gründungszeit. 2., durchgesehene Auflage. Pustet, Regensburg 1984, ISBN 3-7917-0898-8.
  • Ludwig Brandl (Hrsg.): Der heilige Wunibald. Pilger und Missionar. EOS-Verlag, St. Ottilien, 2015, ISBN 978-3-8306-7716-1
  • Franz Xaver Buchner: S. Wunnibald. Apostel des Nord- und Sualafeldgaues. I. Seine Vita von der Zeitgenossin Hugeburg, II. Seine Verehrung innerhalb und außerhalb des Bistums Eichstätt. M. Lassleben, Kallmünz 1951.
  • {{#if: Bernd Goebel|Bernd Goebel: }}Wynnebald. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL){{#if:22|. Band 22, Bautz, {{#switch:22

|1=Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage. Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1 |2=Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8 |3=Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2 |4=Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7 |5=Herzberg 1993, ISBN 3-88309-043-3 |6=Herzberg 1993, ISBN 3-88309-044-1 |7=Herzberg 1994, ISBN 3-88309-048-4 |8=Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0 |9=Herzberg 1995, ISBN 3-88309-058-1 |10=Herzberg 1995, ISBN 3-88309-062-X |11=Herzberg 1996, ISBN 3-88309-064-6 |12=Herzberg 1997, ISBN 3-88309-068-9 |13=Herzberg 1998, ISBN 3-88309-072-7 |14=Herzberg 1998, ISBN 3-88309-073-5 |15=Herzberg 1999, ISBN 3-88309-077-8 |16=Herzberg 1999, ISBN 3-88309-079-4 |17=Herzberg 2000, ISBN 3-88309-080-8 |18=Herzberg 2001, ISBN 3-88309-086-7 |19=Nordhausen 2001, ISBN 3-88309-089-1 |20=Nordhausen 2002, ISBN 3-88309-091-3 |21=Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-110-3 |22=Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-133-2 |23=Nordhausen 2004, ISBN 3-88309-155-3 |24=Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-247-9 |25=Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-332-7 |26=Nordhausen 2006, ISBN 3-88309-354-8 |27=Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-393-2 |28=Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-413-7 |29=Nordhausen 2008, ISBN 978-3-88309-452-6 |30=Nordhausen 2009, ISBN 978-3-88309-478-6 |31=Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-544-8 |32=Nordhausen 2011, ISBN 978-3-88309-615-5 |33=Nordhausen 2012, ISBN 978-3-88309-690-2 |34=Nordhausen 2013, ISBN 978-3-88309-766-4 |35=Nordhausen 2014, ISBN 978-3-88309-882-1 |36=Nordhausen 2015, ISBN 978-3-88309-920-0 |37=Nordhausen 2016, ISBN 978-3-95948-142-7 |38=Nordhausen 2017, ISBN 978-3-95948-259-2 |39=Nordhausen 2018, ISBN 978-3-95948-350-6 |40=Nordhausen 2019, ISBN 978-3-95948-426-8 |41=Nordhausen 2020, ISBN 978-3-95948-474-9 |42=Nordhausen 2021, ISBN 978-3-95948-505-0 |43=Nordhausen 2021, ISBN 978-3-95948-536-4 |44=Nordhausen 2022, ISBN 978-3-95948-556-2 |45=Nordhausen 2023, ISBN 978-3-95948-584-5 |46=Nordhausen 2023, ISBN 978-3-95948-590-6 |47=Nordhausen 2024, ISBN 978-3-689-11006-2 |48=Nordhausen 2025, ISBN 978-3-689-11017-8 }}{{#if:|, Sp. }}{{#if:1577–1580|, Sp. {{#iferror:{{#expr:1577–1580}}|1577–1580|{{#expr:1*1577–1580*0}}–{{#expr:-(0*1577–1580*1)}}}}}}}}{{#if:|}}{{#if:https://web.archive.org/web/20070629171728/http://www.bautz.de/bbkl/w/wynnebald.shtml%7C}}.{{#if: 22 | |{{#ifeq:||}}}}

  • Klaus Guth: Die Pilgerfahrt Willibalds ins Heilige Land (723–727/29). Analyse eines frühmittelalterlichen Reiseberichts. In: Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt. Bd. 75 (1982), S. 13–28.
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  • Johann Baptist Kurz: Die Eigenklöster in der Diözese Eichstätt. Brönner & Däntler, Eichstätt 1923.
  • St. Wunibald. Ein einfaches Heiligenleben. In: St. Willibalds-Bote Eichstätt. 16. Dezember 1962, S. [6] f.
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Weblinks

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Belege

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