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Adamantan

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Adamantan ist ein verbrückter Kohlenwasserstoff und der einfachste Diamantoid. Es bildet farblose, campherartig riechende Kristalle. Die Struktur des Adamantans besteht formal aus vier Cyclohexanmolekülen in Sesselkonformation. Adamantan hat eine tetraedrische Struktur: An den vier Ecken befinden sich Kohlenstoffatome, die sechs Kanten sind nach außen genickt mit je einem C-Atom in der Mitte. Diese hochsymmetrische Struktur (Punktgruppe Td) findet sich auch in anderen chemischen Stoffen wie Methenamin und Phosphortrioxid, sie wird gelegentlich als Adamantan-artig bezeichnet.

Vorkommen

Adamantan kommt in der Natur nur in Spuren in einigen Bergkristallen vor. Es findet sich außerdem in kleinen Mengen im Erdöl, aus dem es zuerst isoliert wurde (Stanislav Landa, 1933).<ref>Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref>

Synthese

Der tricyclische Kohlenwasserstoff ist durch Umlagerung von Tetrahydrodicyclopentadien, das durch Hydrierung des Diels-Alder-Dimers von Cyclopentadien hergestellt wird, mittels Aluminiumchlorid leicht zugänglich.<ref>Vorlage:OrgSynth</ref> Die Herstellung läuft bei 160 °C ab.

Synthese von Adamantan

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Adamantan ist bei Raumtemperatur eine feste Substanz, die in zwei polymorphen Kristallformen auftritt.<ref name="Andrews">J.T.S. Andrews, R.E. Carpenter, T.M. Martinko, R.C. Fort, T.A. Flood, M.G. Adlington: Transition and Fusion Thermodynamics of Heteroadamantanes. In: Mol. Cryst. Liq. Cryst. 41, 1978, S. 257–261, doi:10.1080/00268947808070312.</ref> Bei Raumtemperatur liegt die Kristallform I vor, die bei 270 °C in die flüssige Phase übergeht.<ref name="Espeau">P. Espeau, R. Ceolin: Thermodynamic studies of solids with non-negligible vapour pressure: T–v and p–T diagrams of the dimorphism of adamantane. In: Thermochimica Acta. 73, 2001, S. 147–154, doi:10.1016/S0040-6031(01)00561-5.</ref> Bei −64,5 °C wird ein Phasenübergang von der Kristallform II zur Form I beobachtet. Hier erfolgt der Übergang von der kristallinen zu einer plastisch kristallinen Form.<ref name="Kabo">G.J. Kabo, A.V. Blokhin, M.B. Charapennikau, A.G. Kabo, V.M. Sevruk: Thermodynamic properties of adamantan and the energy states of molecules in plastic crystals for some cage hydrocarbons. In: Thermochimica Acta. 345, 2000, S. 125–133, doi:10.1016/S0040-6031(99)00393-7.</ref><ref name="Herbstein">F. H. Herbstein: Some applications of thermodynamics in crystal chemistry. In: J. Mol. Struct. 374, 1996, S. 111–128, doi:10.1016/0022-2860(95)08996-9.</ref> Das bedeutet, die Verbindung liegt oberhalb dieser Temperatur bis zum Schmelzpunkt und somit auch bei Raumtemperatur in einem mesomorphen Zustand vor. Das Verhalten ist analog zu ähnlichen „kugelförmigen“ Molekülen wie Cuban oder Tetramethylbutan, die ähnliche Mesophasen bilden.

Chemische Eigenschaften

Adamantan ist sehr stabil und allgemein wenig reaktionsfreudig. Eliminierungen sind unmöglich, die Bredtsche Regel gilt für alle Kohlenstoff-Atome. Substitutionsreaktionen finden vorwiegend am Brückenkopf-C1 statt. In Wasser ist Adamantan nahezu unlöslich.

Verwendung

Es findet Verwendung als Matrix für Radikale<ref>Vorlage:Literatur</ref> und als Referenzsubstanz in der Festkörper-NMR-Spektroskopie. Durch die hohe Symmetrie der Moleküle ist eine molekulare Rotation im Festkörper vorhanden, die besonders einfach messbar ist.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Bei Bestrahlung von Adamantan mit Elektronen im Vakuum können – auch bei Raumtemperatur – sehr reine und störstellenarme Nanodiamanten synthetisiert werden.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref>

Es findet auch zur Herstellung weiterer Adamantanderivate Verwendung:

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

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