Bayerische Regionaleisenbahn
Die Bayerische Regionaleisenbahn GmbH (BRE) ist ein Tochterunternehmen der Deutschen Regionaleisenbahn GmbH (DRE) mit Sitz in Schwarzenbach an der Saale, das seit 2004 überwiegend als Eisenbahninfrastrukturunternehmen tätig ist. Vorrangiges Ziel ist es, die Stilllegung und anschließende Entwidmung von Bahnstrecken in der Fläche zu verhindern. Dies geschieht entweder durch den Abschluss von Trassensicherungsverträgen mit dem bisherigen Eigentümer DB Netz oder durch Übernahme der Strecken mittels Pacht- oder Kaufvertrag.
Strecken
Folgende Strecken mit einer Gesamtlänge von 83 Kilometern werden von der BRE in Bayern und seit 2012 auch in Sachsen-Anhalt betrieben:<ref name="DRE_Strecken">Eisenbahninfrastruktur (Gesamtübersicht DRE-Gruppe). (PDF) Deutsche Regionaleisenbahn, 6. April 2020, abgerufen am 21. Juni 2020.</ref>
- 5110/5111, früher KBS 819 (Ö), Obere Steigerwaldbahn, Bahnstrecken Strullendorf–Frensdorf und Frensdorf–Schlüsselfeld<ref name="Wiedereroeffnung">Wieder Güterverkehr auf der Strecke Schlüsselfeld - Strullendorf. In: Der neue Wiesentbote. 8. Mai 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Juli 2011; abgerufen am 7. Juli 2012.</ref>
- 5843: Passau-Voglau–Hauzenberg (Granitbahn)
- 5844: Erlau–Obernzell (Untere Donautalbahn)<ref name="Uebernahme">Bayern: Bayrische Regionaleisenbahn (BRE) hat Strecken von DB Netz übernommen. eurailpress.de, 29. November 2007, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 7. Juli 2012. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
- 5864: Maxhütte-Haidhof–Burglengenfeld (Zementbahn)
- 6814: Zeitz–Tröglitz–Meuselwitz (Zeitz–Altenburger Eisenbahn)
- 6855: Köthen–Aken (Elbe) (Köthen–Akener Bahn)
Geschichte
Nachdem im März 2010 die Strecke Gochsheim–Kitzingen-Etwashausen (Unterfränkische Steigerwaldbahn) wegen Oberbaumängel gesperrt werden musste und die zuständige Aufsichtsbehörde Bezirk Mittelfranken der BRE eine bereits verlängerte Frist bis Ende April 2011 setzte, um die Strecke in einen sicheren Zustand zu versetzen, verhängte sie erstmals ein Zwangsgeld gegen den Streckenbetreiber. Dieser konnte die Befahrbarkeit erst Ende Mai 2011 wiederherstellen.<ref name="MP_20111124">Gisela Schmidt: Regionaleisenbahn muss Zwangsgeld zahlen. In: Mainpost. 24. November 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. Dezember 2011; abgerufen am 24. Dezember 2011.</ref> Da jedoch die Einnahmen fehlten und Verhandlungen mit potentiellen Interessenten scheiterten, wurde die Strecke seit 2013 abschnittsweise stillgelegt.<ref name ="BR_201505">Trotz Verkehrspotential: Schwierige Zukunft für die Strecke Schweinfurt - Kitzingen-Etwashausen. In: Bahn-Report. Band 33, Nr. 195, 1. Mai 2015, ISSN 0178-4528, S. 71.</ref> Nachdem das Bayerische Innenministerium Anfang Januar 2016 den Stilllegungsbescheid für die Gesamtstrecke erteilte, gab die BRE daraufhin am 10. Februar ihren Streckenteil an DB Netz zurück.<ref name="FB_201601">Bahnstrecke Schweinfurt – Kitzingen. Deutsche Regionaleisenbahn Gruppe, Facebook-Account, 29. Januar 2016, abgerufen am 25. Juli 2016.</ref>
Am 26. Juli 2012 hat die BRE mit der sachsen-anhaltischen Bahnstrecke Köthen–Aken erstmals eine Strecke außerhalb Bayerns gepachtet. Es wird kein örtliches Personal eingesetzt, sodass die Bahnübergänge vom Zugpersonal gesichert werden müssen. Die Strecke wird im bedarfsweisen Güterverkehr zum Hafen Aken und für Sonderfahrten genutzt.<ref name="EF_Aken">Geschichte der Strecke Köthen-Aken/Elbe. Eisenbahnfreunde Aken e.V., August 2012, abgerufen am 24. August 2012.</ref>
Nachdem die DRE am 12. April 2013 den Abschnitt Zeitz–Tröglitz der Zeitz–Altenburger Eisenbahn zur weiteren Bedienung des Chemie- und Industrieparks Zeitz in Pacht übernommen hat,<ref name="DRE_Tröglitz">DRE übernimmt Eisenbahnstrecke Zeitz - Tröglitz von der DB Netz AG. Deutsche Regionaleisenbahn (veröffentlicht von http://www.industriepark-zeitz.com), 12. April 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. November 2014; abgerufen am 9. Mai 2013.</ref> wird dieser von der BRE als zweite Strecke in Sachsen-Anhalt betrieben.<ref name="DRE_Strecken"/> Bereits am 5. Juni wurde diese Strecke dadurch unbefahrbar, dass das Hochwasser 2013 zwei Pfeiler der Eisenbahnbrücke über die Flussauen der Weißen Elster stark beschädigte. Da infolgedessen drei Unternehmen im Chemie- und Industriepark nicht mehr bedient werden konnten, hat die BRE die bereits stillgelegte Strecke Tröglitz–Meuselwitz von DB-Netz übernommen. Nach einer kurzfristigen Instandsetzung konnte dieser Abschnitt wieder als Nebengleis des Bahnhofs Tröglitz in Betrieb genommen werden und am 28. Juni 2013 erreichte der erste Güterzug nach dem Hochwasser wieder den Chemie- und Industriepark aus Richtung Altenburg.<ref name="MZ_20130701">Torsten Gerbank: Industriepark hat wieder einen Gleisanschluss. Mitteldeutsche Zeitung, 2. Juli 2013, abgerufen am 16. Juli 2021.</ref> Nach langwierigen Verhandlungen mit den Beteiligten erfolgte Mitte Dezember 2018 die Ausschreibung zur Erneuerung der Eisenbahnüberführung Elsterflutbrücke.<ref name="Ausschreibung_EÜ">Erneuerung der Eisenbahnüberführung (EÜ) Elsterflutbrücke. Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern, 17. Dezember 2018, abgerufen am 6. Januar 2019.</ref> Diese konnte schließlich Mitte 2020 fertiggestellt werden.<ref>EÜ Elsterflutbrücke bei Zeitz fertiggestellt. Stahlbau Magdeburg GmbH, 2020, abgerufen am 23. Dezember 2020.</ref> Nach der Klärung sicherungstechnischer Fragen mit DB Netz hinsichtlich der Einbindung der Strecke in den Bahnhof Zeitz konnte diese am 1. März 2021 wieder eröffnet werden.<ref name="Eröffnung_EÜ">Sachsen-Anhalt: Erster Güterzug passierte wieder die Eisenbahnüberführung bei Zeitz (gemäß Pressemeldung der Bayerischen Regionaleisenbahn GmbH). In: Lok-Report Online. Lokomotive Fachbuchhandlung GmbH, 1. März 2021, abgerufen am 3. März 2021.</ref>
Am 29. Dezember 2014 kaufte die BRE die bisher gepachtete Bahnstrecke Passau-Voglau–Hauzenberg zusammen mit der Zweigstrecke Erlau–Obernzell.<ref>Frank Limmer: Ein großer Schritt hin zur Reaktivierung. Passauer Neue Presse, 30. Dezember 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Januar 2015; abgerufen am 1. Januar 2015.</ref> Nach Instandsetzungsarbeiten konnte der Abschnitt Passau-Voglau–Passau-Rosenau im August 2020 wieder in Betrieb genommen werden. Die daran anschließende drei Kilometer lange Strecke bis Passau-Lindau, die auf der Kräutelsteinbrücke die Donau überquert, wurde am 25. August 2023 wieder eröffnet.<ref>Elke Fischer, Sandra Hatz: Granitbahn fährt weiter: Sie hat Fans und Gegner. Passauer Neue Presse, 12. September 2023, abgerufen am 24. September 2023.</ref>
Einzelnachweise
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