Zabitz (Osternienburger Land)
Zabitz Gemeinde Osternienburger Land
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(200)&title=Zabitz 51° 47′ N, 11° 55′ O
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| Höhe: | 73 m ü. NN | |||||
| Fläche: | 8,32 km² | |||||
| Einwohner: | 200 (31. Dez. 2022)<ref>Zabitz - Gemeinde Osternienburger Land. Abgerufen am 29. Januar 2025.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 24 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 2010 | |||||
| Postleitzahl: | 06386 | |||||
| Vorwahl: | 03496 | |||||
Lage von Zabitz in Sachsen-Anhalt
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Zabitz ist ein Ortsteil der gleichnamigen Ortschaft der Gemeinde Osternienburger Land im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt, (Deutschland).
Geografie
Zabitz liegt zwischen Schönebeck (Elbe) und Köthen (Anhalt) am Rande des Biosphärenreservates Mittelelbe.
Die Ortschaft Zabitz bildet sich durch die Ortsteile Maxdorf, Thurau und Zabitz.
Geschichte
Die Historie von Maxdorf ist vor allem durch die Geschichte des Gutes und der späteren Domäne Maxdorf geprägt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war die Familie von Wettin in Besitz von Maxdorf. Dann veräußerte um 1617 Christoph Ernst von Wettin die Begüterung, an die Familie von Krosigk, an einen Bernhardt von Krosigk. Die Nacherben gaben Maxdorf an die Familie der Gebrüder von Hagen-Biendorf. 1662 erfolgte der Kauf durch Georg Levin von Arnstedt. Deren Nachfahren blieben in Maxdorf bis 1754. Dann acquri(e)rte es der spätere GFM Fürst Moritz von Anhalt-Dessau und es ging im Erbgang an seine Schwester Henriette Amalie von Anhalt-Dessau (1720–1793), damaliger Umfang 230 ha. Diese trat den Besitz gegen eine jährliche Rente an Herzog Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau ab. Anfang der 1920er Jahre war Gut Maxdorf etwa 220 ha groß und durch den amtierenden Herzog Friedrich II. von Anhalt-Dessau an einen Amtmann verpachtet.<ref>Oskar Köhler, Gustav Wesche, H. Krahmer: Landwirtschaftliches Güter-Adreßbuch der Provinz Sachsen. 1922. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter und Güter von ungefähr 20 ha herab mit Angabe der Gutseigenschaft, des Grundsteuerertrages, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. Hrsg. Mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer zu Halle a. S., in: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band V, (Paul Niekammer), 3. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1922, S. 8–9.</ref>
Thurau:
Zabitz wurde erstmals im Jahr 1332<ref>Verwaltungsgemeinschaft, Gemeinden – Zabitz, Stand 27. Januar 2009, (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />WebCite ( vom 27. Januar 2009 auf WebCite))</ref> oder am 28. Dezember 1156<ref>Stadt Südliches Anhalt-Hrsg. Trebbichau an der Fuhne, Stand 4. Juni 2011.</ref> urkundlich erwähnt. Es ist auch möglich, dass eine Siedlung dieses Namens schon früher im 10. Jahrhundert existiert haben kann, da die Endung „itz“ auf einen slawischen (wendischen) Ursprung hinweist.
Es wird aber auch vermutet, dass der Name Zabitz auf eine altsorbische Grundform „Sebudici“ zurückzuführen ist, der den slawischen Personennamen Sebud enthält. Das Element „ici“ wurde als „itz“ eingedeutscht und die Mittelsilbe fiel aus. So entstand der Name „Sebitz“, was mundartlich in das jetzige „Zabitz“ umgewandelt wurde.<ref>Ernst Eichler: Slawische Ortsnamen zwischen Oder und Neiße. Band 4, Domowina-Verlag, Bautzen 2009, S. 95.</ref>
Bauhistorisch für Zabitz aus jüngerer Zeit von besonderer Bedeutung<ref>Hermann Muthesius: Haus Dryander in Zabitz. (Tafeln u. 20. Abb.); In: Georg Biermann: Monatshefte für Kunstwissenschaft. VII. Jahrgang-1914, Rundschau, Verlag Klinkhardt & Biermann, Leipzig 1914, S. 412.</ref> ist das Haus Dryander, ausgeführt vom Architekten Hermann Muthesius in den Jahren 1910 bis 1911; für die Besitzerfamilie eines Freigutes am Ort. Nutznießer und Bauherr war der Landwirt Hermann (Hermann Karl) Dryander,<ref>Bernhard Koerner (Hrsg.): Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien. (Ein Deutsches Geschlechterbuch). Band 7, Zeichnungen: Ad. M. Hildebrandt, Hrsg. Herold (Verein), W. T. Bruer, Berlin 1900/1899, S. 21–22.</ref> zugleich Direktor im Aufsichtsrat der Direktion der Disconto-Gesellschaft Halle a. Saale.<ref>Adreßbuch der Direktoren und Aufsichtsräte. 1929. Finanz-Verlag, Berlin 1929, S. 343.</ref><ref>Vgl. u. a. Rolf Roeingh: Das deutsche Reiterbuch. Band 1: Das deutsche Edelpferd. Geschichte, Zucht und Leistungsprüfungen d. Vollblut- und Warmblutpferdes. Das Pferd im Dt. Heer. In: Das Monument des Pferdes. [1, 1]; Deutscher Archivverlag, Berlin 1940, S. 666.</ref>
In den Jahren nach 1945 war Zabitz vordergründig ein landwirtschaftlicher Ort. Viele Bürger des Ortes arbeiteten in den LPG des Ortes. Mit der Entwicklung und der allmählichen Erholung des Ortes nach dem Zweiten Weltkrieg suchten mehr und mehr Einwohner eine Arbeit in den Großbetrieben der damaligen Kreisstadt Köthen. Hauptversorgungsfeld blieb jedoch die Landwirtschaft, die auch in den einzelnen Haushalten spürbar war.
Am 20. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Maxdorf und Thurau nach Zabitz eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" />
Gemeindenfusion
Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Zabitz, Chörau, Diebzig, Dornbock, Drosa, Elsnigk, Großpaschleben, Kleinpaschleben, Libbesdorf, Micheln, Osternienburg, Reppichau, Trinum und Wulfen zur Einheitsgemeinde Osternienburger Land zusammen.<ref>StBA-Wiesbaden (Hrsg.): Gebietsänderungen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010.</ref> Gleichzeitig wurde die Verwaltungsgemeinschaft Osternienburg, zu der diese Gemeinden gehörten, aufgelöst.
Politik
Ortschaftsrat
Als Ortschaft der Einheitsgemeinde Osternienburger Land übernimmt ein so genannter Ortschaftsrat die Wahrnehmung der speziellen Interessen des Ortes innerhalb bzw. gegenüber den Gemeindegremien. Er wird aus fünf Mitgliedern gebildet.
Bürgermeister
Als weiteres ortsgebundenes Organ fungiert der Ortsbürgermeister, dieses Amt wird zurzeit von Iris Schumacher wahrgenommen.<ref>Osternienburgerland.de. (Hrsg.): Angaben zu den Ortsbürgermeistern der Einheitsgemeinde.</ref>
Wappen
Blasonierung: „In Blau drei silberne Pfähle belegt mit nach oben abgewinkelten Mittelkreuzbalken 2 : 1.“
Zabitz besteht aus drei Ortsteilen: Maxdorf, Thurau und Zabitz. In diesen Orten war früher das ritterliche Geschlecht der Familie von Thurow ansässig, die über Generationen den Ort und die Region ab 1156/1160 prägten.<ref>Vgl. G. A. von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Neu-Auflage, Band 7 / 3. Abt(h)eilung: Der Abgestorbene Preussische Adel. Provinz Sachsen. Supplement, Verlag Bauer und Raspe Emil Küster, Nürnberg 1900, S. 32., u. Tafel 25.</ref> Es ist Beschluss des Gemeinderates vom 18. April 2006 das Wappen der erloschenen Familie von Thurow mit Schilde und drei Schaufeln 2 : 1 übertragen als Gemeindewappen zu führen. Das Wappen wurde 2006 vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.
Den Heraldikern war schon in den zurückliegenden Jahrhunderten nicht recht klar, was die drei „Gabeln“ im Thurowschen Wappen bedeuten. Mantzsch vertritt angesichts des frühen Nachweises der Insignien die Auffassung, dass es aus ehemaligen Hauszeichen bzw. Gemarkungszeichen entstandene Symbole sind. Im frühen anhaltischen Landadel finden sich mehrfach 2:1 gestellte Wappenzeichen, deren Zuordnung heute nur zu vermuten ist (z. B. Grafschaft Brehna), weil sie aus einer Zeit weit vor des Aufkommens einer heraldischen Terminologie stammen.
Flagge
Die Flagge ist weiß - blau (1:1) gestreift (Längsform: Streifen senkrecht verlaufend, Querform: Streifen waagerecht verlaufend) und das Wappen ist mittig auf die Flagge aufgelegt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Südlich von Zabitz führt die Bundesstraße 185 von Bernburg (Saale) nach Köthen (Anhalt). Im Osten von Zabitz befindet sich die Bahnstrecke Magdeburg–Leipzig.
Literatur
- Maxdorf, In:
- Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern. Band 13, Selbstverlag, Berlin 1873/74, Blatt.
- Marxdorf mit Rittergut, In. Adreßbuch für Stadt und Kreis Köthen mit dem Einwohnerverzeichnis der Ortschaften ... Marxdorf... für 1929. Verlag Paul Schettler`s Erben, Köthen Mitte Februar 1929, S. 365.
- Matthias Prasse: Rittergut Maxdorf. Herrenhaus-Kultur-Verlag, Schkopau 2016.
- Thurau, In:
- Ev. Kirche Thurau, In: Ute Bednarz, Folkhard Cremer, Hans-Joachim Krause: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Teil: Sachsen-Anhalt. 2: Regierungsbezirke Dessau und Halle. Hrsg. Georg-Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Fortf. Ernst Gall, Deutscher Kunstverlag Berlin/München 1999, S. 819.
- Zabitz, In:
- Zabitz-Haus Dryander, In: S. o.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 1999, S. 905 f.
- Das Haus Dryander mit Garten in Zabitz, In: Ulrike Wendland: Gartenkunst und Gartendenkmalpflege in Sachsen-Anhalt. In: Beiträge zur Denkmalkunde. 5, Hrsg. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen Anhalt, Michael Imhof-Verlag, Petersberg 2011, S. 197 f.
Weblinks
- ZLB Berlin (Hrsg.): Altes Gutshaus Maxdorf
Einzelnachweise
<references> <ref name="2VO-LSA-1950"> Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161.). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 274 (PDF). </ref> </references>
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