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Zimmes

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Datei:TzimmesS.jpg
Zimmes mit Honig

Zimmes (auch Tzimmes oder Tsimmes geschrieben, jiddisch צימעס) ist ein Gericht aus der jüdischen Küche. In kleine Würfel oder Scheiben geschnittene Möhren werden auf niedriger Flamme oder im Ofen gegart und mit Honig und Gewürzen wie Muskat oder Zimt süß-pikant abgeschmeckt. Verbreitet ist die Zugabe von getrockneten Früchten wie Pflaumen oder Rosinen. Es existiert eine Vielzahl weiterer Varianten, darunter mit anderen Gemüsesorten, Süßkartoffeln oder auch Fleischstückchen. Das fertige Zimmes kann ein vollwertiges Hauptgericht in Form eines Eintopfes oder Auflaufs, aber auch eine reine Beilage bis hin zu einer Art Relish sein.

Das Gericht ist besonders unter aschkenasischen Juden bekannt und verbreitet und wird vor allem zum jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana serviert, an dem traditionell süße Speisen dominieren.

Sprachgeschichtlich soll das Wort, das auch im historischen Schwäbischen vorkam,<ref name="SchwäbWB.">Schwäbisches Wörterbuch. Bearbeitet von Hermann Fischer, weitergeführt von Wilhelm Pfleiderer. Band VI 1: U, W, X, Z. Laupp, Tübingen 1924, Spalte 1212.</ref> wo es einen Gemüseeintopf benannte, auf mittelhochdeutsch ze imbîʒ zurückgehen,<ref>Eintrag Tzimmes auf Merriam-Webster.com</ref><ref name="nathan">Joan Nathan: Joan Nathan’s Jewish Holiday Cookbook. New York 2004, S. 237</ref><ref name="SchwäbWB." /> wobei inbîʒ, imbîʒ (das neuhochdeutsche Imbiss) damals die generelle Bedeutung „Mahlzeit, Essen (von Verpflegung bis Festmahl)“<ref>Mittelhochdeutsches Wörterbuch. Band II: êvüegerin – iruele. Hirzel, Stuttgart 2021, Spalte 1878.</ref> hatte. Das Deutsche Wörterbuch<ref>Deutsches Wörterbuch. Band XV (31). Hirzel, Leipzig 1956, Spalte 1358.</ref> (eher ablehnend hingegen das Schwäbische Wörterbuch<ref name="SchwäbWB." />) zieht hingegen einen Zusammenhang mit Zumus „Zukost“ in Betracht.

In der amerikanisch-englischen Umgangssprache gibt es die aus dem Jiddischen übernommene Redewendung to make a big tzimmes over something (sinngemäß: „eine große Sache aus etwas Unwichtigem machen“). Nach einer Meinung soll die Wendung eine humorvolle Anspielung darauf sein, dass der nicht unerhebliche Aufwand und die Zeit, die für die Zubereitung des Gerichts benötigt wird, zu einem vergleichsweise unspektakulären Resultat führt.<ref name="nathan" /> In der deutschen Umgangssprache gibt es allerdings auch das aus dem Rotwelschen stammende Wort Zimt für einerseits „wertloses Zeug, Unsinn, unnötige Umstände“ und anderseits „Geld, besonders Kleingeld“,<ref>Deutsches Wörterbuch. Band XV (31). Hirzel, Leipzig 1956, Spalte 1370.</ref> das von Siegmund A. Wolf auf jiddisch simen beziehungsweise hebräisch simon „Zeichen, Zahlennull“ zurückgeführt wird<ref>Siegmund A. Wolf: Wörterbuch des Rotwelschen. Deutsche Gaunersprache. Bibliographisches Institut, Mannheim 1956, S. 349; Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Band 3. Herder, Freiburg/Wien 1992, S. 1773; Kluge. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25. Auflage. Bearbeitet von Elmar Seebold. De Gruyter, Berlin/Boston 2011, S. 1011.</ref> und dessen erste Bedeutung nahe an derjenigen liegt, die die englische Wendung kennt, sodass dasjenige Zimmes, das die Wendung enthält, wohl nur homonym (gleichlautend, aber nicht identisch) ist mit dem Wort für die Speise ist.

Einzelnachweise

<references/>

Literatur

  • Gil Marks: The World of Jewish Cooking: More than 500 Traditional Recipes from Alsace to Yemen. New York 1996, ISBN 0-684-83559-2.

Weblinks

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