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Shanghai-Ranking

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Das Shanghai-Ranking (offiziell Academic Ranking of World Universities, abgekürzt ARWU) ist ein weltweites Hochschulranking, das im Jahr 2003 durch die Jiaotong-Universität Shanghai begründet wurde. Seit 2009 wird es von „ShanghaiRanking Consultancy“, einer nach eigenen Angaben unabhängigen Beratungsorganisation, durchgeführt.<ref>About Academic Ranking of World Universities. Abgerufen am 9. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Mittlerweile werden über 2.500 Universitäten weltweit jährlich geprüft, die ersten tausend werden in einer Rangliste veröffentlicht.<ref>ShanghaiRanking's Academic Ranking of World Universities Methodology 2025. Abgerufen am 9. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Shanghai-Ranking wurde ursprünglich als politisches Instrument entwickelt, das die relative Leistungsfähigkeit chinesischer Universitäten im weltweiten Vergleich darstellen sollte, man wollte messen, wie sich Bemühungen um Wachstum und Modernisierung des chinesischen Universitätssystems auswirken. Das Ranking erfuhr im Anschluss weltweite hohe Aufmerksamkeit, vor allem unter Hochschulakteuren.<ref name="Docampo">D. Docampo, D. Egret und Lawrence Cram: An anatomy of the academic ranking of world universities (Shanghai ranking). SN Social Sciences 2, 146 (2022). https://doi.org/10.1007/s43545-022-00443-3</ref> Wegen mangelnder Reproduzierbarkeit und der Komplexität der zugrundeliegenden Daten steht das Ranking seit langem in der Kritik<ref name="Florian">Răzvan V. Florian: Irreproducibility of the results of the Shanghai academic ranking of world universities. Scientometrics 72, 25–32 (2007). https://doi.org/10.1007/s11192-007-1712-1</ref> und Forscher warnen davor, sich bei der Beurteilung von Forschungsleistungen und Hochschulen zu sehr darauf zu verlassen.<ref name="Docampo" />

Geschichte

Die Vorgeschichte zum Shanghai-Ranking begann 1999, als an der Universität in Shanghai strategische Meetings stattfanden, einberufen von Administratoren der Uni, die besorgt waren über den Abstieg von ihrer Position als eine der führenden chinesischen Universitäten.<ref name="hvistendahl2008">Mara Hvistendahl: The Man Behind the World’s Most-Watched College Rankings. The Chronicle of Higher Education, 17. Oktober 2008, abgerufen am 16. November 2025.</ref> Der Professor für Chemie und Chemieingenieurwesen Nian Cai Liu wurde zum ersten Direktor für strategische Planung der Universität benannt.<ref name="hvistendahl2008" /> Er begann damit, Indikatoren von Forschungsleistungen zu sammeln und mit anderen Universitäten zu vergleichen. Die Ergebnisse wurden von anderen chinesischen Universitäten und Forschungspolitikern aufgegriffen und die Vergleiche wurden auf internationale Universitäten ausgeweitet.<ref name="hvistendahl2008" /> Im Juni 2003 wurde das Ranking der Top 500 Universitäten auf der Webseite der Jiaotong-Universität Shanghai veröffentlicht.<ref name="review2018">Antonio Fernández-Cano, Elvira Curiel-Marin, Manuel Torralbo-Rodríguez und Mónica Vallejo-Ruiz: Questioning the Shanghai Ranking methodology as a tool for the evaluation of universities: an integrative review. Scientometrics 116, 2069–2083 (2018). https://doi.org/10.1007/s11192-018-2814-7</ref> Nur ein Jahr später veröffentlichte als Reaktion darauf die Times Higher Education ihr erstes Ranking (THES).<ref>Phil Baty: The Times Higher Education World University Rankings, 2004-2012. Ethics in Science and Environmental Politics 2014, 13:125-130 https://doi.org/10.3354/esep00145</ref> Seit 2009 wird das ARWU von der Shanghai Ranking Consultancy, einer unabhängigen Organisation, die sich der Forschung im Bereich der Hochschulbildung widmet, zusammengestellt und veröffentlicht.<ref name="review2018" />

Methodik

Die Universitäten werden auf der Basis von sechs Indikatoren verglichen. Schwerpunkt der Wertung ist die Forschung. Berücksichtigt werden: die Anzahl der wissenschaftlichen Publikationen und die Anzahl der Zitierungen, wobei als Quellen zwei Statistiken des amerikanischen Medienkonzerns Thomson Reuters herangezogen werden, die ausschließlich die Zeitschriften Nature und Science sowie das Web of Science des Institute for Scientific Information auswerten, ferner in den Naturwissenschaften die zuerkannten Nobelpreise und in der Mathematik die Fields-Medaille. Als Indikator der Leistungsfähigkeit ganz allgemein wird die Größe der jeweiligen Institution berücksichtigt.

Für jeden Indikator wird der besten Hochschule der Wert 100 zugewiesen, die folgenden Universitäten erhalten einen Prozentsatz davon.

Indikatoren
Bereich Indikator Gewichtung
Qualität der Ausbildung Alumni, die einen Nobelpreis oder die Fields-Medaille gewonnen haben 10 %
Qualität des Personals Wissenschaftler mit Nobelpreis bzw. Fields-Medaille
Häufig zitierte Forscher in 21 Fächern
20 %
20 %
Forschungsleistung In Nature & Science publizierte Artikel
Artikel im Web of Science
20 %
20 %
Größe der Institutionen Akademische Leistung mit Blick auf die Größe 10 %

Ergebnis

Unter den ersten 20 Universitäten finden sich 2020 nur fünf nicht-US-amerikanische Universitäten: Cambridge (Platz 3), Oxford (Platz 9), Paris-Saclay (Platz 14), das University College London (Platz 16) und die ETH Zürich (Platz 20). Diese ist damit auch die erste deutschsprachige Hochschule der Rangliste; die erste deutsche Universität (Ludwig-Maximilians-Universität München) findet man auf Platz 51. Als erste österreichische Universität liegt die Universität Wien auf dem Platz ex aequo 151 bis 200. Insgesamt befinden sich 49 deutsche, neun schweizerische und 14 österreichische Universitäten im Ranking.<ref>Academic Ranking of World Universities 2020. Abgerufen am 19. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Top Ten (2020)
Rang Universität Land Alumni Auszeich-
nungen
Zitationen Artikel in
Nature & Science
Artikel im
Web of Science
Leistung
pro Person
Gesamt
1. Harvard University Vereinigte Staaten[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Vereinigte Staaten 100 100 100 100 100 79,3 100
2. Stanford University Vereinigte Staaten[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Vereinigte Staaten 43,8 86,6 71.1 79,5 77,1 53,8 74,2
3. University of Cambridge Vereinigtes Konigreich[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Vereinigtes Königreich 79,5 98,2 50,0 57,1 72,0 57,5 70,6
4. Massachusetts Institute of Technology Vereinigte Staaten[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Vereinigte Staaten 71,4 85,1 51,4 69,7 63,7 69,7 69,6
5. University of California, Berkeley Vereinigte Staaten[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Vereinigte Staaten 64,9 76,7 53,3 68,5 63,4 56,0 65,8
6. Princeton University Vereinigte Staaten[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Vereinigte Staaten 59,0 97,9 41,4 49,9 44,7 71,8 61,1
7. Columbia University Vereinigte Staaten[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Vereinigte Staaten 59,5 65,8 48,0 54,8 72,3 32,9 58,6
8. California Institute of Technology Vereinigte Staaten[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Vereinigte Staaten 50,7 69,1 36,4 57,9 43,9 100 57,7
9. University of Oxford Vereinigtes Konigreich[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Vereinigtes Königreich 48,9 54,3 46,4 53,9 78,9 43,7 57,2
10. University of Chicago Vereinigte Staaten[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Vereinigte Staaten 58,7 88,2 35,7 41,3 54,6 43,0 54,6

Kritik

Kritikpunkte, die unter anderen vom Centrum für Hochschulentwicklung, einem Mitbewerber im Bereich Hochschulrankings, vorgebracht wurden, betreffen die folgenden Aspekte:

  • Aufgrund der langen Beobachtungszeiträume werden historische und gegenwärtige Forschungsleistung vermischt. So werden Nobelpreise bis zum Jahr 1911 berücksichtigt. Dadurch werden insbesondere leistungsfähige Neugründungen benachteiligt.<ref name="CHE">Shanghai-Ranking im Überblick. Centrum für Hochschulentwicklung, abgerufen am 21. August 2011.</ref>
  • Das hohe Gewicht von Zeitschriftenaufsätzen im Web of Science hat eine Verzerrung zugunsten von Universitäten mit naturwissenschaftlicher Ausrichtung in englischsprachigen Ländern zur Folge. Publikationen in anderen Medien und anderen Sprachen werden nicht berücksichtigt, was Spitzenleistungen in den Geisteswissenschaften von der Wertung ausschließt.<ref name="CHE" />
  • Besonderheiten der nationalen Hochschulsysteme werden kaum berücksichtigt. So bleibt zum Beispiel die außeruniversitäre Forschung in Deutschland mit ihren Max-Planck-Instituten oder der Fraunhofer-Gesellschaft unberücksichtigt. Ein besonders extremes Beispiel ist die italienische Eliteuniversität Scuola Normale Superiore, die nur eine geringe Zahl von Studenten (im Studienjahr 2011/12 57 Neuaufnahmen) auf der Basis eines strengen Aufnahmewettbewerbs zulässt und sich wegen ihrer geringen Größe nur auf den Plätzen 301–400 findet, weit überrundet von anderen italienischen Universitäten.<ref name="CHE" />

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive />