Alter Friedhof (Dirmstein)
Alter Friedhof Dirmstein
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Alter Baumbestand, v. a. Robinien | ||||||
| Lage | Rheinland-Pfalz, Deutschland | |||||
| Fläche | 1200 m² | |||||
| Kennung | ND-7332-518 | |||||
| WDPA-ID | {{#property:p809}} | |||||
| Natura-2000-ID | {{#property:p3425}} | |||||
| Geographische Lage | 49° 34′ N, 8° 16′ O
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| Einrichtungsdatum | • 11. Jahrhundert als Friedhof | |||||
| Besonderheiten | • 1850er Jahre Aufgabe als Friedhof • flächenhaftes Naturdenkmal • Kulturdenkmal | |||||
Der Alte Friedhof in der rheinland-pfälzischen Ortsgemeinde Dirmstein ist wegen seines alten Baumbestands unter der Listennummer ND-7332-518<ref name="nsv-rlp">Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz: Landschaftsinformationssystem der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 19. September 2013.</ref> als Naturdenkmal eingestuft, zugleich steht er wegen einer Reihe kulturhistorisch wertvoller Grabmäler als Gesamtanlage unter Denkmalschutz.<ref name="gdke-rlp">Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Vorlage:KulturdenkmälerRP/Bad Dürkheim</ref> Er war vom Mittelalter bis in die 1850er Jahre in Gebrauch; dann wurde nördlich des Ortes der Neue Friedhof angelegt.
Geographische Lage
Der Alte Friedhof liegt auf einer Höhe von 103 m ü. NHN<ref name="LANIS">Lage des Alten Friedhofs auf: <ref name="DE-RP_LANDIS-Karte">Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise)</ref>, abgerufen am 2. April 2021.</ref> im Osten der Gemeinde, im Niederdorf,<ref name="anm1">Die Namen Oberdorf und Niederdorf für die beiden Siedlungskerne der Gemeinde leiten sich von der Lage oben bzw. unten am Eckbach ab, der Dirmstein von West nach Ost durchfließt.</ref> etwa 1 km vom Neuen Friedhof entfernt. Der heutige Zugang führt von Norden her rechts am Grundstück Gerolsheimer Str. 4 vorbei.
Ursprünglich grenzte der Friedhof unmittelbar an die Peterskirche, die 1809 nach etwa 800 Jahren wegen Baufälligkeit restlos abgetragen wurde. 100 m südwestlich davon steht das ehemalige Sommerschloss der Fürstbischöfe von Worms, südlich des Geländes fließt der Eckbach vorbei, ein linker Zufluss des Rheins.
Anlage
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Teil der überwucherten Mauer mit angelehntem Grabstein in Kreuzform
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Grabmal des Arztes Johann von Hubertus
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Detail mit Familienwappen Hubertus
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Grabmal des Jakob von Tullian
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Detail mit Familienwappen Tullian
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Pflanzenbewuchs zwischen den Gräbern und auf den Wegen
Der heute etwa 1200 m² messende Friedhof war früher vollständig von einer um 2 m hohen Bruchsteinmauer umgeben, von der noch größere Teile – mitunter ruinös – erhalten sind.
Überragt wird der Friedhof von alten Bäumen, unter denen Robinien vorherrschen. Neben anderen Vögeln – beispielsweise Saatkrähen, Dohlen und Elstern – nisten auf ihnen seit Anfang der 2000er Jahre Graureiher, die an und in den nahen Gewässern Eckbach und Floßbach ihre Nahrung suchen.<ref name="mundartpoet">Telefonische Information vom 19. Oktober 2012 durch einen Anwohner an Benutzer C47.</ref>
Von den noch vorhandenen Gräbern ist am bekanntesten dasjenige des Arztes Johann von Hubertus (1752–1828), der in habsburgischen Diensten tätig war und seinen Ruhestand in der Heimat verbrachte. An seinen jüngeren Bruder Franz Balthasar (* 19. April 1766; † 9. April 1832), der ebenfalls Arzt war und im damals österreichischen Pressburg (heute als Bratislava Hauptstadt der Slowakei) starb, wird durch eine Gedenkinschrift auf der rechten Seite des Grabsteins erinnert. Auf der Rückseite ist die Schwester der beiden Ärzte, Margaretha Römer geb. Hubertus (* 29. Januar 1764; † 9. September 1850), Großmutter des Philologen Adolf Römer, verzeichnet.
Weitere Grabsteine von Personen, deren Familie für den Ort bedeutsam war, sind unter dem Gliederungspunkt Geschichte erwähnt.
Geschichte
Der Friedhof wurde im Zusammenhang mit der Peterskirche angelegt, wahrscheinlich wie diese im 11. Jahrhundert. Die Anlage war bis September 2025 verwildert, die noch vorhandenen Grabsteine aus dem 18. und 19. Jahrhundert wurden mithilfe der Dorfgemeinschaft und des Bauordens von Efeu und Moos befreit. Die Inschriften verwittern von Jahr zu Jahr mehr und sind bei der Mehrzahl der Gräber nur noch schwer oder gar nicht mehr lesbar.
Dass der Friedhof mindestens bis 1855 in Gebrauch war, belegen die Daten auf dem Grabstein der Florentine von Camuzi (1802–1855),<ref name="grabstein-fvc">Inschrift auf dem Grabstein der Florentine von Camuzi: „21. Februar 1802 bis 16. Februar 1855“.</ref> die eine jüngere Schwester des späteren Dirmsteiner Bürgermeisters Gideon von Camuzi (1799–1879) war. Links neben ihrem Grab befindet sich dasjenige der Anna von Camuzi (1828–1835),<ref name="grabstein-avc">Inschrift auf dem Grabstein der Anna von Camuzi: „11. März 1828 bis 5. Juni 1835“.</ref> Tochter Gideons, die als Siebenjährige verstorben war.
Bei Pflegearbeiten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die noch aufrecht stehenden Grabsteine so belassen, etliche umgefallene wurden zusammengetragen und schräg gegen die Umfassungsmauer gelehnt. Eine Anzahl der umgefallenen Objekte, die als besonders schützenswert angesehen wurden, verbrachte man auf den neuen Friedhof und stellte sie dort in der Nähe des Eingangs auf.
Literatur
- Ute-Konstanze Rasp: Friedhöfe in Dirmstein. In: Michael Martin (Hrsg.): Dirmstein – Adel, Bauern und Bürger. Chronik der Gemeinde Dirmstein. Selbstverlag der Stiftung zur Förderung der pfälzischen Geschichtsforschung, Neustadt an der Weinstraße 2005, ISBN 3-9808304-6-2, S. 415–424.
Weblinks
Einzelnachweise und Anmerkungen
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