Amtsgericht Güstrow
Das Amtsgericht Güstrow ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Bezirk des Landgerichtes Rostock.
Gerichtssitz und -bezirk
Das Gericht hat seinen Sitz in der Stadt Güstrow.<ref>§ 4 Abs. 1 des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 11. November 2013, GVOBl. M-V 1998, S. 444, 549.</ref>
Der Gerichtsbezirk umfasste bis zum Inkrafttreten der Gerichtsstrukturreform am 6. Oktober 2014 das Gebiet der folgenden Städte und Gemeinden.<ref>§ 4 Abs. 8 des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 7. April 1998, GVOBl. M-V 1998, S. 444, 549. (PDF; 1,4 MB).</ref>
- Alt Sührkow,
- Altkalen
- Baumgarten
- Behren-Lübchin
- Bernitt
- Boddin
- Bützow
- Dahmen
- Dalkendorf
- Diekhof
- Dobbin-Linstow
- Dolgen am See
- Dreetz
- Finkenthal
- Glasewitz
- Gnoien
- Groß Roge
- Groß Schwiesow
- Groß Wokern
- Groß Wüstenfelde
- Gülzow-Prüzen
- Güstrow
- Gutow
- Hohen Demzin
- Hohen Sprenz
- Hoppenrade
- Jördenstorf
- Jürgenshagen
- Klein Belitz
- Klein Upahl
- Krakow am See
- Kuchelmiß
- Kuhs
- Laage
- Lalendorf
- Lelkendorf
- Lohmen
- Lühburg
- Lüssow
- Mistorf
- Mühl Rosin
- Penzin
- Plaaz
- Prebberede
- Reimershagen
- Rühn
- Sarmstorf
- Schorssow
- Schwasdorf
- Steinhagen
- Sukow-Levitzow
- Tarnow
- Teterow
- Thürkow
- Walkendorf
- Wardow
- Warnkenhagen
- Warnow
- Zehna
- Zepelin
In den Bezirk des Amtsgerichtes Güstrow eingegliedert wurden die folgenden zuvor zum Bezirk des Amtsgerichtes Rostock gehörenden Städte und Gemeinden.<ref>II. b) der Anlage zu § 4 Abs. 2, S. 1 des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 11. November 2013.</ref><ref>Informationen zur Gerichtsstrukturreform. Justizministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. Dezember 2015; abgerufen am 5. November 2015.</ref>
- Benitz
- Bröberow
- Cammin
- Gnewitz
- Grammow
- Kassow
- Nustrow
- Rukieten
- Schwaan
- Selpin
- Stubbendorf
- Tessin
- Thelkow
- Vorbeck
- Wiendorf
- Zarnewanz
Damit wurde der ursprünglich etwa 2060 km2 große Gerichtsbezirk durch die Gerichtsstrukturreform auf etwa 2260 km2 vergrößert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Informationen der Initiatoren des Volksbegehrens gegen die Gerichtsstrukturreform ( vom 18. Mai 2015 im Internet Archive) (PDF; 3,1 MB), S. 7, abgerufen am 11. Mai 2015.</ref> In ihm leben ungefähr 109.000 Einwohner.<ref>Stand: 30. Juni 2014, Statistischer Bericht des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 22. September 2015.</ref>
Gebäude
Das Gerichtsgebäude befindet sich am Franz-Parr-Platz 2a und wurde ursprünglich von 1823 bis 1825 als Justizkanzlei zweigeschossig erbaut und 1877 erweitert. Nach einem Brand im Jahre 1929 wurde es 1931 als Amts- und Landgericht wiederaufgebaut. Nach mehrjährigen Renovierungsarbeiten wurde im Juni 2012 der Wiedereinzug mit einem Festakt begangen.<ref>Pressemitteilung. Nr. 53/12. Justizministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern, 25. Juni 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. November 2014; abgerufen am 6. November 2015.</ref>
Das Grundbuchamt befindet sich in der Goldberger Straße 12 auf dem Gelände der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege.<ref>Informationen auf der Internetpräsenz des Gerichts, abgerufen am 26. Juli 2019.</ref>
Die in der Plauer Straße 8<ref>Informationen auf der <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Internetpräsenz ( vom 13. Mai 2011 im Internet Archive) des Gerichtes am 13. Mai 2011, abgerufen am 6. Mai 2015.</ref> untergebrachte Nebenstelle wurde Mitte 2011 geschlossen.
Übergeordnete Gerichte
Dem Amtsgericht Güstrow ist das Landgericht Rostock übergeordnet.<ref>§ 3 Abs. 2, S. 2 Nr. 2 lit. b des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 11. November 2013.</ref> Zuständiges Oberlandesgericht ist das Oberlandesgericht Rostock.
Geschichte
Mecklenburg-Schwerin
In Güstrow befanden sich bis 1879 folgende Eingangsgerichte: das großherzogliche Amtsgericht Güstrow, das großherzogliche Amtsgericht Rossewitz, das großherzogliche Stadtgericht Güstrow, der Stadtrat von Güstrow (Vorderstadt) als Magistratsgericht und Patrimonialgerichte. Daneben bestand das Gericht der Burg und Domfreiheit in Güstrow und das Gericht des Landarbeitshauses zu Güstrow. Gericht zweiter Instanz war die Justizkanzlei Güstrow.<ref>Johann Friedrich Kratzsch: Tabellarische Übersicht des Justiz-Organismus der sämtlichen Deutschen Bundesstaaten, 1836, S. 88 ff., online</ref> Im Rahmen der Reichsjustizgesetze wurde diese und die anderen bestehenden Gerichte des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin aufgelöst und Amts-, Landes- und Oberlandesgerichte gebildet. Das Amtsgericht Güstrow war dem Landgericht Güstrow und dem Oberlandesgericht Rostock nachgeordnet.<ref>Verordnung zur Ausführung des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 27. Januar 1877 vom 31. Mai 1879; in: Regirungeblatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin 1879 Nr. 20, S. 131 ff., Digitalisat</ref> Am Gericht bestanden 1880 vier Richterstelle. Das Amtsgericht war damit das größte Amtsgericht im Landgerichtsbezirk.<ref>Carl Pfafferoth: Jahrbuch der deutschen Gerichtsverfassung. 1880, S. 462 online</ref>
Sein Gerichtsbezirk umfasste die Stadt Güstrow, den größten Teil des Dominialamtes Güstrow und Teile des ritterschaftlichen Amtes Crivitz (Gülzow und Wilhelminenhof mit Parum), des ritterschaftlichen Amtes Goldberg (Lalendorf mit Bahnhof), der größten Teil des ritterschaftlichen Amtes Güstrow, des ritterschaftlichen Amtes Schwaan (Prüzen mit Mühlengeetz Anteil), des ritterschaftlichen Amtes Schwerin (Mühlengeetz und Boldebuck), des ritterschaftlichen Amtes Sternberg (Tieplitz) und aus dem Klosteramt Dobbertin Gerdshagen.<ref>Mecklenburg-Schwerinsches Staatshandbuch, 1916, S. 290–291, Digitalisat</ref>
DDR
In der DDR wurden die Amtsgerichte 1952 aufgelöst und einheitlich Kreisgerichte gebildet. In Güstrow entstand so das Kreisgericht Güstrow, welches dem Bezirksgericht Schwerin nachgeordnet war. Gerichtssprengel war der Kreis Güstrow.
Nach dem Jahr 1989
Nach dem Zusammenbruch der DDR wurden die Kreisgerichte wieder aufgehoben und erneut Amtsgerichte, darunter das Amtsgericht Güstrow, gebildet.<ref>§ 4 Abs. 1 des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 19. März 1991, GVOBl. M-V 1991, S. 103. (PDF; 684 kB).</ref>
Siehe auch
Weblinks
- Internetpräsenz des Amtsgerichtes Güstrow. Abgerufen am 14. September 2018.
- Übersicht der Rechtsprechung des Amtsgerichtes Güstrow. Abgerufen am 22. November 2014.
Einzelnachweise
<references />
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Vorlage:Navigationsleiste Amtsgerichte im Landgerichtsbezirk GüstrowVorlage:Klappleiste/Anfang
Ehemalige Amtsgerichte: Bützow | (Bad) Doberan | Gnoien | Kröpelin | Neubukow | Ribnitz(-Damgarten) | Schwaan | Sülze-Marlow | Tessin | Teterow
Koordinaten: 53° 47′ 25,8″ N, 12° 10′ 32,9″ O
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