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Zierliches Schillergras

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Zierliches Schillergras
Datei:Koeleria macrantha sl9.jpg

Zierliches Schillergras (Koeleria macrantha)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Gattung: Schillergräser (Koeleria)
Art: Zierliches Schillergras
Wissenschaftlicher Name
Koeleria macrantha
(Ledeb.) Schult.

Das Zierliche Schillergras oder Steppen-Schillergras (Koeleria macrantha) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Schillergräser (Koeleria) innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae).

Beschreibung

Datei:Koeleria macrantha sl24.jpg
Habitus
Datei:Koeleria macrantha sl22.jpg
Ährchen
Datei:Koeleria macrantha inflorescens kocr 005 php.jpg
Fruchtstand

Vegetative Merkmale

Das Zierliche Schillergras ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 70 Zentimetern erreicht.<ref name="Conert1987" /> Es bildet graugrüne lockere Horste. Die Erneuerungssprosse stehen einzeln und wachsen innerhalb der Blattscheiden empor.<ref name="Conert1987" /> Nur selten werden kurze, dann unterirdische Ausläufer gebildet. Die Halme sind kahl, höchstens unterhalb des Blütenstandes und der ein bis drei kahlen Knoten mit kurzen Haaren (Indument) besetzt.<ref name="Conert2000" /><ref name="Conert1987" />

Die Blattscheiden sind alle oder nur die unteren an den Erneuerungssprossen dicht und weich behaart<ref name="Conert1987" /> oder die Haare sind zerstreut, lang und abstehend.<ref name="Conert1987" /> Seltener sind nur die unteren Blattscheiden behaart. Die Blattscheiden der Halmblätter sind meist kurz und weich behaart. Das Blatthäutchen ist als häutiger Saum von etwa 0,5 Millimeter Länge ausgebildet. Die Blattspreite ist zusammengerollt, rund 18 cm lang und hat einen Durchmesser von 0,5 bis 1 Millimeter. Sie kann auch ausgebreitet sein, ihre Breite ist dann 1 bis 2, selten bis 3 Millimeter. An beiden Rändern ist sie mit abstehenden, rund 1 Millimeter langen Haaren besetzt.<ref name="Conert2000" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli, seltener bis in den August. Der rispige Blütenstand ist bei einer Länge von 6 bis 12, selten bis 20 Zentimetern sowie bei einer Breite von 5 bis 30 Millimeter dicht, zusammengezogen und walzlich. Er ist zur Anthese leicht ausgebreitet; im unteren Teil kann er gelappt oder unterbrochen sein, im oberen Teil ist er verschmälert. Die 4,5 bis 5 Millimeter langen Ährchen enthalten zwei bis vier Blüten. Die Blütchen fallen zur Samenreife einzeln aus den Hüllspelzen aus. Die ungleichen Hüllspelzen sind kahl, lanzettlich und spitz. Die untere Hüllspelze ist einnervig und 3,5 bis 4 Millimeter lang, die obere ist dreinervig und 4 bis 4,5 Millimeter lang. Die dreinervigen Deckspelzen sind bei einer Länge von 3,5 bis 5 Millimeter lanzettlich und zugespitzt oder tragen eine Grannenspitze. Der untere Teil der Deckspelze ist glatt, der obere rau. Die Vorspelzen sind gleich lang wie die Deckspelzen. Die Staubbeutel sind 2 Millimeter lang.<ref name="Conert2000"/>

Die Karyopse ist 2,5 bis 3 Millimeter lang.<ref name="Conert2000"/>

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14, 28.<ref name="Conert2000"/>

Vorkommen

Das Zierliche Schillergras kommt in der Neuen Welt in subtropisch-subalpinen Gebieten, sowie circumpolar in der meridionalen bis gemäßigten Gebieten vor, der Kontinentalitätsgrad reicht von c2 bis c8 (von 10). In Nordamerika kommt es südlich bis Mexiko vor.<ref name="POWO" /> In Australien ist es möglicherweise ein Neophyt.<ref name="Rothmaler4"/>

Das Zierliche Schillergras kommt in Deutschland bis in die Voralpenstufe zerstreut vor. Nur in den wärmeren Gebieten ist es hier häufiger. Es wächst in Magerrasen, an bebuschten Abhängen, auf trockenen Wiesen, an Wegrainen, an Waldrändern und in Kiefernwäldern. Es ist eine Licht- bis Halbschattenpflanze, es zeigt Trockenheit und Magerkeit des Bodens an. Pflanzensoziologisch ist es eine Klassenkennart der Trocken- und Halbtrockenrasen (Festuco-Brometea), sowie der Kiefernwälder kalkreicher Trockenlagen (Erico-Pinion).<ref name="Conert2000"/>

In Österreich kommt es von der collinen bis zur montanen Höhenstufe vor. Im pannonischen Raum ist es häufig, ansonsten selten. In Osttirol und Vorarlberg fehlt es, ebenso in Liechtenstein. In den Alpen, der Böhmischen Masse, dem nördlichen und südöstlichen Alpenvorland ist es als gefährdet eingestuft. Als Standorte in Österreich werden Trockenrasen und Steppenrasen angegeben.<ref name="ÖExkFl"/> Es steigt im Kanton Wallis bei Zermatt bis zu einer Höhenlage von 2700 Meter auf.<ref name="Conert1987" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+ (trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = x, Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1815 unter dem Namen (Basionym) Aira macrantha durch Carl Friedrich von Ledebour in Mémoires de l'Academie Imperiale des Sciences de St. Petersbourg Band 5, S. 515–516. Die Art wurde 1824 durch Joseph August Schultes in Mantissa in Volumen Secundum. Systematis Vegetabilium Caroli a Linne ex Editione Joan. Jac. Roemer... S. 345 als Koeleria macrantha <templatestyles src="Person/styles.css" />(Ledeb.) Schult. in die Gattung Koeleria gestellt. Synonyme für Koeleria macrantha <templatestyles src="Person/styles.css" />(Ledeb.) Schult. sind Aira cristata <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Koeleria cristata <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Pers., Koeleria gracilis <templatestyles src="Person/styles.css" />Pers., Koeleria cristata subsp. gracilis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Pers.) Beck.

Je nach Autor gibt es zwei Unterarten:<ref name="POWO" />

  • Koeleria macrantha <templatestyles src="Person/styles.css" />(Ledeb.) Schult. subsp. macrantha: Sie kommt in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel vor, südlich bis Mexiko.<ref name="POWO" />
  • Koeleria macrantha subsp. transsilvanica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schur) A.Nyár.: Dieser Endemit kommt in den östlichen bis südlichen Karpaten vor.<ref name="POWO" />

Belege

<references> <ref name="InfoFlora"> Koeleria macrantha (Ledeb.) Schult. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="ÖExkFl"> </ref> <ref name="Rothmaler4"> </ref> <ref name="Conert2000"> Hans Joachim Conert: Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen. Parey, Berlin 2000, ISBN 3-8263-3327-6, S. 378. </ref> <ref name="Conert1987"> Hans Joachim Conert: Familie Poaceae. S. 264–267. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band I, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1987, ISBN 3-489-52020-3. </ref> <ref name="POWO"> Datenblatt Koeleria macrantha. bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> </references>

Weblinks