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Berlin-Friedrichshagen

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Friedrichshagen
Ortsteil von Berlin
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Bild:Berlin_Treptow-Köpenick_Friedrichshagen.svg|300px|Friedrichshagen auf der Karte von Treptow-Köpenick poly 3 37 37 55 45 37 69 63 105 43 29 9 Alt-Treptow poly 47 39 39 45 73 101 117 97 109 47 71 65 Plänterwald poly 95 199 35 139 73 135 83 115 71 95 119 97 111 121 131 133 105 143 85 139 79 151 121 175 Baumschulenweg poly 113 59 115 119 117 99 183 155 249 153 269 141 207 83 183 107 Oberschöneweide poly 121 107 183 155 203 143 239 153 235 173 187 189 111 115 Niederschöneweide poly 95 197 155 243 183 243 181 229 199 223 205 215 129 131 117 139 89 135 77 151 119 177 Johannisthal poly 163 244 159 254 171 292 155 324 185 336 261 276 233 240 209 246 Altglienicke poly 191 360 195 332 229 320 255 278 297 312 303 344 245 362 Bohnsdorf poly 233 240 293 316 307 356 335 394 343 372 343 366 389 322 317 286 297 284 273 238 Grünau poly 335 390 375 316 429 402 495 372 513 400 419 526 393 498 409 426 407 398 371 388 333 406 Schmöckwitz poly 369 82 365 128 311 150 313 164 437 200 459 94 411 70 Friedrichshagen poly 381 332 471 218 575 268 599 302 561 336 547 330 439 400 Müggelheim poly 457 90 439 200 575 272 613 192 633 212 639 202 627 192 627 178 569 160 545 124 517 108 527 142 515 144 507 120 Rahnsdorf poly 207 88 293 64 369 112 365 132 303 154 317 174 429 192 465 222 391 326 301 280 273 232 243 236 237 166 241 146 271 140 Köpenick poly 193 176 189 188 205 212 179 236 179 240 229 242 249 236 249 220 239 206 239 164 223 174 209 170 Adlershof poly 1 280 57 258 83 336 167 318 193 336 195 356 255 366 305 352 335 416 373 388 403 436 385 476 393 508 411 528 437 510 465 432 503 430 525 392 493 374 549 328 569 336 595 296 577 268 611 208 635 212 639 198 627 192 627 172 569 154 553 118 511 96 499 116 405 66 365 92 349 96 351 70 383 26 373 2 641 4 639 536 175 534 169 400 0 398 Brandenburg rect 7 396 169 534 Berlin desc bottom-left

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Koordinaten 52° 27′ 0″ N, 13° 37′ 0″ OKoordinaten: 52° 27′ 0″ N, 13° 37′ 0″ O
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Höhe 34 m ü. NHN
Fläche 14,02 km²
Einwohner 19.036 (31. Dez. 2024)
Bevölkerungsdichte 1358 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahl 12587
Ortsteilnummer 0911
Gliederung
Bezirk Treptow-Köpenick
Ortslagen
Datei:Friedrichshagen Luftbild.jpg
Luftbild von Friedrichshagen am Müggelsee

Friedrichshagen ist ein Ortsteil im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick, am Nordufer des Müggelsees gelegen.

Ortsbeschreibung

Mittelpunkt von Friedrichshagen ist die Bölschestraße, die zwei Jahrhunderte Baugeschichte repräsentiert. Die für ihre Einkaufsmöglichkeiten und vielfältige Gastronomie bekannte Straße konnte durch Sanierungsmaßnahmen ihren Charakter als Lebensader und Flaniermeile erhalten.

Datei:Berlin-Friedrichshagen - Bürgerbräu.jpg
Berliner Bürgerbräu

An der Einmündung der Bölschestraße zum Müggelseedamm – ganz in der Nähe des Spreetunnels – befand sich das Betriebsgelände der Brauerei Berliner Bürgerbräu. Bis zu ihrer Schließung 2010 war sie die letzte private und älteste Brauerei Berlins. Teile des Industriebaus der Privatbrauerei sind unter Denkmalschutz gestellt worden.

In Richtung Rahnsdorf befindet sich beidseitig des Müggelseedamms das Wasserwerk Friedrichshagen. Das Alte Wasserwerk Friedrichshagen ist Endstation der Straßenbahnlinie 60 aus Johannisthal.

Die Straßenbahnlinie 88 ist eine Überlandstraßenbahn, die vom S-Bahnhof Friedrichshagen über Schöneiche nach Alt-Rüdersdorf führt.

Geschichte

Datei:Coat of arms de-be friedrichshagen 1987.png
Wappen der ehemaligen Landgemeinde Friedrichshagen

Friedrichshagen wurde als Kolonistendorf Friedrichshagen am 29. Mai 1753 im Auftrag von Friedrich II. gegründet.<ref>LHA Potsdam, Rep. 2, 1. Dom. Reg. D 10661</ref><ref>Eine ähnliche Kolonistengründung für Glaubensflüchtlinge war das 1747 errichtete Müggelheim in unmittelbarer Nachbarschaft.</ref> Vornehmlich wurden dort Baumwollspinner aus Böhmen und Schlesien angesiedelt, die in einfachen Lehmfachwerkhäusern lebten. Sie betrieben Baumwollspinnerei in Heimarbeit und verdienten sich in den Wintermonaten ihren Lebensunterhalt durch Besenbinderei. Um durch den Verkauf von süßen Maulbeeren einen Zusatzverdienst zu erlangen, pflanzten die Friedrichshagener mehrere hundert Maulbeerbäume an. Eine Seidenraupenzucht ist nicht dokumentiert.<ref>Aribert Giesche, Karl-Ludwig Lange: Die Häuser der Bölschestraße in Berlin-Friedrichshagen. Lukas Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-86732-270-6.</ref>

Inmitten der Siedlung errichteten die Einwohner des Ortes einen Betsaal mit Schulstube und Lehrerwohnung. Erst um 1800 bekamen sie ein eigenes Gotteshaus, das aber nur ein schlichter Saalbau war, dem 1848 ein Glockentürmchen hinzugefügt wurde.

Im Jahr 1842 wurde die Haltestelle Friedrichshagen auf der Strecke der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn von Berlin in Richtung Frankfurt (Oder) eröffnet. Durch diese günstige Verkehrsanbindung entwickelte sich Friedrichshagen im 19. Jahrhundert zu einem Villenvorort und beliebten Ausflugsziel für „Sommerfrischler“, die besonders die landschaftlichen Reize des Müggelsees genossen. Friedrichshagen wurde 1878 eine eigenständige Landgemeinde<ref>Historie. rathaus-friedrichshagen.de; abgerufen am 10. Mai 2023.</ref> und erhielt um 1880 den Titel „Klimatischer Luftkurort“. Es entstanden zwei Badestellen am Müggelsee, der Kurpark sowie Biergärten, Cafés und Hotels.

Datei:Friedrichshagen-Kirche-1972.jpg
Beschädigte Christophorus­kirche nach dem Orkan Quimburga vom 13. November 1972
Datei:Berlin-Friedrichshagen - Christopheruskirche1.jpg
Christophorus­kirche Friedrichshagen

Hermann Gladenbeck verlegte 1887 seine bekannte Bildgießerei nach Friedrichshagen. Hier wurden bis 1926 Standbilder und Denkmale nach den Entwürfen bekannter Bildhauer in Bronze gegossen.

Ab 1889 wurde in Friedrichshagen ein großes Wasserwerk im Stil einer neogotischen Klosteranlage zur Wasserversorgung des Berliner Ostens errichtet und am 28. Oktober 1893 eröffnet. Nach zahlreichen Erweiterungs- und Modernisierungsbauten ist das Wasserwerk Friedrichshagen bis heute in Betrieb. In einem Schöpfmaschinenhaus am Ufer des Müggelsees befindet sich seit 1987 das Wasserwerkmuseum der Berliner Wasserbetriebe. Das gesamte Betriebsgelände steht unter Denkmalschutz.

Im Jahr 1890 wurde der Friedrichshagener Dichterkreis gegründet. Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler wählten den Ort Hinter der Weltstadt (Buchtitel von Wilhelm Bölsche), da sie einerseits Ruhe und Natur für ihre kreativen Phasen, andererseits aber die Nähe zu den Verlegern schätzten (siehe auch: Neuer Friedrichshagener Dichterkreis).

Die schlichte Saalkirche (um 1800 vermutlich ein verputzter Backsteinbau in barock-klassizistischen Formen) auf dem Marktplatz (1903–1920: Friedrichsplatz) erhielt 1903 als Nachfolgebau die wesentlich größere Christophoruskirche, weil die Bevölkerung erheblich zugenommen hatte. Am 25. September 1904 wurde ihr gegenüber ein Denkmal Friedrichs des Großen feierlich enthüllt. Dessen Kosten überstiegen den Jahresetat für Soziales des damals noch kleinen Ortes beträchtlich. Das Denkmal überstand beide Weltkriege ohne Schäden, wurde aber nach Ende des Zweiten Weltkriegs vom Sockel gestoßen. Erst 1946 wurde es nach einer Buntmetallsammlung eingeschmolzen.

Die Eingemeindung des damals zum Landkreis Niederbarnim gehörenden, 14.850 Einwohner zählenden Ortes in den Bezirk Köpenick von Groß-Berlin erfolgte 1920. Die beiden letzten Bürgermeister der eigenständigen Gemeinde Friedrichshagen waren Wilhelm Klut (1893–1909)<ref name="Klut">Ehrung Wilhelm Klut. In: heimatverein-koepenick.de. Abgerufen am 5. Februar 2022.</ref> und Felix Stiller (1909–1920)<ref name="Stiller">Stillerzeile. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)</ref> Nach ihnen sind zwei Straßen im Ortsteil benannt.

Um die Belebung des Ausflugverkehrs auf beiden Seiten der Müggelspree zu steigern, wurde im Jahr 1927 der überlastete Fährbetrieb durch den Spreetunnel Friedrichshagen abgelöst. Er besteht aus zwei, auf einer in der Mitte der Spree aufgeschütteten Insel in Beton gegossenen Tunnelröhren, die anschließend versenkt und unter Wasser zusammengefügt wurden; zur damaligen Zeit eine Pionierleistung technischer Baukunst. Durch den Spreetunnel kann man auf die Südseite des Müggelsees wechseln und trockenen Fußes zu den Ausflugsgaststätten gelangen.

Im November 1972 wurde während des Orkans Quimburga der Turm der Christophoruskirche so schwer beschädigt, dass er abgetragen werden musste. Wegen fehlender finanzieller und materieller Mittel konnte der Kirchturm erst Jahre später in verkürzter und vereinfachter Form wieder errichtet werden.

Datei:Berlin-Friedrichshagen - Denkmal Friedrich II.jpg
Denkmal von Friedrich dem Großen

Mit der 250-Jahr-Feier Friedrichshagens im Jahr 2003 wurde auf dem Karree (Marktplatz) gegenüber der Christophoruskirche ein neues – vom armenischen Bildhauer Spartak Babajan geschaffenes – Bronze-Standbild Friedrichs II. aufgestellt, das dem 1904 aufgestellten Denkmal nachempfunden ist. Eine Bürgerinitiative hatte dafür Spenden gesammelt. Gegossen wurde die Plastik in der Bildgießerei Seiler im nahen Schöneiche. Das neue Standbild stellt den König, der durch die Trockenlegung von Landstrichen, die Neugründung von Dörfern und die Ansiedlung von Kolonisten „eine neue Provinz im Frieden“ eroberte, im Alter von 41 Jahren dar. Friedrich II. trägt seine typische Uniform und stützt sich mit der rechten Hand auf den leicht zur Seite ausgestellten Krückstock.

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Ortslage Hirschgarten

In Friedrichshagen befindet sich an der Ortsteilgrenze zu Köpenick die Ortslage Hirschgarten mit dem gleichnamigen S-Bahnhof. Hirschgarten wurde als Villenkolonie im Juni des Jahres 1870 vom Bankier Albert Hirte nach einem Bebauungsplan von Eduard Titz begründet.<ref>Durch Hirschgarten und das Westend des Ostens. In: Berliner Morgenpost, 3. Juni 2012.</ref><ref>Rolf Kießhauer: Vom Hirschacker zu Hirschgarten – Vom Werden und Wachsen einer Köpenicker Villenkolonie. In: Heimatverein Köpenick e. V. (Hrsg.): Von Copnic nach Köpenick – neue Streifzüge durch seine Geschichte. Trafo, Berlin 2014 (Schriftenreihe des Heimatvereins Köpenick e. V.), ISBN 978-3-86465-036-9, S. 231–241.</ref> Die Ortsbezeichnung soll auf den Namen des Bankiers Hirsch zurückzuführen sein, der sich hier als einer der ersten eine Villa bauen ließ. In Hirschgarten wurde seinerzeit ein Naturbad errichtet, das besondere Anziehungskraft besaß, da es über eine warme Quelle verfügte. Als die Quelle versiegte, wurde der Solebadbetrieb eingestellt. In Hirschgarten mündet das Neuenhagener Mühlenfließ (auch „Erpe“ genannt) in die Spree.

Bevölkerung

Jahr Einwohner<ref>1871–1910 Gross-Berlin: Geographie der Weltstadt. Friedrich Leyden, 1933.</ref><ref>1919–1946 Statistisches Jahrbuch von Berlin (jeweilige Jahre)</ref>
1858 01.412
1871 02.142
1880 03.616
1890 07.903
1900 11.288
1910 14.341
1919 14.847
1925 16.662
Jahr Einwohner<ref>1950 und 1963 Statistisches Jahrbuch der DDR 1964</ref>
1939 18.033
1946 16.420
1950 17.762
1963 19.755
1991 17.561
1995 16.342
2000 16.439
Jahr Einwohner
2007 17.179
2010 17.483
2015 17.997
2020 19.009
2021 19.064
2022 19.057
2023 19.097
2024 19.036

Quelle ab 2007: Statistischer Bericht A I 5. Einwohnerregisterstatistik Berlin. Bestand – Grunddaten. 31. Dezember. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (jeweilige Jahre)<ref>Statistischer Bericht A I 5 – hj 2 / 23. Einwohnerregisterstatistik Berlin 31. Dezember 2023. (PDF) Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, S. 26, abgerufen am 29. Februar 2024.</ref>

Kultur

Wegen der Lage im äußersten Südosten Berlins ist Friedrichshagen ein „Künstlerdorf“ geblieben. Jeden Sommer öffnen bildende Künstler ihre Ateliers und gewähren Einblicke in ihre Arbeit. Darüber hinaus beherbergt Friedrichshagen eine Vielzahl von Galerien, in denen in wechselnden Ausstellungen Werke von Künstlern aus ganz Europa zu sehen sind.

Das 1930 erbaute Naturtheater Friedrichshagen in unmittelbarer Nähe des S-Bahnhofs bietet im Sommer Kinovorstellungen und Konzerte unter freiem Himmel und ergänzt damit das Angebot des historischen Kinos Union in der Bölschestraße. Neben regelmäßigen Konzerten und Kleinkunstveranstaltungen gilt das jeweils im Frühjahr und im Herbst stattfindende „Kneipenfest“ als einer der musikalischen Höhepunkte. Eine Nacht lang bietet sich dann den Musikliebhabern in zahlreichen Lokalen eine Auswahl von Klassik über Jazz bis hin zu Rock und Blues. Jährlich im Herbst wird in Friedrichshagen das Kultur-Festival „Dichter.dran“ veranstaltet. Für ein ganzes Wochenende werden in vielen Läden, Ateliers, Schulen und anderen Veranstaltungsorten Kulturevents angeboten. Am zweiten Mai-Wochenende jeden Jahres wird auf der Bölschestraße das „Bölschefest“ veranstaltet. Regelmäßig zieht dieses Spektakel rund 200.000 Besucher in den Ortsteil, die durch die Straße schlendern, das Kulturprogramm auf der Bühne am Marktplatz verfolgen und sich am Höhenfeuerwerk über dem nächtlichen Müggelsee erfreuen. Fußläufig vom S-Bahnhof ist auch die bereits seit 1919 bestehende Kleingartenkolonie Wiesengrund<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/kgaw.bplaced.netKolonie Wiesengrund. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2023. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> an der Erpe im Landschaftsschutzgebiet Erpetal.

Der Film Hai-Alarm am Müggelsee spielt in Friedrichshagen und wurde auch dort gedreht.

Verkehr

Individualverkehr

Die zentrale Straße des Ortsteils ist die Bölschestraße, die diesen in Nord-Süd-Richtung durchquert. Sie beginnt am Fürstenwalder Damm im Norden und endet am Müggelseedamm im Süden, die beide den Ortsteil in West-Ost-Richtung tangieren. Weitere Straßenverbindungen bestehen in Richtung Dahlwitz-Hoppegarten über die Dahlwitzer Landstraße sowie nach Schöneiche über die Schöneicher Straße.

Öffentlicher Personennahverkehr

Eisenbahn

Mit dem Bau der Niederschlesisch-Märkischen Bahn wurde 1842 der Bahnhof Friedrichshagen eröffnet. 1894 wurde an der Strecke außerdem die Station Hirschgarten errichtet. Seit 1928 wird die Strecke von der S-Bahn Berlin bedient.<ref>Jürgen Meyer-Kronthaler, Wolfgang Kramer: Berlins S-Bahnhöfe – Ein dreiviertel Jahrhundert. Be.bra, Berlin 1998, ISBN 3-930863-25-1.</ref> Heute verkehrt hier die Linie S 3 SpandauErkner.

Straßenbahn

Der S-Bahnhof Friedrichshagen ist gleichzeitig Umsteigepunkt zur Berliner Straßenbahn (Linien 60 und 61) sowie zur 1910 eröffneten Schöneicher Straßenbahn (Linie 88). Bereits seit 1891 verkehrte im Ort die Friedrichshagener Straßenbahn, die 1906 durch die Cöpenicker Straßenbahn übernommen wurde, die wiederum 1920 in der Berliner Straßenbahn aufging.

Die Linie 60 führt von Friedrichshagen nach Johannisthal. Die Linie 61 verbindet den Ortsteil mit Adlershof im Westen und Rahnsdorf im Osten. Die von der Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn GmbH betriebene Linie 88 führt mit zwei Halten in Friedrichshagen über Schöneiche nach Rüdersdorf.

Bildung

  • Evangelische Grundschule Friedrichshagene (privat), Peter-Hille-Straße 36
  • Friedrichshagener Schule (Grundschule), Peter-Hille-Straße 7
  • Hirschgarten-Grundschule, Stillerzeile 100
  • Müggelsee-Schule (Grundschule), Aßmannstraße 63
  • Wilhelm-Bölsche-Schule (Integrierte Sekundarschule), Aßmannstraße 11
  • Gerhart-Hauptmann-Gymnasium, Bruno-Wille-Straße 37–39

Sport

Mit dem im Jahr 1908 gegründeten Tennisclub Orange-Weiß Friedrichshagen ist der größte Tennisclub Ost-Berlins in Friedrichshagen beheimatet. Der Fußball ist seit 1912 durch den heutigen Verein Friedrichshagener SV angesiedelt (zahlreiche Namensänderungen).

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortsteils

Mit Friedrichshagen verbundene Persönlichkeiten

  • Hermann Gladenbeck (1827–1918), Bronzegießer, seine Werkstatt befand sich in Friedrichshagen
  • Wilhelm Klut (1848–1909), von 1893 bis zu seinem Tode Bürgermeister der Gemeinde Friedrichshagen<ref name="Klut" />
  • Laura Marholm (1854–1928), deutsch-baltische Autorin, lebte in Friedrichshagen
  • Paulus Schiemenz (1856–1936), Direktor des Preußischen Instituts für Binnenfischerei in Friedrichshagen,<ref>Forschungsschiff. igb-berlin.de</ref> wohnte in der für ihn erbauten Direktorenvilla in der Rahnsdorfer Straße
  • Castor Watt (1858–1932), Schauspieler und Verwandlungskünstler, lebte in der Kurzen Straße (heute: Am Goldmannpark)
  • Felix Görling (1860–1932), Bildhauer, Schöpfer des Denkmals Friedrichs des Großen auf dem Marktplatz, lebte in Friedrichshagen
  • Ola Hansson (1860–1925), schwedisch-deutscher Schriftsteller, Mitglied des Friedrichshagener Dichterkreises
  • Bruno Wille (1860–1928), Journalist und Schriftsteller, Mitglied des Friedrichshagener Dichterkreises
  • Wilhelm Bölsche (1861–1939), Schriftsteller, Mitglied des Friedrichshagener Dichterkreises
  • Paul Mishel (1862–1929), Landschaftsmaler, lebte in Friedrichshagen
  • Marie Diers (1867–1949), Schriftstellerin, lebte in Friedrichshagen
  • Carl Ulitzka (1873–1953), Seelsorger im St.-Antonius-Krankenhaus Friedrichshagen
  • Felix Stiller (1874–1928), letzter Bürgermeister Friedrichshagens vor der Eingemeindung nach Berlin<ref name="Stiller" />
  • Friedrich Brinkmann (1879–1945), Architekt, lebte und arbeitete in Friedrichshagen
  • Fritz Richter-Elsner (1884–1970), Bildhauer, künstlerischer Leiter der Gießerei Gladenbeck
  • Robert Thelen (1884–1968), Luftfahrtpionier, lebte in Hirschgarten
  • Elfriede Brinkmann-Brose (1887–1970), Malerin, lebte in Friedrichshagen
  • Hans Helmuth Wundsch (1887–1972), Direktor des Instituts für Binnenfischerei in Friedrichshagen,<ref>Wundsch, Hans Helmuth. bundesstiftung-aufarbeitung.de</ref> wohnte in der Direktorenvilla in der Rahnsdorfer Straße
  • Melchior Grossek (1889–1967), Pfarrer in Friedrichshagen
  • Hans Sachtleben (1893–1967), Zoologe, Leiter des Entomologischen Instituts Friedrichshagen
  • Karl Pokern (1894–1933), Antifaschist, Opfer der Köpenicker Blutwoche, lebte in Friedrichshagen
  • Charlotte E. Pauly (1896–1981), Malerin und Schriftstellerin, lebte in Friedrichshagen
  • Walter Delius (1899–1972), Pfarrer in Friedrichshagen
  • Wilhelm Schäperclaus (1899–1995), Direktor des Instituts für Binnenfischerei in Friedrichshagen, wohnte in der Werlseestraße
  • Bernhard Nowak (1904–1985), Zeichner und Grafiker, lebte in Friedrichshagen
  • Walter Lerche (1905–1990), Bildhauer, lebte in Friedrichshagen
  • Diethelm Scheer (1909–1996), Direktor des Instituts für Binnenfischerei, wohnte in der Direktorenvilla in der Rahnsdorfer Straße
  • Lieselotte Klepper-Purjahn (1910 bis nach 1975), Malerin, Grafikerin und Illustratorin, lebte in Friedrichshagen
  • Johannes Bobrowski (1917–1965), Lyriker und Erzähler, lebte in Friedrichshagen
  • Hans Luthardt (1918–1982), Politiker (NDPD), lebte in Friedrichshagen
  • Kurt Menke (1921–1980), Kinderbuchautor, lebte in Friedrichshagen
  • Gertrude Kolar (1926–2014), Kunstturnerin, lebte in Friedrichshagen
  • Friedhart Klix (1927–2004), Psychologe, lebte in der Drachholzstraße<ref>Klix, Friedhart. In: Fernsprechbuch für die Hauptstadt der DDR, 1989, S. 271.</ref>
  • Helmut Dziuba (1933–2012), Regisseur, lebte in Friedrichshagen
  • Dieter Goltzsche (* 1934), Grafiker, lebt in Friedrichshagen
  • Ingrid Goltzsche-Schwarz (1936–1992), Grafikerin, lebte in Friedrichshagen
  • Günter Kiefer-Lerch (1937–2014), Maler und Grafiker, lebte in Friedrichshagen
  • Eva Mücke (1937–2023), Modedesignerin, lebte in Friedrichshagen
  • Reinhard Kuhnert (* 1945), Autor, Synchron- und Hörbuchsprecher, in Friedrichshagen aufgewachsen
  • Thomas Luthardt (* 1950), Schriftsteller, lebt in Friedrichshagen
  • Leander Haußmann (* 1959), Filmregisseur, in Hirschgarten aufgewachsen
  • Lothar Hensel (* 1961), Bandoneonspieler, lebt in Friedrichshagen
  • Gero Ivers (* 1964), Sänger und Mitbegründer der Band Knorkator, lebt in Friedrichshagen
  • Peter Grimm (* 1965), Journalist, Bürgerrechtler in der DDR, in Friedrichshagen aufgewachsen
  • Niels Korte (* 1969), Unternehmensberater, Politiker (CDU), lebt in Friedrichshagen
  • Carsten Schatz (* 1970), Politiker (Die Linke), lebt in Friedrichshagen
  • Christoph Wieschke (* 1971), Schauspieler, in Friedrichshagen aufgewachsen
  • Steffen Groth (* 1974), Schauspieler, lebt in Friedrichshagen

Siehe auch

Literatur

  • Albert Burkhardt: Ein Rundgang durch Friedrichshagen auf den Spuren des Dichterkreises. In: Friedrichshagener Hefte, Band 14. 3. Auflage. Antiquariat Brandel, Berlin 2001.
  • Rolf F. Lang (Hrsg.): Festschrift 250 Jahre Friedrichshagen (1753–2003). Hrsg. i. A. des Kulturhistorischen Vereins Friedrichshagen e. V. Edition Friedrichshagen. Band 7. Müggel-Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-9806805-7-6.
  • Marcel Piethe: Ein Spinnerdorf. Woraus Friedrichshagen entstand. In: Die Mark Brandenburg, Heft 75, Berlin 2009, ISBN 978-3-910134-11-9.
  • Katrin Brandel: Friedrichshagen – Alte Ansichtskarten vom Rande Berlins. 1. Auflage. Antiquariat Brandel, Berlin 2009, ISBN 978-3-00-029385-6.
  • Katrin Brandel, Aribert Giesche: Lokaltermin in Friedrichshagen. Von Gasthäusern und Kneipen am Rande Berlins. 1. Auflage. Antiquariat Brandel, Berlin 2011, ISBN 978-3-00-036551-5.
  • Katrin Brandel (Hrsg.): Friedrichshagener Hefte Nr. 1–66. Berlin 1995–2014.
  • Entfernte Orte. Fotografien aus dem Südosten Berlins. Köpenick und Friedrichshagen in den 70er und 80er Jahren. Mit Schwarz-Weiß-Fotografien von Martin Claus, Frank Odening und Peter Tschauner. Antiquariat Brandel, Berlin 2014, ISBN 978-3-00-048065-2.
  • Petra Geike: Die Reihe Archivbilder. Berlin-Friedrichshagen. Sutton, Erfurt 2003, ISBN 3-89702-595-7
  • Aribert Giesche, Karl-Ludwig Lange: Die Häuser der Bölschestraße in Berlin-Friedrichshagen: Eine Dokumentation 1753–2015. Lukas Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-86732-270-6 (= Schriften der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg, Band 9).
  • Rolf Schneider: Die Bölschestraße: Berliner Orte. beb.ra, Berlin 2014, ISBN 978-3-89809-120-6.
  • Gertrude Cepl-Kaufmann, Rolf Kauffeld: Berlin-Friedrichshagen: Literaturhauptstadt um die Jahrhundertwende. Der Friedrichshagener Dichterkreis. Boer Verlag, Grafrath 2015, ISBN 978-3-924963-52-1.
  • Günter de Bruyn: Friedrichshagen und seine Dichter: Arkadien in Preussen. Morgenbuch Verlag, Berlin 1992, ISBN 3-371-00328-0.
  • Monika Hemmer: Vom Hirschacker zum Hirschgarten, 2. Auflage. Berlin 2023, ISBN 978-3-00-077423-2.
  • Johannes Simang: Friedrichshagen – Die Verwandlung des Castor Watt. In: Berliner Kieze, ein Geschichtsbuch, das ständig umgeschrieben werden muss: Historische Rundgänge durch die Ortsteile Berlins. BoD – Books on Demand, Deutschland 2026, ISBN 978-3-695-74452-7.
  • Katrin Brandel, Juliane Freytag: Die Bölschestraße. Um die Häuser gezogen. Die Hauptstraße in Berlin-Friedrichshagen porträtiert. Antiquariat Brandel, Berlin 2024, ISBN 978-3-00-080263-8

Weblinks

Commons: Berlin-Friedrichshagen – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

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