Zum Inhalt springen

Berlin-Grünau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Grünau
Ortsteil von Berlin
<imagemap>

Bild:Berlin_Treptow-Köpenick_Grünau.svg|300px|Grünau auf der Karte von Treptow-Köpenick poly 3 37 37 55 45 37 69 63 105 43 29 9 Alt-Treptow poly 47 39 39 45 73 101 117 97 109 47 71 65 Plänterwald poly 95 199 35 139 73 135 83 115 71 95 119 97 111 121 131 133 105 143 85 139 79 151 121 175 Baumschulenweg poly 113 59 115 119 117 99 183 155 249 153 269 141 207 83 183 107 Oberschöneweide poly 121 107 183 155 203 143 239 153 235 173 187 189 111 115 Niederschöneweide poly 95 197 155 243 183 243 181 229 199 223 205 215 129 131 117 139 89 135 77 151 119 177 Johannisthal poly 163 244 159 254 171 292 155 324 185 336 261 276 233 240 209 246 Altglienicke poly 191 360 195 332 229 320 255 278 297 312 303 344 245 362 Bohnsdorf poly 233 240 293 316 307 356 335 394 343 372 343 366 389 322 317 286 297 284 273 238 Grünau poly 335 390 375 316 429 402 495 372 513 400 419 526 393 498 409 426 407 398 371 388 333 406 Schmöckwitz poly 369 82 365 128 311 150 313 164 437 200 459 94 411 70 Friedrichshagen poly 381 332 471 218 575 268 599 302 561 336 547 330 439 400 Müggelheim poly 457 90 439 200 575 272 613 192 633 212 639 202 627 192 627 178 569 160 545 124 517 108 527 142 515 144 507 120 Rahnsdorf poly 207 88 293 64 369 112 365 132 303 154 317 174 429 192 465 222 391 326 301 280 273 232 243 236 237 166 241 146 271 140 Köpenick poly 193 176 189 188 205 212 179 236 179 240 229 242 249 236 249 220 239 206 239 164 223 174 209 170 Adlershof poly 1 280 57 258 83 336 167 318 193 336 195 356 255 366 305 352 335 416 373 388 403 436 385 476 393 508 411 528 437 510 465 432 503 430 525 392 493 374 549 328 569 336 595 296 577 268 611 208 635 212 639 198 627 192 627 172 569 154 553 118 511 96 499 116 405 66 365 92 349 96 351 70 383 26 373 2 641 4 639 536 175 534 169 400 0 398 Brandenburg rect 7 396 169 534 Berlin desc bottom-left

</imagemap>
Koordinaten 52° 25′ 0″ N, 13° 34′ 0″ OKoordinaten: 52° 25′ 0″ N, 13° 34′ 0″ O
 {{#coordinates:52,416666666667|13,566666666667|primary
dim=10000 globe= name=Grünau, Ortsteil region=DE-BE type=city
  }}
Höhe 35 m ü. NHN
Fläche 9,13 km²
Einwohner 8376 (31. Dez. 2024)
Bevölkerungsdichte 917 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahl 12527
Ortsteilnummer 0913
Bezirk Treptow-Köpenick
Datei:Berlin-Grünau Karte.png
Übersichtskarte Grünau

Grünau [<templatestyles src="IPA/styles.css" />gʁyˈnaʊ]<ref>Aussprache: die Betonung liegt auf der zweiten Silbe.</ref> ist ein Ortsteil im Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin am linken Ufer der Dahme.

Geographie

Grünau wird im Uhrzeigersinn (von Norden beginnend) von folgenden Berliner Ortsteilen und einer brandenburgischen Gemeinde umgeben: Adlershof, Köpenick, Schmöckwitz, Schönefeld (Brandenburg), Bohnsdorf und Altglienicke.

Weite Teile des Ortsteils sind dünn besiedelt und bewaldet. Die Dahme und der Lange See begrenzen Grünau im Nordosten. Der Teltowkanal bildet die nördliche Grenze des Ortsteils.

Geschichte

Datei:Ernst-oppler-Ruderregatta bei Grünau.JPG
Ruderregatta bei Grünau, Gemälde von Ernst Oppler, um 1910

Vorlage:Hinweisbaustein Zwischen 1747 und 1753 wurden auf Weisung von Friedrich II., dem „Alten Fritz“, Kolonistendörfer mit den späteren Namen Müggelheim, Friedrichshagen und Grünau in den Wäldern des Amtes Köpenick gegründet. Der Ort bekam von den ersten vier Pfälzer Kolonistenfamilien zunächst 1749 den Namen Auff der Grünen Aue<ref name="BKB">Institut für Denkmalpflege (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale der DDR. Hauptstadt Berlin-II. Henschelverlag, Berlin 1984, S. 352 ff.</ref> und die Einwohner mussten dem Amt in Köpenick ihren Erbzins entrichten. Durch die unzureichende Sonneneinstrahlung und den wenig fruchtbaren märkischen Boden scheiterte die Absicht, die mitgebrachte Weinkultur hier weiterzubetreiben. Daher lebten sie zunächst von der Baumwollspinnerei und legten – wie die Friedrichshagener – eine kleine Seidenraupenzucht an. Der Siebenjährige Krieg hielt die anfangs günstige Entwicklung auf. Der Ort blieb lange Zeit dünn besiedelt, die Kolonistenhäuser standen zwischen Büxensteinallee und Libboldallee. Noch im Jahre 1800 zählte er nur 59 Einwohner. Nach und nach siedelten sich hier der Bootsbau und das Wäschereigewerbe an.

Im Jahr 1858 gab es vier Hofeigentümer, die 13 Knechte und Mägde beschäftigten. Im Ort gab es weiterhin zwei nebengewerbliche Landwirte mit fünf Knechten und Mägden und 49 Arbeiter. Es bestanden neun Besitzungen. Fünf waren zwischen 30 und 300 Morgen groß und kamen zusammen auf 356 Morgen Fläche. Eine Besitzung war 20 Morgen groß, drei unter fünf Morgen mit zusammen vier Morgen Fläche. Es gab weiterhin einen Zimmergesellen und einen Stellmachermeister. 1860 gab es im Dorf ein öffentliches, 14 Wohn- und 32 Geschäftsgebäude. Die Bewohner bewirtschafteten 296 Morgen Acker, 68 Morgen Wiese und 16 Morgen Gartenland. Mit der Einrichtung der ersten Haltestelle der Berlin-Görlitzer Eisenbahn im Jahr 1866 entdeckten die Berliner die gewässerreiche Naturlandschaft als Naherholungsgebiet. Im Jahr 1874 wurde eine Strecke als Vorortverkehr mit Berlin in Betrieb genommen. 1881 gründete sich der erste Berliner Regatta-Verein,<ref name="BKB" /> und mit der Entwicklung des Wassersports wuchs zugleich der Strom der Ausflügler, was zum Bau zahlreicher Gaststätten sowie Bootshäuser für Ruderverein, Seglervereine und Kanu-Vereine innerhalb der Uferzonen führte.

Theodor Fontane beschrieb in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg die idyllische Lage von Grünau. Von der reizvollen Lage und den niedrigen Bodenpreisen angetan, ließen sich dann auch Wohlstandsbürger der wilhelminischen Ära in Grünau nieder und ließen sich Villen und Landhäuser an den Ufern der Dahme erbauen. Im Jahr 1900 hatte Grünau bereits rund 2500 Einwohner; es gab 152 Häuser.

Datei:Bundesarchiv Bild 102-06086, Berlin-Grünau, Olympia-Ruder-Regatta-Ausscheidung.jpg
Regattastrecke, Olympische Spiele 1936

Im Jahr 1903 entstand aus dem Schutzbezirk Grünau mit dem Forsthaus Steinbinde ein Gutsbezirk Köpenick-Forst Teltow Anteil, der fortan Grünau-Dahmer-Forst genannt wurde. Dieser Anteil sowie die Gemeinde Grünau wurden am 1. Oktober 1920 aus dem Landkreis Teltow in der preußischen Provinz Brandenburg in das damals neuentstandene Groß-Berlin eingemeindet und dort Teil des Bezirks Köpenick. Im Jahr 1928 wurde der elektrische S-Bahn-Verkehr aufgenommen. Die Ruder- und Kanuwettbewerbe der Olympischen Spiele 1936 wurden auf der Regattastrecke Berlin-Grünau ausgetragen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts siedelten sich in Grünau neben den Wassersportvereinen auch chemische Fabriken an, so Landshoff & Meyer, die in der DDR-Zeit zu einer Filiale von VEB Berlin-Chemie wurde.

Bevölkerung

Jahr Einwohner<ref>1871–1910 Gross-Berlin: Geographie der Weltstadt, Friedrich Leyden 1933</ref>
1772 0069
1801 0059
1817 0058
1840 0127
1858 0138
1871 0288
1880 0552
1890 1231
1895 1725
Jahr Einwohner<ref>1919–1946 Statistisches Jahrbuch von Berlin (jeweilige Jahre)</ref><ref>1950 und 1963 Statistisches Jahrbuch der DDR 1964</ref>
1900 2485
1910 3004
1919 3550
1925 4131
1939 5383
1946 4634
1950 4556
1963 6573
1991 4769
1995 4443
Jahr Einwohner
2000 5523
2007 5489
2010 5418
2015 5786
2020 7217
2021 7480
2022 8019
2023 8273
2024 8376

Quelle ab 2007: Statistischer Bericht A I 5. Einwohnerregisterstatistik Berlin. Bestand – Grunddaten. 31. Dezember. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (jeweilige Jahre)<ref>Statistischer Bericht A I 5 – hj 2 / 23. Einwohnerregisterstatistik Berlin 31. Dezember 2023. (PDF) Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, S. 26, abgerufen am 29. Februar 2024.</ref>

Am 31. Dezember 2023 waren 13,8 % der Einwohner im Ortsteil Grünau ausländische Staatsbürger. Damit liegt der Ausländeranteil in Grünau deutlich unter dem Wert für ganz Berlin (24,4 %) und leicht unter dem für Treptow-Köpenick (16,4 %). Unter allen Ausländern in Grünau sind die Ukrainer am stärksten vertreten, dicht gefolgt von den Russen.<ref>Berlin international: Anteil nicht-deutscher Staatsangehörigkeit bei 24,4 Prozent. In: Statistik Berlin-Brandenburg. Abgerufen am 20. Mai 2024.</ref>

Sehenswürdigkeiten

Datei:Regattastraße 158 Berlin Grünau.jpg
Café Liebig
Datei:Gedenkstein Adlergestell 550 (Grünau) Kapp-Putsch.jpg
Gedenkstein für Opfer des Kapp-Putsches

Infrastruktur

Verkehr

Datei:Clp 20180516 5645 Bf Berlin-Grünau EG.jpg
Bahnhof Berlin-Grünau

Grünau liegt an der Bahnstrecke Berlin–Görlitz. Der S-Bahnhof Grünau wird von den Linien S46, S8 und S85 bedient.

Am Grünauer Kreuz auf der Ortsteilgrenze zu Altglienicke kreuzen sich der Berliner Außenring und die Bahnstrecke Berlin–Görlitz mit zahlreichen Verbindungskurven.

Die Schmöckwitz–Grünauer Uferbahn (Straßenbahnlinie 68) durchquert Grünau auf dem Weg zwischen Köpenick und Schmöckwitz und bindet dabei den S-Bahnhof an. Sie fährt südlich des Bahnhofs abseits großer Straßen durch den Berliner Stadtforst.

Hauptverkehrsstraßen sind das Adlergestell, das im Norden Grünaus auch Teil der Trasse der Bundesstraße 96a ist und den Ortsteil mit der Innenstadt Berlins verbindet sowie die Regattastraße, die nach Köpenick führt.

Öffentliche Einrichtungen

Bildung

Datei:Berlin - Gruenauer Schule - geo.hlipp.de - 36628.jpg
Grünauer Gemeinschaftsschule

Sport

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortsteils

Mit Grünau verbundene Persönlichkeiten

Siehe auch

Literatur

  • Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Band 4: Teltow. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1976.

Weblinks

Commons: Berlin-Grünau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein