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Bamberger Hörnla

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Bamberger Hörnla, ungewaschen mit Bruchstelle

Bamberger Hörnla, auch Bamberger Hörnle und Bamberger Hörnchen, ist eine alte Kartoffelsorte aus Franken und ist seit dem späten 19. Jahrhundert bekannt.

Beschreibung

Die als festkochend geltenden Kartoffeln sind klein und haben eine längliche, fingerförmige, krumme Form. Das Längen-Breiten-Verhältnis beträgt meist 2 bis 3,5. Sie haben festes hellgelbes Fleisch, leicht ockerfarbene, glatte, seidenmatt glänzende Schale und ein nussiges Aroma mit einem intensiven Eigengeschmack. Die Kartoffel gehört zu den festkochenden Sorten. Der Stärkegehalt liegt über 13 %, bezogen auf die Frischmasse.

Die Kartoffelpflanze ist eher klein mit dünnem Kraut und blüht weiß. Die Bamberger Hörnchen benötigen einen leichten nährstoffreichen Boden ohne Staunässe. Erntezeit ist im September/Oktober.

Geschichte und Besonderheiten

Überlieferungen und Hinweise in der Literatur belegen einen Anbau im späten 19. Jahrhundert. Vorläufer dieser Kartoffelsorte sollen schon im 18. Jahrhundert den Weg aus den Ziergärten der Bamberger Fürstbischöfe in die Felder der Bamberger Gärtnermeister gefunden haben.<ref>Bamberger Hörnla europaweit geschützt – Bayerisches Landesportal. Abgerufen am 24. April 2026.</ref>

Bamberger Hörnla werden vorwiegend in Süddeutschland angebaut. Die Kartoffelsorte ist im Zusammenhang mit der Rückbesinnung auf traditionelle Sorten sehr beliebt. Sie eignet sich besonders gut für Kartoffelsalat. Die Sorte drohte auszusterben. Dem Einsatz von Kleingärtnern und Freunden einer breiten Sortenvielfalt in der Landwirtschaft aus ganz Deutschland ist zu verdanken, dass sich die Bestände gefestigt haben. Vom Bundessortenamt wurde die Bamberger Hörnchen als Erhaltungssorte zugelassen.

Im Oktober 2013 wurde die Sorte von der EU als regionale Marke bestätigt (geschützte geographische Angabe g. g. A.)<ref>eAmbrosia. Abgerufen am 24. April 2026.</ref>, d. h., es dürfen seither europaweit als „Bamberger Hörnla“ nur Kartoffeln (Speise- und Pflanzkartoffeln) angeboten werden, die in Franken angebaut wurden. Erlaubt ist aber weiterhin auch außerhalb von Franken der Sortenname „Bamberger Hörnchen“. Das fränkische Anbaugebiet mit dem trockeneren, kontinentalem Klima sorgt für den höheren Stärkegehalt.

Der Anbau der Sorte ist aufwendig, wobei der Ertrag eher gering ist. Zudem lassen sich die Hörnla auf Grund der Größe und Form nicht mit normalen Kartoffelrodern maschinell ernten. Diese Anforderungen haben dazu geführt, dass der Anbau nur in Franken erfolgt. Infolgedessen hat sich auch eine typisch fränkische Küche entwickelt, die die Besonderheiten der Bamberger Hörnchen berücksichtigt.

Die Bamberger Hörnla werden aufgrund einer großen Ähnlichkeit mit der französischen La Ratte verwechselt und durch die ertragreichere und damit günstigere Sorte ersetzt. Das Hörnla wurde im Internationalen Jahr der Kartoffel 2008 von Landwirtschafts- und Umweltorganisationen zur „Kartoffel des Jahres 2008“ gewählt. Seit Dezember 2005 ist das Bamberger Hörnla Passagier auf der Arche des Geschmacks der deutschen Organisation Slow food e. V.<ref>Slow Food Deutschland e. V.: Die Arche-Passagiere: Bamberger Hörnla. Eine alte Kartoffelsorte aus Franken, Arche-Passagier seit 2005. Slow Food Deutschland e. V., abgerufen am 3. November 2022.</ref>

2015 erschien unter dem Titel „Bamberger Hörnla“ ein Franken-Krimi des Schriftstellers Harry Luck.

Weblinks

Commons: Bamberger Hörnla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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