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Kartoffel des Jahres

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:234 Solanum tuberosum L.jpg
Die Kartoffelpflanze

Die Auszeichnung Kartoffel des Jahres wird in Deutschland seit 2006 von einem Gremium aus Vertretern deutscher Umwelt- und Verbraucherverbände sowie landwirtschaftlicher Organisationen vergeben.

Mit der Auszeichnung soll auf die Vielfalt der Kartoffelsorten hingewiesen werden, damit diese erhalten und gefördert wird. Die Kartoffel ist ein Teil des kulturellen und kulinarischen Erbes. Ein Kriterium für die Wahl ist, dass die Sorte etwas „geleistet“ haben muss oder etwas Außergewöhnliches aufweist. Darunter fallen solche Eigenschaften wie Resistenz gegen Schädlinge, charakteristischer Geschmack oder Farbe oder eine besondere Anbauwürdigkeit.

Jedes Jahr stehen sechs Sorten zur Vorauswahl. Dabei handelt es sich ausschließlich um Sorten, die älter als 30 Jahre sind oder aus bäuerlicher Züchtung stammen und damit ohne Gebühren nachgebaut werden können.

Jury

Am 29. März 2006 wählte die Jury bestehend aus dem Projekt Lüneburger Landgarten am Freilichtmuseum am Kiekeberg, dem Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen, dem Biolandhof Karsten Ellenberg, dem Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e. V. und Slow Food Hamburg erstmals den Blauen Schweden zur Kartoffel des Jahres.

Im Jahr 2007 wurde die Jury die um Bioland Deutschland, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und den Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg (VERN) erweitert, dafür schieden 2008 die Vertreter vom Projekt Lüneburger Landgarten und dem Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen aus, Misereor, das Thüringische Kloßmuseum und der Ökoring Niedersachsen ergänzten das Gremium. 2009 war in der Jury statt des Ökoringes Niedersachsen wieder das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen vertreten.

Im Jahr 2011 war in der Jury statt des Thüringer Kloßmuseums der Kartoffelzüchter und Händler Peter Glandien (Tartufflis erlesene Kartoffeln) vertreten. In der Jury des Jahres 2012 war Misereor nicht mehr vertreten.

Die neun Mitglieder der Auswahljury, zusätzlich zum Vorjahr war das Freilichtmuseum am Kiekeberg vertreten, wählten die Kartoffel Rosa Tannenzapfen zur Kartoffel des Jahres 2013.

2015 wurde das zehnköpfige Entscheidungsgremium ergänzt um den Initiator der "Kartoffel des Jahres" Wilfried Stegmann. 2018 folgte Stefan Zimmermann, Museumsdirektor im Freilichtmuseum Kiekeberg seinem Vorgänger Prof. Rolf Wiese. Zudem wurde Gerhard Wacha vom Biogartenversand Jeebel neu in das Gremium aufgenommen, während Karsten Ellenberg seine Mitarbeit ruhen ließ.

Im Jahr 2025 erfolgte keine Wahl der „Kartoffel des Jahres“. Es ist eine personelle Neuausrichtung der Jury vorgesehen.<ref>Christa-M. Brockmann: Freilichtmuseum Kiekeberg: Wie alte Kartoffelsorten lebendig bleiben. 26. Oktober 2025, abgerufen am 28. Oktober 2025.</ref>

Kartoffel des Jahres

Jahr Name Abbildung Aus der Begründung für die Wahl<ref name="uwo" /> Anmerkung
2006 Blauer Schwede Datei:Blauer Schwede b.JPG „Kartoffeln müssen nicht immer nur gelb sein.“ Die Wahl fiel auf diese Kartoffel, weil sie beispielhaft für die Farb- und Formenvielfalt der Kartoffelsorten und ihrer Zubereitungsmöglichkeiten steht.<ref>Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung 2. Mai 2006: Blauer Schwede - Kartoffel des Jahres 2006</ref>
2007 Linda Datei:Linda b.JPG „Weil sie gerettet werden muss...“ Es sollte ein Zeichen für den weiteren Fortbestand des Anbaus dieser Kartoffel gesetzt werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemitteilung Kartoffel des Jahres 2007 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 13. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kartoffelvielfalt.de (pdf; 337 kB)</ref>
2008 Bamberger Hörnchen Datei:Bamberger Hörnchen b.JPG „in Feinschmeckerkreisen verehrte Sorte...“ Die Kartoffel steht als Beispiel für eine alte, vom Aussterben bedrohte Sorte. Mit der Auszeichnung soll die bereits seit 1819 in Deutschland dokumentierte Kartoffel im Fortbestand gefördert werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemitteilung Kartoffel des Jahres 2008: Bamberger Hörnchen (Memento vom 3. Mai 2008 im Internet Archive)</ref>
2009 Adretta Datei:Adretta b.JPG „Bedeutende DDR-Sorte, die die Wende überlebt hat...“ Die mehlig kochende Sorte aus der ehemaligen DDR ist auch heute noch sehr beliebt und vielseitig verwendbar und wird auch nach Ablauf des Sortenschutzes regulär gehandelt.<ref>Pressemitteilung: Adretta ist die Kartoffel des Jahres [2009]. Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, 26. Februar 2009.</ref>
2010 Sieglinde Datei:Sieglinde b.JPG „Von 1945 bis 1970 der Star am Kartoffelhimmel...“ Die Wahl fiel auf die Sorte, weil sie seit 75 Jahren in Deutschland als Speise- und Pflanzkartoffel im Handel ist. Sie ist damit die älteste noch zugelassene Kartoffelsorte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sieglinde ist die Kartoffel des Jahres 2010 (Memento vom 7. Oktober 2012 im Internet Archive)</ref>
2011 Ora Datei:Ora b.JPG „Mehlig kochende DDR-Sorte, perfekt für Püree...“ Die 1952 in der DDR zugelassene Sorte wurde gewählt, um ein Zeichen für die Kartoffelvielfalt und gegen die Abhängigkeit von der Saatgutindustrie zu setzen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemitteilung: Ora ist die Kartoffel des Jahres 2011 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 24. März 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/vern.de</ref>
2012 Bintje Datei:Bintje b.JPG „80 Jahre alte Schönheit aus Holland...“ Die 1905 in den Niederlanden gezüchtete Sorte wurde in den 1970/80er Jahren als Sorte für die Herstellung von Pommes frites und Kartoffelchips bekannt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bintje gewinnt Auszeichnung zur Kartoffel des Jahres (Memento vom 20. Februar 2012 im Internet Archive)</ref>
2013 Rosa Tannenzapfen Datei:Rosa Tannenzapfen b.jpg „Intensiver Geschmack und schöne Farbe...“ Die Wahl fiel auf diese Kartoffelsorte wegen ihres intensiven Geschmacks und der ungewöhnlichen Form.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Rosa Tannenzapfen“ ist „Kartoffel des Jahres 2013“ (Memento vom 20. August 2013 im Internet Archive)</ref>
2014 Granola Datei:Granola b.JPG „Guter Geschmack und ungemein vielseitig verwendbar...“ Die Sorte hatte schon im Zulassungsjahr 1975 viele gute Eigenschaften, die Anbauer und Verbraucher auch heute noch schätzen. Granola ist gut an die Bedingungen unterschiedlicher Standorte angepasst und damit für viele Regionen und Klimazonen geeignet und bietet sichere und hohe Erträge unabhängig von Standort und Klima. Die Kartoffel ist mittelfrüh, vorwiegend festkochend und verfügt über eine schöne gelbe Fleischfarbe.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Granola“ ist die Kartoffel des Jahres 2014. Bioland-Pressemitteilung, 14. Februar 2014 (Memento vom 20. März 2014 im Internet Archive).</ref>
2015 Heideniere Datei:Heideniere b.JPG „Wiederentdeckte Sorte mit herausragendem Geschmack...“ Diese von 1953 bis 1966 in der Bundesrepublik Deutschland zugelassene Sorte wurde in Genbanken der DDR (in Gatersleben und Groß Lüsewitz) erhalten. Nach der Wende wurde sie durch den Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen (VERN) rekultiviert. Seit 2011 ist die Heideniere als Erhaltungssorte beim Bundessortenamt wieder zugelassen.<ref>Kartoffel des Jahres 2015: die Heideniere</ref>
2016 Nicola Datei:Kartoffeln Sorte Nicola.jpg „Unkomplizierte Sorte, gute Qualität...“ Die 1973 in die Bundessortenliste aufgenommene Kartoffel gilt als Allrounderin in der Küche.<ref>Kartoffel des Jahres 2016: Nicola (pdf)</ref>
2017 Weinberger Schloßkipfler Datei:Weinberger.jpg „Hörnchenförmige Rarität aus Österreich...“
2018 Rote Emmalie Datei:Emmalie.jpg „Rotfleischige Kartoffel aus Öko-Züchtung...“
2019 Quarta Datei:Quarta.jpg „keine gymnasiale Oberstufe, sondern die mit den roten Augenflecken“
2020 Keine Vergabe<ref name="uwo">Die Kartoffel des Jahres seit 2006. In: Umweltfreunde Würzburg - Ochsenfurt. Abgerufen am 23. Januar 2026.</ref>
2021 Keine Vergabe<ref name="uwo" />
2022 Agria Datei:Agria.jpg „erfolgreiche Pommes-Kartoffel mit großen Knollen“ Agria wurde gewählt, weil sie auch 35 Jahre nach ihrer Züchtung noch immer eine große Bedeutung im bundesdeutschen Kartoffelbau hat und durch ihre Größe und Geschmack hervorragend als Pommes- oder Backkartoffel geeignet ist.<ref>Blaue-Kartoffeln.de: AGRIA ist die „Kartoffel des Jahres 2022“</ref>
2023 Angeliter Tannenzapfen
Datei:Angeliter Tannenzapfen festkochend Deutschland Alter unbekannt.jpg
„festkochende Sorte mit länglichen, fingerförmigen Knollen“, „Fingerlingskartoffel“, Rarität.<ref>NDR: Angeliter Tannenzapfen „Kartoffel des Jahres 2023“</ref>
2024 Leyla
Datei:Leyla (potatoe) jm154707.jpg
„aromatische, tiefgelbe Premiumkartoffel“<ref>Fruchthandel Online: „Leyla“ ist Kartoffel des Jahres 2024</ref>
2025 Keine Vergabe<ref name="uwo" />

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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