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Frei Haus

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Frei Haus (oder „franko Haus“, „franko“) ist eine Handelsklausel und Frankatur zwischen Kaufleuten, wonach der Lieferant die gesamten Transportkosten bis zum Empfänger der Ware trägt. Derartige Handelsklauseln wie „frei Haus“ fallen unter die „Gewohnheiten und Gebräuche“ des {{#switch: juris

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Rechtsfragen

Gemäß {{#switch: juris

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„Frei Haus“ sagt mithin nichts über den Gefahrübergang aus. Bei Vereinbarung einer Schickschuld geht die Gefahr des zufälligen Untergangs vom Verkäufer auf den Käufer über, sobald die Ware an den ersten Frachtführer oder Spediteur übergeben wird. Der Frachtführer oder Spediteur hat zwar bei Verlust oder Beschädigung der Ware entsprechend den gesetzlichen Vorschriften (§§ 407–450 HGB) zu haften, jedoch im Regelfall nur bis zu den gesetzlich bestimmten Haftungsgrenzen (in der Regel 8,33 SZR pro kg Rohgewicht gemäß {{#switch: juris

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„Frei Haus“ sagt auch nichts über den Leistungsort aus.<ref>Franz Schlegelberger/Wolfgang Hefermehl, Kommentar HGB, 5. Aufl., 1974, § 346 Rz. 72</ref> „Frei Haus“ bedeutet auch nicht, dass der Frachtführer das Transportgut zu entladen hat.<ref>OLG Düsseldorf, TranspR 1989, 10, 12</ref> Übernimmt der Verkäufer auch den Zoll ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}),<ref>Eggert Winter (Hrsg.), Gabler Lexikon Recht in der Wirtschaft, 1998, S. 383</ref> ist die Handelsklausel vergleichbar mit der Incoterms-Klausel DDP ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}), sofern der Verkäufer auch die Entladegebühren am Empfängerort zahlt. Ist bei einem internationalen Warenkauf als Lieferklausel der Incoterm DDP („geliefert verzollt“) benannter Bestimmungsort vereinbart worden, ist für die Bedeutung der Klausel in der Regel auf die Anwendungshinweise der Internationalen Handelskammer (ICC) zurückzugreifen. Danach hat der Verkäufer die geschuldete Lieferung am benannten Bestimmungsort als Bringschuld zu erfüllen.<ref>BGH, Urteil vom 7. November 2012, Az.: VII ZR 108/12 = BGHZ 195, 243</ref> „Frei Haus“ entspricht im amerikanischen Sprachgebrauch der Vorauszahlung ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}).

Übersehen wird, dass die besonders schadensträchtige Be- und Entladung im deutschen Kaufrecht nicht geregelt ist und durch die „frei Haus“-Klausel auch keine eindeutige vertragliche Regelung erfährt. Zudem wird nach deutschem Recht bestimmt, dass ohne weitere vertragliche Absprache eine Holschuld ({{#switch: juris

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Eindeutig regelt die Vereinbarung „frei Haus“, wer die Kosten des Transports trägt; nämlich der Verkäufer. Ist beispielsweise auf einem Lieferschein „frei Haus“ als Lieferbedingung vermerkt, kann abweichend vom gesetzlichen Regelfall des Versendungskaufs zwischen den Vertragsparteien vereinbart sein, dass die Preisgefahr erst dann auf den Käufer übergeht, wenn die Ware am Zielort übergeben wurde.

Im Unterschied zur Lieferung frei Haus kann die Lieferung auch ab Werk, unfrei oder frachtfrei erfolgen.

Aufgrund der vorgenannten Unsicherheiten bietet es sich an, auch im nationalen Bereich die Incoterms zu verwenden.

International

Die Incoterms beinhalten die internationalen Regeln bezüglich der Transport-, Versicherungs- und Zollkosten. Darüber hinaus treffen die Incoterms auch Aussagen über den Gefahrenübergang und sind gerichtlich anerkannte Klauseln.

Siehe auch

Literatur

  • Adolf Baumbach/Klaus J. Hopt, HGB – Kommentar, 35. Aufl. 2012, Verlag C.H. Beck
  • Gerhard Kühn und Helmut Schlick, Das Kompendium Industriekaufleute Allgemeine und Spezielle Wirtschaftslehre, 2012, Verlag EINS, Köln

Einzelnachweise

<references />

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