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Buir (Kerpen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Buir
Stadt Kerpen
Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben!
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(3889)&title=Buir 50° 52′ N, 6° 35′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(3889) 50° 51′ 33″ N, 6° 34′ 58″ O
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Höhe: 109 m ü. NHN
Fläche: 14,8 km²
Einwohner: 3889 (31. Dez. 2020)<ref>Einwohner nach Ortsteil Stadt Kerpen 2021. Kommunale Datenverarbeitungzentrale Rhein-Erft-Rur, 15. Februar 2022, abgerufen am 12. Mai 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 263 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 50170
Vorwahl: 02275
Buir (Nordrhein-Westfalen)
Buir (Nordrhein-Westfalen)
Lage von Buir in Nordrhein-Westfalen
Datei:Stmichael-buir.jpg
Kirche St. Michael in Buir
Datei:Buir evangelische Kirche.jpg
Kirche und Gebäude der evangelischen Gemeinde
Datei:Buir Bahnhofsgebäude.jpg
Bahnhofsgebäude

Die Ortschaft Buir [<templatestyles src="IPA/styles.css" />byːɐ̯] ist der westlichste Stadtteil von Kerpen im Rhein-Erft-Kreis in Nordrhein-Westfalen.

Lage

Buir liegt ganz im Westen des Stadtgebiets von Kerpen und direkt an der Bahnstrecke Köln-Aachen sowie der Bundesautobahn 4, die beide unmittelbar im Norden am Ort vorbeiführen. Durch den Ort verlaufen die Landesstraßen 276 und 327. Nördlich der Ortslage erstreckt sich der Rest des Bürgewaldes, der zum großen Teil bereits dem Tagebau Hambach weichen musste. Nachbarorte von Buir sind Golzheim im Süden, Blatzheim im Osten, Manheim im Nordosten und Bürgewald im Nordwesten.

Geschichte

Der Ort wurde am 1. April 1003 unter dem Namen „Puire“ erstmals urkundlich erwähnt. Dies geht auf Erzbischof Heribert von Köln zurück, welcher der Abtei Deutz einen Hof in „Puire“ schenkte. Im 13. Jahrhundert lebte das wohl älteste Buirer Adelsgeschlecht, die Familie „von Bure“, auf welche das Buirer Wappen zurückgeht. Nach der Familie, die in der damaligen Voigtburg lebte, wurde eine Straße benannt.

1308 wurden im Liber valoris erstmals Kirche und Pfarrei von Buir genannt.<ref>Paul Clemen: Die Kunstdenkmäler des Kreises Bergheim. In: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz Band 4, Hrsg. Paul Clemen, Düsseldorf 1899, S. 431 f.</ref>

Herzog Wilhelm I. von Jülich bestätigte mit Urkunde vom 18. März 1360 den Wachszins, welchen 26 am Bürgewald gelegenen Dörfer jährlich am Pfingstdienstag an die Pfarrkirche von Arnoldsweiler abliefern mussten. Zu diesen Dörfern zählte auch Buir. Somit musste die Buirer Bevölkerung jedes Jahr eine Kerze von 4 Pfund Wachs spenden. Buir wurde erst 1839 durch eine einmalige Geldzahlung an die Pfarre Arnoldsweiler vom Wachszins befreit. Dieses Kerzenopfer mussten die Dörfer rund um den Bürgewald als Dank für den Erhalt des Waldes abliefern. Dies ist der Legende nach auf den hl. Arnoldus zurückzuführen, der den Wald den umliegenden Gemeinden im 8. Jahrhundert geschenkt haben soll. Zuvor stand dieser unter kaiserlichem Wildbann, das Betreten war für die einfache Bevölkerung verboten. Im Jahr 1775 wurde der Wald unter den berechtigten Gemeinden aufgeteilt, zuvor wurde der Wald von den Anliegern gemeinschaftlich genutzt. Buir erhielt dabei die so genannte Buirer Bürge

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  }} westlich der L 276 zwischen Buir und Etzweiler.<ref>Rudolf A. H. Wyrsch: Der heilige Arnold von Arnoldsweiler. Legende und Geschichte der Verehrung eines rheinischen Heiligen. In: Forum Jülicher Geschichte Heft 9, Jülich 1994, S. 18 f. und S. 73 f.</ref>

1929 ereignete sich 300 Meter vor dem Buirer Bahnhof eines der schwersten Eisenbahnunglücke der 1920er-Jahre, das 13 Todesopfer forderte.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges startete am 23. Februar 1945 die Operation Grenade der 9. US-Armee: General Simpsons Armee überquerte die Rur. Am Abend hatte Simpson 16 Bataillone auf dem Ostufer. Danach rückten die US-Truppen zügig Richtung Erft vor. Ein Regiment zog durch den Bürgewald, eins von Düren über Merzenich und Buir in Richtung Sindorf.<ref>siehe Wolfgang Trees: Schlachtfeld zwischen Maas und Rhein (Ausgaben 1976 und 1995 = 978-3922974055)</ref><ref>Kölner Stadtanzeiger vom 22. Februar 2005: Das Ziel war die Erft</ref>

Bis 1974 war Buir eine eigenständige Gemeinde, bevor der Ort durch das Köln-Gesetz am 1. Januar 1975 der neuen Stadt Kerpen zugeordnet wurde.<ref>Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.</ref>

Buir hat sich in den letzten Jahren stark vergrößert, und es entstanden zwei große Neubaugebiete. In wenigen Jahren wird der Tagebau Hambach an die Ortsgrenzen Buirs stoßen, was unter anderem eine Verlegung der A 4 zur Folge hatte.

Bildung

Der Ort verfügt über eine Grundschule und drei Kindergärten und außerdem befindet sich im Pfarrheim ein Jugendzentrum.

Religion

In Buir gibt es zwei christliche Gemeinden: die katholische St.-Michael-Gemeinde (mit einer neugotischen Kirche aus dem Jahre 1889, in der der reliefartige Kreuzweg besonders zu erwähnen ist) sowie eine evangelische Gemeinde.


Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten sind das alte Rathaus, die alte Volksschule mit ihrem Giebeldach, die Kapelle Fließstraße, der Schöffenhof sowie die historischen Speichergebäude rund um den neuen Bahnhof und das alte Bahnhofsgebäude. Buir hat zudem viele Bürger- und Gründerzeithäuser. Buir besaß eine Malzfabrik. Das Buirer Ortszentrum mit einigen Geschäften befindet sich im Bereich der Kreuzungen Talstraße/Steinweg und Bahnstraße/Eichemstraße sowie der dazwischen verlaufenden Kirchenstraße.

→ Siehe Liste der Baudenkmäler in Buir (Kerpen)

Verkehr

Datei:Bf-buir.jpg
S-Bahn Haltepunkt

Buir verfügt seit dem Jahre 2002 über einen S-Bahn-Haltepunkt an der Bahnstrecke Köln–Aachen. Der Ort liegt im Verbundraum des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS). Im Schienenpersonennahverkehr wird der Haltepunkt Buir von folgenden Linien der S-Bahn Köln bedient (Stand 13. Dezember 2020):

Linie Verlauf Takt

Vorlage:Linienverlauf S-Bahn Rhein-Sieg

Die Buslinien des VRS werden von der Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft (REVG) betrieben. Darüber hinaus ist Buir auch mit zwei Buslinien aus dem Aachener Verkehrsverbund (AVV) angeschlossen, welche von Rurtalbus bedient werden. An Schultagen verkehrt zudem die Linie 217, die nur die Haltestelle „Buir Talstraße“ bedient.

Linie Betreiber Verlauf
217 Rurtalbus Merzenich Schule – Poolplatz – Schöne Aussicht – Girbelsrath (→ Morschenich-Neu → Morschenich) – Golzheim
276 Rurtalbus Düren Bf/ZOB – StadtCenter – Distelrath – Merzenich Schöne Aussicht – Golzheim – Buir / Blatzheim (– Bergerhausen – Manheim – Langenich – Kerpen)

Vorlage:Linienverlauf VRS Vorlage:Linienverlauf VRS

SB15 Rurtalbus Schnellbus:
Froitzheim – Vettweiß – Gladbach – Lüxheim – Eggersheim – Hochkirchen – Nörvenich Hommelsh. Weg – Nörvenich Alter Bf – Eschweiler über Feld – Golzheim – Buir

Bis zur Verlegung der A 4 wegen des Tagebaus Hambach verfügte Buir über einen Autobahnanschluss. Seit September 2014 führt die Autobahn ohne Anschluss in direkter Nähe an Buir vorbei.

Vereine

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Balkhausen/Brüggen/Türnich | Blatzheim mit Bergerhausen, Dorsfeld, Geilrath und Niederbolheim | Buir | Horrem mit Götzenkirchen | Kerpen mit Langenich | Manheim-Alt/Manheim | Mödrath/Kerpen-Nord | Neu-Bottenbroich/Horrem-Nord-Ost | Sindorf

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