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Amylose

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Vorlage:Infobox Polymer

Amylose (griechisch amylon ‚Stärkemehl‘) ist mit einem Massenanteil von etwa 20–30 Prozent neben Amylopektin Bestandteil der natürlichen, pflanzlichen Stärke, beispielsweise aus Kartoffel, Weizen oder Mais.

Tabelle: Amylose-Gehalt verschiedener Stärken,<ref>Walther Burchard, Polysaccharide: Eigenschaften und Nutzung – Eine Einführung, S. 31, Springer Verlag 1985.</ref> Rest ad 100 ist Amylopektin.

isolierte Stärke
von
Amylose-Gehalt
(g/100g)
Tapioka 20
Kartoffel 21
Amflora-Kartoffel Vorlage:00
Weizen 23
Mais 27
Wachsmais Vorlage:00
Amylomais 50–80
Glatte Erbse 36
Schrumpferbse 69

Das Polysaccharid Amylose hat eine molare Masse zwischen 100.000 und 1.000.000 g·mol−1,<ref>C. Bächtle, P. Winkler and B. Stellbrink (BASF): Eine Frage der richtigen Stärke. In: Chemie in unserer Zeit 45, 250–255 (2011), Vorlage:Doi.</ref> entsprechend etwa 1000 (bei Getreidestärken) bis 4500 (bei Kartoffelstärken)<ref>F. A. Schüll (Dissertation): Einfluss spezifischer Eigenschaften der Stärke auf den Brauprozess, Technische Universität München 2012, S. 11–12.</ref> D-Glucose-Monomeren, die α-1,4-glycosidisch miteinander verbunden sind. Bei hohen molaren Masse treten auch vereinzelte α-1,6-glycosidische Verzweigungen auf.

Aufgrund der Bindungswinkel zwischen den Bausteinen ist die Kette schraubenförmig zu einer Helix mit etwa 6 Bausteinen pro Windung (V-Amylose<ref>Visualisierung der Kristallstruktur von Amylose V, nebst Literaturangabe</ref>) gewunden. Daneben existieren auch Formen mit Doppelhelices (A- und B-Amylose<ref>Visualisierung der Kristallstruktur von Amylose A, nebst Literaturangabe</ref>). Wasserstoffbrückenbindungen zwischen benachbarten Hydroxygruppen stabilisieren die Struktur. In den Hohlraum der Helix können andere Moleküle, z. B. Iod, eingeschlossen werden. Daraus resultiert ein tief blau-violett gefärbter Iod-Stärke-Komplex, der als qualitativer Nachweis dient.

Amylose ist etwas in Wasser löslich; kolloidal löst sie sich gut in heißem Wasser.<ref name="Habermehl">Habermehl, Hammann, Krebs: Naturstoffchemie. Eine Einführung. 2. Auflage. Springer, Berlin 2002, ISBN 978-3-540-43952-3.</ref> Amylosepasten bilden ein Gel aus und neigen zur Retrogradation. Durch Zugabe von Lugolscher Lösung färbt sich Amylose blau („Lugolscher Stärkenachweis“). Bei sehr kurzkettigen Amylosen kann die Färbung schwach rotviolett ausfallen, bei langkettigen dagegen intensiv blau.<ref>B. Pfannemüller und G. Ziegast: Resonanz-Raman-Spektroskopie an Amylose-Iodkomplexen. In: Starch 35, 7–11 (1983), Vorlage:Doi.</ref>

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Normdaten