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Benedikt Böhm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein Benedikt „Bene“ Böhm (* 15. August 1977 in München) ist ein deutscher Extremskibergsteiger und -skifahrer aus München. Gemeinsam mit seinem verstorbenen Schulkameraden Sebastian Haag und Matthias Robl war er für kurze Zeit Rekordhalter im Skitourenrennlauf am Muztagata. 2012 bestieg er den Manaslu in einer Rekordzeit von 23,5 Stunden.

Biografie

Böhm wuchs im Münchner Stadtteil Harlaching mit fünf Geschwistern auf. Einer seiner Brüder ist der Künstler Corbinian Böhm. In seiner Kindheit war er Skilangläufer beim Münchner Skiclub Hochvogel und trainierte in den Sommermonaten das Berglaufen. Nach dem Abitur am Albert-Einstein-Gymnasium absolvierte er seinen Grundwehrdienst im Skizug bei den Gebirgsjägern.<ref>Bergsteiger-Duo "BB" im Temporausch, Merkur online, 22. August 2006.</ref>

Böhm war von 2003 bis 2006 Mitglied der deutschen Nationalmannschaft im Skibergsteigen und nahm bei der Weltmeisterschaft im Skibergsteigen 2006 im italienischen Cuneo teil. Er studierte Wirtschaftswissenschaften an der Oxford Brookes University und an der University of Massachusetts.<ref name="Expedition Manaslu"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Expedition Manaslu 8163m - Benedikt Böhm (Memento vom 11. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>

Beruflich war er internationaler Verkaufsmanager bei der Outdoor- und Bergsport-Firma Oberalp für die Marke Dynafit. Seit dem 5. Juni 2025 arbeitet er als Miteigentümer und CEO bei der Marke Lupine.<ref>Benedikt Böhm verlässt Oberalp und wechselt ins Unternehmertum. Abgerufen am 6. April 2026.</ref> Er lebt zurzeit in Aschheim bei München und hat zwei Söhne und eine Tochter.

Kontroverse

Bei der Double8-Expedition um Benedikt Böhm, die beim zweiten Versuch durch Ueli Steck unterstützt wurde, kamen Sebastian Haag und der 32-jährige italienische Bergsteiger Andrea Zambaldi bei einem Lawinenunglück, das durch die Gruppe, die Böhm zu diesem Moment anführte, selber ausgelöst wurde, an der Shishapangma im September 2014 ums Leben.<ref name="Sisha Pangma"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sebastian Haag ist gestern unter einer Lawine auf der Sisha Pangma gestorben. (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive)</ref> Ziel der Expedition war es, innerhalb von nur sieben Tagen die beiden Achttausender Shishapangma und Cho Oyu im Speedski-Stil zu besteigen.<ref> Unglück am Shisha Pangma: Zwei Bergsteiger werden nach Weltrekordversuch im Himalaja vermisst. In: Spiegel Online vom 25. September 2014 (abgerufen am 25. September 2014).</ref> Einen ersten Besteigungsversuch an der Shishapangma eine Woche vor dem Unglück mussten sie wegen Neuschnee und Wind und damit zu großer Lawinengefahr abbrechen.<ref>Stephanie Geiger: Lawinentod an der Shisha Pangma, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. September 2014.</ref> Am 24. September wurden sie gemeinsam mit dem Teamkollegen Martin Maier von einer Lawine erfasst und etwa 600 Höhenmeter nach unten mitgerissen. Lediglich Martin Maier konnte sich aus den Schneemassen befreien. Aufgrund der Wetterbedingungen sowie eines deshalb vom chinesischen Militär verhängten Flugverbots musste die Suche nach den Leichen der beiden verunglückten Bergsteiger eingestellt werden.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Unglück im Himalaya: Körper können nicht geborgen werden (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive), Südtirol News, 27. September 2014.</ref> Der von einem Sherpa gerettete Martin Maier erhob später Vorwürfe gegen Böhm und Steck.<ref>Fabienne Riklin: Drama in der Todeszone. In: Schweiz am Sonntag vom 9. Juli 2016.</ref> Böhm behauptete nach der Expedition mehrfach in Interviews, dass Haag die Gruppe angeführt und die Lawine ausgelöst habe.<ref>Stefan Nestler, Benedikt Böhm: Böhm: „Der ganze Hang brach einfach weg“. In: Deutsche Welle. Deutsche Welle, 16. Oktober 2014, abgerufen am 9. April 2026.</ref> Auch wurde behauptet, dass der Hang durch das konvexe Gelände nicht einsehbar gewesen sei.<ref>Andreas Haslauer, Benedikt Böhm: "In diesem Moment hat es mir das Herz zerrissen". In: https://www.focus.de. FOCUS online, 10. November 2014, abgerufen am 9. April 2026.</ref> Funksprüche von Steck belegen hingegen, dass sie eine Person sehen konnten, die sich auch noch leicht bewegte. Ein Funkspruch von Böhm fordert eine Nachrichtensperre gegenüber den Medien und anderen Expeditionen um Aufregung zu vermeiden. Die Reihenfolge im Aufstieg und damit auch vermutlich die Auslösung der Lawine durch Böhm wurde 2026 durch eine Sportclub-Doku der ARD dokumentiert.<ref>Sportclub Story: Drama am 8000er - Was geschah an der Shishapangma? In: ardmediathek.de. Abgerufen am 5. April 2026.</ref>

Sportliche Erfolge

Weblinks

Einzelnachweise

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