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Fries

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{{#if: erläutert den Fries der Architektur; zu anderen Bedeutungen siehe Fries (Begriffsklärung).

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Datei:Bamberg-Dom-Friese.JPG
Romanik: Rollen-, Zahn-, Rauten- und Rundbogenfries am Bamberger Dom
Datei:Dublin - Essex Quay 8 - 110508 183956.jpg
Bilderfriese aus glasierter Keramik an den Sunlight Chambers in Dublin, 1902

Der Fries ist ein lineares, meist waagerechtes Stilelement in der Architektur. Es ist ein schmaler Streifen, der einer Umgrenzung, Abgrenzung, Gliederung und Dekoration von Teilen eines Bauwerks dient.<ref name="Pevsner">Satz nach Nikolaus Pevsner, Hugh Honour, John Fleming: Lexikon der Weltarchitektur, 3. Auflage, München, Prestel, 1992, Lemma Fries</ref> Der Fries kann glatt sein oder plastisch hervortreten, gemalt oder aus einzelnen Bauteilen zusammengesetzt sein. Manche bestehen aus mehreren schmalen Friesbändern beziehungsweise ihren Ornamenten.

Friese dienen der Gliederung einer Fassade und ähneln insofern den Gesimsen. Der Unterschied zu den leistenartigen Gesimsen liegt in der Wiederholung eines Musters, dem Rapport – einer Schmuckform in einem gleich bleibenden Rhythmus.<ref name="Binding">Günther Binding: Architektonische Formenlehre, 4. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1998, S. 105–109</ref> Gesimse sind mitunter von Friesen begleitet oder mit ihnen kombiniert.

In der griechischen Architektur der Antike ist der Fries vorrangig ein konkretes Bauglied. Aber auch als Relief wurden Friese bereits in der Antike verwendet – in der Architektur, in der Plastik, beispielsweise an Sarkophagen, und in der Toreutik. Als rein zweidimensionales Ornament wurden sie ferner in der antiken Malerei und Vasenmalerei sowie bei Mosaiken eingesetzt.

Älteste Friese

An den sardischen Gigantengräbern der Bronzezeit mit Quaderfassade liegt häufig in der Nähe des Eingangs ein seltsamer, sorgfältig behauener Steinblock, der als „Zahnfries“ oder „Zahnstele“ bezeichnet wird (Biristeddi, Madau). Da die Zähne drei Zwischenräume aussparen, legt ein Vergleich mit den drei Löchern auf den nuraghischen Domus de Janas die Vermutung nahe, dass es nicht auf die Zähne, sondern auf die Zwischenräume ankommt. Das Puzzle um die Rekonstruktion der Quaderfassade ist ungelöst, da keiner der Zahnfriese in seiner ursprünglichen Lage gefunden wurde.

Der Fries in der antiken Architektur

Datei:Temple hephaistion Agora-Athens.jpg
Steingebälk am Tempel des Hephaistos, von oben nach unten: Geison, Fries mit Triglyphen, Architrav
Datei:Fig 000 Gebälkfries vom Tempel - Einleitung.jpg
Römischer Gebälkfries am Jupitertempel, Split, um 300 n. Chr.

Im Zusammenhang mit der griechischen Architektur der Antike und ihren Säulenordnungen wird unter einem Fries insbesondere der auf dem Architrav (Epistyl) und unter dem Geison liegende Teil eines Gebälks verstanden. Der Fries der dorischen Ordnung besteht aus einer wechselnden Folge von Metope und Triglyphe, er wird daher auch als Triglyphenfries bezeichnet. Hier ist er zunächst konstruktiv bestimmt. In der ionischen Ordnung hingegen besteht der Fries aus einer glatten oder einer mit einem Reliefband versehenen Quaderlage. In der gleichen Ausprägung begegnet der Fries auch in der römischen Architektur.

Als Relief gestaltete Friese sind als Bauplastik nicht auf das Gebälk beschränkt. Sie können sich am Architrav oder an den Cellawänden befinden, aber auch ganze Wandbereiche bedecken, wie am Pergamonaltar.

Nachantike Friesformen

Im Mittelalter entstanden neue Friesformen mit überwiegend abstrakten und räumlichen Ornamenten. Das waren beispielsweise der Rautenfries, der Diamantfries, der Würfelfries oder auch Schachbrettfries. In der Romanik ist der Bogenfries besonders häufig zu finden, wobei der Kreuzbogenfries auch in der islamischen Baukunst verwendet wird. Die Gotik brachte Maßwerkfriese mit Laubmotiven und Blattmotiven hervor. Daneben gab es auch den Spitzbogenfries, der Lilienfries genannt wird, wenn die Konsolen der Spitzbögen eine lilienförmige Endung haben.

In der Renaissance wurden antike Friese wieder aufgegriffen und variiert. Dies gilt auch für die nachfolgenden Stilepochen des Barock und den Klassizismus. Im Historismus des 19. Jahrhunderts wurden die Friese aller vorhergehenden Epochen verwendet, was dazu führt, dass sich im deutschsprachigen Raum vielfältige Friesformen an den Fassaden gründerzeitlicher Gebäude finden. Im 20. Jahrhundert finden sich Friese im Jugendstil, erst in der Modernen Architektur verloren sie an Bedeutung.

Gliederung der Friese nach vorherrschendem Ornament

{{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} Friese werden nach dem dominierenden Ornament benannt. Unterschieden wird auch zwischen dem floralen oder abstrakten Ornamentfries und dem Figurenfries.<ref name="Pevsner" /> Hingegen steht der Begriff Bilderfries insbesondere für Bauplastiken der (griechischen) Architektur der Antike.<ref name="Dürre">nach Stefan Dürre: Seemanns Lexikon der Skulptur, Leipzig, Seemann, 2007, Lemma Fries</ref> Bedeutende und häufige Friesformen werden in kunsthistorischer Fachliteratur in Form von Bildtafeln präsentiert,<ref name="Koepf">nach Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur (= Kröners Taschenausgabe. Band 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X, Lemma Fries.</ref><ref name="Kadatz">nach Hans-Joachim Kadatz: Wörterbuch der Architektur, Leipzig, 1988, Lemma Fries</ref><ref name="Dürre" /><ref name="Binding" /> wobei die Terminologie nicht immer völlig übereinstimmt.

Bezeichnung Beschreibung seit Grafik Foto
Akanthusfries<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> Bestehend aus aneinandergereihten Akanthus-Ornamenten. Antike<ref name="Koepf" /> Datei:Campiglia Marittima Pieve di San Giovanni northern portal frieze 2012-08-26.jpg
Astragal, auch Perlstab oder Perlschnur Bestehend aus aneinandergereihten flachen und querovalen Perlen. Antike Datei:Astragal Perlschnur Perlstab 2.png Datei:Astragal przykład 1.jpg
Anthemion,<ref name="Kadatz" /> auch Anthemienfries<ref name="Koepf" /> Er ist aus Palmetten und Lotusblüten zusammengesetzt.<ref name="Koepf" /> Antike<ref name="Koepf" /> Datei:Anthemion.png
Blattwerkfries,<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> auch Laubfries<ref name="Dürre" /> oder Blattfries<ref name="Dürre" /> Gotik<ref name="Koepf" /> Datei:Blattwerkfries.png Datei:Laubfries.im.Hauptschiff.Sankt.Marien.Kloster.Lehnin.jpg
Bukranienfries,<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> auch Aaskopf<ref name="Koepf" /> Bukranion bezeichnet die Nachbildung eines Rinderschädels als Schmuckmotiv. Antike<ref name="Koepf" /> Datei:Samothraki Arsinoe rotunda 2.jpg
f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}}Deutsches Band,<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> auch Zahnfries,<ref name="Koepf" /> Sägefries oder Sägezahnfries<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> genannt Aus einer in Reihe gemauerten übereckstehenden Steinen gebildet.<ref name="Koepf" /> Die Bezeichnung „Deutsches Band“ wurde im Zuge der Erforschung der deutschen Backsteingotik geprägt, die eine Reihe von gemauerten Ornamenten aufgriff, die zunächst nur mit dem genormten Backstein leicht herzustellen waren. Doch taucht dieser Fries schon Jahrhunderte früher in karolingischer Zeit beispielsweise in Frankreich auch im Hausteinbau auf. Das Ornament entstammt daher ursprünglich der Vorromanik. Es dient meist der optischen Geschossgliederung und als Wandzier unterhalb von Traufgesimsen. Vorromanik, Romanik<ref name="Dürre" /> Datei:Deutsches Band Fries.png Datei:Bad Zwischenahn St. Johannes Turmdetail.jpg
Diamantfries,<ref name="Kadatz" /> auch Diamantierung<ref name="Koepf" /> siehe auch: Diamantstab Romanik<ref name="Dürre" /> Datei:Diamantfries.png
Flechtband,<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> auch Entrelac<ref name="Koepf" /> Ornamente aus verschlungenen Bändern sind bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. in der sumerischen Kunst belegt, weitere sind in griechischen Gefäßdekorationen zu finden.<ref>Meyers Lexikon</ref> nicht mehr rein antik<ref name="Koepf" />, Romanik<ref name="Dürre" /> Datei:Celtic-knot-basic-linear.svgDatei:Celtic-knot-basic-rectangular.svg Datei:Flechtband.jpg
Hundszahn<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> Eine Reihe von vierzackigen Sternchen steht auf der Spitze und liegt pyramidenförmig auf, entstanden in der englischen Frühgotik (engl.: dog-tooth).<ref name="Binding-Glossar">Günther Binding: Architektonische Formenlehre, 4. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 1998, im Glossar</ref> (siehe auch: Diamantstab) Frühgotik<ref name="Binding-Glossar" /> Datei:Chambers 1908 Dogtooth.png
Ionisches Kymation,<ref name="Dürre" /> auch Eierstab<ref name="Dürre" /> Eine Kymation-Variante. (Auf dem Photo oberhalb des Zahnschnitts) Antike<ref name="Koepf" /> Datei:KymaIonico Dentelli.jpg
Kreuzbogenfries<ref name="Koepf" /> Ältestes Beispiel: Moschee in Toledo (El Cristo de la Luz), um 999; von der maurischen Kultur in Spanien nach Oberitalien übernommen, dort in der romanischen Backsteinbaukunst sehr verbreitet; in der Mitte des 12. Jh. von der norddeutschen Architektur übernommen und bis zur Gotik verwendet.<ref> Gottfried Kiesow: Kulturgeschichte sehen lernen. Bonn: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Monumente Publ. Bd. 2, 2005, S. 34–36.</ref> Datei:Kreuzbogenfries.png Datei:Kreuzbogenfries.jpg
Kreuzrautenfries Gebildet aus sich überkreuzenden Rauten. Romanik<ref name="Dürre" />
Kugelfries<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> Gebildet aus aneinander gereihten Halbkugeln Romanik Datei:Kugelfries.png Datei:Vega de Bur San Tirso Portada 820.jpg
Laufender Hund<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> Dieser Fries ist die gerundete Abwandlung des Mäanders, wobei das Ornament an sich überschlagende Wellen erinnert.<ref name="Koepf" /> Antike<ref name="Koepf" /> Datei:Laufender Hund.png Datei:CanCorrente.jpg
Lilienfries<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> Ein Spitzbogen mit Bogen-Auflagern als Konsolen in Lilien-Form.<ref name="Koepf" /> Gotik<ref name="Koepf" /> Datei:Lilienfries.png
Mäander<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> Der Mäander ist ein seit dem Neolithikum verwendetes orthogonales Ornament. Der Name entstand in Anlehnung an die gleichnamigen Flussschlingen. Antike<ref name="Koepf" /> Datei:Mäander.png Datei:Rhodes meander hg.jpg
Maßwerkfries Gotik
Palmettenfries<ref name="Koepf" /> Er besteht aus Palmetten und Voluten.<ref name="Koepf" /> Antike<ref name="Koepf" />
Plattenfries,<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> auch Felderfries<ref name="Koepf" /> Der Plattenfries ist ein Bauelement niederrheinischer Kirchenapsiden der Romanik, er verläuft meist unter der Zwerggalerie.<ref>Siehe: St. Gereon, Groß St. Martin, St. Aposteln</ref> Datei:Plattenfries.png Datei:Gross stmartin zwerggalerie suedkonche.jpg
Rautenfries<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> Romanik<ref name="Dürre" /> Datei:Rautenfries.png Datei:Santa María de Cayón Nuestra Señora de la Asunción Fries 60.jpg
Rollenfries<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> Romanik<ref name="Dürre" /> Datei:Rollenfries.png Datei:Villafranca del Bierzo Santiago 336.JPG
Rundbogenfries,<ref name="Koepf" /> auch Bogenfries<ref name="Kadatz" /> Gebildet aus aneinander gereihten kleinen Blendbögen Romanik und Neoromanik Datei:Bogenfries.png Datei:Bogenfries2.jpg
Scheibenfries<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> Datei:Scheibenfries.png
Schuppenfries<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> Romanik<ref name="Dürre" /> Datei:Schuppenfries.png
Spitzbogenfries<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> Gotik<ref name="Koepf" /> Datei:Spitzbogenfries.png Datei:AltesSchlossGrevenbroichSpitzbogenfries.jpg
Vierpassfries<ref name="Kiesow">Gottfried Kiesow, Wege zur Backsteingotik, Bonn 2013, S. 112</ref> Gotik
Wolkenornament<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" />
Würfelfries,<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> auch Schachbrettfries<ref name="Koepf" /> oder Waffelfries Romanik<ref name="Dürre" /> Datei:Würfelfries.png

Datei:Zamora Santo Tomé Frieze 843.jpg

Zangenfries<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> nicht mehr rein antik<ref name="Koepf" />
Zickzackfries<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> normannisch-romanisch<ref>Wilfried Koch: Baustilkunde. Orbis, München 1994. ISBN 3-572-00689-9, S. 494.</ref> Datei:Zickzackfries.png Datei:Southwell Minster, west door detail - geograph.org.uk - 839115.jpg
Zinnenfries<ref name="Koepf" /><ref name="Kadatz" /> mit Zahnschnitt; bei weiter auseinanderliegenden Zinnen als Konsolenfries bezeichnet Der Konsolenfries scheint oft herausstehende Balkenköpfe anzudeuten. Er liegt in der Regel an der Außenfassade und ist häufig Teil des Kranzgesimses. Datei:Zinnenfries.png Datei:Detmold - 2014-09-13 - Landtag (90).jpg

Fries in der bildenden Kunst

In der bildenden Kunst Ende des 19. Jahrhunderts, die sich von der naturalistischen Tradition löste, spielen Bilderzyklen und dekorative Friese eine wichtige Rolle, häufig nur in der Theorie, zum Teil auch in praktischen Umsetzungen. Bekannte Beispiele sind etwa der 1901 gemalte Beethovenfries von Gustav Klimt oder der Lebensfries von Edvard Munch.<ref>Peter Krieger: Edvard Munch. Der Lebensfries für Max Reinhardts Kammerspiele. Mann, Berlin 1978, ISBN 3-7861-1228-2, S. 30.</ref>

Literatur

Weblinks

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Einzelnachweise und Fußnoten

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