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Cherson

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{{#if: behandelt die ukrainische Stadt Cherson. Zum byzantinischen Thema siehe Cherson (byzantinisches Thema), zum Asteroiden siehe (2701) Cherson und zu weiteren Bedeutungen dieses Begriffes siehe Chersonesos.

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Vorlage:Infobox Ort in der Ukraine Cherson (Vorlage:UkS-Cyrl <templatestyles src="IPA/styles.css" />{{#if:Uk-Херсон.ogg|[}}xɛrˈsɔn{{#if:Uk-Херсон.ogg

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|all= 1= |opt= 2= Tondatei= |template=Vorlage:IPA |errNS= 0 |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:IPA |format=@@@ }}]; griechisch: Χερσόνησος Chersónēsos) ist eine Seehafenstadt in der Ukraine und die Hauptstadt der Oblast Cherson mit etwa 40.000 Einwohnern (Stand: 2023).

Etymologie

Der Name Cherson ist von dem griechischen Wort {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Halbinsel“ abgeleitet und bezieht sich wiederum auf die griechische Stadt Chersones auf der Krim.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Das Wort kommt aber ursprünglich von χέρσος und νήσος. Wobei χέρσος ein trockenes Land, eine Brache oder Ödland bezeichnet und νήσος Insel bedeutet. Erst durch die Krim wurde es allgemein zur Halbinsel.

Geographie

Datei:View of Kherson and Antonovskiy bridge, 2006.jpg
Blick in südliche Flusslaufrichtung auf die Antoniwkabrücke mit der Stadt Cherson im Hintergrund

Cherson liegt am Beginn des Mündungsdeltas des Dnepr. Bis zum Schwarzen Meer sind es noch rund 30 km.<ref name="Guide09">Dnepr: Odessa–Krim–Schwarzes Meer. Reiseinfoheft von JPM Guides, 2009, S. 25</ref> 60 km nordwestlich der Stadt liegt die Hafenstadt Mykolajiw, knapp 100 km südöstlich beginnt die Krim.

Geschichte

Datei:Operationen am Donn und Dnieper 1736.jpg
Die Siedlung Bilschowscei auf einer Karte der Russisch-Österreichischen Türkenkrieg von 1736.

Bis 1774 gehörte die Region zum Khanat der Krim. Ältere Karten zeigen vor 1737 eine Siedlung mit dem Namen Bilschowscei an der Stelle der heutigen Stadt. Die Stadt Cherson wurde 1778 auf Weisung der russischen Zarin Katharina II. und auf Vorschlag des Fürsten Grigori A. Potjomkin neben der 1737–1739 erbauten russischen Alexanderschanze gegründet. Straßen, Plätze und Gebäude waren im Schachbrettmuster angeordnet. Das Gebiet wurde im 19. Jahrhundert dem sogenannten Ansiedlungsrayon zugeschlagen: Hier durften sich Juden ansiedeln, für die die zentralrussischen Gebiete und die Hauptstadt Sankt Petersburg gesperrt waren. Stadt und Region wurden wiederholt Schauplatz von Judenpogromen.<ref>Putins fantastischer Geschichtsunterricht spiegel.de, 12. November 2022.</ref>

Cherson war ein wichtiger Stützpunkt der sowjetischen Schwarzmeerflotte. Diesen Status behielt die Stadt bis zur ukrainischen Unabhängigkeit 1990/91.<ref name="Guide09" />

Russische Invasion 2022

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In den ersten Tagen des russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 war speziell das Umland der Stadt Schauplatz schwerer Gefechte zwischen ukrainischen Verteidigern und Invasionstruppen, die von der Krim aus nach Norden vorstießen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Die Ukraine berichtete am 27. Februar, Russland habe Teile der Stadt eingenommen. Am Morgen des 2. März meldete das russische Militär, die Stadt Cherson vollständig unter Kontrolle gebracht zu haben.<ref name=":9">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Wenig später wurde dies von den örtlichen Behörden bestätigt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Offensichtlich war die Stadt selber außer von wenigen Freiwilligen überhaupt nicht verteidigt worden.<ref name="NGCherson">Vorlage:Webarchiv, Nowaja Gaseta, 26. März 2022</ref>

Anfang September 2022 startete die ukrainische Gegenoffensive in der Region Cherson, mit dem Ziel, die russischen Truppen bis an die natürliche Wasserbarriere, den Dnepr, zurückzudrängen und Cherson zu befreien.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Am 11. November 2022 wurde die Stadt nach dem Abzug der russischen Besatzer von ukrainischen Truppen erreicht.<ref>Russia-Ukraine War As Russia Says Retreat From Kherson Is Complete, Residents Raise Ukraine’s Flag, The New York Times, 11. November 2022</ref> Eine Unterstützung für die Annexion durch Russland war in der Stadt nicht zu spüren, es herrschte vielmehr Erleichterung nach Monaten des Terrors.<ref>Kherson: Inside the city liberated from the Russians, BBC, 12. November 2022</ref> Die russische Armee begann kurz darauf mit dem Beschuss, zunächst noch nur in Stadtnähe. Für die Bewohner beginne jetzt die Unsicherheit, zitierte die exilrussische Internetzeitung Meduza Stimmen aus der Stadt: Bis dahin hätten sie gewusst, wohin ukrainische Raketen flogen, in die von der russischen Armee genutzten Stellungen. Doch nun befürchteten sie einen wahllosen russischen Beschuss „wie in Mariupol“.<ref>«ВСУ в городе! Мы празднуем!» Как российская армия отступала из Херсона — и что происходит в городе сейчас. Рассказывает местный житель, Meduza, 11. November 2022</ref>

Am 19. November 2022 fuhr erstmals wieder ein Zug des öffentlichen Verkehrs der Ukrainischen Eisenbahn nach Cherson.<ref>jh/bac: Wieder Züge nach Cherson. In: Eisenbahn-Revue International 1/2023, S. 30.</ref> Ende Januar 2023 lebten noch rund 40.000 Bewohner in der Stadt.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Durch die Zerstörung des Zerstörung des Kachowka-Staudamms kam es zu einer Überflutung, die im Viertel Korabel eine Höhe von 3,5 m erreichte.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Da sich die russischen Streitkräfte auf der anderen Seite des Flusses Dnipro verschanzt haben, ist die Stadt weiterhin häufigem Beschuss ausgesetzt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Im Mai 2024 startete die russische Armee eine bis heute andauernde Terrorkampagne mit Drohnenangriffen auf Zivilisten, die als „menschliche Safari“ bekannt geworden ist. Die Drohnen treffen Zivilisten wie Menschen an Bushaltestellen, Velofahrer, Pendler oder in Parks spielende Kinder.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Nach Angaben des Exekutivkomitees des Stadtrats von Cherson wurden zwischen dem 1. Mai und dem 16. Dezember 2024 bei Drohnenangriffen in Cherson mindestens 30 Zivilisten getötet und 483 weitere verletzt.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Im März 2025 meldete der Gouverneur der Region, Oleksandr Prokudin, zwischen 600 und 700 Drohnenangriffe pro Woche in der Stadt.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Verwaltungsgliederung

Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Cherson (Vorlage:UkS-Cyrl/Chersonska miska hromada), zu dieser zählen auch noch die 3 Stadtrajone Dnipro, Korabel und Suworow, die Siedlungen städtischen Typs Antoniwka, Komyschany, Naddniprjanske und Seleniwka, 4 in der untenstehenden Tabelle angeführten Dörfer sowie die Ansiedlungen Blahowischtschenske, Inschenerne, Molodischne, Prydniprowske, Pryoserne, Sonjatschne und Symiwnyk,<ref>Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 726-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Херсонської області"</ref> bis dahin bildete sie die gleichnamige Stadtratsgemeinde Cherson (Херсонська міська рада/Chersonska miska rada) im Süden des Rajons Biloserka (aber kein Teil desselben) mit folgender Unterteilung:

In weiterer Unterteilung waren die Siedlung städtischen Typs Antoniwka, Seleniwka und Naddniprjanske, die Dörfer Bohdaniwka und Petriwka sowie die Siedlungen Inschenerne, Molodischne und Sonjatschne dem Rajon Dnipro unterstellt, die SsT Komyschany sowie die Siedlungen Symiwnyk, Blahowischtschenske und Pryoserne dem Rajon Korabel und das Dorf Stepaniwka dem Rajon Suworow.

Seit dem 17. Juli 2020 ist sie ein Teil des Rajons Cherson.<ref>Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX "Про утворення та ліквідацію районів"</ref>

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Cherson Teil der Gemeinde:

Name
ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch
Antoniwka Антонівка Антоновка (Antonowka)
Blahowischtschenske (bis 2016 Petrowskoho<ref>Верховна Рада України; Постанова від 19.05.2016 № 1377-VIII Про перейменування окремих населених пунктів та районів</ref>) Благовіщенське (Петровського) Благовещенское (Blagoweschtschenskoje)/Петровского (Petrowskogo)
Bohdaniwka Богданівка Богдановка (Bohdanowka)
Inschenerne (bis 2016 Schowtnewe<ref>Верховна Рада України; Постанова від 19.05.2016 № 1377-VIII Про перейменування окремих населених пунктів та районів</ref>) Інженерне (Жовтневе) Инженерное (Inschenernoje)/Жовтневое (Schowtnewoje)
Komyschany Комишани Камышаны (Kamyschany)
Molodischne Молодіжне Молодёжное (Molodjoschnoje)
Naddniprjanske Наддніпрянське Надднепрянское (Naddneprjanskoje)
Petriwka Петрівка Петровка (Petrowka)
Prydniprowske Придніпровське Приднепровское (Pridneprowskoje)
Pryoserne Приозерне Приозёрное (Priosjornoje)
Sadowe Садове Садовое (Sadowoje)
Seleniwka Зеленівка Зеленовка (Selenowka)
Sonjatschne Сонячне Солнечное (Solnetschnoje)
Stepaniwka Степанівка Степановка (Stepanowka)
Symiwnyk (bis 2016 Kujbyschewe<ref>Верховна Рада України; Постанова від 19.05.2016 № 1377-VIII Про перейменування окремих населених пунктів та районів</ref>) Зимівник (Куйбишеве) Зимовник (Simownik)/Куйбышево (Kuibyschewo)

Bevölkerung

Hinsichtlich ihrer Nationalität (im Sinne der Volksgruppe, nicht Staatsangehörigkeit) identifizierten sich 76,5 Prozent der Einwohner beim Zensus 2001 als Ukrainer, 19,9 Prozent als Russen, 0,8 Prozent als Belarussen, 0,41 Prozent als Juden und 0,34 Prozent als Armenier.<ref name="ukrcensus">Vorlage:Webarchiv Staatlicher Statistikdienst der Ukraine.</ref>

56,2 Prozent gaben in der Volkszählung 2001 als Muttersprache Ukrainisch an, 42,5 Prozent Russisch, 0,17 Prozent Armenisch und 0,14 Belarussisch.<ref name="ukrcensus" />

Entwicklung der Bevölkerungsanzahl von 1897 bis 2023:

Vorlage:Bevölkerungsentwicklung

Wirtschaft und Verkehr

Datei:Antonov road bridge in Kherson 8.jpg
Die Antoniwkabrücke 2017.

Cherson besitzt durch seinen Flusshafen und Seehafen eine bedeutende Werftindustrie.

Leuchtfeuer

Die Zufahrt aus dem Schwarzen Meer zu den Häfen von Mykolajiw und Cherson wird an den Landengen des Dnepr-Bug-Liman von mehreren Leuchttürmen gesichert:

Vom Bahnhof Cherson verkehren Züge nach Mykolajiw, Odessa, Kiew und dem Westen der Ukraine. Die Bahnverbindungen nach Dnipro, Charkiw und anderen Städten östlich des Flusses Dnipro sind derzeit wegen der von Russland zerstörten Eisenbahnbrücke nördlich von Antoniwka unterbrochen. Außerdem besitzt die Stadt einen gleichnamigen Verkehrsflughafen und ist über die Fernstraße M 14 an das ukrainische Fernstraßennetz angebunden.

In der Nähe der Stadt bauten deutsche Eisenbahnpioniere 1943 die „größte Eisenbahnkriegsbrücke des Zweiten Weltkrieges“. Sie war zwei Kilometer lang, im Wasser 14 Meter tief und über dem Wasser 10 Meter hoch. Für die Standfestigkeit wurden 400 Stahlrohre bis zu 17 Meter in den schlammigen Grund gerammt. Der Bau dauerte sieben Monate und wurde von dem verstärkten I. Bataillon des Eisenbahnpionier-Regiments 2 (I./Eisb.Pi.Rgt.2) ausgeführt.<ref>Otto Krahmer: Die 7.Eisb.Pi.Kp.Rgt.3mot. 1938–1945, ohne Ort und Jahr (Selbstverlag des Verfassers, Wittdün/Amrum, 1985), unpaginiert (ca. S. 2, 135, 137, Foto S. 139); sowie Fotomaterial aus Nachlass des Vermessungsoffiziers Erich Fresdorf, das vom Alleinerben bis Ende 2013 bereits größtenteils an das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden abgegeben und der Bundesrepublik Deutschland – vertreten durch das Bundesministerium der Verteidigung – dauerhaft übereignet wurde.</ref>

Bildungswesen

Cherson weist alle in der Ukraine gängigen Schultypen auf. Es gibt drei Universitäten: die Universität Cherson, die Technische Universität sowie eine Marineakademie.

Sehenswürdigkeiten

Datei:Adziogol hyperboloid Lighthouse by Vladimir Shukhov 1911.jpg
Adschihol-Leuchtturm

Hier sind Reste der ersten Festungsbauten zu nennen, darüber hinaus Museen und drei bedeutende Kirchenbauwerke: die Katharinenkathedrale (1774) mit dem Grab des Fürsten Potjomkin, die Sophienkirche (1780) und die Heiliggeistkathedrale mit einer großen Kuppel (1836).<ref name="Guide09" />

In der Nähe der Stadt steht im Mündungsdelta des Dnepr der 64 Meter hohe Adschihol-Leuchtturm in Form eines Rotationshyperboloids, der 1911 durch den russischen Ingenieur Wladimir Grigorjewitsch Schuchow errichtet wurde.

Weitere Bauwerke

Städtepartnerschaften

Söhne und Töchter der Stadt

Vorlage:Hauptartikel

Eponyme

Der Asteroid des äußeren Hauptgürtels (2701) Cherson ist nach der Stadt benannt.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Siehe auch

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Navigationsleiste Orte in der Oblast Cherson

Vorlage:Normdaten