Bahnstrecke Wuppertal-Vohwinkel–Essen-Überruhr
| Wuppertal-Vohwinkel–Essen-Überruhr | |
|---|---|
| Streckennummer (DB): | 2723 (W-Vohwinkel ↔ E-Kupferdreh) 2400 (E-Kupferdreh ↔ E-Überruhr) |
| Kursbuchstrecke (DB): | 450.9 |
| Kursbuchstrecke: | 230 (1946) 228e (Oberdüssel – W.-Vohwinkel 1946) |
| Streckenlänge: | 30 km |
| Spurweite: | 1831–1844: 820 mm seit 1847: 1435 mm |
| Stromsystem: | 15 kV 16,7 Hz ~ |
| Maximale Neigung: | 35 ‰ |
| Streckengeschwindigkeit: | 120 km/h |
| Zugbeeinflussung: | PZB |
| <templatestyles src="BS/styles.css" /> | |
Die Bahnstrecke Wuppertal-Vohwinkel–Essen-Überruhr ist eine gut 30 Kilometer lange, durchgehend zweigleisige und elektrifizierte Hauptstrecke. Im Bereich der Ruhrbrücke Steele ist sie seit 1945 nur eingleisig. Diese älteste noch in Betrieb befindliche Strecke in Deutschland ist auch unter dem Namen Prinz-Wilhelm-Eisenbahn (PWE) bekannt. Sie verbindet die Wuppertaler Senke durch das Niederbergische Land mit dem Ruhrtal.
Bau der Strecke
Deilthaler Eisenbahn-Aktiengesellschaft
1831 wurde die Vorläuferstrecke Deilthaler Eisenbahn von Byfang über Hinsbeck (Ruhr) (heute Essen-Kupferdreh) nach Nierenhof (heute zu Velbert) durch das Deilbachtal eröffnet, die von der Deilthaler Eisenbahn-Aktiengesellschaft gebaut und betrieben wurde.
Prinz-Wilhelm-Eisenbahn-Gesellschaft
1844 wurde die Deilthaler Eisenbahn-Aktiengesellschaft in Prinz-Wilhelm-Eisenbahn-Gesellschaft umbenannt. Am 21. Juni 1844 erhielt die Gesellschaft die Konzession für den Ausbau ihrer bisherigen Strecke zwischen Nierenhof und Hinsbeck (Essen-Kupferdreh). Die Strecke wurde auf Normalspur (1435 Millimeter) umgestellt, bis Vohwinkel im Süden bzw. Überruhr im Norden weitergebaut und am 1. Dezember 1847 dem Personenverkehr übergeben.
Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft
Nachdem die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft (kurz BME) seit dem 27. März 1854 schon den Betrieb der Strecke durchgeführt hatte, übernahm sie zum 1. Januar 1863 die PWE mitsamt ihrer Strecke.
Sie baute die Strecke in nordöstlicher Richtung weiter nach Steele (zwischenzeitlich Steele Hbf, heute Bahnhof Essen-Steele Ost, mit Anschluss an ihre drei Jahre zuvor eröffnete Bahnstrecke Witten/Dortmund–Oberhausen/Duisburg), und von dort weiter entlang der Ruhr über Dahlhausen (Ruhr) nach Langendreer BME. Die Bahnstrecke Essen-Überruhr–Bochum-Langendreer wurde bereits fünf Monate später am 1. Juni 1863 eröffnet.
Bahnhof Kopfstation
Nach Eröffnung der Strecke 1847 musste zur Überwindung der Steigung in einer Spitzkehre am „Bahnhof Kopfstation“ im Siebeneicker Tal „Kopf gemacht“, d. h. die Fahrtrichtung gewechselt werden. Die Notwendigkeit hierzu fiel 1868 mit der Neutrassierung der Strecke weg, der Bahnhof wurde geschlossen.
Die Bezeichnung Kopfstation für die Gegend ist aber noch bis heute gebräuchlich, das ehemalige Empfangsgebäude existiert ebenfalls noch. Es steht an der Siebeneicker Straße und ist gegenwärtig in Privatbesitz.
Ruhrtalbahn
Am 1. Februar 1872 eröffnete die BME den ersten Teil ihrer Ruhrtalbahn, die Bahnstrecke Düsseldorf-Oberbilk–Essen-Kupferdreh, 1874 dann einen weiteren Teil, die Bahnstrecke Essen-Überruhr–Hagen-Vorhalle (mit Anschluss an die Stammstrecke Elberfeld–Dortmund).
Beide Strecken sind heute nicht mehr mit der Prinz-Wilhelm-Eisenbahn verknüpft, die Abschnitte von Essen-Kupferdreh nach Essen-Werden und von Essen-Überruhr über Altendorf (heute Essen-Burgaltendorf) nach Bochum-Dahlhausen sind stillgelegt und zum Teil abgebaut.
Heutige Situation
In den 1970er Jahren wurde begonnen, die zentrale Ruhrgebiets-Hauptstrecke für die S-Bahn Rhein-Ruhr auszubauen. Am 1. Februar 1978 wurde mit einer neuen Verbindungskurve (VzG-Strecke 2193) erstmals ein direkter Anschluss von Essen-Überruhr nach Essen-Steele (damals noch Essen-Steele West) geschaffen, gleichzeitig endete der Personenverkehr auf dem Streckenabschnitt von Essen-Überruhr nach Essen-Steele Ost. Die neue Verbindungskurve ist ebenso wie der bisherige Streckenabschnitt eingleisig. Letztgenannter ist vorhanden, aber nunmehr teilweise zugewachsen.
Damit ergaben sich völlig neue Möglichkeiten der Durchbindung. Statt nach Essen-Steele Ost (damals noch Essen-Steele, ehemals Steele Hbf) und weiter Richtung Osten wurden die Züge aus Wuppertal-Vohwinkel nun nach Essen Hauptbahnhof geführt. Der Abschnitt von Essen-Steele Ost zum Abzweig Bochum-Dahlhausen West war bereits ab dem 26. Mai 1974 von der S-Bahn-Linie S 3 übernommen worden.
Seit dem 15. Dezember 2003 ist auch diese Strecke für die S-Bahn ertüchtigt und auf gesamter Länge elektrifiziert worden. Der Haltepunkt Velbert-Rosenhügel wurde neu gebaut und der Bahnhof Velbert-Neviges verlegt. Zudem wurde der 1965 stillgelegte Bahnhof Aprath als Haltepunkt Wülfrath-Aprath wieder in Betrieb genommen. An den ebenfalls 1965 geschlossenen Bahnhof Dornap erinnert nun nichts mehr, denn beim Ausbau wurden auch die alten Bahnsteige entfernt. Diese mussten der auf der Gesamtstrecke eingerichteten Elektrifizierung weichen.
Die S-Bahn-Linie S 9 fuhr wochentags im 20-Minuten-Takt, am Wochenende im 30-Minuten-Rhythmus, von Wuppertal Hauptbahnhof kommend die gesamte Strecke von Wuppertal-Vohwinkel über Langenberg nach Essen-Überruhr und weiter über die Verbindungsstrecken 2165 und 2193 nach Essen-Steele. Von dort aus geht es weiter über Essen Hauptbahnhof nach Bottrop Hauptbahnhof und einmal in der Stunde via Gelsenkirchen-Buer Nord und Marl nach Haltern am See.
Der Fahrzeugeinsatz gestaltete sich dem Betriebsprogramm entsprechend stets recht einheitlich. Fuhren über zwei Jahrzehnte ausschließlich aus der Baureihe 212 und Silberlingen gebildete Wendezüge, so kamen ab Anfang der 1990er Jahre anstelle der stark geforderten 212 leistungsfähigere Dieselloks der Baureihe 216 zum Einsatz. Diese hielt sich bis Mai 1998 und wurde dann von der Baureihe 218 abgelöst. Zeitgleich wurde mit Haltern – Bottrop – Essen-Steele Ost der erste Abschnitt der S 9 in Betrieb genommen, das Betriebsprogramm der inzwischen als RB 49 bezeichneten diesellokbespannten Züge dahingehend geändert, dass diese nördlich von Essen nur noch stündlich und nach Borken statt nach Haltern fuhren, zwischen Essen und Bottrop wurden nur noch die wichtigeren Bahnhöfe bedient. Mit der durchgehenden Elektrifizierung wurde das alte Betriebsprogramm wiederhergestellt, die Strecke Haltern – Bottrop – Essen – Wuppertal bildet nunmehr eine Einheit und wird durchgehend von der S 9 befahren. Zunächst wurden auf der Linie Wendezüge aus x-Wagen, bespannt mit der Baureihe 143 eingesetzt, wenige Monate später verstärkt der Elektrotriebzug der Baureihe 420. Vom Frühjahr 2009 bis Dezember 2019 wurde der Verkehr komplett mit der Baureihe 422 abgewickelt. Seit dem 15. Dezember 2019 sind hier Triebwagen vom Typ Stadler Flirt unterwegs.
In etwa zweijähriger Bauzeit wurde im Bereich der Station Essen-Kupferdreh die Trasse aufgeständert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref> Der Bahnsteig wurde am 6. August 2012 für den Verkehr freigegeben, während der akuten Umbauphase von zwei Wochen wurden zeitweise Busse eingesetzt.<ref>S-Bahn Sommerbaustellen. Radio Essen, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 23. August 2012. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Die Anfahrtsrampen des Bauwerks haben eine Neigung von 35 Promille.<ref>Verzeichnis der vorübergehenden Langsamfahrstellen, Nr.:34 ff, abgerufen am 23. August 2012</ref>
Seit der Taktumstellung 2019 der S-Bahn Rhein-Ruhr befährt die S 9 die Strecke nur noch im 30-Minuten-Takt (Recklinghausen Hbf / Haltern am See – Gladbeck West – Bottrop Hbf – Essen – Velbert -Wuppertal Hbf – Hagen Hbf). Im Stundenrhythmus ist in der Hauptverkehrszeit zusätzlich der Wupper-Lippe-Express (RE 49) zwischen Wuppertal und Wesel unterwegs. Im Gegensatz zur S 9 hält dieser nur an ausgewählten Stationen und senkt so die Fahrzeit.<ref>Nahverkehrsplan VRR</ref>
Durch die Jahrhundertflut des Deilbach während der Hochwasser in West- und Mitteleuropa 2021 konnte die Strecke zwischen Essen-Steele und Wuppertal-Vohwinkel seit dem 15. Juli 2021 aufgrund von Unterspülungen und Zerstörung von Infrastruktur mehrere Monate lang nicht genutzt werden<ref>Gerd Niewerth: S9: Bahn repariert Hochwasser-Schäden mit rollendem Koloss. In: waz.de. 30. September 2021, abgerufen am 7. Februar 2024.</ref>. Am 12. Dezember 2021 ging die Strecke teilweise in Betrieb, ab dem 27. Dezember 2021 in den regulären Betrieb<ref>S9 zwischen Wuppertal und Essen fährt wieder. In: Westdeutsche Zeitung. 23. Dezember 2021, abgerufen am 30. Dezember 2021.</ref>.
Siehe auch
- Liste von Eisenbahnstrecken in Deutschland
- Liste der Eisenbahnen in den preußischen Provinzen Westfalen und Rheinprovinz bis 1930
Weblinks
NRWbahnarchiv von André Joost:
- Beschreibung der Strecke 2723: Wuppertal-Vohwinkel – Essen-Kupferdreh
- Beschreibung der Strecke 2400: Essen-Kupferdreh – Essen-Überruhr
- Beschreibung der Strecke 2165: Essen-Überruhr – Abzw Essen-Steele Ost
- Beschreibung der Verbindungsstrecke 2193: Abzw Essen-Steele Ost – Essen-Steele (1978 neu)
Weitere Belege:
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Prinz-Wilhelm-Eisenbahn ( vom 1. August 2013 im Internet Archive)
- Die Strecke bei Bahnen-Wuppertal.de
- Bahnhof Vohwinkel 1895
Einzelnachweise
<references />
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