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Fidchell

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:283px-Fidchell board.png
Modernes Spielbrett von François Haffner (Tilsit Éditions)

Fidchell (altirisch <templatestyles src="IPA/styles.css" />{{#if:|[}}[ˈfɪðʲçɛlː]{{#if:

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|all= 1= |opt= 2= Tondatei= |template=Vorlage:IPA |errNS= 0 |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:IPA |format=@@@ }}, auch fidhcheall, fidceall, fitchneal oder fithchill, neuirisch ficheall, walisisch gwyddbwyll [<templatestyles src="IPA/styles.css" />{{#if:|[}}'gwiðbuiɬ{{#if:

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|all= 1= |opt= 2= Tondatei= |template=Vorlage:IPA |errNS= 0 |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:IPA |format=@@@ }}]), Bedeutung in beiden Sprachen „Holz-Verstand“ (gwydd bzw. fid = „Holz“, pwyll bzw. cíall = „Verstand“), war ein keltisches Brettspiel dessen genaue Regeln unbekannt sind, eine Ähnlichkeit zum Schachspiel wird angenommen. Es diente oft zur Bewältigung kriegerischer Konflikte in Form einer Ersatzhandlung.<ref name="HB">Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 1021 f.</ref> Die genaue Beherrschung des Spieles gehörte zu den 34 unerlässlichen Kenntnissen eines jungen Adeligen.<ref>Helmut Birkhan: Keltische Erzählungen vom Kaiser Arthur. Teil 2, S. 255, Anm. 216.</ref>

Ein vermutlich ganz ähnliches Spiel ist das nordische Hnefatafl oder Königszabel.

Spielbrett und Spielfiguren

Nach einer Beschreibung hatten die Spielsteine unten einen kleinen Zapfen, der in entsprechende Löcher im Brett gesteckt werden konnte, ähnlich unserem heutigen Reiseschachspiel.<ref>Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 1092.</ref>

Im National Museum of Ireland (Dublin) wird ein derartiges Spielbrett für Fidchell aufbewahrt. Es ist aus Holz, hat an zwei gegenüberliegenden Seiten je einen als stilisierten Menschenkopf gestalteten Handgriff und einen mit verschiedenen Schnitzmustern versehenen Rand. Die „Felder“ sind durch 7x7 Löcher markiert, das Mittelfeld ist durch einen Doppelkreis, jedes Eckfeld durch einen Viertelkreis gekennzeichnet.<ref>Helmut Birkhan: Kelten. Bilder ihrer Kultur. S. 329, Bild 583.</ref>

Mythologie

Fidchell wird in irischen Sagen (z. B. im Táin Bó Cuailnge, „Der Rinderaub von Cooley“) häufig von den mythischen Königen und Helden gespielt. König Conchobar mac Nessa von Ulster war durch geis (Tabu) verpflichtet, ein Drittel des Tages beim fidchell zuzubringen.<ref name="HB" />

In der walisischen Satire Breuddwyd Rhonabwy („Rhonabwys Traum“). spielt gwyddbwyll eine wichtige Rolle im Streit zwischen König Arthur und Owein fab Urien.

Arthur ließ sich auf dem Mantel nieder, und Owein, der Sohn des Uryen, stand ihm gegenüber. „Owein, willst du Gwyddbwyll spielen?“, fragte Arthur. „Ja, Herr“, sagte Owein. Der rothaarige Bursche brachte Arthur und Owein das Gwyddbwyllspiel – goldene Figuren auf einem silbernen Brett – und sie begannen zu spielen.<ref>Helmut Birkhan: Keltische Erzählungen vom Kaiser Arthur. Teil 2, S. 130.</ref>

Auch in Breuddwyd Macsen („Macsens Traum“) wird es mit einem silbernen Brett und goldenen Figuren gespielt. In Peredur fab Efrawg („Peredur, Efrawgs Sohn“) sind die Figuren in einem menschenleeren Saal lebendig geworden und spielen gegeneinander (siehe Lebendschach).<ref>Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 156 f.</ref>

Und Peredur gelangte zur Burg [der Wunder] und das Burgtor war offen. Und als er zum Saal kam, war auch dessen Tür geöffnet. Und wie er eintrat, sah er ein Gwyddbwyllspiel in der Halle, und jede der beiden Parteien spielte gegen die andere. Und die Partei, die er unterstützt hätte, verlor und die andere stieß einen Freudenschrei aus, als wären es wirkliche Männer. Darüber ward er zornig, raffte die Steine in seinem Schoß und warf das Spielbrett in den See.<ref>Helmut Birkhan: Keltische Erzählungen vom Kaiser Arthur. Teil 1, S. 172.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 3-7001-2609-3.
  • Helmut Birkhan: Kelten. Bilder ihrer Kultur. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1999, ISBN 3-7001-2814-2.
  • Helmut Birkhan: Keltische Erzählungen vom Kaiser Arthur. Teil 1, Lit-Verlag, Wien 2004, ISBN 3-8258-7562-8.
  • Helmut Birkhan: Keltische Erzählungen vom Kaiser Arthur. Teil 2, Lit-Verlag, Wien 2004, ISBN 3-8258-7563-6.
  • Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur (= Kröners Taschenausgabe. Band 466). Kröner, Stuttgart 1994, ISBN 3-520-46601-5.

Einzelnachweise

<references/>

cy:Gwyddbwyll#Gwyddbwyll Geltaidd