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Weiler (Ortsname) – Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie Zum Inhalt springen

Weiler (Ortsname)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von -weiler)

Weiler ist ein Ortsname, der auf den gleichlautenden Gattungsnamen zurückgeht. Er bezieht sich vielfach auf kleine Ansiedlungen, in typischen Ausbaulandschaften aber auch auf größere Siedlungen und zum Teil umfangreiche Pfarrzentren<ref name="donb">Manfred Niemeyer (Hrsg.): Deutsches Ortsnamenbuch. De Gruyter, Berlin/Boston 2012, S. 676 (Stichwort -weiler).</ref> und ist vor allem im Südwesten des deutschen Sprachraums verbreitet. Die Form des Namens zeigt oft noch die Lautung und Schreibweise aus der Zeit vor der frühneuhochdeutschen Diphthongierung: Wil oder Wiler.<ref name="dtv 2490">Konrad Kunze: dtv-Atlas Namenkunde. dtv-Band 2490. dtv, 1998 (1. Aufl.), ISBN 3-423-03266-9, S. 91 (Verteilungskarte: S. 92 u).</ref>

Namenkunde

Wortherkunft

Die Wörter und damit auch die Ortsnamen Weiler, Weil, Wil, Wiler gehen auf althochdeutsch wîlâri zurück, das seinerseits von vulgärlateinisch villare ‚Gehört, Vorwerk‘ stammt. Dieses wiederum ist eine Weiterbildung aus lateinisch vīlla ‚Landhaus, Landgut‘.<ref name="donb" />

Eine andere Etymologie liegt aber Weilheim und ähnlichen Bildungen zugrunde. Hier ist die Standardbildung auf einen Personennamen der Wurzel Wil (wie in Wilhelm) anzunehmen: ‚Hof des Wil‘. So wurde Weilheim in Baden 929 als {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} urkundlich erwähnt, das benachbarte Nöggenschwiel 1279 als {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}.

Verbreitung

Datei:Communes of France ending with -viller.svg
Verbreitung des spätlateinischen villare in Frankreich
Datei:Communes of France ending with -ville.svg
Verbreitung des spätlateinischen villa in Frankreich

Das Wort Weiler verbreitet sich seit dem frühen Mittelalter im deutschen Sprachraum – ab dem 7. Jahrhundert (Fränkische Landnahme) bis zum 9. Jahrhundert (Erweiterungen des Frankenreiches auf Bayern, später auch Österreich und Sachsen). Im Alemannischen, wo die frühneuhochdeutsche Diphthongierung nie stattgefunden hat, ist es noch mit dem alt- und mittelhochdeutschen Monophthong /iː/ bekannt. Sprachlich verwandt sind damit die besonders in der Schweiz und im Elsass häufig anzutreffenden Ortsbezeichnungen mit den Grundwörtern -wil(l/er), -wyl, -viller (-viller(s) oder -villier(s) in Nordfrankreich).

In Frankreich sind alte Ortsnamen auf -viller(s), -villier(s), -villar(d), 'ville<ref>In Südwestfrankreich bis zum Languedoc werden die manchmal ganzfranzösierte Form -ville, die halbfranzösierte Form -vielle, -fielle und die okzitanische -viala zu finden.</ref> im stark fränkisch beeinflussten Norden häufig – und zwar gerade bei Dörfern, die fast immer mit einem germanischen Personennamen als erstem Bestandteil verbunden sind. In West-, Mittel- und Südostfrankreich tragen dagegen nur wenige relativ neue Städte Namen auf -ville, entsprechend dem heutigen Allgemeinbegriff ville ‚Stadt‘.

Varianten und Ableitungen

Verwandte Formen:

Weiler taucht auch als Bestandteil in zusammengesetzten Ortsnamen auf, zum Beispiel:

Viele Nachnamen von Personen beziehen sich ursprünglich auf einen Ort mit einem solchen Namen (Herkunftsnamen), zum Beispiel:

  • Rothweiler, Weilerspacher, Wieler, Eckenschwyler, Leutwyler<ref name="dtv 2490"/>

Orte und Ortsteile namens Weiler

Deutschland

Baden-Württemberg

Bayern

  • Weiler am See, Weiler der Stadt Feuchtwangen, Landkreis Ansbach
  • Weiler im Allgäu, Gemarkung der Gemeinde Weiler-Simmerberg, Landkreis Lindau (Bodensee)

Brandenburg

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Saarland

Österreich

Belgien

  • Weiler (französisch Weyler), Ortsteil von Arel, Provinz Luxemburg

Frankreich

Luxemburg

Burgen des Namens

Literatur

  • Henning Kaufmann: Bildungsweise und Betonung der deutschen Ortsnamen. 2. Auflage, München 1977
  • Martina Pitz: Siedlungsnamen auf -villare ( -weiler, -villers) zwischen Mosel, Hunsrück und Vogesen: Untersuchungen zu einem germanisch-romanischen Mischtypus der jüngeren Merowinger- und der Karolingerzeit, Saarbrücker Druckerei und Verlag, 1997.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />