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Peroxomonoschwefelsäure

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Carosche Säure)
Strukturformel
Peroxomonoschwefelsäure
Allgemeines
Name Peroxomonoschwefelsäure
Andere Namen
  • Peroxoschwefelsäure
  • Sulfomonopersäure
  • Peroxy-Monoschwefelsäure
  • Peroxymonoschwefelsäure
  • Carosche Säure
  • Piranhawasser (Laborjargon)
Summenformel H2SO5
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff<ref name="solvay" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 231-766-6
ECHA-InfoCard 100.028.879
PubChem 2754594
ChemSpider 2035480
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 114,09 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

Zersetzung ab 45 °C<ref name="solvay">Sicherheitsdatenblatt Solvay abgerufen am 18. Februar 2021</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar<ref name="NV">Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.</ref>
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Peroxomonoschwefelsäure (auch Peroxoschwefelsäure, Peroxy-Monoschwefelsäure oder Carosche Säure) ist eine Oxosäure des Schwefels. Ihre Salze heißen Peroxomonosulfate, z. B. Kaliumperoxomonosulfat (KHSO5).<ref>Wiberg, Egon; Wiberg, Nils: Lehrbuch der anorganischen Chemie. 102., stark umgearbeitete und verb. Auflage. De Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1.</ref> Die farblosen wässrigen Lösungen der Peroxomonoschwefelsäure werden im Laborjargon auch Knabberwasser, Piranhasäure oder Piranha-Lösung genannt. Der Chemiker Heinrich Caro beschrieb sie erstmals 1898.<ref>H. Caro: Zur Kenntniss der Oxydation aromatischer Amine. In: Zeitschrift für angewandte Chemie. Vol. 11, Nr. 36, 1898, S. 845–846, doi:10.1002/ange.18980113602.</ref>

Darstellung

Eine Synthese kann durch Umsetzung von Chlorsulfonsäure (ClSO3H) mit Wasserstoffperoxid erfolgen:<ref>G. Brauer (Hrsg.): Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2nd ed., vol. 1, Academic Press 1963, S. 388–389.</ref>

<math>\mathrm{H_2O_2 \ + \ ClSO_3H \longrightarrow \ H_2SO_5 \ + \ HCl}</math>

Bei weiterer Umsetzung mit Chlorsulfonsäure bildet sich Peroxodischwefelsäure (H2S2O8).

Peroxomonoschwefelsäure als wässrige Lösung ist unter Normalbedingungen instabil und wird daher zur Verwendung stets neu hergestellt. Hierfür wird Wasserstoffperoxid zu konzentrierter Schwefelsäure gegeben. (Vorsicht: Hitzeentwicklung):

<math>\mathrm{H_2SO_4 \ + \ H_2O_2 \longrightarrow \ H_2SO_5 \ + \ H_2O}</math>

Dabei entsteht neben Peroxomonoschwefelsäure auch Wasser als Reaktionsprodukt.

Eigenschaften

Peroxomonoschwefelsäure ist ein farbloser, äußerst hygroskopischer, feinkristalliner Feststoff, der nach Ozon riecht. In reinem Zustand ist er mehrere Wochen unter nur geringem Verlust von aktivem Sauerstoff haltbar, in unreiner Form ist er wesentlich unbeständiger. Er ist unzersetzt löslich in Ethanol und wenig löslich in Ether.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band I, Ferdinand Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 392.</ref> Beim Lösen in Wasser wird in einer Gleichgewichtsreaktion Wasserstoffperoxid (H2O2) freigesetzt:

<math>\mathrm{H_2SO_5 \ + \ H_2O \ \rightleftharpoons \ H_2SO_4 \ + \ H_2O_2}</math>

Peroxomonoschwefelsäure wirkt stark oxidierend.

Verwendung

Peroxomonoschwefelsäure wird als Reinigungs- und Bleichmittel verwendet. Sie wird zum Beispiel zur Reinigung von Glasfritten verwendet. Dabei dürfen unter keinen Umständen organische Lösungsmittel wie z. B. Aceton zugesetzt werden, da dies zu Explosionen führen kann.

Gefahren

Reine Peroxomonoschwefelsäure ist hochexplosiv.<ref>J.O. Edwards: SAFETY. In: Chem. & Eng. News. Vol. 33, Nr. 32, 1955, S. 3336, doi:10.1021/cen-v033n032.p3336.</ref> Wie alle starken Oxidationsmittel bildet Peroxomonoschwefelsäure in Kontakt mit organischen Verbindungen, wie z. B. Ethern, Ketonen oder organischen Lösungsmitteln sehr instabile Moleküle, wie z. B. Acetonperoxid.

Einzelnachweise

<references />