Ahlum (Rohrberg)
Ahlum Gemeinde Rohrberg
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(190)&title=Ahlum 52° 42′ N, 11° 1′ O
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dim=10000 | globe= | name=Ahlum | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 46 m | |||||
| Fläche: | 16,38 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 190 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 12 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 2009 | |||||
| Postleitzahl: | 38489 | |||||
| Vorwahl: | 039007 | |||||
Lage von Ahlum in Sachsen-Anhalt
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Ahlum ist ein Ortsteil der Gemeinde Rohrberg der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.
Geographie
Ahlum, ein Haufendorf mit Kirche, liegt südlich der Kreisstadt Salzwedel in der Altmark in einem Niederungsgebiet an der Hartau, einem Nebenfluss der Jeetze. Am westlichen Ortsrand des Dorfes liegt der Ahlumer See, der als Naherholungsgebiet dient.<ref name="VS 2012" /><ref name="HOB-12" /><ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Nachbarorte sind Nieps im Westen, Stöckheim im Nordwesten, Rohrberg im Nordosten, Tangeln im Südosten und Neumühle im Süden.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Geschichte
Mittelalter bis Neuzeit
Das Dorf Ahlum wurde erstmals im Jahre 1112 urkundlich als Elem genannt. Dem Kloster Hamersleben gehörten dort 7 Höfe.<ref name="Riedel-16" />
Im Jahr 1233 wird Hinrico de Alim ein Bürger in Salzwedel genannt.<ref name="Krabbo Regesten" /> Weitere Namensnennungen des Dorfes sind 1348 Alem, 1687 Ahlumb<ref name="HOB-12"/> und schließlich 1804 Ahlum, Alem.<ref name="Bratring-1" />
Zur früheren Gemeinde Ahlum gehörten die Ortsteile Nieps und Stöckheim.
Gut Ahlum
Das landtagsfähige Rittergut Ahlum lag früher im Dorf. 1824 wurden die Gebäude bei der Flurneuordnung abgebrochen und zwei Kilometer westlich des Dorfes wieder aufgebaut.<ref name="Zahn-1928" />
Eingemeindungen
Ahlum gehörte ursprünglich zum Salzwedelischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Von 1807 bis 1813 lag es im Kanton Beetzendorf auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen kam es 1816 in den Kreis Salzwedel, den späteren Landkreis Salzwedel im Regierungsbezirk Magdeburg in der Provinz Sachsen in Preußen.<ref name="HOB-12" />
Am 17. Oktober 1928 wurde der landwirtschaftliche Teil des Gutsbezirks Ahlum das Gut Ahlum mit der Landgemeinde Ahlum vereinigt. Der forstwirtschaftliche Teil, der Forst Nieps (mit dem Forsthaus Nieps), wurde mit der Landgemeinde Lüdelsen vereinigt.<ref name="AB-RB-Magdeburg" />
Die Gemeinde Ahlum wurde am 25. Juli 1952 in den neuen Kreis Klötze umgegliedert.<ref name="Metzler-Poeschel" />
Am 1. April 1974 wurde die Gemeinde Stöckheim aus dem Kreis Klötze in die Gemeinde Ahlum eingemeindet.<ref name="Metzler-Poeschel" /> Bereits im Jahre 1957 wird ein Stöckheimer Ortsteil Nieps im amtlichen Ortsverzeichnis aufgeführt.<ref name="HOB-12"/> Ein Vergleich der Koordinaten des Ortsteils mit dem Messtischblatt von 1902<ref name="MTB-1750" /> zeigt, dass das frühere Gut Ahlum dem Ortsteil Nieps entspricht.
Mit der Auflösung des Landkreises Klötze zum 1. Juli 1994 wurde die Gemeinde Ahlum in den Altmarkkreis Salzwedel umgegliedert.
Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Ahlum, Bierstedt und Rohrberg, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Rohrberg vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2009 in Kraft.<ref>StBA: Gebietsänderungen am 01.01.2009</ref>
Einwohnerentwicklung
Gemeinde/Dorf
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Gutsbezirk/Gut/Vorwerk
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Ortsteil
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:<ref name="HOB-12" />
Religion
Die evangelische Kirchengemeinde Ahlum gehörte früher zur Pfarrei Ahlum.<ref name="Almanach1903" /> Im Jahre 2003 wurden die Kirchengemeinden Rohrberg, Groß- und Klein Bierstedt, Mellin, Stöckheim, Tangeln und Püggen zum Kirchspiel Rohrberg vereinigt,<ref name="HOB-12"/> das heute betreut wird vom Pfarrbereich Beetzendorf im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Politik
Bürgermeister
Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Uwe Mania.
Wappen
Das Wappen wurde am 1. April 1997 vom Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt und unter der Nr. 20/1997 im Landesarchiv Sachsen-Anhalt registriert.
Blasonierung: „Geteilt in Grün über Silber mit Spitze in verwechselten Farben; die Spitze oben begleitet von je einem aufrechten silbernen Eichenzweig mit drei Blättern und zwei gestielten steigenden Früchten; im unteren Teil der Spitze ein silbernes Großsteingrab, überhöht von einer silbernen Kette.“
Kultur und Sehenswürdigkeiten
In Ahlum wird noch Nordwestaltmärkisch gesprochen, eine märkische Mundart in der Altmark in der Gegend westlich von Salzwedel.
Dorfkirche
Die evangelische Dorfkirche Ahlum ist eine im Kern romanische Feldsteinkirche. Die heutige Form entstand durch Anfügung von Querarmen mit Backsteingiebeln (ähnlich der Kirche in Rohrberg) und des östlichen Schiffsteils in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als kreuzförmige Erweiterung eines ursprünglich romanischen Feldsteinbauwerks aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der spätromanische Westquerturm ist mit rundbogigen Schallöffnungen und Schlitzfenstern versehen. Das romanische Südportal ist vermauert.
Im Innern ist der Rundbogen zwischen Turm und flachgedecktem Schiff heute verschlossen. Die letzte Instandsetzung erfolgte 1995, wobei man sich an der Ausmalung aus dem Jahr 1933 orientierte. Die elfseitige gotische steinerne Taufe erhielt später einen neuen Fuß. Eine weitere, barocke Taufe des 17. Jahrhunderts aus Sandstein steht hinter dem Altar. Die neuromanische Orgel wurde von Rudolf Böhm aus Gotha um 1870 geliefert. Zwei Glasmalereien mit dem Wappen derer von der Schulenburg stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Barocke Inschriftgrabsteine aus dem 18. Jahrhundert sind ebenfalls erhalten. Eine Bronzeglocke mit dem Relief eines Bischofs und Taustabfriesen stammt aus dem 15. Jahrhundert.<ref>Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 4.</ref>
Weitere Bauwerke
- Großsteingräber:
- Die ehemalige Wassermühle nahe dem Ahlumer See ist Bestandteil des Altmärkischen Mühlenweges.
- In der Straße Im Winkel in Ahlum steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges, aufgetürmte Findlinge im Stil eines Großsteingrabes.<ref name="Denkmalprojekt" />
Naturdenkmäler
Die Hartauniederung zwischen Lüdelsen und Ahlum ist ein teilweise geschützter Biotop (FFH) mit Erlen- und Eschenwäldern und Weichholzauenwäldern, an waldfreien Standorten durch Bodenfeuchte geprägte Flutrasen mit Flutendem Hahnenfuß (Ranunculion fluitantis). Geschützte Tierarten sind Bachneunauge (Lampetra planeri) und Bitterling (Rhodeus sericeus).
Verkehr
Ahlum liegt an der Bundesstraße 248.
Neckreim
Im Mittelelbischen Wörterbuch ist ein Neckreim über die frühere Armut im Ort überliefert.
“In Oahl’n
is nist to hoal’n
un in Stöck’n
is nist to bröck’n.”
„In Ahlum
ist nichts zu holen
und in Stöckheim
nichts zu bröckeln.“<ref>Mittelelbisches Wörterbuch, Ahlum. In: mew.uzi.uni-halle.de. Abgerufen am 31. Mai 2023.</ref>
Literatur
- Hartmut Bock, Silke Pieper, Ilona Sens: In Ahlen ist wenig tho halen. 900 Jahre Altmarkgemeinde Ahlum mit einem Beitrag von Wolfgang Meibeyer. Herausgegeben von den Museen des Altmarkkreises Salzwedel. In: Schriften zur Regionalgeschichte der Museen des Altmarkkreises Salzwedel. Band 10. Dr. Ziethen, Oschersleben 2012, ISBN 978-3-86289-039-2.
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Weblinks
- Ahlum im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise
<references> <ref name="AB-RB-Magdeburg">Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 232.</ref>
<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Berlin 1804, S. 366 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Denkmalprojekt">Ahlum, Gemeinde Rohrberg, Altmarkkreis Salzwedel. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. April 2018, abgerufen am 2. Oktober 2022.</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Krabbo Regesten"> Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 133, Nr. 609 (uni-potsdam.de).</ref>
<ref name="EW-2018">Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf: Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6. Juni 2019.</ref>
<ref name="EW-2021">Anke Pelczarski: Nur Wallstawe und Jübar legen zu. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 15. Januar 2022, DNB 1047268213, S. 17.</ref>
<ref name="EW-2022">Anke Pelczarski: Wenn die Männer das Sagen haben. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 14. Januar 2023, DNB 1047268213, S. 17.</ref>
<ref name="EW-2023">Ortsteil Ahlum. In: Webauftritt. Gemeinde Rohrberg (Altmark), abgerufen im Oktober 2025.</ref>
<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="MTB-1750">Messtischblatt 1750: Brome. Reichsamt für Landesaufnahme, 1902, abgerufen am 31. Mai 2023.</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Beetzendorf. In: ekmd.de. Abgerufen am 31. Mai 2023.</ref>
<ref name="Riedel-16">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="VS 2012">900-Jahre-Jubiläum in Ahlum. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Klötze. 3. Juni 2012 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />archiviert auf archive.org ( vom 13. Juni 2018 im Internet Archive) [abgerufen am 13. Juni 2018]).</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>
