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Deutscher Volkssender

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Der Deutsche Volkssender war ein antifaschistischer Hörfunksender, der vom 10. September 1941 bis 15. Mai 1945 von Moskau in der Sowjetunion aus sendete und sich in deutscher Sprache an die Bevölkerung des Deutschen Reiches richtete. Er war ein von der Komintern gesteuerter sogenannter Freiheitssender, der in der Anfangsphase seines Bestehens seinen Sitz und seine Herkunft zu verschleiern suchte und sich den Anschein gab, als Sprachrohr einer Widerstandsgruppe im Deutschen Reich zu dienen. Zeitweise wurden die Sendungen in Ufa aufgenommen und von dort aus ausgestrahlt.<ref>John Erpenbeck: Dreifach geboren. Eine Reise in die Vergangenheit der Zukunft. In: Freie Welt, Jg. 1985, Heft 26, S. 4–9, hier S. 9.</ref> Der Volkssender verstand sich als Nachfolgesender des Deutschen Freiheitssenders 29,8. Über den Volkssender meldeten sich zahlreiche Funktionäre des Zentralkomitees der KPD aus dem Exil in Moskau, u. a. Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht, die sich auch schon über den Freiheitssender 29,8 an das deutsche Volk gewandt hatten.

Ziele

„Achtung! Achtung! Hier ist der Deutsche Volkssender! Wir sprechen im Namen des deutschen Volkes!“

In leitender Funktion bis zu seinem Tod 1944 agierte Wilhelm Florin, der auch häufig als Sprecher auftrat, was erhaltene Tondokumente belegen.<ref>Hans Sarkowicz: Geheime Sender. Der Rundfunk im Widerstand gegen Hitler. Hörbuch, Deutscher Hörverlag, München 2016, ISBN 978-3-8445-2444-4, Track 62.</ref> Der Sender versuchte durch Informationen und Propaganda den Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Deutschland zu unterstützen und zu ermutigen. So wurden Wandparolen und Flugblätter vorgelesen und auch verschlüsselte Nachrichten an kommunistische Widerstandsgruppen gesendet. Daneben wurden in Kriegsgefangenenprogrammen die Namen von gefangenen Wehrmachtssoldaten verlesen und die Hörer aufgefordert, die Verwandten über den Verbleib der Soldaten zu informieren. Dadurch erreichte der Sender eine gewisse Beliebtheit.

Im Rahmen des Volkssenders wurden verschiedene Unterprogramme ausgestrahlt, wie der Soldatensender, Frauensender und Jugendsender Sturmadler.

Angegliederte Sender

An den Volkssender angegliedert, aber redaktionell unabhängig davon, waren zwei weitere Tarnsender mit zersetzender Zielrichtung.

Sender der SA-Fronde, SA-Mann Weber

Nach dem Vorbild des britischen Tarnsenders Gustav Siegfried 1 wurde zwischen August 1941 und Ende 1944 ein Programm täglich für zwanzig Minuten über Kurzwelle, zum Teil auch über Langwelle, ausgestrahlt, das den Anschein erweckte, einen Zwist zwischen Anhängern einer durch die NSDAP vernachlässigten, redlichen SA und einer verbrecherischen SS über den Rundfunk auszutragen. Als Autoren und Sprecher fungierten Fritz Erpenbeck, der den SA-Mann Hans Weber verkörperte, und Max Keilson, der den SA-Mann Max Schröder spielte. Beide versuchten, in durch zotige und burschikose Sprechweisen gekennzeichneten Dialogen, die Hörerzielgruppe (einfache Parteigänger der unteren Hierarchie-Ebenen der NSDAP sowie zweifelnde Teile der deutschen Gesellschaft) mit einer Mischung aus gezielten Falschmeldungen und wahren Begebenheiten (die sich aus abgefangenen Feldpostbriefen erschließen ließen) zu verunsichern und zum Widerstand zu animieren. Der Hörerschaft sollte der Eindruck von Korruption, Unmoral und Chaos in den Gruppierungen der Nazi-Partei vermittelt werden.<ref>Hans Sarkowicz: Geheime Sender. Der Rundfunk im Widerstand gegen Hitler. Der Hörverlag, München 2016, Hörbuch, Track 122 f.</ref>

Christlicher Sender

Der ebenfalls subversiv arbeitende Christliche Sender übermittelte von März 1942 bis Kriegsende evangelischen und katholischen Hörern in zehnminütigen Sendefolgen die Botschaft: „Seid stark im Kampf gegen den Antichrist!“

Mitarbeiter (Auswahl)

Literatur

Fußnoten

<references />