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Ethosuximid

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Ethosuximid ist ein Arzneistoff mit krampflösender Wirkung, der zur Behandlung von Epilepsien angewendet wird. Seine chemische Struktur ähnelt der des Phenytoins, das ebenfalls zur antiepileptischen Therapie eingesetzt wird.

Wirkmechanismus und Anwendungsgebiet

Ethosuximid verringert die spannungsabhängigen Calciumströme über eine Hemmung der Calciumkanäle vom T-Typ im intralaminären Nucleus des Thalamus.

Es wird überwiegend zur Behandlung von generalisierten Absencen insbesondere des Kindesalters (Absence-Epilepsie des Kindesalters) eingesetzt. Diese Epilepsieform zeigt typische Anfallsmuster in Form von 3-Hz-Spike-Waves-Komplexen im Elektroenzephalogramm. Ethosuximid ist ein Mittel der ersten Wahl<ref>Ethosuximid scheint die beste Wahl zu sein, DAZ 23/2010.</ref> und hat eine superadditive Wirkung zu Valproinsäure, wenn es mit dieser kombiniert wird. Ferner ist Ethosuximid angezeigt bei Myoklonien des Jugendlichen (Impulsiv-Petit-mal), wenn andere Arzneimittel nicht wirksam waren bzw. nicht vertragen wurden.

Die Elimination erfolgt großenteils über die Leber, die Halbwertszeit (HWZ) beträgt um die 48 bis 60 Stunden,<ref>Ernst Mutschler, Gerd Geisslinger, Heyo K. Kroemer, Sabine Menzel, Peter Ruth: Mutschler Arzneimittelwirkungen. Pharmakologie – Klinische Pharmakologie – Toxikologie. 10. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 2012, ISBN 3-8047-2898-7. S. 290.</ref> bei Kindern ungefähr 30 Stunden. Die gleichzeitig Einnahme von Valproinsäure kann die HWZ von Ethosuximid erhöhen durch kompetitive Hemmung der Metabolisierung, wohingegen die gleichzeitigen Einnahme von Carbamazepin eine höhere Plasmaclearance induziert.

Nebenwirkungen

Dosisabhängig können Übelkeit, Erbrechen, Schluckauf, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Depression, Bewegungsstörungen und Psychosen auftreten. Dosisunabhängig sind unterschiedliche Hautausschläge bis hin zum Stevens-Johnson-Syndrom und Blutbildveränderungen beschrieben.

Chemie

Ethosuximid ist ein chiraler Arzneistoff mit einem Stereozentrum. Therapeutisch wird das Racemat, die 1:1-Mischung des (S)- und des (R)-Isomeren, eingesetzt.<ref name="Rote Liste">Rote Liste Service GmbH (Hrsg.): Rote Liste 2017 – Arzneimittelverzeichnis für Deutschland (einschließlich EU-Zulassungen und bestimmter Medizinprodukte). Rote Liste Service GmbH, Frankfurt/Main, 2017, Aufl. 57, ISBN 978-3-946057-10-9, S. 182.</ref>

Enantiomere von Ethosuximid
Datei:(R)-Ethosuximid Structural Formula V1.svg

CAS-Nr. Vorlage:CASRN
Datei:(S)-Ethosuximid Structural Formula V1.svg

CAS-Nr. Vorlage:CASRN

Die Synthese kann ausgehend von Cyanessigsäureethylester und Methylethylketon erfolgen. Diese kondensieren in einer Knoevenagel-Reaktion. An die entstandene Doppelbindung wird Blausäure addiert. Beide Nitril-Gruppen werden sauer zu Carbonsäuren hydrolisiert. Mit Ammoniak erfolgt der Ringschluss zum Succinimid.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Synthese von Ethosuximid
Synthese von Ethosuximid

Handelsnamen

Monopräparate

Petinimid (A, CH), Petnidan (D), Suxilep (D), Suxinutin (A)

Einzelnachweise

<references/>

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