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Capecitabin

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Capecitabin (Handelsname Xeloda, Hersteller: Roche, sowie viele Generikaanbieter) ist ein zytostatisch wirkender Arzneistoff. Capecitabin ist eine Vorstufe (Prodrug) von 5-Fluoruracil und wird im Tumor in die aktive Substanz umgewandelt. Die Substanz ist oral wirksam und wird zur Therapie von metastasiertem Dickdarmkrebs, metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem Mammakarzinom und zur palliativen Therapie des Magenkarzinoms eingesetzt.

Pharmakokinetik

Capecitabin ist ein Prodrug, das rasch vom Magen-Darm-Trakt aufgenommen wird, mit einer maximalen Plasmakonzentration nach 90 Minuten. Die Plasmaproteinbindung beträgt weniger als 60 %. Capecitabin wird in der Leber hydrolysiert zu 5'-Desoxy-5-fluorcytidin, das in Zellen zu 5'-Desoxy-5-fluoruridin (Doxifluridin) und weiter zum Wirkstoff 5-Fluoruracil (5-FU) konvertiert wird.

Die Wirksamkeit von Capecitabin ist deshalb mit 5-FU vergleichbar. Die Umwandlung zu 5-FU erfolgt durch das Enzym Thymidinphosphorylase, das in besonders hoher Konzentration im Tumorgewebe auftritt. Durch die gezielte Ausrichtung des Wirkmechanismus auf die Tumorzellen vertragen die Patienten Capecitabin eher besser und müssen deutlich seltener wegen schwerer Nebenwirkungen behandelt werden.

Der Abbau von Capecitabin und 5-FU geschieht über das Enzym Dihydropyrimidin-Dehydrogenase.<ref>S. Maurer, J. Thödtmann: Das Mammakarzinom: Diagnostik und Therapie. Govi-Verlag, Eschborn, 2003, ISBN 978-3-7741-0996-4.</ref>

Nebenwirkungen

Wie die meisten Zytostatika kann auch Capecitabin eine Vielzahl von leichten, schweren, und selbst tödlichen Nebenwirkungen haben. Besonders häufig sind Muskel- oder Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Blutbildveränderungen, Infektionen, Störungen des Nervensystems, Halsschmerzen, Symptome des Magen-/Darmtrakts, Leber- und Nierenschäden, und Durchblutungsstörungen am Herz bis hin zum Herzinfarkt.<ref>Roche AG: Fachinformation Xeloda, Stand 14. September 2016</ref> Seltener als bei 5-FU sind insbesondere Übelkeit, Erbrechen und vor allem Stomatitis. Auch Haarausfall wird deutlich seltener beobachtet. Dennoch kann es auch unter Capecitabin zu schwerem Durchfall kommen. Deutlich häufiger kommt es bei der peroralen Medikation zum Hand-Fuß-Syndrom. Die Symptome reichen von Taubheitsgefühl, Kribbeln und Missempfindungen bis zu starken Schmerzen in Handflächen und Fußsohlen. Es kann auch zu Geschwür- und Blasenbildung an Händen oder Füßen kommen. Betroffenen helfen regelmäßige kalte Wasserbäder für Hände und Füße oder 10%ige uridinhaltige Cremes.<ref>Vorlage:Cite web</ref> Auch der Verlust der Fingerabdrücke ist nicht auszuschließen.<ref>Vorlage:Cite web</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref>

Unter der Therapie mit Capecitabin kann es sehr selten zu schweren Hautreaktionen wie dem Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und der toxischen epidermalen Nekrolyse (TEN) kommen. Bei Anzeichen muss die Behandlung sofort und dauerhaft abgebrochen werden. Der Hersteller informierte über dieses Risiko am 17. Dezember 2013 in einem Rote-Hand-Brief.<ref>Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Vorlage:Webarchiv. 17. Dezember 2013.</ref>

Für die Metabolisierung, d. h. den Abbau des Capecitabins ist wesentlich das Enzym Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) verantwortlich. Da manche Individuen eine verminderte DPD-Enzymaktivität aufweisen (Dihydropyrimidin-Dehydrogenase-Mangel), wurde im Jahr 2020 durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und verschiedene Fachgesellschaften die Empfehlung ausgesprochen, dass Patienten, die eine Therapie mit diesem Medikament erhalten sollten, zuvor auf einen DPD-Mangel getestet werden sollen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Im Falle eines DPD-Enzymmangels muss eine niedrigere Medikamentendosierung gewählt werden.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Anwendung

Capecitabin wird zweimal täglich, morgens und abends, innerhalb von 30 Minuten nach einer Mahlzeit eingenommen. Je nach Dosierung muss der Patient jeweils drei bis neun Tabletten schlucken. Bei schweren Nebenwirkungen muss die Therapie unterbrochen oder die Dosis reduziert werden.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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